Dienstag, 17. Juli 2018
† Mary Frances Reynolds (1932-2016)

Nur wenige Stunden nach ihrer Tochter Carrie Fisher ist die bekannte und beliebte Schauspielerin Debbie Reynolds im Alter von 84 Jahren in Los Angeles gestorben. »Vor ein paar Jahren sagte sie, sie würde nicht am Grab ihrer Tochter stehen wollen«, berichtet Sohn Todd Fisher, der in den letzten Stunden der beiden bei ihnen war. »Es gab wirklich keine Trauer in ihr, wie man es erwarten würde. Es war nicht so, als würde sie untröstlich herumsitzen. Ganz und gar nicht! Dann sagte sie, sie würde jetzt liebend gern bei Carrie sein... Und innerhalb von 15 Minuten nach dieser Unterhaltung entschwand sie, und nach etwa 30 Minuten war sie weg. Sie fing an, einen Infarkt zu bekommen, und fiel tatsächlich in einen Schlaf und wachte nicht auf. Sie schloss ihre Augen, friedlich, wie wenn man schlafen geht, und dann schlief sie wortwörtlich ein und verschwand.«

Eigentlich war die im texanischen El Paso geborene Tochter eines Schreiners auf dem Weg, Sportlehrerin zu werden. Doch dann ahmte sie die Schauspielerin Betty Hutton bei einem Schönheitswettbewerb nach und wurde zur Miss Burbank 1948 gewählt - mit gerade mal 16 Jahren. Der Preis war mit einem Vorsprechen im Filmstudio der Warner Brothers verbunden, was zu ihrer ersten Filmrolle führte. Vier Jahre später folgte dann ihr Durchbruch, als sie sich neben Gene Kelly und Donald O'Connor in die Herzen der Kinogänger sang und tanzte.

Gerade mal drei Monate Tanzunterricht mussten reichen, um neben Tanzgenie Gene Kelly zu bestehen. Andere seien völlig zu Recht vor Ehrfurcht in Ohnmacht gefallen, erzählt sie Jahre später in einer Aufnahme des American Film Institute. Sie dagegen habe sich gesagt: „Lass uns anfangen!“ Singin' in the Rain sollte ihr Glücksstern sein. Jung und naiv - die Rolle habe einfach gepasst. »Die Figur war mir sehr ähnlich: ein junges Mädchen, das unbedingt Tänzerin werden wollte, es im Showbusiness zu etwas bringen wollte, die durch Zufall einen großen Star trifft - in meinem Fall Gene Kelly«, sagte sie.

Es folgten Dutzende Filme, darunter Tammy, Scheidung auf Amerikanisch und der Musicalfilm Goldgräber-Molly. Dafür wurde sie 1964 für einen Oscar® nominiert. Sie hat die Nervensäge Glenn Ford beruhigt, war Ricardo Montalbans singende Nonne, rettete Schweinchen Wilbur im Zeichentrickoriginal von Charlotte's Web, war 1996 Albert Brooks' Mutter in Mother und ein Jahr später Kevin Klines Mutter in In & Out - Rosa wie die Liebe.

Aber es war die Liebe zu Schnulzensänger Eddie Fisher, die ihre Popularität ins Unermessliche stiegen ließ. Vier Jahre waren sie verheiratet und galten als eines der Traumpaare der 50er Jahre. Von ihm bekam sie Tochter Carrie und zwei Jahre später Sohn Todd. Doch schon bald sollte Eddie eine andere anbeten. 1959 verließ er seine Familie, um die Witwe Elizabeth Taylor zu trösten. Debbie Reynolds ließ sich jedoch nicht unterkriegen und fand im Schuhmagnaten Harry Karl ihren zweiten Ehemann. Doch dieser verspielte all ihr Geld.

Sie ging an den New Yorker Broadway, um ihre Durststrecke zu überbrücken. Durch den Umzug musste ihre Tochter Carrie die Highschool verlassen. Den Abschluss holte sie nie nach, denn schon bald wurde sie als Prinzessin Leia weltberühmt. Mutter und Tochter hatten eine enge, zeitweise sehr angespannte Beziehung. Carrie Fisher schrieb darüber das Buch „Grüße aus Hollywood“, das 1990 mit Meryl Streep und Shirley MacLaine in den Hauptrollen verfilmt wurde. 1984 heiratete Frau Reynolds zum dritten Mal - diesmal den Grundstücksmakler Richard Hamlett. Doch auch dieser wurde ihr nach 12 Jahren untreu, was 1996 in einer weiteren Scheidung mündete.

Zeit ihres Lebens sammelte Debbie Reynolds über 3000 Filmkostüme und -poster, doch den Traum eines Hollywood-Museums konnte sie wegen finanzieller Schwierigkeiten nie verwirklichen. In den 90er Jahren besaß sie ein Hotel und Casino in Las Vegas, wo sie mit einem Soloprogramm auftrat. Doch 1997, das Jahr, in dem sie ihren Stern auf dem Hollywood Walk of Fame erhielt, musste sie Insolvenz anmelden und versuchte es mit dem Ruhestand. Der New Yorker Autor Michael Musto beschrieb sie auf CNN so: »Sie war ein Star der alten Schule, sie konnte alles. Sie hatte das Showbusiness im Blut. Sie hatte sich eigentlich zurückgezogen, aber schaffte es nicht ganz. Sie liebte das Rampenlicht.«

Bis zum Schluss wohnte sie Tür an Tür mit ihrer Tochter, trat in Serien und Shows auf. 2016 erhielt sie bei den Oscars® den Jean Hersholt Humanitarian Award. Darüber hinaus wurde sie fünfmal für den Golden Globe® nominiert sowie einmal für den Emmy® für ihre Rolle der Bobbi Adler in der Serie Will & Grace. Neben Sohn Todd Fisher hinterlässt sie auch die zur Schauspielerin aufstrebende Enkelin, die Tochter von Carrie Fisher, Billie Lourd. ■ mz

3. Januar 2017

Best Moments (Zusammenstellung)


Debbie Reynolds


† Carrie Fisher



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