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04 | 11 | 18 | 25
Die Liebe seines Lebens
The Railway Man
1983 lernt Eric Lomax, ein gl�hender Eisbahnfan, auf einer Zugfahrt die Ex-Krankenschwester Patti kennen. Sie ist von seinem Wissen um Fahrpl�ne und Geschichte, seinem besonnen Wesen und seiner unaufdringlichen Art sofort angetan. Es dauert nicht lange bis die beiden heiraten. Kurz nach der Hochzeit stellt die Gattin jedoch fest, dass ihr Mann von seiner Zeit in japanischer Kriegsgefangenschaft schwer traumatisiert ist. Patti bewegt Eric dazu, sich den D�monen der Vergangenheit zu stellen und Auss�hnung mit seinem damaligen Peiniger zu suchen.
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Die Todeseisenbahn - Geschichtliche Hintergr�nde

Vergangenheitsbew�ltigung eines �berlebenden der Gefangenschaft durch die Japaner im II. Weltkrieg - das kennen wir bereits aus ►Unbroken, dem Drama von Angelina Jolie, das Anfang des Jahres bereits in die Kinos kam. Nun kommt der Film des Australiers Jonathan Teplitzky, der bereits mit Gr��en wie David Wenham, Matthew Goode, Essie Davis, Rachel Griffiths, Sam Worthington und Timothy Spall gearbeitet hat, nach 2 Jahren Wartezeit doch noch in die Kinos.

Basierend auf der gleichnamigen Autobiografie von Eric Lomax erz�hlt der Film nicht nur eine bewegende Geschichte �ber die finsteren Schatten der Vergangenheit und die heilsame Kraft der Vergebung, sondern zeichnet auch das einf�hlsame Portr�t einer ganz gro�en Liebe. Welche das ist, muss sich der Zuschauer selbst herauspicken. Ist es die Liebe zur Eisenbahn oder die zu seiner Frau Patti, die er 1980 in einem Zug kennenlernte?

Beide Filmtitel, der Originaltitel The Railway Man, der auch gleichzeitig der Titel der Autobiografie ist, bzw. der deutsche Titel Die Liebe seines Lebens, bieten lediglich eine (vage) Umschreibung der Figur. W�hrend die Geschichte aus den 80ern die Rahmenhandlung bietet, sind es doch die R�ckblenden, die uns aufzeigen, was mit Eric los ist, warum er nicht �ber seine Vergangenheit sprechen kann.

�Seine Geschichte erz�hlte er in dem Buch �The Railway Man�, einer bemerkenswerten Autobiografie, deren Titel eine schreckliche Ironie birgt�, sagt Drehbuchautor Frank Cottrell Boyce. �Schon als kleiner Junge war er fasziniert von den gro�en Dampfz�gen, die damals in Edinburgh die Waverley Station anfuhren. Doch als junger Soldat musste er sich selbst f�r den Bau einer Eisenbahnstrecke qu�len und mit ansehen, wie tausende seiner Kameraden dabei ums Leben kamen.�

Da ist es dann auch f�r ihn scheinbar eine Art Therapie, so oft wie m�glich mit dem Zug zu fahren, und sich mit seinen �berlebenden Leidensgenossen zu treffen. Als schlie�lich der Freitod seines besten Freundes und dessen Recherchen, Lomax' Peiniger zu finden, sowie das Dr�ngen seiner Frau Patti Eric dazu zwingen, sich damit auseinanderzusetzen, beginnt Eric mit seinem Heilungsprozess. Nicole Kidman, die hier Lomax' Frau Patti spielt, kann dabei von Gl�ck reden, dass die Autoren ihre Rolle ausgebaut hatten, denn im Buch taucht sie kaum auf.

Die tats�chliche �Todeseisenbahn� ist zwischen Bangkok und Kanchanaburi und noch 40 Meilen dar�ber hinaus noch immer in Betrieb, gr��tenteils f�r Touristen. In einem dortigen Museum traf Lomax auf seinen Peiniger Takashi Nagase, der der Nachwelt aufzeigte, was damals hier passiert war. Und so kam Erics Wunsch in Erf�llung, Nagase �einzusperren, zu verpr�geln, zu ertr�nken�. F�r die Filmemacher war es deswegen wichtig, zu verstehen, wie er von diesem Wunsch zu einem gewissen inneren Frieden gelangen konnte.

Dass Lomax seine W�nsche schlie�lich fallen lassen musste, weil er einfach keine Genugtuung darin fand, und mit seinem Peiniger Frieden schloss, sie sogar Freunde wurden, konnte niemand voraussagen. Es ist eine einmalige Geschichte, die den Weg zu den heute �blichen Wahrheitsfindungs- und Vers�hnungs-Komitees ebneten. Die Filmemacher reisten dabei zu den Lomaxes nach Schottland wie auch in die tropische H�lle nach Thailand, um an Originalschaupl�tzen zu drehen.

�Nach unserer Ankunft in Thailand nahm unser milit�rischer Berater Rod Beattie meinen Kollegen Sam Reid und mich mit in die Berge�, erz�hlt Jeremy Irvine, der den jungen Lomax spielt. �Dort befindet sich ein Gleisabschnitt, den der Dschungel l�ngst wieder an sich gerissen hat. Wir halfen Rod dabei, ein St�ckchen davon freizulegen: bei 40 Grad Celsius und 98% Luftfeuchtigkeit, nat�rlich nur mit jenen Handwerkzeugen, die die Kriegsgefangenen damals verwendeten.

Nach rund anderthalb Stunden war ich am Ende. Schon ab Verlassen unseres Kleinbusses lief uns der Schwei� herunter, dabei mussten wir noch nicht einmal unsere Ausr�stung mitschleppen. Sich vorzustellen, dass man diese Arbeit 16 Stunden lang verrichten muss, bei winzigen Essensrationen und ganz wenig Wasser, war wirklich ein einschneidender Moment, der bei mir viel Eindruck hinterlassen hat.�

Nicole Kidman war von Patti Lomax gewarnt worden: �Sie hatte mir gesagt, dass wir vorsichtig sein sollen, wenn wir zum Hellfire Pass kommen. Der Berg dort habe eine eigent�mliche Kraft. Irgendetwas ist da. Man sp�rt die D�sternis und wird sie nicht mehr los. Patti erz�hlte mir davon, wie sie zum ersten Mal dorthin kam. Sie musste f�rchterlich weinen, nicht nur wegen Eric, sondern wegen all der anderen jungen M�nner. Eric musste sie tr�sten.�

Die entsprechende Szene wurde ausgerechnet am 93. Geburtstag von Eric Lomax gedreht. Ein ganz besonderer Gru� wurde von Firth, Kidman und dem gesamten Team vom Hellfire Pass ins heimische Berwick-upon-Tweed geschickt, wo die Lomaxes lebten - f�r Jonathan Teplitzky eine der gl�cklichsten Erinnerungen der gesamten Dreharbeiten: �Dass wir alle zusammen am Hintok Pass f�r Eric �Happy Birthday� gesungen haben, war ein ganz besonderes Erlebnis. Wir haben das mit einem iPhone aufgenommen und gleich per Email geschickt, so dass er das Video ein paar Stunden sp�ter nach dem Aufstehen schon sehen konnte.� F�r Lomax, den einstigen Funktechniker, war so viel technischer Fortschritt nat�rlich besonders beeindruckend.

W�hrend der Film zurechtgeschnitten wurde, starb Lomax 2012 im Alter von 93 Jahren. Nagase starb bereits ein Jahr vor ihm. Der Film, wie auch die Autobiografie, geh�ren zu den wichtigsten Geschichten �ber jene Zeit, vor allem, weil so wenig dar�ber bekannt ist. Hiroyuki Sanada war �berrascht, was die Geschichte betraf: �Ich hatte schon mal von dieser Todeseisenbahn geh�rt, aber kannte keine Details. Auf japanischen Lehrpl�nen ist das Thema nicht zu finden. Als ich mit meiner Recherche begann, war ich geschockt und �berw�ltigt. Als japanischer Schauspieler sp�rte ich geradezu eine Verantwortung, der Welt und den j�ngeren Generationen diese Geschichte zu erz�hlen, damit sie einen anderen Blick auf die Geschichte bekommen.

Ich bin fest davon �berzeugt, dass man mit dem Erlernen von Sprache auch Kultur lernt. Nagase war ein �bersetzer, also hatte er die M�glichkeit, herauszufinden wie die Welt den japanischen Militarismus sieht. So begann er damit, f�r die Kriegsgefangenen und asiatischen Zwangsarbeiter zu beten. Ich versp�rte eine �hnliche Mission. Wenn wir nicht wissen, was in der Vergangenheit passiert ist, wie k�nnen wir dann von ihr lernen? Deswegen war es mir so wichtig, in diesem Film mit dabei zu sein. Als Schauspieler genauso wie als Japaner.�

Da der Film auf Tatsachen und echten Personen beruht, hat er auch etwas Biografisches. Man konnte sich daher nicht viel Freiheiten nehmen, die Dramatik zu erh�hen. Klar, es war grausam, was damals in Birma abging, doch haben wir das Qu�len von H�ftlingen schon so oft gesehen, dass hier au�er dem noch recht unbekannten Fakt des Eisenbahnbaus mit Kriegsgefangenen recht wenig Spannung aufkommt. Somit ist der Leidensweg von Eric Lomax eigentlich nur eine Empfehlung f�r Schulen bzw. Menschen, die ebenfalls mit Kriegsbew�ltigung zu tun haben. Zweifellos werden die Figuren im Film hervorragend gespielt und die Geschehnisse eindrucksvoll umgesetzt, doch f�r den normalen Kinog�nger liegt der Film zu schwer im Magen, weshalb man ihn doch trotz Cinemascope-Breitbild lieber in einem intimeren Umfeld sehen sollte. ■ mz

Drama/Krieg
GB/AUS 2013
108 min


mit
Colin Firth (Eric Lomax)
Nicole Kidman (Patricia)
Jeremy Irvine (junger Eric Lomax)
Stellan Skarsg�rd (Finlay)
Sam Reid (junger Finlay)
Hiroyuki Sanada (Takashi Nagase)
Tanroh Ishida (junger Nagase)
u.a.

drehbuch
Frank Cottrell Boyce
Andy Paterson
nach der Autobiografie von Eric Lomax

musik
David Hirschfelder

kamera
Garry Phillips

regie
Jonathan Teplitzky

verleih
Koch Media/StudioCanal
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