Sonntag, 24. März 2019

Wolverine: Weg des Kriegers


Logan/Wolverine gefangen im Loch
20th Century Fox
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Die japanischen Wochen gehen weiter: In dem neuen Film ber den Adamantium-Mann zeigt Regisseur James Mangold die emotionale Seite des Wolverines. Die Kultfigur des X-Men-Universums begibt sich wird ins Land der aufgehenden Sonne gelockt, das er seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr betreten hat, wo er pltzlich Samurais und Yakuzas gegenber steht.

Pltzlich ist er in Begleitung einer wunderschnen japanischen Frau auf der Flucht und wird dabei erstmals mit der Aussicht auf Sterblichkeit konfrontiert. Er muss emotional und physisch an seine Grenzen gehen und sieht sich Gefahren ausgesetzt wie sie es bisher noch nicht gab.

Auf seiner gefhrlichen Reise entdeckt Logan wieder den Helden in sich, er muss sich mchtigen Gegnern und auch den Geistern der eigenen Vergangenheit stellen. Whrend er als Wolverine seine diamantharten Klauen mit Samuraischwertern kreuzt, lernt er den Preis fr ein unsterbliches Leben kennen und kmpft sich dabei durch ein Labyrinth aus Liebe, Betrug und Ehre.

In dieser Geschichte begibt sich Wolverine in eine Welt, die sich vollkommen von der unterscheidet, die man bislang in der X-Men-Serie gesehen hat, sagt Hugh Jackman, der auch als Produzent des Films firmiert. Auch die Optik und die Tonalitt sind hier anders. Es gibt jede Menge Kmpfe zu sehen, aber den grten Kampf muss Logan mit sich selbst ausfechten, als er vom Monster zum Menschen wird.

Dass James Mangold Gefhle als auch Action inszenieren kann, bewies er bereits mit Filmen wie Liebeshunger, Durchgeknallt, Kate & Leopold oder Walk the Line, kann aber auch anders wie in Cop Land, Todeszug nach Yuma, Knight and Day oder Identity. Auch im Serienbereich produzierte er beides. In Men in Trees schickte er Anne Heche auf einen Selbstfindungstrip nach Elmo, Alaska, whrend er vor kurzem Dennis Quaid westernmig durchs vermobbte Las Vegas streifen lie.

Fr die richtige Balance im Drehbuch sorgten Actionautor Mark Bomback (Stirb langsam 4.0, Unstoppable - Ausser Kontrolle, Total Recall) und Phil Joanous Schwager Scott Frank, der bereits in Filmen wie Schatten der Vergangenheit, Minority Report, Die Dolmetscherin oder Die Regeln der Gewalt fr Spannung sorgte.

Wenn man einen Film um eine Gruppe wie die der X-Men macht, hat man nur sehr begrenzte Mglichkeiten, sich mit ihren jeweiligen Wertewelten auseinanderzusetzen, erlutert James Mangold. Hier hatten wir aber die Mglichkeit, wirklich in Logans Kopf einzudringen, zu erforschen, was ihn wtend macht. Er wurde schon von vielen Menschen und Institutionen ausgenutzt von der Abwehrabteilung, von der Regierung, von Feinden, Bsewichten und sogar von Menschen, die er liebte. Und so ist ber die Zeit sein Zorn extrem gewachsen. Aber trotz alledem lernt er in dieser Geschichte, dass er diese Wut auch fr sich selbst nutzen kann, dass sie ihn auch strkt.

So sah Mangold die Geschichte letztendlich eher als knallharten Thriller um einen Mann mit dunkler Vergangenheit, der sein zuknftiges Ich sucht, als einen Fantasyfilm aus dem Comic-Universum: Ich glaube, dass die meisten Kinognger sehr berrascht sein werden, wie echt dieser Film wirkt, wie sehr man sich in dieser Welt, in dieser Action, im Drama und der Liebesgeschichte verlieren kann.

Besonders gut gefiel Mangold der (Wende-)Punkt, an dem sich Logan zu Beginn der Geschichte befindet. Er hat viele dunkle Wege beschritten, all die Menschen, die er liebte, entweder verloren oder verletzt, und er ist sich unsicher, ob es fr ihn berhaupt noch eine Mglichkeit der Erlsung gibt. Das Einzige, was fr ihn spricht, ist seine Unsterblichkeit. Aber selbst die ist mglicherweise mehr Fluch als Segen. Das ist auch der Punkt, an dem andere Figuren des SciFi-Fantasy-Universums ihren wahren Charakter gefunden haben - entweder man fhlt sich gotthnlich und spielt mit den Menschen wie Q in Star Trek: The next Generation oder versucht mit allen Mitteln, das natrliche Gleichgewicht im Universum wiederherzustellen, vor allem, um die Menschheit zu retten, wie Doctor Who.

Ein Umstand, der mir bei Wolverine besonders gefiel, ist seine Unsterblichkeit. Dank seiner Mglichkeit der Selbstheilung besitzt er das ewige Leben, und so wei er auch um die Einsamkeit der Gtter. Und wenn Logan die verliert, die er liebt, wei er auch, dass er ewig weiterleben wird, fhrt Mangold fort.

Seit einem Jahrhundert lebt er nun schon. Er hat an Kriegen teilgenommen, Schlachten geschlagen, geliebte Menschen verloren. Jetzt ist er an einem Punkt extremer Mdigkeit angelangt. Es ist ein klassisches Thema, das vom Menschen, der ewig leben kann und genau daran leidet. Logan ist ein verletzter Held, und in unserer Geschichte geht es darum, dass er versucht, herauszufinden, was er in sich selbst verloren hat.

Das japanische Setting erlaubte es Mangold und Jackman, Logan neu zu erfinden als Ronin. Im feudalen Japan gehrten die Samurai einem Herrn. Ein Ronin wiederum ist ein Samurai, der keinen Herren mehr hat, dem er dienen kann. Er ist ein Krieger ohne Aufgabe, ohne Sinn, erklrt Mangold. Viele der Menschen, die Logan das Gefhl gaben, dass sein Leben einen Zweck besa, sind inzwischen nicht mehr da. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Verlorener, ein Mann ohne Aufgabe. Dieses Menschenbild bestimmt sowohl den US-Western als auch die Samurai-Filme und wir setzen nun eine Comicfigur in diese Tradition.

Im harten Gegensatz zur Schnheit Japans stehen spektakulre Actionsequenzen. Hochgeschwindigkeitszge sind Teil davon, genauso wie der riesige Silver Samurai. Aber auch hier bewegt sich Mangold auf neuem Terrain: Natrlich wollten wir in Sachen Action und Optik neue Mastbe setzen, aber es lag uns daran, all das mglichst realistisch zu zeigen. Es sollte so aussehen, als knnte es wirklich passieren.

Hugh Jackman schlpft hier zum 6. Mal in die Rolle des Logan. Hufiger hat noch kein Schauspieler ein und desselben Superhelden verkrpert! Wolverine: Weg des Kriegers unterscheidet sich grundstzlich von den Vorgngerfilmen: Gleich zu Beginn spiegelt die amerikanische Einde samt Schneelandschaft die Gefhlsklte Logans wider, der alles verloren hat, was ihm von Wert war. Er wrde gern mit seinem Leben abschlieen, doch als Unsterblicher ist das nicht so einfach.

Dann kommt Yukio in diese Einde und bringt wieder Farbe in sein Leben. Als er dann nach Japan gelockt wird, um den Mann wiederzusehen, dem er einst in Hiroshima das Leben gerettet hat, beginnt wahrlich das Abenteuer seines Lebens. Zum ersten Mal seit seiner Mutierung wird er mit seiner eigenen Sterblichkeit konfrontiert und muss sich den inneren Dmonen (in Form von Jean Grey) und den ueren (in Form der Mutantin Viper) stellen.

Man bekommt Logan verletzlicher denn je zu sehen, erzhlt Hugh Jackman. Er ist gefhrdeter denn je und auch ein gefhrlicheres Monster als je zuvor. Er ringt mit seiner Identitt, er leidet an seiner eigenen Existenz. Und nun muss er sich auch noch entscheiden, ob ihm seine wahre Natur zusagt oder nicht.

Die Atmosphre Japans ist im Film sprbar, so Jackman weiter. Logan verndert sich hier grundstzlich, sowohl was den Umgang mit Menschen betrifft, wie auch die Art, wie er mit unterschiedlichen Situationen umgeht. Er muss neu anfangen. Japan ist eine in sich geschlossene Gesellschaft mit einem starken Sinn fr ihre Kultur und Rituale. So ist Logan ein Fremder in einer ihm fremden Welt. Er lernt den Code der Samurais und erfhrt etwas ber ihr Wertesystem. Aber er misstraut dem System auch gleich, ganz hnlich wie damals, als er in die Welt der X-Men eintrat. Aber er passt ganz genau auf und passt sich auch an. Er gefllt allmhlich die Idee, ein Krieger zu sein, und er begreift, was es fr Samurais heit, zu dienen. Und so beginnt er allmhlich auch eine bessere Version seines eigenen Ichs zu werden.

Zudem war Jackman von Anfang an bemht, Wolverine auch in punkto Krperlichkeit auf ein neues Niveau zu heben. Das bedeutete ein noch hrteres Fitnessprogramm als bislang. Er hielt eine strenge Dit ein, trainierte exzessiv und lie sich auch in Sachen Martial Arts bestens ausbilden. Das Programm muss recht anstrengend gewesen sein, denn er hatte ja fr Les Miserables genau das Gegenteil getan, um verhungert und ausgelaugt auszusehen. Was man nicht alles tut fr eine Rolle...

Wolverine: Weg des Kriegers ist ein Superheldenabenteuer der Extraklasse. Zwar fehlen dem Drehbuch ein paar originelle Ideen, doch Dank der Teamarbeit der Autoren konnten wenigstens einige Charaktere recht ausgefeilt und interessant wirken, was den Film zum besten Superheldenfilm des Jahres krt. Ohne berbordende Action kann der Film schlielich auf etwas hherem Niveau als vergleichbare Blockbuster der diesjhrigen Vergangenheit berzeugen. Gleichzeitig endet der Film mit einem Cliffhanger, durch den die Zuschauer schon mal fr den kommenden X-Men-Film angeheizt werden... ■ mz

27. Juli 2013
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OT: The Wolverine
SciFi/Fantasy/Action
USA 2013
125 min
3D
FSK 12


mit

Hugh Jackman (Logan/Wolverine) Thomas Nero Wolff
Tao Okamoto (Mariko Yashida) Anita Hopt
Rila Fukushima (Yukio) Rubina Kuraoka
Hiroyuki Sanada (Shingen) Marcus Off
Svetlana Khodchenkova (Viper) Katharina Spiering
Brian Tee (Noburo) Nicolas Bll
Haruhiko Yamanouchi (Yashida) Fumio Okura
Ken Yamamura (junger Yashida) Yusuke Yamasaki
Will Yun Lee (Harada) Nico Sablik
Famke Janssen (Jean Grey) Christin Marquitan
Ian McKellen (Eric Lensherr/Magneto) Jrgen Thormann
Patrick Stewart (Prof. Charles Xavier/Professor X) Kaspar Eichel
u.a.

drehbuch
Mark Bomback
Scott Frank

musik
Marco Beltrami

kamera
Ross Emery

regie
James Mangold

produktion
20th Century Fox
Marvel Entertainment
Dune Entertainment
Donners' Company
Ingenious Media
Big Screen Productions
Ingenious Film Partners
Dune Entertainment III LLC
Bad Hat Harry Productions

verleih
Falcom

Kinostart: 25. Juli 2013