Sonntag, 24. März 2019

After Earth


Kitai muss ein Notsignal senden, um sich und seinen verletzten Vater zu retten.
Sony Pictures
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M. Night Shyamalan zaubert mit After Earth ein wahrhaft meisterhaftes Science-Fiction-Epos auf die Leinwand. - So wrde man sich die Bewertungen zum Film wnschen. Doch leider verwurschtelt dieser den durchaus interessanten Stoff mit einer Vater-Sohn-Geschichte, die Star Wars nicht einmal das Wasser ins Glas fllen kann, um es dem dann reichen zu knnen.

Nach Das Mdchen aus dem Wasser hat sich Shyamalan wenigstens angestrengt, Filme ohne Genrewechsel mittendrin zu inszenieren. Dass diese Filme dann jedoch wenig Interesse hervorrufen, liegt aber wohl eher an deren schwachen Drehbchern. So ist auch After Earth nicht mehr als eine aufgeblasene Kurzgeschichte, auch wenn sie von Will Smith stammte, der vermutlich nur mal wieder mit seinem Sohn vor der Kamera stehen wollte. Oder sitzen, wie man im Film sieht. (Frau Jada produzierte brigens mit.)

Nach einer Bruchlandung stranden der Teenager Kitai Raige und sein legendrer Vater Cypher auf der Erde 1000 Jahre nachdem katastrophale Ereignisse die Menschheit dazu gezwungen haben, diese zu verlassen. Da Cypher schwer verletzt wurde, muss sich Kitai auf einen gefhrlichen Weg machen, um ein Notrufsignal abzusenden.

Dabei muss er das feindliche und ihm fremde Gelnde erkunden und sich gegen Tiere zur Wehr setzen, die jetzt die Erde beherrschen. Und auch eine unaufhaltsame Menschenkiller-Kreatur, die bei dem Absturz entkommen ist, ist ihm dicht auf den Fersen. Vater und Sohn mssen lernen, zusammenzuarbeiten und einander zu vertrauen, wenn sie je wieder heil nach Hause zurckkehren wollen.

Die Geschichte klingt recht spannend, doch leider kommt im Film diese erwartete Spannung nur selten auf. Manchmal ist es gar der pomps auffallende Score von James Newton Howard, der Spannung zu erzeugen vermag. Zwischendrin versucht sich ein nervender Jaden Smith zu beweisen, kmpft ein berbesetzter Will Smith mit einer Drenage (Medizinisch darf man in dem Film gar nicht erst nachdenken!) als auch beide mit ihrer Vergangenheit.

Optisch kann sich der Film auch nur bedingt sehen lassen. Manche Spezialeffekte sehen groartig aus, andere dagegen wieder so billig, dass man sich fragt, ob das Budget nicht gereicht hat oder Sony den Film unbedingt zum Starttermin fertigstellen musste.

Beachtlich hingegen ist die ausgefeilte Hintergrundgeschichte. Peter David, Michael Jan Friedman und Robert Greenberger kreierten eine 1000 Jahre zurckgreifende 300-seitige Bibel der Menschheit, die vom Verlassen der Erde bis zu den Ereignissen im Film handelt. Und das merkt man auch zu Beginn des Films. Es wird ein interessantes Universum geschaffen, das mit einer langweiligen wie auch nervenden Vater-Sohn-Geschichte bertncht wird.

Auch das Raumschiffdesign und die Technik, die scheinbar auf biologischen berresten bestehen sind viel interessanter als der Plot und erinnert an das Raumschiff Moya aus der Serie Farscape. Leider wird darauf im Film nicht eingegangen. berhaupt wirkt der Film wie eine aufgeblhte Episode einer SciFi-Serie. Der Stoff htte auch in 45 Minuten erzhlt werden knnen.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass fr 2015 After Earth 2 (Arbeitstitel) geplant ist. Bleibt zu hoffen, sollte es nach diesem vernichtend kritisierten Film eine Fortsetzung geben, dass diese von einem anderen Regisseur und anderen Autoren produziert wird.

Letztlich ist After Earth ein in ein futuristisches Ambiente gepacktes Familiendrama und Jugendabenteuer, das mit nur wenig Brutalitt auskommt und daher ab 12 Jahren freigegeben wurde. Doch fr einen Abenteuerfilm ist der Film zu drge und fr ein Drama zu oberflchlich.

Zusammen mit Chris Hodge (Runaways, The Playboy Club) produziert M. Night Shyamalan derzeit eine TV-Serie ber einen Secret Service Agenten, der auf der Suche nach zwei verschwundenen Agenten in den Ort Wayward Pines in Idaho gelangt und lernt, dass auch er diesen Ort vermutlich nicht verlassen kann. Das klingt interessant und ist mit Matt Dillon und Melissa Leo ordentlich besetzt. Bleibt jedoch abzuwarten, ob Shyamalan im Fernsehen bessere Geschichten erzhlen kann... ■ mz

5. Juni 2013
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OT: After Earth
SciFi/Abenteuer/Drama
USA 2013
96 min
FSK 12


mit

Jaden Smith (Katai Raige) David Wittmann
Will Smith (Cypher Raige) Jan Odle
Sophie Okonedo (Faia Raige) Vera Teltz
Zo Isabella Kravitz (Senshi Raige)
Glenn Morshower (Commander Velan) Erich Ruker
Kristofer Hivju (Sicherheitschef)
Diego Klattenhoff (Veteran)
u.a.

drehbuch
Gary Whitta
M. Night Shyamalan
Will Smith

musik
James Newton Howard

kamera
Peter Suschitzky

regie
M. Night Shyamalan

produktion
Columbia Pictures
Overbrook Entertainment
Blinding Edge Pictures

verleih
Sony

Kinostart: 6. Juni 2013