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Salami aleikum - Interview mit Michael Niavarani
Dienstag, 28.7.2009 | Autor: mz | Quelle: Zorro Film

Michael Niavarani ist der Sohn einer Österreicherin und eines Persers. Er lebt in Wien und arbeitet als Kabarettist, Autor und Schauspieler. Seit 1993 ist Niavarani künstlerischer Leiter des Kabarett „Simpl“ in Wien. Er hat in über 25 Kabarettrevuen mitgewirkt und zwei Soloprogramme geschrieben. Aktuell ist er mit seinem Programm „Encyclopaedia Niavaranica“ auf Österreich-Tour und spielt vor ausverkauften Häusern. Zu seinen wichtigsten Filmarbeiten gehören Wanted (1998) mit Alfred Dorfer und I love Vienna (1990) von Houchang Allahyari. Niavarani ist regelmäßig in Unterhaltungsshows und Kabarettsendungen im österreichischen Fernsehen zu Gast.

Wenn man Sie so sprechen hört, astreiner österreichischer Tonfall, hatten Sie eigentlich einen Dialektcoach am Set?

Nein, ich bin ja aufgewachsen mit lauter Ausländern, die nicht Deutsch können. Ich saß ja an der Quelle des grauenvollen Akzents. Abgesehen davon bin ich eh mehrsprachig groß geworden. Ich beherrsche die Bühnensprache, also das, was wir in Österreich für Deutsch halten und auch das, was Ihr für Deutsch haltet.

Bitte?

Ja, Ihr könnt es ja auch nicht richtig. „Stulle“ ist jedenfalls nicht deutsch, höchstens holländisch. „Semmel“ wiederum ist eher tschechisch. Dieses Gebäck gibt es nicht auf Deutsch.

Doch. „Brötchen“! Aber abgesehen davon - erzählen Sie doch mal, was Ihnen Ihre persischen Wurzeln bedeuten!

Mich interessiert die persische Kultur sehr. Und auch die persische Geschichte. Und das persische Essen! Man merkt es schon, dass der Mensch zu 50% durch Gene und zu 50% durch Erziehung geprägt ist. Meine Mutter war Österreicherin, mein Vater Perser, dadurch bin ich beides zu 100 %.

Man könnte Sie in Österreich ja beneiden, Ihre Kinokomödien haben einen guten Ruf...

Ja, die Kabarettfilme haben hier ganz gut funktioniert. Überhaupt, das Kabarett boomt hier in Wien. Aber wenn man sieht, was Bully Herbig so macht, dann steht die deutsche Komödie doch gar nicht so schlecht da!

Was mögen Sie an Salami aleikum?

Dass zwei Außenseitergruppen aufeinander prallen, die sich beide für etwas Besseres halten. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein und sind sich eigentlich in ihrer Menschlichkeit sehr ähnlich. Mich hat auch fasziniert, dass Perser und Ostdeutsche aufeinander treffen, weil man meint, die könnten gar nicht miteinander... Und dann treffen sie sich übers Glorifizieren der Vergangenheit und über die verlorene Identität. ■

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