Dienstag, 28.7.2009 | Autor: mz | Quelle: Zorro Film
Anna Böger wurde am Max Reinhardt Seminar in Wien ausgebildet und arbeitet für Theater und Film gleichermaßen. Zu ihren Theaterstationen gehörten Schauspielhaus Zürich, Berliner Ensemble, Münchner Kammerspiele. Sie hat unter den wichtigsten deutschen Theaterregisseuren wie Luc Bondy, Jossi Wieler, Schorsch Kamerun oder René Pollesch gearbeitet. Momentan spielt sie am Theater in Freiburg. Ihr Fernsehdebüt gab sie mit der Komödie Helen, Fred und Ted unter der Regie von Sherry Horman. Vielen Kinofans ist sie bestens in Erinnerung durch ihren witzigen wie berührenden Auftritt in Ralf Westhoffs Komödie Shoppen. Zur Zeit ist sie ebenfalls im Kino unter der Regie von Ben Verbong in Ob ihr wollt oder nicht zu sehen. Über Salami aleikum sagt sie: »Als ich den Film gesehen habe, ist es mir zum ersten Mal so gegangen, dass ich ganz in die Naivität des Zuschauers gekommen bin und ganz gespannt war, wie es weiterging.«
Eine KFZ-Mechanikerin und Ex-Kugelstoßerin - so eine Rolle bekommt man auch nicht jeden Tag auf den Tisch, also haben Sie sich bestimmt sehr gefreut?
Ja, ich habe Ana gleich gemocht! Wir haben uns immer vorgestellt, dass sie eine Art erwachsene Pippi Langstrumpf ist, die nach einigen Schlenkern in ihrer Biografie eine KFZ-Werkstatt gegründet hat. Diese Art von weiblicher Autonomie hat mir sehr gefallen!
„Deutsche Komödie - schwierig“ heißt es immer, aber Sie haben gleich in zwei wirklich guten Komödien mitgespielt...
Beide zeichnen sich durch unglaubliches Gespür der Autoren für Timing und die Kunst, Pointen zu setzen, aus. Ralf und Ali verblüffen mit unheimlich starkem Wortwitz und strahlen durch eine Art Humor, der niemanden vorführt, weil der Witz durch die Beziehung der Figuren untereinander entsteht.
Sie hatten noch einen Star am Set - Wolfgang Stumph, wie war es mit ihm zu drehen?
Ich bin ja beim Drehen erst am Anfang, während Wolfgang vor der Kamera sein Werkzeug auspacken kann. Ich komme vom Theater und wenn man da eine Szene wiederholt, dann wiederholt man sie einfach. Wolfgang hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch ganz andere Akzente setzen kann, je nachdem ob ich eine Totale drehe oder ein Close-Up. Er hat total für den Film gebrannt.
Und die Schafe?
Die waren echt beknackt, haben nie gemacht, was sie sollten. Aber eine Geschichte muss ich noch erzählen. „Wir haben uns super verstanden“, das klingt alles so nach „Heititei“, dabei war der Dreh wirklich anstrengend. Dann habe ich Ali mal gefragt: »Wie schaffst Du das?« - »Ich lerne fliegen!« Da dachte ich: ,Ja, klar, fliegen...' Und dann hat er was Wunderschönes gesagt: »Anna, wir versuchen alle unser Bestes. Wir schreiben keine neue Filmgeschichte, aber jeder will, dass der Film gut wird, das ist für mich ‚fliegen’.« Und da dachte ich: ,Gut dann flieg’ ich mit!' ■
