Das Magazin - Interviews & Berichte
Life on Mars - Fragen an die Darsteller
Freitag, 26.6.2009 | Autor: mz

Sam Tyler ist immernoch gefangen in den 70ern. Doch nicht mehr lange, denn jetzt kommt die zweite, alles entscheidende Staffel ins deutsche Fernsehen. Die Schauspieler freuen sich, der Serie ein richtiges Ende zu verpassen, und John Simm hofft, seine Lederjacke hinterher behalten zu können...

Stimmt es, dass Sie und Philip [Glenister] Old Spice aufgetragen hatten, um das Gefühl der Siebziger Jahre wieder aufkommen zu lassen?

John Simm: Gleich zu Beginn der Serie entschieden wir uns, Old Spice und Brut aufzutragen, um zu versuchen, jeden Morgen den Geruch der Siebziger zu haben. Wir haben es einmal getan. Wir haben so sehr gestunken, wir haben es nie wieder getan. Wir hatten Emma [White], die Maskenbildnerin, darum gebeten, uns diese Flaschen ungeöffnetes Rasierwasser zu besorgen. Das tat sie, und wir benutzten es nur einmal. Es war eine ganz schlechte Idee!

Gene ist sehr beschützerisch, was sein Pflaster angeht.

Philip Glenister: Er ist Wyatt Earp. Er ist der Sheriff, der die Marke trägt. Wenn mich jemand fragt, in welches Genre ich Life on Mars einordnen würde, würde ich sagen: Western. Es hat alles, was ein großartiger Western auch hat: Das Grenzland, die Stadt, die Figuren und den Sheriff - und der Sheriff ist Gene. Ja, er geht oft den kürzeren Weg und sieht die Dinge eher schwarz und weiß, aber ich sorge dafür, dass er es intern hält. Sie sehen niemals, dass sich Gene den Falschen greift. Das einzige Mal, wo ich denke, dass er über sich hinaus geht, ist in der dritten Episode mit dem vermeintlichen IRA-Terroristen.

Annie hat ja ein Diplom und ist dadurch qualifizierter als die anderen Kollegen im Team. Glauben Sie, sie lässt sich von deren Reaktionen irritieren?

Liz White: Ich glaube, dass selbst damals ein Diplom sie nicht weitergebracht hätte. Es ist offensichtlich fantastisch, dass sie auf die Universität gegangen war, doch in Sachen Polizeiarbeit hilft es ihr nicht viel weiter. Ich schätze, nachdem sie ihren Abschluss gemacht hat, fühlt sie sich, als müsse sie wieder von vorn anfangen. Ich denke nicht, dass sich Annie intellektuell überlegen fühlt, denn sie weiß, dass es ihr an Erfahrung fehlt. Trotzdem sie tapfer genug ist, diesen harten Beruf auszuüben, erkennt sie am Ende des Tages ihre fehlende Erfahrung und dadurch ihr fehlendes Vertrauen darin, ihre Arbeit sehr gut zu machen. Sie ist immernoch ein Schulkind, nahezu ein Lehrling, somit hilft ihr Sams Unterstützung sehr.

Wie war es, sich einen echten Schnauzbart wachsen zu lassen?

Dean Andrews: Es war schrecklich - fast so schrecklich als sich einen künstlichen Schnauzer anzukleben. Es war auch kein Machoding! Er sieht allerdings toll aus, also war er es auch wert.

Nach seinem Fehler und der Degradierung am Ende der ersten Staffel hat Ray nun endlich wieder einen Stein in Genes Brett. Wie beeinflusst das ihn und seine Arbeit?

Dean Andrews: Nach seiner Degradierung im letzten Jahr erkannte Ray, dass er die Schlacht mit Sam nicht gewinnen kann. Es ist ihm wichtiger, dass sein Mentor Gene ihn mag als Ray Sam. Ich finde, Ray versucht, sich so gut wie möglich zu benehmen. Er mag Sam immernoch nicht und lässt es ihn immer wieder mal wissen und gräbt ein wenig hier und da.

Chris hat ein missglücktes Rendezvous und bittet Sam um Hilfe. Spürt er, dass sich Sam mit den Damen auskennt?

Marshall Lancaster: Chris glaubt, dass Sam es mit Annie richtig macht und schleppte in der ersten Staffel Joni ab. Deshalb denke ich, dass Chris erkannt hat, dass Sam ein kleiner Frauenheld ist. Nicht zu vergessen, dass es an einem gewissen Punkt der ersten Staffel so aussah, als wenn seine eigene Mutter hinter ihm her wär! Sam gab Chris den Rat, dass er ein Mädchen nicht mit Alkohol zukippen muss, damit es ihn mag. Wie auch immer, ich fand schon immer, dass die Cocktailmethode der bessere Weg ist!

Werden Sie Life on Mars vermissen?

John Simm: Ich werde es vermissen, mit diesen fantastischen Leuten zu arbeiten. Es war wirklich harte Arbeit, fast schon ein Ausdauertest auf manche Art und Weise. Ich war in jeder Szene, also waren die Tage auch ziemlich lang. Ich war ein Jahr von Zuhause weg, das war sehr schwer. Ich werde die Lederjacke vermissen, aber hoffentlich kann ich sie behalten und in meine Garderobe hängen. Sie wird nach dem Ende von Life on Mars auf jeden Fall weiterleben!

Liz White: Life on Mars war die erste Serie, die ich zwei Jahre hintereinander gemacht habe. Es war wirklich nett, zur zweiten Staffel zurückzukommen. Mir war so als hätte ich meine Hausaufgaben schon gemacht und fühlte mich wirklich vorbereitet. Aber jetzt, wo es zuende ist, finde ich es doch besser, zwei richtig solide Staffeln zu haben, als zu versuchen, es zu lange laufen zu lassen und auszudehnen. Ich finde, dass beide wirklich gut waren, und es war fantastisch, an dem Projekt zu arbeiten. ■

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