Multiplex
Fanboys
Kinostart: 30.7.2009 | Autor: mz

Wir befinden uns im Jahr 1998, der Star Wars-Hype ist wenige Wochen vor dem Kinostart von Star Wars: Episode I auf dem Höhepunkt. Gerade jetzt müssen die eingefleischten Fans Hutch, Windows und Eric erfahren, dass ihr alter Schuldfreund Linus an Krebs erkrankt ist und die Premiere des heiß ersehnten Werks vermutlich nicht mehr erleben wird.

Um ihm eine letzte Freude zu bereiten, schmieden die Jungs einen waghalsigen Plan: Sie wollen in George Lucas’ Skywalker-Ranch einbrechen, um eine Filmkopie von Star Wars: Episode I zu klauen und dem todkranken Luis vorführen zu können. Gemeinsam mit Fangirl Zoe begeben sie sich auf eine aberwitzige Reise quer durch Amerika. Denn natürlich ist das Vorhaben schwieriger als zunächst erwartet. Unter anderem, weil die Truppe sich auf dem Weg zu Mr. Lucas mit übel gelaunten Star Trek-Freunden, durchgeknallten Bikern und anderen Hindernissen herumschlagen muss...

Regisseur Kyle Newman liefert mit diesem liebenswert chaotischen Roadmovie eine nostalgische Momentaufnahme des Hypes um den Start der Star Wars-Prequel-Trilogie. Alle Fans hatten große Erwartungen an die Episode 1. So auch unsere vier Hauptprotagonisten. Aber genauso enttäuschend wie die Episode 1 dümpeln die „Fanboys“ mit 08/15-Behelfsgags ihrem Schicksal entgegen wie Anakin Skywalkers langer Weg zur dunklen Seite der Macht.

Star Wars-Fans haben hier und dort ein paar Stellen zum Schmunzeln, gibt es doch jede Menge Zitate und Anspielungen auf Lucas' Universum. Und da es sich hier um Hardcorefans handelt, darf der gegenseitige Clinch mit den Trekkies nicht fehlen. Doch beide Seiten verhalten sich total überzogen und werden so infantil wie möglich dargestellt. Da hilft es auch wenig, wenn die Stars aushelfen.

Namhafte Gaststars wie Carrie Fisher, Ray Park, Billy Dee Williams, Seth Rogen, Jason Mewes, Kevin Smith und William Shatner sind auch nur schmückendes Beiwerk. Der Film mag zwar mit Liebe gemacht sein, doch wie im richtigen Leben kann man nicht von Luft und Liebe allein leben. Wer sich gern an die Euphorie von damals zurückerinnert, dem sei dieser Film empfohlen. Es gibt natürlich auch Lucas' hochmodernes Requisitenarsenal auf der Ranch zu bewundern.

Das Drehbuch stammt von Ernest Cline, Drehbuchautor, Kabarettist und lebenslanger Star Wars-Fan. Die erste Fassung zu Fanboys verfasste er bereits im Herbst 1998, unter unmittelbaren Eindruck der Episode I-Premiere und des dazu gehörigen Werbe- und Medienrummels. Er ahnte nicht, dass es noch zehn Jahre dauern würde, bis seine Geschichte endlich auf einer großen Leinwand zu sehen sein würde. Es wird jedoch keine zehn Jahre dauern, den Film wieder zu vergessen. Sein nächstes Drehbuch „Thundercade“, eine Geschichte des gleichnamigen Videospiels, das vermutlich kein Schwein kennt, wird in Kürze verfilmt. ■


OT: Fanboys
USA 2008
Komödie
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
93 min


mit
Sam Huntington (Eric)
Christopher Marquette (Linus)
Dan Fogler (Hutch)
Jay Baruchel (Windows)
Kristen Bell (Zoe)
David Denman (Chaz)
Christopher McDonald (Big Chuck)
Seth Rogen (Admiral Seasholtz/Alien/Roach)
Thom Bishops (Gruvock)
Jaime King-Newman (Amber)

musik
Mark Mothersbaugh

kamera
Lukas Ettlin

drehbuch
Ernest Cline
Dan Pulick
Adam F. Goldberg

regie
Kyle Newman

produktion
Trigger Street Productions
Coalition Film
Picture Machine
The Weinstein Company

verleih
Capelight