Multiplex
Der Womanizer - Die Nacht der Ex-Freundinnen
Kinostart: 28.5.2009 | Autor: mz

Connor Mead kann man sich überall vorstellen - aber bestimmt nicht auf einer Hochzeitsfeier. Genauer gesagt: Seine eigene Hochzeit wäre ein Widerspruch in sich - selbst die blühendste Fantasie muss sie ins Reich des Unmöglichen verbannen. Denn da er bekanntlich ein ausgesprochener Ehemuffel ist, erwartet man ihn nicht mal auf den Hochzeiten seiner Freunde. Doch diesmal handelt es sich um eine Ausnahme: Sein eigener Bruder heiratet. Und nur für Paulie ist Connor bereit, sein Luxusleben in New York City kurzfristig zu unterbrechen, um in seine Heimat Newport/Rhode Island zu reisen, wo die Trauung auf dem prächtigen Anwesen ihres verstorbenen Onkels Wayne ausgerichtet wird.

Der Profifotograf liebt seine Freiheit, seinen Spaß und die Frauen - in dieser Reihenfolge. Als überzeugtem Junggesellen macht es ihm überhaupt nichts aus, per Telefonkonferenz gleich mehreren Freundinnen den Laufpass zu geben, während er sich auf sein nächstes Date vorbereitet. Connors Bruder Paul ist dagegen eher der romantische Typ. Und er will morgen heiraten. Doch auf dem Polterabend ruiniert Connor mit seinem Spott über die Liebe die blendende Stimmung der Gäste, zu denen auch Connors Jugendfreundin Jenny gehört. Sie war und ist die einzige Frau, die seinem sprichwörtlichen Charme offenbar immer widerstanden hat.

Bald sieht es sogar so aus, als ob Connor im Alleingang die gesamte Hochzeit platzen lässt. Doch in diesem Moment taucht der Geist seines verstorbenen Onkels Wayne auf, der keine Party ausließ und jeder Frau den Hof machte. Er ist nach wie vor Connors leuchtendes Vorbild. Onkel Wayne hat seinem Neffen etwas Wichtiges mitzuteilen, und deshalb erscheinen die Geister all der Freundinnen, die Connor einst sitzen ließ: Sie entführen ihn auf eine ebenso irrwitzige wie aufschlussreiche Odyssee durch seine bisherigen, aktuellen und sogar zukünftigen Beziehungen. Gemeinsam wollen sie herausbekommen, wie aus Connor ein derart rücksichtsloser Womanizer werden konnte. Besteht überhaupt noch Aussicht, dass er jemals die wahre Liebe findet, ohne sie gleich wieder zu verlieren?

Connor Mead ist wohl DIE Paraderolle für Matthew McConaughey - zumindest wie er von Marci Liroff gesehen wird, die für die Besetzung zuständig zeichnet. Er ist der Ladies Man, der die schönsten Frauen (nicht nur) fotografiert. Schauspielerisch gesehen ist der Film jedenfalls keine Herausforderung. Auch Jennifer Garner wirkt, als sei sie durch ihre Schwangerschaft aus der Übung gekommen. Optisch sieht sie zumindest geschafft und dürr aus und wirkt ziemlich alt. Ich weiß nicht, ob die Belichtung da nicht hingehauen hat oder mit dem Make-up etwas nicht gestimmt hat. Auch die anderen Hochzeitsgäste wirken ziemlich blass. Und die Dialoge sind auch etwas Wischi-Waschi dahingekliert. Das hat man irgendwie irgendwo irgendwann schon einmal gesehen.

Michael Douglas wirkt hier als Reinkarnation von Elliot Gould, kann aber doch ein paar witzige Punkte sammeln. »Michael Douglas trifft genau den Ton, spielt den alten Schwerenöter so großspurig, dass er mit seinem Charme sofort den ganzen Raum dominiert. Er macht wirklich den Eindruck, als ob er sich einfach alles leisten könnte, ohne dass man ihm etwas übelnimmt«, erzählt Regisseur Mark Waters (Freaky Friday, Girls Club - Vorsicht bissig!).

Spritzige Abwechslung bringt Emma Stone hinein, wenn sie Connor seine Teenagerzeit vorführt. Sie nennt ihre Rolle einen „Silvesterknaller“. Und genauso agiert sie auch mit ihrer roten Wuschelmähne, den Sommersprossen und ihrem Jeans-und-Spitzen-Outfit. Stone ergatterte die Rolle aufgrund ihrer ebenso komischen wie rührenden Leistung in Superbad und war zuletzt in The Rocker zu sehen. Ihre äußere Ähnlichkeit mit Lindsay Lohan ist einfach verblüffend, besonders wenn man ihre Originalstimme hört. Ansonsten bleibt der Film eine lediglich nette Variante von Charles Dickens' „Weihnachtsgeschichte“. Nur statt Weihnachten muss diesmal eine Hochzeit herhalten - sozusagen ist der Film also eher eine „Hochzeitsgheschichte“ - „A Wedding Carol“. ■


OT: Ghosts of Girlfriends Past
USA 2009
Komödie
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
100 min


mit
Matthew McConaughey (Connor Mead)
Jennifer Garner (Jenny Perotti)
Michael Douglas (Onkel Wayne)
Breckin Meyer (Paul Mead)
Lacey Chabert (Sandra Volkom)
Emma Stone (Allison Vandermeersh)
Robert Forster (Sergeant Volkom)
Anne Archer (Vonda Volkom)
Noureen DeWulf (Melanie)
Daniel Sunjata (Brad)

musik
Rolfe Kent

kamera
Daryn Okada

drehbuch
Jon Lucas
Scott Moore
frei nach „Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens

regie
Mark Waters

produktion
New Line Cinema
Panther

verleih
Warner Brothers