• dead like…

    ✝ Johannes Heesters


    © dpa/Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung/HR/public domain/Star Press

    Johannes „Jopie“ Heesters ist am Sonnabend im Alter von 108 Jahren im Klinikum in Starnberg gestorben. Das bestätigte der Sprecher des in den Niederlanden geborenen Entertainers, Jürgen Ross. Heesters sei um 10.15 Uhr eingeschlafen, seine Frau Simone Rethel sei bei ihm gewesen. Seit dem vergangenen Wochenende hatte im Krankenhaus gelegen, sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends.

    Bereits kurz vor seinem Geburtstag am 5. Dezember musste er wegen eines Schwächeanfalls mehrere Tage in der Klinik verbringen. Seinen Geburtstag hatte „Jopie“ noch mit seiner Familie in seinem Haus in Starnberg gefeiert. Er lebte dort mit seiner mehr als 45 Jahre jüngeren Frau, der Schauspielerin und Buchautorin Simone Rethel. Noch kürzlich hatte der einstige „Ufa“-Filmstar gesagt, er wolle mindestens 110 Jahre alt werden.

    Heesters war der Meister der guten Laune. Er war Deutschlands professionellster Hallodri. Wie andere Schweiß, so versprühte er Charme. Er war die Leichtfüßigkeit in Person, und so sang er auch. Er machte die Operette intelligent, allein durch seine abgeklärte Kunst des Pointierens.

    Was Johannes Heesters auch künstlerisch anfasste, er verwandelte es in eine Wolke Farben sprühender Luftballons. Und ließ sich von ihnen ins Himmelblau ziehen. Mehr als zwei Generationen vertrieb er unermüdlich das Alltagsgrau. Heesters war so etwas wie eine Institution der Volksfürsorge, Abteilung Frohsinn.

    Heesters Humor jedoch blieb durchweg zivil, verbindlich, gut erzogen. Wie andere ihre Uniform, so trug er den Frack. Er kletterte nicht in die Schützengräben, er ging, als Graf Danilo verkleidet, ins Pariser Maxim, dort beim Can Can die angemessene lustige Witwe zu treffen und zwar gleich insgesamt satte 1600 Mal: über die Jahrzehnte hin geradezu ein Marathonmarsch ins Vergnügen.

    Er war einen Tag vor dem Nikolaustag des Jahres 1903 in Holland geboren. Zur Welt aber kam er 1935 in Berlin, im Admiralspalast und im damaligen Metropoltheater, der heutigen Komischen Oper Berlin. Das Publikum fiel auf Anhieb voller Begeisterung über ihn her, und es blieb ihm treu bis in seine alten Tage.

    Am Ende war es in Deutschland schier unmöglich, nicht wenigstens einmal im Leben Johannes Heesters in Fleisch und Blut, im Film oder wenigstens im Fernsehen gesehen zu haben. Er war gewissermaßen das Immergrün unter den darstellenden Künstlern. Selbst in das Guinness der Rekorde lahmte er noch unaufhaltsam hinein, nachdem er weltweit als einziger Schauspieler mit 93 Jahren noch über 250 Mal in einem dreistündigen Stück auf der Bühne gestanden hatte.


    geburtsname:
    Johan Marius Nicolaas Heesters

    geboren:
    5.12.1903

    gestorben:
    24.12.2011

    beruf:
    Schauspieler, Sänger

    todesursache:
    Schlaganfall

    bekannt aus:
    Der Bettelstudent
    Gasparone
    Die lustigen Vagabunden
    Rosen in Tirol
    Jenny und der Herr im Frack
    Großstadtmelodie
    Die Fledermaus
    Die Csardasfürstin
    Im weißen Rößl
    Schlagerparade
    Gestatten, mein Name ist Cox
    Bel Ami
    Stern von Rio
    Viktor und Viktoria
    Sonny Boys
    Otto - Der Film
    Zwei Münchner in Hamburg
    1 1/2 Ritter - Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde

    Wikipedia | IMDb

  • 25. Dezember 2011
    #news  
    #tv  
    #bspot  


    ▲ nach oben