• Anonymus


    Rafe Spall als William Shakespeare © Sony Pictures

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    Angesiedelt in der politischen Schlangengrube des elisabethanischen Englands, spekuliert der Film über eine Frage, die schon seit vielen Jahrhunderten zahlreiche Wissenschaftler und kluge Köpfe von Mark Twain und Charles Dickens bis hin zu Henry James und Sigmund Freud beschäftigt hat, nämlich: Wer war der Autor der Stücke, die William Shakespeare zugeschrieben werden?

    Zahlreiche Experten haben darüber diskutiert, Bücher wurden geschrieben und Gelehrte haben ihr ganzes Leben der Aufgabe gewidmet, die Theorien, die die Autorenschaft der berühmtesten Werke der englischen Literatur umgeben, zu bewahren oder zu zerstreuen.

    Anonymus gibt eine mögliche Antwort und konzentriert sich dabei auf eine Zeit, als sich politische Intrigen und verbotene Romanzen am Königlichen Hof und die Machenschaften habgieriger Aristokraten, die die Macht des Throns an sich reißen wollten, an einem der ungewöhnlichsten Orte widerspiegelten: der Londoner Bühne.

    Die Betonung hierbei liegt in dem Wort „möglich“! Es gibt Befürworter und Gegner dieser Theorie, daher wird es auch Leute geben, die den Film wertschätzen und welche, die den Film an sich gelungen, jedoch die Geschichte, die hier erzählt wird, an den Haaren herbeigezogen finden.

    »Ich mache gerne Filme über Dinge, über die die Menschen sich streiten können«, erzählt Regisseur Roland Emmerich. »Nehmen Sie einen Film wie The Day after tomorrow. Natürlich hoffe ich, dass er unterhaltsam ist, aber ich wollte auch ein heißes Eisen anpacken und Gedanken anstoßen. Wenn man es auf diese Weise betrachtet, ist es, glaube ich, nicht mehr wirklich überraschend, dass mich dieser Stoff gepackt hat.«

    Emmerich schafft es, das elisabethanische England mit all seiner Detailtreue auferstehen zu lassen. Allein das ist schon bemerkenswert. Dass er jetzt auch noch einen künstlerisch (und womöglich auch historisch) wertvollen Film gedreht hat, scheint dazu noch die Mehrheit der Kritiker überrascht zu haben.

    Anonymus besticht neben seiner auwändig, in Babelsberg gedrehten, inszenierten Geschichte mit einer illustren, prominenten Besetzung, mit der Jung und Alt etwas anfangen können. Für alle, die es nicht wissen ein interessanter Fakt: Joely Richardson, die die junge Elizabeth spielt, ist die Tochter von Vanessa Redgrave, die die alte Königin spielt.

    Der Erzählstil mit den leicht verwirrenden Zeitsprüngen mag zwar etwas schwer daherkommen, doch wahrscheinlich ließ sich die Geschichte so etwas spannender erzählen. Bleibt abzuwarten, wie der Film in ein paar Jahren gesehen wird, wenn der 400. Todestag des Barden ansteht… mz

    Hat er oder hat er nicht? Das ist hier die Frage…


    OT: Anonymous
    D/GB 2011
    Drama/Geschichte
    FSK: Freigegeben ab 12
    131 min

    mit

    Rhys Ifans (Edward de Vere, Earl of Oxford) Thomas Nero Wolff
    Vanessa Redgrave (Königin Elisabeth I.) Judy Winter
    Sebastian Armesto (Ben Jonson) Nico Mamone
    Rafe Spall (William Shakespeare) Simon Jäger
    David Thewlis (William Cecil) Wolfgang Condrus
    Edward Hogg (Robert Cecil) Axel Malzacher
    Xavier Samuel (Earl of Southampton) Timmo Niesner
    Jamie Campbell Bower (Der junge Edward de Vere) Konrad Bösherz
    Joely Richardson (Die junge Elisabeth Tudor) Christin Marquitan
    Derek Jacobi (Präsentator) Friedhelm Ptok
    James Clyde (König James I.) Arne Elsholtz
    Sam Reid (Earl of Essex)
    u.a.

    musik
    Harald Kloser
    Thomas Wander

    kamera
    Anna J. Foerster

    drehbuch
    John Orloff

    regie
    Roland Emmerich

    produktion
    Columbia Pictures
    Relativity Media
    Centropolis Entertainment
    Studio Babelsberg
    Anonymous Pictures

    verleih
    Sony

  • 11. November 2011
    #drama  


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