Pauley Perrette über Forensik, Abby und Musik
1.9.2008

 

Pauley Perrette
als Alice Wisdom in „Almost Famous”

Sie spielt die brillante Computerspezialistin Abby „Abbs” Sciuto. Forensik ist für die unkonventionelle Teamplayerin im Gothic-Look nicht nur Beruf, sondern Berufung. 20-Stunden-Tage sind für Abbs keine Seltenheit und Schlafen auf dem Boden auch nicht. Kein Code, kein forensisches Geheimnis ist vor Abby sicher. Auch Zeichensprache beherrscht sie perfekt. Pauley Perrette liebt ihre Rolle in Navy CIS und bewundert Abby. Die Musikerin, Lyrikerin und Schauspielerin war bereits in Kinofilmen wie Almost Famous (2000) und The Ring (2002) sowie Serien wie Murder One, Dawson’s Creek, 24 und CSI zu sehen. Neben den neuen Folgen von Navy CIS dreht sie aktuell den Kinofilm Satan hates you.

Geboren wurde Pauley Perrette am 27. März 1969 in New Orleans. Schon als junges Mädchen war sie fasziniert von Forensik, studierte Soziologie, Psychologie und besitzt einen Abschluss in Kriminologie. Sie hat ihr eigenes Musiklabel Go Records, schreibt Songtexte und Gedichte und lebt mit ihrem Freund Michael Bosman und ihren Haustieren in Los Angeles.

Navy CIS gehört international zu den erfolgreichsten Serien. Wie wirkt sich der Erfolg auf Ihre Arbeit aus?
Das Beste am Erfolg von NCIS ist, dass wir diese tolle Serie weitermachen und weiter daran arbeiten können. Ich bin sehr dankbar, diesen Job zu haben.

Sie haben Kriminologie studiert und interessieren sich für die Forensik. Haben Sie mal erwogen, bei der Polizei zu arbeiten?
Ja, tatsächlich hatte ich den Traum, als Detektiv oder FBI-Agentin zu arbeiten. Aber ich glaube nicht, dass ich das besonders gut kann. Weil ich nicht sehr tapfer bin und den Leuten alles glaube. Ich habe Probleme damit festzustellen, ob jemand lügt oder nicht.

Was haben Sie mit der Figur Abby, die Sie spielen, gemeinsam?
Wir lieben beide die Wissenschaft, aber ich bin einfach nicht so klug wie Abby. Ich glaube, niemand ist das. Sie weiß immer genau, was sie will, und verfolgt mit allen Mitteln ihr Ziel. Ich bin da einfach anders. Außerdem wird Abby schnell wütend - ich bin genau das Gegenteil.

Wie sind Sie zum Schauspielen gekommen?
Das war eher durch Zufall. Ich lebte in New York und verdiente mein Geld als Bartender. Aber das war nicht viel und reichte hinten und vorne nicht. So begann ich - nur des Geldes wegen - Werbung und Musikvideos zu machen. Und jetzt bin ich hier - ganz schön verrückt oder?

Sind die Tattoos, die man an Ihnen in Navy CIS sieht, eigentlich echt?
Ich glaube, ich habe 12 oder 13 - ich kann mir das gar nicht merken, aber Abby hat viel mehr. Seit dem Beginn von Navy CIS sind bei mir auch einige dazugekommen. In der vierten Staffel habe ich mir zwei Engel auf der Schulter stechen lassen. In der fünften Staffel kam ein „Smiley Face“ in einem Stoppschild auf meinem Mittelfinger dazu. Das ist das Logo meiner neuen Band Stop making Friends.

Was machen Sie eigentlich, wenn Sie nicht Navy CIS drehen?
Mein Freund Michael und ich produzieren und drehen viele Projekte. Er ist Camera Operator, Regisseur und Produzent. Wir drehen zur Zeit einen Dokumentarfilm, ein Musikvideo und einen Kurzfilm. Mir ist es wichtig, so viel Zeit wie möglich mit meinem Freund, unseren zwei Hunden und der Katze zu verbringen und auch einfach mal „abzuhängen.“ Das Wichtigste in meinem Leben sind das Gebet und meine Familie.

Michael und unsere Tiere geben mir den inneren Frieden, die innere Balance. Wenn man zu viel macht und sein Zentrum verliert, bekommt man nichts mehr geregel. Ich rede ganz oft mit Gott, nichts Förmliches, einfach so wie „Hey man, also das hat mich heute ganz schön mitgenommen“ oder „Hey, danke dafür” Das ist ganz wichtig für mich.

Wie wichtig sind Lyrik und Musik für Sie?
Ich könnte ohne nicht leben. Ich bin total abhängig davon. Ich habe leider im Moment nicht so viel Zeit zum Lesen, aber in meinem Alltag tauchen eigentlich täglich Verbindungen zu meinen Lieblingsgedichten auf. Besonders von meiner Lieblingsautorin Edna St. Vincent Milla.

Was sind Ihre Ziele, was motiviert Sie?
Das Überleben.

Was möchten Sie Ihren deutschen Fans sagen?
Ich kann leider kein Deutsch, außer zwei Worte. Hier sind sie für Euch: Gesundheit und Bier.

SAT.1/Tina Ziegler

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