Der Mongole - Historische Hintergründe
7.8.2008

Tadanobu Asano mit Sergej Bodrow
am Set von „Der Mongole”

Dschingis Khan war der erste Großkhan der Mongolen, nachdem er die verschiedenen Stämme des Volkes zu einem Großreich vereint hatte. Geboren wurde er unter dem Namen Temudgin 1155 - möglicherweise aber auch erst 1162 oder 1167. Seine Regierungszeit als Großkhan dauerte von 1206 bis zu seinem Tod im Jahre 1227.

Temudgins Vater Esugei war der Chef des Clans der Borjigin. Nach dessen Ermordung durch Angehörige eines verfeindeten Clans verweigerten seine ehemaligen Gefolgsleute dem noch jungen Temudgin, die Nachfolge seines Vaters anzutreten. Erst nach vielen Jahren und zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen gelang es Temudgin, zum Khan aufzusteigen.

Von 1190 an verfolgte er eine brutale Expansionspolitik, indem er benachbarte Stämme unterwarf; der entscheidende Sieg gelang ihm 1201 über seinen einstigen Blutsbruder Jamukha. Zwischen 1202 und 1204 baute Temudgin seine Machtposition entscheidend weiter aus, als er zunächst den Stamm der Merkiten, anschließend den der Tataren und weitere mongolische Völker unterwarf.

1206 berief er einen Reichstag ein, wo er sich von den anwesenden Stammesführern zum Großkhan aller Mongolen ausrufen ließ. Von nun an trug Temudgin den Herrschernamen Dschingis Khan. Unter seiner Herrschaft gab es tiefgreifende Reformen, z. B. führte er eine allgemeine Wehrpflicht ein und ließ ein neues, allgemeinverbindliches Gesetzbuch zusammenstellen.

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Die neue mongolische Armee unter seiner Führung - allein seine Leibgarde umfasste 10.000 Mann - diente ihm als Machtinstrument, um den Einfluss der Stammesfürsten klein zu halten, vor allem aber als Voraussetzung für weitere Eroberungen.

1211 griff er China an und eroberte 1215 die Hauptstadt Peking; bis 1219 gelang ihm die Unterwerfung Koreas. Von 1219 an drangen die Mongolen auch in Richtung Westen vor, eroberten zunächst Persien und zogen weiter bis zum Kaukasus, bis nach Südrussland und die Ukraine. Ein entscheidender Sieg über die Russen gelang Dschingis Khan in der mit äußerster Härte geführten Schlacht an der Kalka, die seinen „Nachruhm“ als Inbegriff des grausamen Herrschers begründete.

1227, von seinem letzten Feldzug in die Mongolei zurückgekehrt, starb Dschingis Khan, vermutlich an den Folgen eines Reitunfalls. Sein Sohn Ugedai, den Dschingis Khan bereits 1218 zu seinem Nachfolger bestimmt hatte, wurde der neue Großkhan. Bei Dschingis Khans Tod befehligte der Mongolenherrscher ein Reich, das doppelt so groß wie das heutige China war. Ugedais Eroberungen vergrößerten das Mongolenreich weiter, bis es zum größten Reich wurde, das jemals existiert hatte.

Zwischen Ugedai und Dschingis Khans weiteren Söhnen wurde das Reich allerdings in vier Khanate aufgeteilt, die zunächst noch Teile eines einheitlichen Staates blieben, einige Generationen später aber auseinander fielen.

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