Sleeper Cell - Terrorchronologie in Deutschland
21.7.2008

Der „Todesschuss”
Teil von Schäubles Anti-Terror-Katalog

Anders als in anderen europäischen Ländern, konnten bisher alle islamistisch motivierten Anschläge in Deutschland verhindert werden. Deutschland ist schon seit Jahren potenzielles Ziel und Aufenthaltsort radikal-islamischer Attentäter. Sieben geplante Anschläge sind in Deutschland aufgeflogen. Die Chronologie des Terrors vor unserer Haustüre:

April 2002: Nach Großrazzien werden mehrere mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Organisation „Al-Tawhid“ verhaftet. Das Gerichtsverfahren ergibt: Die Männer haben im Auftrag des Top-Terroristen Abu Mossab el Sarkawi Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Düsseldorf und Berlin geplant.

September 2002: Die Polizei verhaftet einen 25-jährigen Türken und seine 23-jährige Freundin, eine Amerikanerin türkischer Abstammung. In der Wohnung werden mehrere Sprengsätze sichergestellt.

März 2003: Der Tunesier Ihsan Garnaoui hat Anschläge auf israelische und US-amerikanische Ziele in Deutschland geplant, die in zeitlichem Zusammenhang mit dem Beginn des Irakkrieges stehen.

Dezember 2004: Bei seinem Besuch in Deutschland soll angeblich der irakische Ministerpräsident Ijad Allwai ermordet werden. Drei irakische Islamisten stehen nach ihrer Festnahme für das geplante Attentat in Stuttgart vor Gericht.

August 2006: Die Kofferbomber: Am Kölner Hauptbahnhof werden Sprengsätze in zwei Regionalzüge gelegt. Das explosive Gepäck richtet nur aufgrund eines handwerklichen Fehlers der Attentäter keinen Schaden an. Durch Aufnahmen einer Überwachungskamera können die Tatverdächtigen festgenommen werden.

© Reuters

November 2006: Den deutschen Behörden gelingt es, ein Attentat auf ein israelisches Verkehrsflugzeug zu verhindern. Der Bombenkoffer sollte zuvor in eine in Frankfurt am Main startende Maschine der Fluggesellschaft „El Al“ geschmuggelt werden.

April 2007: Die CIA meldet, dass eine Gruppe islamistischer Kurden einen Anschlag auf Deutschland oder ein Nachbarland plane.

Juni 2007: An der iranischen Grenze nahe der Ortschaft Taftan werden drei Männer verhaftet - zwei Deutsche und ein Kirgise. Die Behörden vermuten, dass die Gefangenen aus Terrorlagern kommen. Darunter ist auch ein 29-jähriger Mann aus Süddeutschland, der als „Gefährder“ mit Kontakten zur Islamistenszene gilt.

Juni 2007: Der US-Sender ABC strahlt ein Video aus, das angebliche Selbstmordattentäter verabschiedet, die u.a. nach Deutschland aufbrechen sollen.

September 2007: Die Sauerland-Attentäter: Drei Männer wollen zeitgleich mehrere Autobomben vor US-Einrichtungen in Deutschland zünden. Die Polizei verhaftet einen Türken und zwei Deutsche.

März 2008: Ein Türke aus Bayern, Cüneyt Ciftci, sprengt sich in einem Auto vor einem amerikanischen Stützpunkt in Afghanistan in die Luft. Er ist der erste Selbstmordattentäter aus Deutschland, dem ein Attentat geglückt ist.

rtlII

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