Deutschland hat gewählt - Subway to Sally
15.2.2008
Unglaublich, was da abging! Brandenburgs Subway to Sally gewannen haarscharf vor Clueso aus Thüringen den Bundesvision Song Contest 2008! Erst die letzte Abstimmung aus Niedersachsen brachte das Ergebnis hervor, so knapp war das Endresultat noch nie.
Die zum Schluss positionierten Favoriten konnten lediglich ihr Freibier genießen. Einzigst Niedersachsen, die Gewinner vom letzten Mal, konnten mit Madsen punkten. Auch Berlin schaffte es gerade mal so mit Culcha Candela unter die ersten acht Plätze. Letzter wurde Sachsen mit der Far East Band feat. Dean Dawson, wacker, jedoch unverdienter Weise.
Möglicherweise hatte sich ProSieben zu viel versprochen, die Show auf den Donnerstag zu verlegen. Lediglich 1,58 Millionen Zuschauer (ab 3 Jahren) sahen das kunterbunte Musikspektakel - 900.000 weniger als im vergangenen Jahr, wo die Show an einem Freitag lief, und sogar unter der Hälfte der Zuschauer, die die Premiere 2005 an einem Samstag verfolgten - da waren es nämlich 3,23 Millionen Zuschauer.
Und wer kann schon mitten in der Woche bis nach Mitternacht aufbleiben und abstimmen? Genau - das sind in der Zielgruppe größtenteils Studenten und Arbeitslose. Man sollte ja niemanden über den Kamm scheren, aber das Resultat spricht doch Bände:

1. Platz: Subway to Sally - musikalisch durchschnittlicher Dark-Rock-Pop mit Mittelaltertouch;
2. Platz: Clueso - nicht ganz unerwartet, hatte er doch mit Band und Streich(el)orchester die komplette Bühne gefüllt - musikalisch jedoch gerade mal über dem Durchschnitt;
3. Platz: Down Below - Goth-Rock aus Dessau mit Tanztheater „de Sade”
Danach kommen erst die eigentlichen Stimmungsmacher und Hoffnungsträger: Madsen aus Niedersachsen („nicht nur für Hunde, auch für Katzen - Madsen”) mit ihrem lauthalsigen Schrei in die Nacht „Nachtbaden”, Jennifer Rostock (Mischung aus Nina Hagen und Nena) aus M-VP mit ihrem Mix aus Punk und NDW „Kopf oder Zahl”, gefolgt von Panik aus Schleswig-Holstein, die sich noch bis kurz vorher Nevada Tan genannt hatten, mit rhythmischem Rock á la Linkin Park, und Culcha Candela mit feinstem Hip-Hop aus Berlin, die ihre „Chica” samt Boa (die echte, schwere aus dem Tierreich) besungen haben.
Höhere Platzierungen hatte man auch für Rapsoul und dem wahrscheinlich einzigen echten Sänger des Abends Laith Al-Deen, der wie eine Mischung aus Robert Palmer und Klaus Lage wirkte, erwartet. Peinlich dagegen waren Casino Zero, die ihrem Namen alle Ehre verliehen und sich mit der Far East Band den letzten Platz teilen. Aus dessen „Sänger” kam lediglich ein unmelodisches Krächzen - man kann nur hoffen, dass es eine Erkältung war - wer weiß, was Dieter Bohlen ihm an den Kopf geworfen hätte...
mz


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