Wanja Mues - Der Neue bei der GSG 9
14.2.2008
Sie sind Freddy, der Neue im Team der GSG 9 (ab der Folge „Todesspiel“, 28.2.2008). Welche Rolle spielen Sie und welchen Typ verkörpern Sie?
Ich gebe den korrekten Beamten, der sich im Gegensatz zu seinem türkischen Kollegen Demir Aslan immer an die Vorschriften hält. Ich muss ihn manchmal sogar zur Rede stellen, wenn er in seinen Einsätzen wieder einmal über die Stränge schlägt. Manchmal reicht auch schon ein strafender Blick. Weil Freddy aber nur der Vertreter von Geb ist, kann er nicht wirklich eingreifen, und das bringt ihn manchmal an seine Grenzen.
Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?
Wir sind übers Wochenende in ein Trainingscamp gefahren und haben geübt, wie man, je nach Lage, in Formation geht, wie man Häuser stürmt, bei einer Geiselnahme alles absichert oder wie man mit den unterschiedlichsten Waffen professionell umgeht. Übrigens, wenn man noch nie eine echte Waffe abgefeuert hat, bekommt man richtigen Respekt davor. Am Set haben wir einen Supervisor, der sich diese Szenen im Bild ansieht und dafür sorgt, dass wir so nah wie möglich an der Realität bleiben.
Die Szenen sind ja voller Action, machen Sie auch Stunts selber?
Soweit es abgesegnet ist, machen wir das alle gern selbst, aber als Schauspieler dürfen wir uns natürlich nicht verletzen, auch aus versicherungstechnischen Gründen, das würde den gesamten Dreh gefährden. Wir haben wunderbare Stuntdoubles, die die richtig gefährlichen Sachen für uns übernehmen.
Was finden Sie am spannendsten an Ihrer Rolle?
Ich habe mir alle Folgen angesehen und war beeindruckt von der Qualität dieses Formats. Es sah einfach alles verdammt gut aus: fantastische Bilder sehr gute Regie und wunderbare Kollegen. Deshalb überrascht es mich auch nicht wirklich, dass wir als Team funktionieren und viel Spaß bei der Arbeit haben - GSG 9 ist eine hochprofessionelle Actionserie. Außerdem ist es an manchen Tagen wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene: Wir sitzen im Hubschrauber, tauchen morgens um fünf Uhr in der Spree und kommen in Berlin an Orte, die ich noch nie gesehen habe, obwohl ich schon viel dort gedreht habe. Ganz abgesehen davon, dass wir mit tollen Regisseuren arbeiten und viel Spaß zusammen haben. Als ich mich mit den Produzenten von Typhoon getroffen habe, um alles zu besprechen, war ich von der Rolle begeistert. Ich bin ja ein 68er-Kind und durfte allerhöchstens mal mit einem selbstgebauten Lego-Gewehr spielen. Da macht es schon Spaß, in einer so actiongeladenen Rolle seine Jungs-Träume auszuleben.

GSG 9 - Die Eliteeinheit
ab 14. Februar 2008 auf SAT.1
Sie kommen ja aus einer Schauspielerfamilie. Hätte es für Sie auch eine berufliche Alternative gegeben?
Es war früh klar, Schauspieler oder… hieß es immer. Zwischendurch wollte ich auch mal Pilot oder Arzt werden. Mich um kranke Kinder zu kümmern war ein Jugendtraum. Aber es kristallisierte sich heraus, dass mir die Schauspielerei am meisten Spaß macht. Man hat so unterschiedliche Aufgaben, kann in verschiedene Charaktere eintauchen und praktisch neben dem eigenen Leben noch viele andere leben.
Was tun Sie am liebsten, wenn Sie mal keine Verpflichtungen haben?
Dann sitze ich gern im Café und lese Zeitungen. Soweit es meine Zeit erlaubt, mache ich auch Sport, ich bin begeisterter Torwart! Aber leider ist Fußball während der Dreharbeiten tabu. Klettern begeistert mich - allein gegen das Element Natur - das hat was.
Haben Ihre Kinder Sie schon mal im Fernsehen gesehen oder sind sie noch zu klein?
Nein, sie sind noch zu klein. Der Ältere ist jetzt gut zwei Jahre und der Jüngere acht Monate alt. Ich habe mich mal in einer Hubschrauberszene filmen lassen, weil Hubschrauber bei meinem älteren Sohn gerade hoch im Kurs standen. Das Ergebnis war, dass er lange Zeit immer „Papa, arbeiten, Hubschrauber fliegen“ sagte.
Was kommt nach den Dreharbeiten für GSG 9?
Erstmal Urlaub und Kraft tanken. Dann sind noch zwei No-Budget-Kinofilme in Planung - sehr spannende Projekte, auf die ich mich schon freue.
Anke Walter


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