Montag, 11. Dezember 2017
Guardians of the Galaxy Vol. 2
© Marvel Studios

Volume 2 oder wo soll man anfangen...? Am besten mit einer Superlative: Der erste Guardians of the Galaxy-Film aus dem Jahr 2014 von Regisseur und Autor James Gunn hatte Trailer, bei denen man nicht so recht einschätzen konnte, ob der Film weiterhin auf der sehr hohen Qualitätsschiene des Marvel-Kinouniversums mithalten konnte... und brach für das Studio den Rekord eines Erstlingsheldenfilms mit über 770 Millionen Dollar Einspielergebnis weltweit! Der Film war viel, viel besser als man hätte zuerst vermuten dürfen. Passiert nun Ähnliches mit der Fortsetzung, die geschichtlich an den ersten Teil anknüpft? Auch bei der Fortsetzung konnten die Trailer nicht so unbedingt überzeugen...

Der zusammengewürfelte Haufen um Peter Quill/Star-Lord, Assassinin Gamora, Drax, der nicht „Waschbär“ genannt werden wollende Rocket und das Baumwesen Groot gewannen mit einer Leichtfüßigkeit die Herzen der Zuschauer im Sturm und war eine der Überraschungen des Filmjahres 2014. Irgendwie ein Feel-Good-Movie mit Superhelden, die sich als Patchwork-Familie zusammenfinden, garniert mit herrlicher 80er-Jahre-Musik.

Hierzu Autor-Regisseur James Gunn: »Für uns war es in hohem Maße erfreulich und befriedigend, dass sich so viele Menschen auf der ganzen Welt von den Guardians und ihren Persönlichkeiten so angesprochen fühlten. Im Kern erzählte der Film von einer Gruppe von Außenseitern, die zusammenkommen und einen Weg finden müssen, als Team zu funktionieren. Meiner Ansicht nach sprach genau dieser Aspekt ein so breites Spektrum von Zuschauern an.«

Bei den Marvel Studios verschaffte man dem Publikum mit jedem weiteren Film neue und interessante, frische Figuren, die sich zusammenschmeißen oder unkonventionelle Lösungen fanden, um unsere Galaxis zu beschützen. Dadurch wurden die Geschichten mit viel Abwechslung erzählt, sei es ein Einbruchsfilm wie Ant-Man aus dem Jahr 2015 oder Magie/Zeitmanipulierungen wie bei Doctor Strange aus dem Herbst des letzten Jahres. Hier anzuknüpfen ist eine sicherlich ernstzunehmende Aufgabe und der erste Guardians-Film hat die Messlatte wirklich sehr hoch gelegt und dies mit Figuren, die außerhalb der USA relativ unbekannt gewesen waren.

»We gonna be really able to jack up our price if we're two time galaxy savers!«

Guardians of the Galaxy Vol. 2 setzt da an, wo der erste Teil aufgehört hat. Er spinnt die Geschichte um Peter Quill, der im ersten Film seine „Familie“ gefunden hat und als kleiner Junge von Yondu von unserem Erdplaneten entführt wurde, weiter. In welcher Beziehung steckt Peter jetzt zu Gamora, die wiederum auch mit dem Wiederauftauchen ihrer Schwester Nebula alle Hände voll zu tun hat, und den anderen Mitgliedern seiner gern helfenden Truppe? James Gunn erzählt: »Dreh- und Angelpunkt dieses Films ist es, eine Familie zu sein. Und sich als Familie zu bewähren, ist weitaus schwieriger, als eine Familie zu werden. Demzufolge erzählen wir hier eine viel komplexere Geschichte.«

Rocket macht sich durch einen Diebstahl wertvoller Batterien unbeliebt und daher werden die Guardians gejagt, bis man auf Peters möglicherweise leiblichen Vater Ego trifft, der schon gottähnliche Ausmaße hat (und in den Comics früher als „the living planet“ gezeichnet und beschrieben wurde), wie man später erfährt. An der Seite von Peters Vater befindet sich dessen Dienerin/Assistentin Mantis, die bei Berührung Stimmungen und Absichten lesen kann. Sie ist dafür da, das Gottwesen Ego, welches Peters leiblicher Vater zu sein scheint, zu erden und zum Schlafen zu bringen. Sie sorgt für einige ungewohnte Situationen, speziell im Zusammenspiel mit Drax. Kann sie das Rätsel um Peters Herkunft mit entschlüsseln und Egos wahre Absichten ans Licht bringen?

Man könnte meinen, es handelt sich hier um eine typische Vater-Sohn-Geschichte, und weite Strecken fühlen sich manchmal auch so an. Allerdings passiert noch so viel mehr, dass dieser Plot erst im letzten Drittel so richtig an Fahrt aufnimmt, welches auch gefühlsmäßig die Zuschauenden mit auf eine Achterbahnfahrt nimmt, die man nicht unbedingt erwartet hätte. Gerade Figuren wie Drax, Mantis, Yondu, Groot und Rocket haben hier so viele starke Momente, dass man aus dem Schmunzeln, Schenkelklopfen und Mitzittern kaum herauskommt. Das ist in der Regel das Schönste bei Fortsetzungen, dass der Zuschauer mit diesen bereits bekannten Helden mitfiebert, bangt und hofft, wie sie aus misslichen Situationen wieder herauskommen.

»Whatever you do, don't push this button!«

Dem Produktionsteam unter der Führung von James Gunn ist es gelungen, neben den Hauptfiguren neue Personen vorzustellen, die von vielen bekannten Schauspielern verkörpert werden, von denen man knapp ein Dutzend locker kennen kann (wenn man sie teils unter Masken identifiziert). Man staunt immer wieder, wer nicht alles in diesem Film mitspielt. Um die Überraschungen im Film nicht zu verderben, soll an dieser Stelle nicht zu viel verraten werden, nur so viel: Diesmal lohnt es sich auf jeden Fall, bis nach dem Abspann im Kino zu bleiben, denn es gibt mehr als 4 Szenen als Zugabe!! Ein Fest für Fans und eine Verbeugung vor alten und neuen Marvel-Legenden!

Abschließend nochmal der Regisseur mit seinen eigenen Worten: »Ich hoffe, dass wir das, was den ersten Film ausmachte, übernommen und weiterentwickelt haben. Ich wollte die beste und berührendste Geschichte erzählen wie nur möglich. Es ging darum, eine Geschichte zu erzählen, die den Guardians und ihren Persönlichkeiten würdig ist, und darum, einen Film auf die Leinwand zu bringen, der diesen Charakteren gerecht wird. Ich hoffe, dass uns das gelungen ist.« Der Film ist ein großer Spass für alle, die dem „Super“-Heldentum und phantastischen Geschichten nicht abgeneigt sind! Sollte man den ersten Film gesehen haben? Wenn möglich: JA! ■ mh

27. April 2017

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