Freitag, 20. April 2018
† Claude Jeanne Malca Gensac (1927-2016)

Die meisten Filmgucker kennen sie als Filmpartnerin von Louis de Funès. In der Nacht zum Dienstag ist die französische Schauspielerin Claude Gensac nun im Alter von 89 Jahren im Schlaf gestorben, wie ihr Sohn Frédéric Chemin gegenüber AFP bestätigte. »Sie hat bis zum Schluss gedreht«, betonte der Sohn aus zweiter Ehe der Komikerin mit dem Rennfahrer Henri Chemin, mit dem sie 22 Jahre (1958-1977) verheiratet war. Zuvor war sie vier Jahre mit dem Schauspieler Pierre Mondy verheiratet.

Claude Gensac besuchte nach dem Abbruch der Regelschule die Schauspielschule Cours Simon und anschließend das Conservatoire national supérieur d’Art dramatique, das sie 1947 abschloss. 1952 spielte sie in ihrem ersten Kinofilm La Vie d’un honnête Homme, in dem auch der damals noch unbekannte Louis de Funès eine kleinere Rolle an ihrer Seite hatte. In 10 weiteren Filmen spielte Frau Gensac an der Seite von Louis de Funès, zumeist als Ehefrau. Es war übrigens de Funès' Ehefrau Jeanne, die Claude Gensac für die Ehefraurolle vorschlug.

»Louis de Funès hat mich umgebracht«, erklärte die Schauspielerin im Jahr 2000 in einem Interview, da sie nach dem Tod ihres langjährigen Filmpartners 1983 eine berufliche Durststrecke durchlebte. Sie schaffte es jedoch, am Theater an ihre Erfolge anzuknüpfen, und verbuchte vor allem mit Fernsehserien neue Erfolge. Erst im neuen Jahrtausend kehrte sie auf die Leinwand zurück und war in Filmen wie 22 Bullets, Madame empfiehlt sich und Treibsand zu sehen, für den sie 2015 für den César® nominiert war. Seit Donnerstag ist sie im Kino in der Dramödie Baden Baden zu sehen. Ihr letzter Film, das Drama Nos Années folles, bekommt derzeit den letzten Schliff und wird vermutlich 2017 in die Kinos kommen.

„Ma Biche“ sagte Gendarm Cruchot stets zu seiner angebeteten Josépha, was Louis de Funès ewig bereute, aber dennoch unsterblich wurde. Mit ihrer hochgewachsenen Figur und ihrer vornehmen, damenhaften Zurückhaltung bildete Claude Gensac den Gegenpart zum gedrungenen, cholerischen de Funès. 2005 brachte sie ihre Autobiografie mit dem Titel „Ma Biche... c’est vite dit!“ heraus. »Mit Claude Gensac verschwindet ein lächelndes Gesicht des französischen Kinos«, sagte Frankreichs Staatspräsident François Hollande. ■ mz

1. Januar 2017
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Claude Gensac


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