Freitag, 20. April 2018
† Fritz William Weaver (1926-2016)

Der amerikanische Bühnen- und Filmschauspieler Fritz Weaver ist am Samstag im Alter von 90 Jahren in Manhattan gestorben. Der 1,91m große Akteur aus Pittsburgh zog nach seinem Uni-Abschluss in Chicago mit Hauptfach Physik nach New York, wo er Schauspielunterricht am Herbert Berghof Studio nahm. 1954 debütierte er Off-Broadway in dem Stück „The Way of the World“ am Cherry Lane Theater.

Weaver griff in die Vollen, trat in diversen Serien auf, darunter in zwei der am längsten laufenden Dramaserien - Rauchende Colts und Law & Order! Er spielte alles queerbeet - einen deutsch-jüdischen Arzt, der nach Auschwitz deportiert wird, in der Miniserie Holocaust (1978), was ihm eine Emmy®-Nominierung einbrachte, einen Wissenschaftler, der in der Episode „Und der Name sei Erde“ aus Twilight Zone – Unwahrscheinliche Geschichten mit seiner Familie in einer Rakete vor einem bevorstehenden nuklearen Krieg fliehen will, oder einen Cardassianischen Konservator, der Star Trek: Deep Space Nines Chief O'Brien in der Episode „Tribunal“ repräsentierte.

Er wurde oft als aristokratischer Bösewicht besetzt, so z.B. als Kopf einer dubiosen Firma, die Forscher unterstützt, Delphinintelligenz zu studieren, um trainierte Delphine dazu zu bringen, Sprengsätze an der Präsidentenyacht anzubringen, in Mike Nichols' Der Tag des Delphins. Zu seinen Leinwandauftritten gehören auch Filme wie Der Marathon-Mann, Des Teufels Saat, Die unheimlich verrückte Geisterstunde und das Remake von Die Thomas Crown Affäre (1999).

In einem Interview des Christian Science Monitor 1988 sprach Fritz Weaver über die Herausforderungen, die sich Schauspielern entgegenstellen: »Wenn man großartige Rollen spielt, wird man schnell verwöhnt und denkt, man hat eine Karriere vor sich, in der man nur noch großartige Rollen spielt. Natürlich funktioniert das nicht. Man spielt die meiste Zeit über eine Menge Schrott. Fernsehen ist Schrott, das meiste davon.« Wenn es danach ginge, hatte er eine Menge Schrott gespielt, 119 Mal, um genau zu sein. Dabei trat er in gefühlt jeder Serie irgendwann einmal auf.

Er spielte jedoch für sein Leben gern Shakespeare-Rollen - Hamlet, König Lear, Macbeth... Der Riese mit der Baritonstimme debütierte am Broadway 1955 in dem Stück „The Chalk Garden“ von Enid Bagnold über eine britische Aristokratenfamilie, dessen Butler er spielte und dafür eine Tony®-Nominierung einheimste. 1970 schließlich erhielt er diese Trophäe für seine Leistung in Robert Marascos Drama „Child's Play“ über das maliziöse Umfeld an einer exklusiven römisch-katholischen Schule für Jungen.

In den letzten Dekaden sprach er oft Dokumentationen und TV-Specials und viele Sendungen für den History Channel. Zuletzt war er in diesem Jahr neben Treat Williams in dem Film The Congressman sowie neben Adam Sandler in Cobbler: Der Schuhmagier zu sehen, der 2015 hierzulande lediglich auf Heimvideo premierte. Seinen letzten Fernsehauftritt hatte Weaver 2005 in Law & Order. Er war von 1953-79 mit der anderthalb Jahre jüngeren Schauspielerin Sylvia Short verheiratet, mit der er zwei Kinder hatte. Die Ehe wurde 1979 geschieden, und es vergingen 18 Jahre, bis Weaver 1997 die Schauspielerin Rochelle Oliver heiratete, die er nun hinterlässt, ebenso wie seine Tochter Lydia, seinen Sohn Anthony und einen Enkel. ■ mz

29. November 2016
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