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Bad Moms
Als erfolgreiche Verkaufsleiterin einer jungen Kaffeefirma muss sich Amy nicht nur mit ihrem anspruchsvollen Boss herumzuschlagen, sondern auch um die Bedürfnisse ihrer zwei verwöhnten Sprösslinge und ihres kindischen Ehemanns kümmern. Als bei der Schulversammlung auch noch Elternverbands-Präsidentin Gwendolyn versucht, sie zu gängeln, und sie ihren Ehemann bei einem Online-Seitensprung ertappt, hat sie die Schnauze voll. Gemeinsam mit Kiki und Carla macht sie Party bis zum Abwinken und beschließt, bei der nächsten Wahl gegen Gwendolyn anzutreten....

»Rise like a little white Apollo Creed!«

Was kann schon schief gehen an einem einzigen Tag? Fragen Sie mal Amy Mitchell! - So ziemlich alles! Dass die Kinder meckern, gehört ja noch zur täglichen Routine. Dass der Hund krank wird, schon weniger. Dann das Business-Meeting - verpasst, die Kinder abgeholt - zu spät, den Außenspiegel - geschrottet, später auf dem Fußballplatz - K.O. gegangen! Und zum gar nicht guten Schluss die unglaublich wichtige Elternversammlung - Thema: der alljährliche Kuchenbasar. Kein Wunder, dass Amy an diesem Abend von ihrem durchgetakteten Mutterdasein die Schnauze gestrichen voll hat, dass nun endgültig Schluss ist mit Stress und Hetze und Fremdbestimmtheit.

Amy und ihre neue Freundin Kiki haben bislang alles versucht, um dem gängigen Mutterbild zu entsprechen, haben sich abgerackert, um Kinder, Mann, Haushalt und Job unter einen Hut zu bringen. Carla, die Dritte im Bunde, ist aus etwas anderem Holz geschnitzt: frech, frivol und nie um einen anzüglichen Spruch verlegen, macht die Alleinerziehende schon länger ihr eigenes Ding.

Nachdem die Drei bei einem Drink beschließen, fortan keine Supermütter mehr zu sein, spontan die „Bad Moms“ gründen und diesen Vorsatz mit einem köstlichen Chaos-Trip in den Supermarkt untermauern, beginnt für sie ein ganz neues Leben. Die Ehemänner, soweit nicht ohnehin längst abserviert, werden in die Schranken gewiesen, die verwöhnten Gören zum Mithelfen verdonnert, die blasierten Chefs kriegen eine lange Nase gedreht, und von den spießigen Übermüttern im Dunstkreis von Gwendolyn James, die rund um die Schule ein eisernes Regiment führt, lassen sie sich gar nichts mehr vorschreiben.

»Moms don't quit!«

Jon Lucas und Scott Moore arbeiten schon über 15 Jahre als Autorenteam zusammen und sind beste Freunde. Beide sind inzwischen Väter und Regisseure. »Wir sitzen den ganzen Tag vorm Computer und schauen unseren Frauen dabei zu, wie sie sich abrackern«, sagt Moore. »Sie laufen andauernd rum, holen die Kinder ab, machen das Essen, erledigen unzählige Aufgaben unter Hochdruck. Das bietet Stoff für großes Drama – und fruchtbaren Boden für Komik.« Väter haben es da leichter, meint Lucas: »Wir haben eine ähnliche, aber nebengeordnete Position. Mütter sind einem stärkeren Druck ausgesetzt. Und genau dem wollten wir nachgehen.«

Jada Pinkett Smith spielt Stacy, eine Hardlinerin aus Gwendolyns gnadenlosem Gefolge, jedoch bei weitem nicht so kompromisslos wie in ihrer Rolle als Fish Mooney in Gotham. Sie beschreibt den Unterschied zwischen Mutter und Vater so: »Väter sind nicht so mittendrin im Geschehen wie die Mütter. Sie können sich das Ganze von der Seitenlinie aus anschauen und haben einen anderen Blick auf die Situation. Wir Mütter sehen nur das, was direkt vor unserer Nase passiert. Unsere Männer sind die Kommentatoren dieses seltsamen Schauspiels.«

Lucas und Moore wandten sich an Experten, um ihre Eindrücke mit fundiertem Wissen zu untermauern. Ein Teil ihrer Recherche bestand darin, Parties mit Müttern zu schmeißen, um sie unter Alkoholeinfluss nach ihren Erfahrungen an der Familienfront auszuhorchen. »Was diese Mütter zu erzählen haben, entspricht nicht dem üblichen familienfreundlichen Disney-Film«, sagt Lucas. »Ihre Geschichten sind viel krasser und eher fürs Erwachsenen-Kino geeignet. Das ist ein Problem!« Sie realisierten auch, wie sehr Mütter einander brauchen. »Manche denken, sie sind die einzigen, deren Kinder oder Chef ein bestimmtes Verhalten an den Tag legen. Dabei durchleben viele von ihnen dieselben Situationen, ohne sich darüber auszutauschen. Vielleicht ändert unser Film das«, hofft Lucas.

Produzentin Suzanne Todd, Mutter von drei Kindern, stimmt zu: »Das entspricht auch meiner Erfahrung. Es gab fünf Szenen im Drehbuch, die ich genau so am eigenen Leib durchgemacht habe, bis hin zu wortwörtlichen Dialogpassagen und ähnlichen Vorkommnissen. Das teilen wirklich viele Mütter - dieses Bemühen darum, unseren Aufgaben gerecht zu werden, und der Frust, dass wir nicht gut genug darin sind.« Christina Applegate, die hier erneut als intrigantes Biest zu sehen ist, weiß zu schätzen, welch seltene Gelegenheit der Film Schauspielerinnen bietet: »Mir hat gefallen, wie nah das Drehbuch an der Realität ist – nur etwas übertriebener, frecher, und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Carla hat mit die besten Dialoge, die ich je bei einer Frauenrolle im Film gesehen habe.«

Die Filmemacher gaben das fertige Drehbuch zuerst ihren Frauen zu lesen. »Unsere Geschichten basierten auf ihren Erlebnissen«, sagt Scott Moore. »Sie haben uns das Drehbuch mit Anmerkungen versehen zurückgegeben, in denen sie beurteilten, ob eine echte Mutter so handeln würde, und haben einigen Szenen noch eine humorvollere Note verpasst.« Ursprünglich hatten sie gar nicht darüber nachgedacht, die Mütter im Film mit echten Müttern zu besetzen. Das ergab sich aber fast von selbst. »Als wir mit Schauspielerinnen über das Drehbuch sprachen, stellte sich heraus, dass die Mütter unter ihnen einen völlig anderen Zugang zu dem Stoff hatten«, sagt Moore weiter. »Ihnen fielen gleich eigene Anekdoten ein, die sogar noch absurder waren als die im Drehbuch. Die haben wir dann gleich mit aufgenommen - je absurder, desto besser.«

»Wenn du das Drehbuch liest, denkst du automatisch, dass es von Frauen geschrieben wurde. Im Gespräch mit Jon und Scott fand ich heraus, dass es eine Hommage an ihre Frauen ist«, sagt Schauspielerin Mila Kunis, die auch im echten Leben Mutter ist – genau wie ihre fünf Kolleginnen. »Sobald du Mutter bist, vergisst du, dass du deine Freundinnen brauchst«, sagt Kristen Bell, Mutter von zwei Kindern. »Der Film zeigt, wie diese Mütter den Wert von Freundschaft für sich neu entdecken.«

»Winter is coming!« - Gwen

Die versnobte Art der Langzeit-Elternratsvorsitzenden Gwendolyn James samt ihrem eisernen Willen war vielen im Team auch schon im eigenen Leben untergekommen. »Ich selbst war auch schon mal so eine Gwendolyn«, scherzt Annie Mumolo, die als Mitautorin von Brautalarm für den Oscar® nominiert war. »Jede Schule, egal welchen kulturellen oder sozio-ökonomischen Hintergrund sie hat, kann die ein oder andere Gwendolyn vorweisen«, sagt Jon Lucas. »Unsere Version kam aus den Kreisen der Wall Street oder einem ähnlich hochrangigen Geschäftsberuf. Jetzt, wo sie nur Mutter ist, pumpt sie all diese Energie in die neue Aufgabe.«

Scott Moore verteidigt Gwendolyns Motive, wenn auch nicht ihre Methoden: »Sie macht es für ihre Kinder. Doch sie gibt halt tausend Prozent und agiert so, als handele es sich dabei um einen Wettstreit, wer die beste Mutter ist.« Christina Applegate, die die meistgefürchtete Mutter der McKinley High School zum Leben erweckt, ist zwar so einer Frau noch nie begegnet, doch die Geisteshaltung ist ihr nicht fremd: »In der Schule meiner Kinder habe ich erlebt, wie einige Mütter alles versuchten, um ihren Willen durchzusetzen. So jemand kann nicht verstehen, dass Mütter sich im Grunde ihres Herzens danach sehnen, NICHT perfekt sein zu müssen.«

Und in der Tat verlegt Bad Moms King's Landing nach Chicago. Gwendolyn führt die Elternschaft der Schule mit eiserner Hand und klügelt ihre Widersacherinnen gekonnt aus dem Wettbewerb. Und plötzlich legt sich die immer unpünktliche Amy mit ihr an. Es entsteht ein erbitterter Kampf um die Gunst der anderen Mütter. Die Mütter spalten sich genauso in Cliquen auf wie ihre Kinder. Es gibt erfolgsorientierte Einpeitscherinnen, herzige Bindungspredigerinnen, verrückte Ökotanten und schlichtweg perfekte Übermütter. Und auch unter ihnen sind einige, die am ersten Schultag Muffensausen kriegen.

Männer haben in dieser Zeit ganz schlechte Karten - außer Jessie Harkness, der verwitwete Vater eines Kindes an der Schule. Die Herzen aller Mütter dort fliegen ihm zu. Jay Hernandez, der zuletzt in Suicide Squad zu sehen war, sieht seine Figur folgendermaßen: »In typischen Männerfilmen hast du immer eine Frau, die Fußball liebt, intelligent und witzig ist und Bier trinkt. Ich bin die männliche Version dieser Wunschvorstellung aus Frauensicht.« Mila Kunis pflichtet ihm bei: »Jessie ist das genaue Gegenteil von Mike – die gute Seele. Gleich beim ersten Mal lobt er Amy, was für eine tolle Mutter sie ist. Damit kriegt er sie. Das ist das schönste Kompliment, das man ihr machen könnte.«

»This bra will be the end to your vagina!« - Carla

Die Auswahl ist begrenzt, als es darum geht, Amy ein sexy Outfit für den gemeinsamen Damenabend zu verpassen. Die Modenschau gerät quasi zu einem wortreichen und amüsanten „Vorglühen“, bevor die Mädels gemeinsam durch die Bars ziehen, denn sie halten sich in ihren Kommentaren gegenüber Amy keinesfalls zurück. Kristen Bell erinnert sich: »Wir waren wie Teenager und haben in ihrem Zimmer alle Klamotten aus dem Schrank gezogen und sie mit den wenigen akzeptablen Sachen herausgeputzt. Besonders schlimm war dieser furchtbare Still-BH!« Das ist die Lieblingsszene von Mila Kunis: »In der Szene konnten wir uns kaum halten vor Lachen. Wir diskutierten, wie es wohl wäre, Sex mit einem unbeschnittenen Mann zu haben. Meine Figur ist so einem noch nie begegnet, sie ist bis dahin nur mit ihrem Mann intim gewesen.«

Und so kommt es, wie man sich die Geschichte so erhofft - Amy und Jessie finden zueinander. Und genau in dem Moment taucht Konflikt-Ehemann Mike wieder auf und will seine Ehe retten. Der Besuch von Amy und Mike beim Eheberater Dr. Karl, gespielt von Wanda Sykes, löste beim Dreh ebenfalls herzhaftes Gelächter aus. »Wanda bringt dich wirklich mit allem, was sie sagt, zum Lachen«, sagt David Walton, der zuletzt in der Serienadaption von About a Boy zu sehen war. »Mila und ich konnten uns kaum beherrschen. Ich habe Tränen gelacht und mich wie ein Amateur gefühlt.« Solche Komplimente mag Sykes kaum annehmen, obwohl ihr Erfolg als Komikerin und ihre Emmy®-prämierte Arbeit als Autorin für sich sprechen. »Wenn in einer Szene alle zusammen herzhaft lachen, weißt du, dass es funktioniert.«

Kann eine schlechte Mutter überhaupt eine tolle Mutter sein? Mila Kunis findet schon: »Eine schlechte Mutter, gemessen an den Parametern unseres Films, würde ihren Kindern industriell verarbeitete Lebensmittel zu essen geben. Ihre Kinder würden keine Öko-Klamotten tragen und nicht jeden Tag duschen. Sie würde sie etwas zu lange vorm Fernseher sitzen lassen und sie nicht immer pünktlich von der Schule abholen. Ich bin stolz darauf, dass auf meine Mutter all diese Dinge zutreffen. Und ich bin immer noch am Leben und liebe sie.«

Bad Moms ist nicht nur eine „Komödie von den Machern von Hangover“. Es ist ein Film, der uns den alltäglichen Stress vor Augen führt, der Mütter besonders hart trifft. Es ist ein Film, der uns sagt, dass wir das Leben öfter mal genießen und nicht immer den Erwartungen der Gesellschaft gerecht werden sollen. Mit viel Witz und Charme, und vor allem mit hervorragenden Schauspielerinnen-Müttern singen Jon Lucas und Scott Moore nicht nur ein Lied aus Eis und Feuer, sondern bieten auch solide Unterhaltung und sowas. Die Witze bleiben größtenteils im sauberen Bereich, manche szenarielle Inszenierung kommt allerdings schon ein wenig abgedroschen einher, was jedoch dem Film nicht allzu sehr schadet. Der Film macht jede Menge Spaß und zeigt im Abspann noch Mütter aus der realen Welt der Filmemacher. ■ mz

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Komödie
USA 2016
101 min


mit
Mila Kunis (Amy Mitchell) Anja Stadlober
Kathryn Hahn (Carla) Peggy Sander
Kristen Bell (Kiki) Maria Koschny
Christina Applegate (Gwendolyn James) Anna Carlsson
Jada Pinkett Smith (Stacy) Claudia Urbschat-Mingues
Annie Mumolo (Vicky) Cathlen Gawlich
Oona Laurence (Jane) Léa Mariage
Emjay Anthony (Dylan) Pablo Ribet-Buse
David Walton (Mike Mitchell)
Clark Duke (Dale Kipler) Fabian Hollwitz
Jay Hernandez (Jessie Harkness) Marios Gavrilis
u.a.

drehbuch
Jon Lucas, Scott Moore

musik
Christopher Lennertz

kamera
Jim Denault

regie
Jon Lucas, Scott Moore

produktion
STX Entertainment
Huayi Brothers Pictures
Block Entertainment

verleih
Tobis