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07 | 14 | 21 | 28
Star Trek beyond
Obwohl er sich als fähiger Kommandant erwiesen hat, hadert James T. Kirk immer noch mit sich und der Hinterlassenschaft seines überlebensgroßen Vaters, der sich einst für das Wohl der Menschheit geopfert hat. Deshalb hat er entschieden, dass seine aktuelle Mission auch seine letzte sein wird. Aber auch Spock wird durch eine Nachricht aus der Bahn geworfen. Doch bevor beide ihre Pläne bekannt machen können, wird die Enterprise von einem unbekannten übermächtigen Gegner angegriffen. Der Überlebenskampf zeigt unseren Helden letztlich ihre wahre Bestimmung...
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»I ripped my shirt again.« - Jim Kirk

Zum 50-jährigen Jubiläum von Gene Roddenberrys Sternenreise, die am 8. September 1966 bei NBC begann, erscheint 2016 zumindest ein Kinofilm mit J.J. Abrams' neu gestaltetem Star-Trek-Universum um Captain James T. Kirk, Spock und Dr. McCoy. Eine neue Serie ist derzeit ebenfalls in der Mache, die Anfang 2017 starten soll und erstmals ohne vorherige TV-Ausstrahlung zuerst im Internetz zu sehen sein wird. Netflix gab inzwischen sogar bekannt, neben der kommenden neuen Serie auch bis zum Jahresende alle Star-Trek-Serien online zu stellen!

Das Freudenfest um den dritten Pine-Quinto-Treck bekam nach der frohen Botschaft, dass „Scotty“ selbst am Drehbuch mitarbeitet, spätestens nach der ersten Trailervorschau einen ersten Dämpfer. „Zu laut“ und „zuviel Action“ war der Kanon der Fans, vor allem in Hinsicht auf den Regisseur des Films: Justin Lin, der für die Fast & furious-Teile 3-6 zuständig zeichnete. Dämpfer 2: „Schon wieder wird die Enterprise zerstört“ - Auch der 1. Langtrailer kann nicht überzeugen. Und schließlich kurz vor Filmstart der dritte Dämpfer: Anton Yelchins plötzliches Ableben, das nicht nur die Trekkies zermürbte, sondern auch Fans seiner anderen Arbeiten. Mit ihm verlor nicht nur Star Trek seinen Pawel Tschechow, auch die Filmwelt verlor einen talentierten und beliebten Schauspieler.

Die Fangemeinde muss jetzt ganz stark sein, denn der mittlerweile (verflixten) 13. Film bestätigt die zuvorigen Befürchtungen der Fans. Doch ganz so schlimm ist er dann doch wieder nicht geworden. Immerhin haben die Schnittmeister nach einem Nachruf auf den ebenfalls verstorbenen Leonard Nimoy noch die Widmung „For Anton“ eingefügt. Und eine ganz bestimmte Szene lädt uns ein, das Glas für Anton Yelchin zu erheben, wenn Kirk und McCoy eine Flasche Whisky öffnen, die „Pille/Bones“ in Tschechows Spind gefunden hat. („Ich hatte ihn eigentlich immer für einen Wodka-Typen gehalten.“)

Spätestens wenn Kirk sein Glas erhebt und mit McCoy „to absent friends“ anstößt und in der anschließenden Szene Tschechow zu sehen ist, sei es Zufall oder nicht, sind die Herzen wieder mit Trauer gefüllt. Kirks Trinkgrund ist jedoch seine Identitätskrise, denn sein Geburtstag steht an - ein Tag, an den er nicht gerne denkt, da dies auch der Todestag seines Vaters ist. Wir erinnern uns an den ersten Film, in dem George Kirk heroisch die USS Kelvin in Neros Minenschiff steuerte. Inzwischen wurde auch schon bekanntgegeben, dass es einen vierten Film geben wird, in dem Chris Hemsworth erneut in die Rolle von Kirks Vater schlüpfen wird.

Die Abrams-Treks nehmen die Geschichten der Originalfilme und vermischen sie ein wenig neu: Im ►ersten Film von 2009 wird zunächst die Geschichte geändert - ein recht originelles Drehbuch, das die Originalhelden in unbekannten Szenarien erscheinen lässt. In ►Star Trek into Darkness haben wir Star Trek II und III miteinander verwoben - Wir haben den Supermenschen Khan (Noonian Singh), der mit dem Aussehen von Benedict Cumberbatch vollkommen von der ursprünglichen Figur abwich, und wir haben den Rollentausch der Todesszene (hier Kirk, damals Spock) und die spontane Wiederauferstehung durch Enzyme aus Khans Blut (im Original durch den Terraformingeffekt des Genesis-Projekts).

In Star Trek beyond haben wir nun wieder eine Originalgeschichte mit Versatzstücken aus den „Next Generation“-Filmen - die Enterprise wird zerstört, und das von einer Art Schwarmintelligenz (tausende kleiner 1-2-Mann-Schiffe, die sich aus einem Ganzen auslösen und wie Schimmelpilz die Struktur der Enterprise zerstören), die man zwar nicht direkt mit den Borg vergleichen kann, die aber eine ähnliche Wirkung besitzen. Der Unterschied ist halt, dass die Borg assimiliert haben und diese kleinen Mistkerle hier rein auf Zerstörung aus sind.

Und im vierten (14.) Film wird es offensichtlich, wie in Star Trek IV, eine Zeitreise geben, in der Kirk Junior auf Kirk Senior trifft. Inwiefern da interagiert werden wird, und ob da auch wieder Wale gerettet werden müssen, wird sich zeigen. In der ersten Pressemeldung hieß es, dass die komplette Mannschaft wieder mit an Bord sein wird. Doch bezüglich des Fehlens Yelchins kam kurze Zeit später der Nachtrag, dass die Rolle von Tschechow nicht neu besetzt wird. Seien wir also gespannt, wer seinen Platz einnehmen wird - vielleicht Jaylah? In der Originalserie war Tschechow schließlich auch nicht immer dabei...

Kommen wir zum Inhalt von Star Trek beyond - oder zumindest dem Ansatz dessen. Ähnlich wie beim Privatfernsehen, wo die Werbung vom Film unterbrochen wird, wird hier auch die Action von der Handlung unterbrochen. Im Prinzip geht es in diesem Film immernoch um die Auswirkungen der letzten beiden Filme: Kirk fühlt sich in einer Identitätskrise. Es sind mittlerweile 3 Jahre ins All gegangen, seitdem die USS Enterprise zu ihrer 5-Jahres-Mission aufgebrochen war, fremde Welten zu entdecken, neues Leben und neue Zivilisationen.

Gleich zu Beginn tut sich Kirk schwer, als Botschafter zwischen Spezies zu fungieren, was in einem kriegerischen Gemenge endet. Zum Glück waren die anfangs aus der Ferne bedrohlich wirkenden Wesen in Wirklichkeit kleine Kriecher, die Kirks Uniformshirt zerfetzten. Ein anschließender Blick in Kirks Kleiderschrank spiegelt auch seine Verstumpfung wieder - drei Jahre im All ohne nennenswerte Abenteuer. Ein Uniformshirt gleicht dem anderen. Da kann er auch gleich auf der Raumstation Yorktown als Vizeadmiral anheuern.

Shohreh Aghdashloo, die zuletzt in der Serie The Expanse als UN-Botschafterin zu sehen war, spielt hier Commodore Paris, Leiterin von Yorktown, die Kirk zunächst den Job der Nummer 2 anbietet. Paris ist auch ein bekannter Name im Star-Trek-Universum. Ob die Kommodorin eine Vorfahrin von Tom Paris aus Star Trek Voyager ist, sei dahingestellt. Jedenfalls sah Tom Paris nicht iranisch aus.

Aber Kirk ist nicht der einzige, der eine Veränderung anstrebt. Auch Spock überdenkt seine Rolle, als er die Nachricht vom Ableben seines alter egos aus der Zukunft erhält, und beschließt, die Aufgaben seines anderen Ichs als vulcanischer Botschafter fortzuführen. Ein Notruf verfrachtet die Mannschaft der Enterprise in einen Nebel - Zeit, um die Pläne einander zu vermitteln. Doch just in dem Moment, als sie damit anfangen wollen, gerät die Enterprise ins Visier eines riesigen unbekannten Raumschiffs...

»You take my house and make it fly.« - Jaylah

Wie bereits bekannt, schrieb Simon Pegg am Drehbuch mit, weshalb sich auch Scotty in dieser Geschichte um die weibliche Gastrolle kümmern darf, die von Sofia Boutella gespielt wird, eine ehemalige Tänzerin, die bereits im vorigen Jahr in ►Kingsman: The Secret Service als Gazelle die Zuschauenden beeindruckte. »Scotty trifft Jaylah, wenn er mehr oder weniger dort festsitzt, wo sie selbst schon eine sehr lange Zeit festsitzt«, beschreibt sie die Situation ihrer Figur. »Sie hat ein altes Raumschiff entdeckt, das sich als Teil der Föderation herausstellt. Und sie hilft der Crew aus ihrer Lage, und wird schließlich selbst ein Mitglied dieser Crew.

Ich kann mir kaum vorstellen, Jaylah ohne dieses ganze Makeup zu spielen. Das macht etwas mit dir, so wie auch hohe Schuhe etwas mit dir machen. Sie geben dir etwas Neues, eine ganz andere Körperhaltung. Genau das hat das Makeup mit mir gemacht, wenn ich es trug. Ich fühlte sofort: Jetzt bin ich Jaylah! Es gab mir dieses gewisse Etwas. Mein Kopf war schwerer, also bewegte ich mich in einem ganz anderen Tempo. Die Prothetik war ein anderes Zusatzgewicht und das gab mir wiederum etwas ganz Anderes.«

Chris Pine merkt an, dass Pegg viel Humor in die Geschichte brachte: »Es gab der Zusammenarbeit irgendwie einen höheren Sinn, fühlte sich aber auch oft an, als wären die Eltern übers Wochenende weggefahren und wir hätten das Haus übernommen – und überlegten nun, wie man eine möglichst große, geile Party schmeißen könnte. Mit Simon macht es wahnsinnig viel Spaß, und Doug hat sich gut eingefügt, weil er einen tollen Sinn für Humor hat. Humor war für mich immer das Wichtigste an diesen Filmen.

Ich war besorgt, dass wir mit J.J. auf dem Regiestuhl, der ein echter Komödienliebhaber ist, auch dieses tonale Element verlieren würden, das wir vor allem im ersten Film hatten. Es ist kein anarchischer Humor wie in ►Guardians of the Galaxy, es ist eher Pop-Spaß im Stil der 80er Jahre. Es gibt auch große Themen, man vergießt ein paar Tränen, aber am Ende verlässt man glücklich das Kino, nachdem man den ganzen Popcorneimer leer gegessen hat und eine bombastische Zeit hatte. Das ist es, was wir wirklich gut können, und Simon versteht sich darauf.«

Und genau das bekommt man auch - Popcornkino mit jeder Menge Action. Plausibilität und Schwerkraft werden werden hier genauso außer Kraft gesetzt wie die Enterprise. Der, der das tut, ist ein gewisser Krall, gespielt vom britischen Riesen Idris Elba, der diesmal keine Angst zu haben braucht, wie DCI John Luther zu wirken, denn die meiste Zeit steckt er hinter einer Maske. »Er ist jemand, der die Motive und den Zweck der Föderation in gewisser Weise in Frage stellt und ihr Konzept der Einheit als Schwäche betrachtet«, sagt Simon Pegg über Krall.

»Er sieht sie als Gefahr für die Galaxis, nicht als Lösung oder Lebensart. Er glaubt an Chaos und Kampf, da es das ist, was Evolution schafft. Es geht nicht um Harmonie und Frieden, denn das würde Lebewesen nur dahintreiben lassen. Er betrachtet die Föderation als Seuche, die sich in der gesamten Galaxie ausbreitet, und seine Beweggründe sind äußerst komplex. Das wird sich alles entsprechend aufklären, aber ja, er ist ein vielschichtiger Typ.«

In gewisser Weise kann man diese Geschichte auch auf die neuen Star Trek-Filme anwenden. Um für ein breites Publikum profitabel zu sein, braucht der Film Action und Witz - universelle Bestandteile, mit denen Jeder etwas anfangen kann. Schwere politisch-gesellschaftliche oder religiöse Themen sind sperrig und bremsen das Tempo des Films. In diesem speziellen Fall ist Justin Lin Krall: „Friede, Freude, Eierkuchen“ kann jeder und bringt die Geschichte nicht weiter. Also brauchen wir Action! Und die kann Lin grandios in Szene setzen.

»Ich werde nicht alles verraten, aber ich kann sagen, dass wir für die Demontage von Star Trek, der Föderation und der Sternenflotte eine Figur schaffen mussten, die einen sehr berechtigten Standpunkt und eine ernst zu nehmende Philosophie besitzt«, fügt Justin Lin hinzu. »Krall verkörpert zweifellos viele solcher Standpunkte. In diesem 50. Jahr der Reihe wollten wir eine Figur, die diese Meinungen vertritt und damit wirklich den ganzen Film auseinandernimmt. Und hoffentlich ist unsere Crew in der Lage, zu untermauern, warum sie seit 50 Jahren existiert, und um uns in die nächsten 50 Jahre zu führen.«

Nun ja, demontiert wird auf jeden Fall alles - bis auf drei Zweiergespanne: Kirk und Tschechow, McCoy und Spock und Jaylah und „Montgomery Scotty“ - ganz interessante Paarungen, die die Herzen der Fans höher schlagen lassen. Diese müssen sich nach dem Absturz der Enterprise erst einmal wiederfinden, bevor sie den Rest der überlebten Mannschaft aus den Klauen von Krall bzw. die Trekkies aus den Machenschaften von Justin Lin befreien können.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Auch wenn manche Gags sitzen, so kommt man doch den Eindruck, dass eine (hoffen wir mal rein gedankliche) Checkliste abgehakt wurde: Kirks Shirt wird zerfetzt - check! McCoy flucht „Ich bin Arzt und kein...“ - check! McCoy muss sich mit dem normalerweise gefühlslosen Logiker Spock abgeben und sich verbal dagegen äußern - check! Spock muss Gefühle zeigen - check! Red Shirts werden getötet - check!

Was allerdings im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen fehlt, ist Scottys fast schon zum fortlaufenden Witz gewordener Spruch „KOMMST du da runter!“, den sein kleiner außerirdischer Kumpan herauslockte, der immer irgendwo hoch geklettert war. Dafür hat dieser nun endlich einen Namen bekommen, der dann auch gleich mehrmals erwähnt wird - Keenser. Auch hat er eine etwas größere Rolle bekommen, zeigt er uns doch diesmal, was er mit seinen Körpersekreten so alles anstellen kann...

»Be careful, Captain!
Gravity is gonna get a bit screwy the closer you get to the center!« - Scotty

Ganz interessant sind dagegen einerseits die Anfänge des Universalübersetzers, der das Gesprochene noch simultan übersetzt, sowie die beeindruckende Raumstation Yorktown, die wie eine Mischung aus Babylon 5 und ►Elysium wirkt. »Auf vielfache Weise ist Yorktown die Verkörperung von Gene Roddenberrys Vision der Zukunft«, sagt der Regisseur, »eine riesengroße Gesellschaft, in der Menschen und Außerirdische friedlich koexistieren.«

Für die Darstellung dieses gigantischen Weltraumhafens zog die Produktion nach Dubai. »Es gab ein Gespräch, die Yorktown-Sequenzen in einem Studio zu drehen«, fügt Lin hinzu. »Ich fand aber nicht, dass das die Ausmaße dieser überlebensgroßen Stadt hätte einfangen können. Ich wollte, dass es sich anfassbar anfühlt und echt, und keine zwei Typen vor einem grünen Bild.«

»Ich war irgendwie eifersüchtig, als ich sah, was Justin mit Yorktown anstellte«, sagt J.J. Abrams. »Man hat all diese verschiedenen Zivilisationen und Kulturen und Spezies, die an einem bestimmten Ort zusammenleben, und die visuell all das auf echt coole Weise repräsentieren, wofür die Föderation steht. Ich wünschte, ich hätte daran gedacht.« Ganz imposant ist auch die Szene, in der die so schon recht riesige Enterprise durch die dann schon etwas eng wirkende Röhre schwebt und andockt.

Kommen wir nochmal zurück auf die Versatzstücke: Zwei Punkte haben wir dann doch noch aufzuarbeiten! In Star Trek - Der Film traf die Mannschaft der Enterprise auf eine alte Voyager-Sonde, die im Laufe der Zeit Veränderungen durchlief. In Star Trek beyond treffen wir ebenfalls auf ein für über 100 Jahre als verschollen gegoltenes Raumschiff - die USS Franklin, die für Jahre Jaylahs Zuhause wurde. Und wie in Star Trek III geht die Sternenreise am Ende weiter - mit der NCC 1701-A, die nun in Yorktown neu zusammengebaut wurde. Ob hier ebenfalls „Vollidioten am Werk“ waren, „die dieses Schiff zusammengeschraubt haben“, wird uns Scotty dann wohl im nächsten Abenteuer aufzeigen...

Ebenfalls zu erwähnen sei da noch die Filmmusik, die hier erneut von Abrams' Kollaborateur Michael Giacchino kommt, der mit seinem neuen Star Trek-Hauptthema einen Wiedererkennungswert mit Gänsehautfaktor geschaffen hat wie damals Jerry Goldsmith. Es gibt aber auch in Beyond wieder Musik aus der „Vergangenheit“. Wenn Jaylah in ihrem Zuhause auf dem Planeten arbeitet, hört sie sich gern Public Enemys „Fight the Power“ an, während man beim Stören der Kommunikation von Kralls Schwarmschiffen auf „Sabotage“ von den Beastie Boys zurückgriff, die der junge Kirk bereits auf seinem Trip in Papas Auto im ersten Film gehört hatte. Und schließlich gibt es auch erstmals in einem Star Trek-Film im Abspann ein gesungenes Lied! Das kommt von Rihanna (und nicht, wie es gepasst hätte, von Beyond) und nennt sich „Sledgehammer“ - zudem noch ein recht unspektakuläres Lied, das in jedem beliebigen Film vorkommen könnte.

»You've put a tracking device on your girlfiend's neck?« - McCoy

Alles in Allem ist Star Trek beyond ein unterhaltsamer Actionfilm, der Spaß macht, solange man nicht zu sehr nach einer Handlung sucht. Star-Trek-Fans kommen durch die Checkliste auch auf ihre Kosten. Das einzige Manko dabei ist, dass man z.B. McCoys Antipathie zu Spock nicht nachvollziehen kann, da wir die beiden erst in zwei kurzen Momentaufnahmen gesehen haben. In der alten Zeitlinie hatten wir drei Jahre Zeit, eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen zu können. Das fehlt hier einfach. Es fehlt der Bezug - die Serie. Ebenso wird immer wieder betont, wie gefühlsneutral Vulcanier sind, doch Spock muss in jedem Film seine Gefühle zeigen!

Man kann viel erzählen, wenn der Tag lang ist. Und je mehr man darüber nachdenkt, umso mehr Ungereimtheiten kommen zusammen. Es fühlt sich immer weniger wie das klassische Star Trek an, eher wie wenn man alle paar Jahre Freunde wiedersieht. Sie kommen einem vertraut vor, doch irgendwie hat man sich einander entfremdet. Man kann einen schönen Abend miteinander erleben, aber ohne tiefschürfende Gespräche kommt man nur auf Oberflächlichkeiten. Und genauso verhält es sich bei diesem Film: Man freut sich, alle wiederzusehen, kann aber nicht so ganz nachvollziehen, warum sie sich so zueinander verhalten.

Das erinnert mich an Didi Hallervorden und die drei berühmten Floskeln aus Didi - Der Doppelgänger: „Ich brauche mehr Details. Das ist nur Ihre Meinung. Schreiben Sie's auf, ich beschäftige mich später damit.“ In diesem Sinne: Leb lang und gedeihe! Auf dass wir im nächsten Film nicht nur auf die Action bauen müssen... ■ mz

Abenteuer/SciFi/Action
USA 2016
120 min
3D

mit
Chris Pine (James T. Kirk) Nico Sablik
Zoë Saldaña (Nyota Uhura) Tanja Geke
Zachary Quinto (Spock) Timmo Niesner
Karl Urban (Dr. Leonard „Bones/Pille“ McCoy) Tobias Kluckert
Simon Pegg (Montgomery „Scotty“ Scott) Simon Jäger
Anton Yelchin (Pawel Tschechow) Constantin von Jascheroff
John Cho (Hikaru Sulu) Julien Haggége
Idris Elba (Krall) Matthias Klie
Sofia Boutella (Jaylah)
Deep Roy (Keenser)
Melissa Roxburgh (Fähnrich Syl)
Anita Brown (Tyvanna)
Shohreh Aghdashloo (Commodore Paris)
Greg Grunberg (Commander Finnegan)
Lydia Wilson (Kalara)
Joe Taslim (Manas)
u.a.

drehbuch
Simon Pegg
Doug Jung
Roberto Orci
John D. Payne
Patrick McKay

musik
Michael Giacchino

kamera
Stephen F. Windon

regie
Justin Lin

produktion
Paramount Pictures
Bad Robot
Skydance Productions
Alibaba Pictures
Perfect Storm Entertainment
Sneaky Shark

verleih
Paramount