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Batman v Superman: Dawn of Justice
Nachdem die Schlacht mit General Zods kryptonischem Raumschiff Verwüstung hinterlassen und vielen Unschuldigen das Leben gekostet hat, wächst die Kritik an Superman. Während die Politik Kontrolle fordert, schmiedet auch Batman einen Plan, den Mann aus Stahl an die Leine zu legen. Weil auch die gewalttätigen Missionen des Gotham-Rächers Superman provozieren, kommt es schließlich zum direkten Duell der Titanen - und beide erkennen zu spät, dass sie von einem psychopathischen Superhirn meisterhaft manipuliert wurden...
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»No one stays good in this world.« - Superman

Viele haben darauf gewartet, dem Kampf der Titanen des DC-Comics-Universums beizuwohnen. Zack Snyder setzt gleich zu Beginn auf düstere Optik: Wir sehen den jungen Bruce Wayne, wie er in die Fledermaushöhle fällt und von den aufgewirbelten Flugtieren empor schwebt. Das mag zwar der Moment sein, in dem Bruce die Idee zu seinem Alter Ego Batman bekommt, impliziert jedoch gleichzeitig, dass Batman fliegen kann?

Dann setzt der Film dort an, wo ►Man of Steel aufhört - bei dem Kampf des Kryptoniers gegen General Zod, bei dem so einiges in Metropolis zerstört wurde - u.a. auch die dortige Vertretung von Wayne Enterprises. Und gleich an der Stelle, wo Bruce auf dem Weg dorthin ist, als das Gebäude evakuiert wird, muss er zusehen, wie sein Freund und Kollege von Wayne Enterprises beim Kampf der Außerirdischen zum Kollateralschaden wird. Das war dann auch der Auslöser für Bruces Groll gegen Superman. Warum Batman aber nun dermaßen von seinem Charakter abweicht und letztlich gegen Superman antritt, wird im Film jedoch nicht erzählt.

Einzig interessant ist jedoch, wie die Politik in Form von Holly Hunter als Senatorin Finch versucht, mit dem Thema „Kollateralschäden durch Superhelden“ umzugehen. Sie versucht das Unmögliche: Sie will Superman zur Rechenschaft ziehen und verlangt eine öffentliche Stellungnahme von ihm. Doch auch wenn Superman sich dazu bereit erklärt, kommt dann doch wieder alles anders - und vor allem mit einer erneuten Charakteränderung: Jesse Eisenbergs Lex Luthor wirkt wie eine wilde Mischung aus The Social Networks Mark Zuckerberg und Die Unfassbaren - Now you see mes J. Daniel Atlas, die nicht mehr viel von dem Lex Luthor, wie wir ihn aus vergangenen Verfilmungen kennen, übrig lässt und ihn regelrecht verrückt darstellt.

Luthor hetzt nicht nur die beiden Superhelden gegeneinander, sondern macht sich auch noch an Zods Leichnam und dessen Raumschiff ran, um eine Kreatur zu schaffen, die was...? ...Wut und Zerstörung säen soll? ...Superman besiegen soll? Man erfährt in den zweieinhalb Stunden nicht eine Hintergrundinformation über etwaige Beweggründe. Und sollten doch welche vorhanden sein, sind sie so fadenscheinig, dass man das nicht wirklich nachvollziehen kann. Das ganze Drehbuchkonstrukt setzt einzig und allein auf den Kampf der Superhelden, die so eindimensional wirken, dass man versucht ist, abzuschalten. Auch Amy Adams als Lois Lane ist wieder nur schmückendes Beiwerk.

Und dann sind da noch The Flash, Aquaman, Cyborg und Wonder Woman - Figuren, die im Film auftauchen, aber nicht genannt werden! Wer die Comics nicht kennt, wird sich fragen, was das soll und wer die sind und warum Khal Drogo unter Wasser schwimmt... Einzig wird mit Diana Prince eine neue Figur eingeführt, die schließlich Batman und Superman nach beigelegtem Streit, der wahnsinnig unfreiwillig komisch und hirnrissig verpufft, im Kampf gegen Luthors Kreation „Doomsday“ unterstützt und dabei nicht nur körperlich die beste Figur macht. Dass man sich dann aber trotzdem fragt, wer diese unbekannte Frau ist, was ihr Outfit samt Lichtpeitsche soll und woher das alles kommt, ist nur ein weiterer Teil des schwachen Drehbuchs. Oder es wird später erklärt. Trotzdem: alles recht fragwürdig.

Wer Zack Snyders Stil mag, der wird bei dem Film voll auf seine/ihre Kosten kommen. Im Hinblick auf den kommenden Justice League-Zweiteiler, dessen erster Teil nächstes Jahr in die Kinos kommen soll und dessen lächerlicher Grundstein am Ende des Films gelegt wird, kann man nur auf ein besseres Drehbuch (vergeblich?) hoffen. Vielleicht bin ich auch von DC Comics' TV-Vielseitigkeit mit The Flash, Arrow und Supergirl verwöhnt, wo die Figuren weitaus mehr Tiefgang besitzen und die Geschichten und Figuren miteinander verwoben sind.

Aber auch die Verschiedenheit zwischen TV- und Kino-Universum ist ein großes Manko bei DC Comics. Bei Marvel ist das völlig anders. Marvel hat alles gleich richtig gemacht. Hier sind nicht nur die Filme und Serien ineinander verwoben, auch die Figuren und deren Schauspieler sind dieselben, von mehr Charaktertiefe ganz zu schweigen. Wenn hier im Film The Flash (ohne Namensnennung, lediglich mit einem Symbol in der Datenbank versehen) auftaucht, erhofft man sich einfach, Grant Gustin zu sehen!

Ein anderer Kritikpunkt ist auch noch die Verfärbung der Figuren. Es ist einfach nicht nachzuvollziehen, warum hier Perry White von einem Schwarzen gespielt wird. Der Name ist Programm! Kein Schwarzer heißt White! Ebenso verhält es sich in der Serie Supergirl, in der Jimmy Olsen (namentlich schwedischer Herkunft!) von einem Schwarzen gespielt wird. Was soll der Schwachsinn? Nichts gegen Schwarze! Von mir aus können die Figuren bunt sein - allerdings in plausiblem Rahmen! Warum nicht Lois Lane? Oder Alfred? Oder Lex Luthor? Ach nein, der geht nicht, weil er von einem Ossi abstammt...wat??? Da wünsche ich mir doch glatt eine Neuverfilmung von Meteor Man!

Batman v Superman: Dawn of Justice - den Titel hat man jetzt nicht ins Deutsche übersetzt, macht auch nix. Aber was ist aus der Gesellschaft geworden? Früher hieß es noch „versus“, dann wurde das Wort mit „vs.“ abgekürzt. Dass man jetzt daraus nur noch ein kleines v macht, irritiert bzw. stört den Linguisten irgendwie. Aber trotz alledem ist der Film ein grandioses Actionspektakel, bei dem man auch nicht wie bei Man of Steel während pausenloser Kampfesorgien einzunicken droht. Er hat ein paar originelle Ansätze und mit Ben Afflecks Batman und Gal Gadots Wonder Woman zwei Schauspieler/Figuren, auf die man sich in den kommenden Filmen freuen kann. ■ mz

Drama/Action/Fantasy
USA 2016
152 min
3D


mit
Ben Affleck (Bruce Wayne/Batman) Peter Flechtner
Henry Cavill (Clark Kent/Superman) Alexander Doering
Amy Adams (Lois Lane) Giuliana Jakobeit
Jesse Eisenberg (Alexander Luthor) Leonhard Mahlich
Gal Gadot (Diana Prince/Wonder Woman) Sanam Afrashteh
Holly Hunter (Senatorin Finch) Cornelia Meinhardt
Harry Lennix (Sekretär Calvin Swanwick) Ronald Nitschke
Scoot McNairy (Wallace Keefe) Matthias Deutelmoser
Joe Morton (Dr. Silas Stone) Oliver Siebeck
Diane Lane (Martha Kent) Arianne Borbach
Laurence Fishburne (Perry White) Tom Vogt
Jeremy Irons (Alfred Pennyworth) Thomas Fritsch
Michael Cassidy (Jimmy Olsen)
Kevin Costner (Jonathan Kent) Frank Glaubrecht
Jeffrey Dean Morgan (Thomas Wayne)
Michael Shannon (Zod)
Lauren Cohan (Martha Wayne)
Jason Momoa (Arthur Curry/Aquaman)
Neil deGrasse Tyson Stefan Fredrich
Callan Mulvey (Anatoli Knyazev) Mark Schmal
Sammi Rotibi (General Amajagh) Michael Ojake
Patrick Wilson (POTUS)
Carla Gugino (Computerstimme des Raumschiffs)
u.a.

drehbuch
David S. Goyer
Chris Terrio
Bob Kane, Bill Finger (Comicvorlage Batman)
Joe Shuster, Jerry Siegel (Comicvorlage Superman)

musik
Hans Zimmer
Junkie XL

kamera
Larry Fong

regie
Zack Snyder

produktion
Warner Brothers Pictures
Atlas Entertainment
Cruel & Unusual Films
DC Comics
DC Entertainment
RatPac-Dune Entertainment

verleih
Warner Brothers