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03 | 10 | 17 | 24 | 31
Die Bestimmung - Allegiant
The Divergent Series: Allegiant
Nach der Machtergreifung Evelyns tobt in Chicago ein Krieg zwischen den von ihr angeführten Fraktionslosen und einer Widerstandsbewegung, die die Fraktionen wieder einführen will. Um diesen Konflikt zu lösen, und endlich Antworten über die Welt hinter der Mauer zu finden, überwinden Tris und ihre Gefährten erstmals die große Barriere. Was sie dahinter finden, stellt alles, was sie bisher über ihr Leben wussten, auf den Kopf. Inmitten einer toxischen Wüstenlandschaft entdecken sie eine Hi-Tech-Oase, die Frieden im Chaos verspricht.
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»Great leaders don't seek power. They're called by necessity.« - Johanna

»Als wir Tris in Divergent kennenlernten, entwickelte sie ihre Stärken. In ►Insurgent wurde sie von Schuldgefühlen gequält und von ihrem Bruder Caleb hintergangen. In Allegiant verlässt sie erstmals Chicago, damit sich ihr Schicksal erfüllen kann«, erzählt Shailene Woodley. Theo James freute sich auf die neuen Aufgaben und Gefahren, denen sich Tris und Four diesmal in einer fremden Umgebung stellen müssen.

»Die beiden haben so viel zusammen durchgemacht, sie haben gekämpft und Menschen verloren, die ihnen nahe standen«, so James. »Sie glauben, dass es da draußen eine bessere Welt geben muss, und können es kaum erwarten, etwas Neues zu entdecken. Und natürlich wollen sie endlich Antworten auf die große Frage, um die es in den Romanen und in unseren Filmen geht: Was ist eigentlich mit der Erde passiert – und warum?«

Der Mann, der die Antworten auf diese Fragen zu kennen scheint, heißt David. Der visionäre Leiter des Amtes für genetisches Sozialwesen wird von Jeff Daniels gespielt: »Chicago ist ein gigantisches Gen-Experiment, das katastrophale Konsequenzen hatte«, erläutert er. »Aber es ist Davids Lebenswerk. Und er ist durch nichts und niemanden von seiner Vision abzubringen.«

Über Generationen ist die DNS nahezu jedes Menschen auf dem Planeten manipuliert worden, um Babys mit perfekten Genen zu erzeugen. Davids Ziel ist es, alle genetisch „defekten“ Kinder aus der Randzone zu „retten“ und im isolierten Chicago zu internieren, damit sich ihre Gendefekte mit der Zeit von selbst heilen.

»Und das bedeutet, eine Menge Menschen zu manipulieren«, fährt Jeff Daniels fort. »Das Fraktionssystem in Chicago war tückisch: Drillt man Menschen zu furchtlosen Kämpfern, wie die Ferox, werden sie letztlich grausam. Zu friedliebend? Macht passiv. Zu intellektuell bedeutet den Verlust jedes Mitgefühls. Tris ist als Unbestimmte die Einzige ohne Manko – sie ist genetisch rein. Deshalb will David sie unbedingt an seiner Seite.«

Zunächst ist Tris fasziniert, wie viel David über sie weiß, und glaubt, dass er nur das Beste will. »Anfangs hält man David für einen Wohltäter, der Kindern helfen möchte«, ergänzt der ausführende Produzent Barry Waldman. »Aber nach und nach begreift man, dass er eigene Pläne verfolgt.«

In Chicago hat unterdessen Evelyn die Macht an sich gerissen und etabliert eine neue, blutige Ordnung: Sie lässt die Anhänger ihrer ermordeten Todfeindin Jeanine nach einer Wahrheitsfindung durch die Candor exekutieren. Johanna, ehemalige Anführerin der friedfertigen Amite, glaubt nicht, dass Evelyn Chicago menschenwürdig regieren kann und organisiert jetzt die Widerstandsbewegung, die sich „Die Getreuen“ nennt. »Johanna würde sich ja gern solidarisch zeigen«, sagt Octavia Spencer.

»Doch Evelyn ist genauso tyrannisch wie ihre Vorgängerin Jeanine. Johanna hofft das Beste, ist aber auf das Schlimmste gefasst. Die Getreuen glauben, dass es nur Frieden geben kann, wenn das Fraktionssystem wieder eingesetzt wird. Das Unbekannte macht ihnen Angst, also wollen sie lieber zur alten Gesellschaftsordnung zurückkehren, auch wenn diese nicht perfekt war. Aber die Fraktionen sollen wieder ihrem ursprünglichen Zweck dienen – nicht so korrupt wie unter Jeanines Diktatur.«

»You saved a city. Let us save the world!« - David

Während sich der Konflikt zwischen Evelyns und Johannas Anhängern zuspitzt, versammelt Tris für ihre Reise ins Ungewisse ihre engsten Vertrauten um sich - Four, Christina, Peter, Caleb und Tori. Als sie bemerken, dass der Zaun unter Strom steht und einer aus ihrem Team dadurch das Zeitliche segnet, machen sie sich zunächst daran, den Trafo auszuschalten. Wie gut, dass dieser gleich in der Nähe der Stelle war, an der sie die Mauer überqueren wollten... Das stand halt so im Drehbuch - vermutlich, um Zeit zu sparen.

Und dann kommt das Schärfste: Tris und ihre Gruppe schaffen es über die Mauer und finden sich in einer postapokalyptischen Einöde wieder, die nur die „Randzone“ genannt wird. Unter der Leitung von Produktionsdesigner Alec Hammond versprühte das Team über 300 Kubikmeter umweltfreundliche Hydrosaat sowie rote Farbe. So entstanden an vier Sets um Atlanta insgesamt 15 Hektar Randzonen-Fläche. Da hat man solch einen Aufwand betrieben und dann sieht das Ganze aus wie im Studio gedreht - wie man es aus den Classic-Episoden bei Star Trek kennt.

Die wüstenartige Zone ist für Tris und ihre Kameraden eine herbe Enttäuschung: Natürlich hatten sie jenseits der Mauer etwas Spektakuläres erwartet. Als wäre das noch nicht genug, werden Tris und ihre Kameraden weiterhin von Evelyns rechter Hand Edgar gejagt. Er erwischt sie schließlich in einem SRAT-Fahrzeug, das aussieht wie ein Panzer. Die Sequenz wurde auf zehn Hektar Sand und Schotter im Steinbruch von Stockbridge nahe Atlanta gefilmt.

Und Tris sitzt in der Falle. Da öffnet sich plötzlich über ihnen ein Portal im Himmel: Ein gigantisches Hologramm, die sogenannte „Camouflage-Wall“, trennt das Amt von der Randzone und Chicago. Im nächsten Moment holen Soldaten des Amtes Tris und ihre Begleiter an Bord eiförmiger Flugobjekte, die sich Plasma-Blasen nennen. Tris, Four, Christina, Caleb und Peter erreichen ein imposantes, futuristisches Gelände. Hier residiert, wie sie bald erfahren, das Amt für genetisches Sozialwesen.

Die Filmemacher entwarfen die sterilen Hightech-Räumlichkeiten des Amtes als krassen Gegensatz zur Trümmerstadt Chicago aus den letzten Filmen. Der gleißende Gebäudekomplex macht großen Eindruck auf Tris und ihr Team, so Shailene Woodley: »Wir sind alle im heruntergekommenen Chicago aufgewachsen, das Amt für genetisches Sozialwesen unterscheidet sich also von allem, was wir jemals gesehen haben. Es ist blitzsauber, hygienisch, funktional. Als wir im Amt eintreffen, sind wir natürlich erst mal vorsichtig, brennen aber auf diesen Luxus, den wir in Chicago nie hatten.«

Aber bevor die Besucher die makellosen Amtsräume betreten dürfen, werden sie einer gründlichen Ganzkörperreinigung unterzogen, um Schadstoffe und radioaktive Strahlung aus der Randzone abzuwaschen. »Diese Dekontaminierung funktioniert wie eine ausgiebige Dusche«, führt Woodley aus. »Danach erhält jeder von uns ein Tattoo, an dem zu erkennen ist, ob wir „rein“ oder „defekt“ sind. Es ist, als würde man sein altes Leben abwaschen, um ein neues anzufangen.«

Das Amt für genetisches Sozialwesen wurde einst auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens von Chicago gebaut, dem O'Hare Airport. »Wir haben ein paar neue Terminals hinzugefügt und das Ganze dann zerstört«, erklärt Alec Hammond. »Während der „Reinheitskriege“ wurden die Flugzeuge einfach auf den Startbahnen stehengelassen, an den Gates liegt noch Ausrüstung herum. Jetzt ist alles mit Bäumen und Unkraut überwachsen, aber man sieht es noch. Das Amt entstand, als das Gen-Experiment „Chicago“ gestartet wurde, und hat im Verlauf des Jahrhunderts expandiert.«

Tris ist als einzige „genetisch rein“ aus dem Gen-Experiment in Chicago hervorgegangen. Jetzt erfährt sie auch die Wahrheit über ihre Mutter Natalie: David stellt Tris ein sogenanntes „Memory-Pad“ zur Verfügung. »Das ist ein futuristisches Gerät, das ermöglicht, die Erinnerungen eines anderen Menschen zu durchleben – mit Hilfe kleiner Dioden, die an den Schläfen befestigt werden«, erläutert Stefan Fangmeier, Leiter der VFX-Abteilung.

»So erlebt Tris ihre Mutter als neunjähriges Mädchen in der Randzone, das von den Soldaten des Amtes für genetisches Sozialwesen gefangen wird. Der Übergang von der Realitätsebene, in der sich Tris in Davids Büro befindet, mitten hinein in die Erinnerung ist uns fantastisch gelungen. Das ist nämlich keine simple Rückblende. Vielmehr setzt sich die Welt der Erinnerung Stück für Stück vor Tris' Augen zusammen.«

Was Tris erfährt, lässt sie endlich auch sich selbst klarer sehen. »Dass sie ihre eigene Familiengeschichte erlebt, bringt sie dazu, die Unbestimmten in Chicago retten zu wollen«, erläutert Alec Hammond. »Durch den Memory-Tab erfährt sie, dass ihre Mutter vor vielen Jahren nach Chicago zurück geschickt wurde, um das Experiment zu retten. Das erinnert Tris an die Werte, die sie zu bewahren versucht.«

»You want peace without struggle. The world doesn't work that way!« - David

Seit über hundert Jahren stehen die Probanden des Langzeitexperiments in Chicago unter permanenter Beobachtung. Dazu nutzt das Amt für genetisches Sozialwesen modernste Überwachungstechnologie. Als Tris und ihre Begleiter eintreffen, werden sie von den Mitarbeitern wie Rockstars empfangen – schließlich kennen sie Tris und die anderen seit deren Geburt. Die Gäste sind verständlicherweise nicht erfreut, dass sie schon ihr ganzes Leben lang heimlich überwacht werden. »Tris ist verstört«, führt Shailene Woodley aus. »Aber sie will unbedingt wissen, warum sie beobachtet werden und herausfinden, welches Ziel das Amt wirklich verfolgt.«

Im Amt für genetisches Sozialwesen wird Jedem ein Job zugewiesen. So werden Caleb und Peter zur Überwachung abkommandiert: In ihren Kabinen sitzend, können sie den Alltag in Chicago verfolgen, als wären sie selbst vor Ort. »Sie tauchen in die dreidimensionale Welt des Experiments namens Chicago ein, während sie im Amt in Sesseln sitzen«, erklärt Hammond. »Alles wird mittels Sensoren aufgezeichnet. So können sie sich mitten in diese Welt hineinversetzen, ohne dass irgendjemand sie sieht, und indirekt alles miterleben, was in der Stadt vor sich geht.«

Caleb macht sich schnell mit der unglaublichen Technik vertraut und genießt seine „Allmacht“, während Peter die Überwachungskabinen nur als ersten Schritt auf der Karriereleiter betrachtet. »Peter erhofft sich eine große Aufgabe im Amt, stattdessen hockt er neben Caleb in der Überwachungszentrale«, sagt Miles Teller. »Aber es ist schon irre, dass er alles sieht, was die Leute in Chicago tun, während diese keine Ahnung haben, dass sie beobachtet werden. Und da Peter nun mal Peter ist, nutzt er das zu seinem persönlichen Vorteil.«

Ein weiteres Highlight der Technologie des Amtes kommt auf dem Höhepunkt des Films zum Einsatz, in der Schlacht gegen Evelyn und ihre Armee: personenbezogene Drohnen. Diese kleinen schwarzen Discs orten für die Kämpfer den Feind. Sie fungieren quasi als digitale Scouts und können darüber hinaus ein Schutzkraftfeld erzeugen. »Die Drohne kann voraus, hinterher und sogar um Ecken fliegen und sehen, welche Gefahr sich dahinter verbirgt«, erläutert VFX-Produzentin Erika A. McKee. »Die Soldaten steuern ihre Drohnen nur mit den Fingern und einem Spezialhandschuh.«

Dass die Produzenten aus dem dritten Teil, wie auch schon bei anderen Trilogien, einen Zweiteiler machten, war zu erwarten, denn nur so lässt sich die Trilogie erfolgreich verkaufen. Dass dafür die Geschichte verändert werden musste, liegt dabei auf der Hand. »Den Fans des Romans wird es gefallen, dass wir uns einerseits an die Vorlage halten, der Story aber einen völlig neuen Handlungsstrang hinzugefügt haben«, glaubt Shailene Woodley.

»Vieles, was im Film zu sehen ist, hat sich Veronica Roth ausgedacht, andere Ideen stammen von unserem Regisseur und anderen, die an Allegiant mitgearbeitet haben. Dieser Film ist noch gigantischer und mitreißender als die ersten beiden – allein schon weil die Figuren eine für sie völlig neue Welt entdecken. Und den Zuschauern wird es genauso gehen.«

Naja. Da hat sie mal wieder ordentlich Zucker aufgetragen. Durch die Aufteilung konnte man die Geschichte ein wenig strecken und verändern. Somit gibt es jede Menge fortlaufender Handlung, und doch passiert nicht viel. Und das Ende von Allegiant wirkt recht abrupt. Fans der Romane werden sich wohl zunächst wundern, denn ursprünglich sollte die Geschichte ohne Tris weitererzählt werden! Ob Tris dann doch noch von ihrem Romanschicksal eingeholt wird, wird sich im letzten Teil Ascendant zeigen, der im nächsten Jahr in die Kinos kommen wird.

Immerhin spricht der Film die Jugend an, die sich dafür interessiert, wie denn die Welt in der Zukunft aussehen könnte, und das natürlich mit Hilfe einer Liebesgeschichte für die weiblichen Zuschauer, um das Zielpublikum nicht zu stark zu begrenzen. Immerhin will man ja nach so vielen Ausgaben auch noch was einnehmen. Und wenn Tris jetzt schon so zeitig ausgeschieden wäre, hätte man die vermutlich einzige Sympathiefigur verloren - und vor allem diejenige, die die Filmzügel fest in der Hand hält. So macht's Hollywood mal wieder spannend, ob es denn doch noch ein Happy End für das Liebespaar geben wird oder nicht... ■ mz

Drama/SciFi/Abenteuer
USA 2016
121 min



mit
Shailene Woodley (Beatrice „Tris“ Prior) Janin Stenzel
Theo James (Tobias „Four“ Eaton) Jan Makino
Jeff Daniels (David) Wolfgang Condrus
Miles Teller (Peter) Roman Wolko
Ansel Elgort (Caleb Prior) David Turba
Zoë Kravitz (Christina) Tanya Kahana
Octavia Spencer (Johanna) Arianne Borbach
Naomi Watts (Evelyn Johnson) Irina von Bentheim
Ray Stevenson (Marcus Eaton) Oliver Siebeck
Maggie Q (Tori Wu) Vera Teltz
Daniel Dae Kim (Jack Kang) Viktor Neumann
Mekhi Phifer (Max) Charles Rettinghaus
Bill Skarsgård (Matthew) Charles Rettinghaus
Keiynan Lonsdale (Uriah) Nico Sablik
Jonny Weston (Edgar) Konrad Bösherz
u.a.

drehbuch
Noah Oppenheim
Adam Cooper
Bill Collage
basierend auf dem Roman von Veronica Roth

musik
Joseph Trapanese

kamera
Florian Ballhaus

regie
Robert Schwentke

produktion
Summit Entertainment
Red Wagon Entertainment
Lionsgate

verleih
Concorde