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Die Peanuts - Der Film
The Peanuts Movie
Charlie Brown will nicht mehr der ewige Verlierer sein, sei es beim Baseball oder in der Schule. Immer wieder blamiert er sich, auch wenn ihm sein treuer Freund Snoopy den Rücken stärkt und ihn ermutigt. Da kommt ein neues Mädchen in die Klasse. Sie ist hübsch und alle sind auf Anhieb in sie verliebt, auch Charlie. Doch er schafft es kaum, sie anzublicken.
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Die ersten Peanuts-Geschichten erschienen bereits 1942 als Comic-Zeichnungen. Seit den 50er Jahren drucken die amerikanischen Zeitungen kleine Episoden von Charlie Brown, Snoopy & Co.. Charles M. Schulz, der Erfinder der Peanuts, starb im Jahr 2000 im Alter von 77 Jahren und hinterließ ganze 17.897 gezeichnete Comicstrips. Daraus entstanden vier abendfüllende Kino-Zeichentrickfilme, Fernsehspecials und natürlich Comic-Bücher.

Irgendwo im mittleren Westen der USA leben eine Handvoll Schulkinder in einem typisch amerikanischen Vorort, die „Peanuts“. In der Welt der Kinder erscheinen die Erwachsenen nur als Stimme aus dem Off und diese meist mahnend, ins Unverständliche verzerrt. Charles M. Schulz hat seine eigene Kindheit interpretiert. Schulz' alter ego ist der Pechvogel Charlie Brown, dem nichts zu gelingen scheint, und der bei seinen Klassenkameraden oft nur ein genervtes: „Oh nein, Charlie Brown“ zu hören bekommt.

Die Peanuts - Der Film ist eine Ansammlung der Best-of-Comics: Es geht um Charlie Brown, dem nichts so recht gelingen mag, selbst der Drachen verweigert den Himmelsflug, um Snoopy, seinen treuen Beagle, der in seinen Träumen auf seiner fliegenden Hundehütte den Roten Baron im ersten Weltkrieg verfolgt. Es geht um Lucy, die selbsternannte Psychiaterin, die keine Gelegenheit auslässt, Charlie Brown auf sein Versagen hinzuweisen, und natürlich um das geheimnisvolle, rothaarige Mädchen, in das Charlie Brown unsterblich verliebt ist und für das er alles tun würde.

Während in den anderen Peanuts-Filmen auf den großen Kürbis zu Halloween gewartet wird, dreht sich diesmal alles um Charlie Browns Schwärmerei für das rothaarige Mädchen. Als das rothaarige Mädchen ins Haus gegenüber einzieht und in dieselbe Schulklasse kommt, möchte Charlie Brown endlich ganz groß rauskommen. Die Verwechslung der Gewinner-Punktzahl beim Schultest, eröffnet plötzlich die ganz große Chance, aus dem notorischen Pechvogel den selbstsicheren Überflieger zu machen, garantiert dadurch bei allen beliebt.

Wer mit den Geschichten der Peanuts aufgewachsen ist, weiß, dass die verschiedenen Charaktere sich nicht ändern. So bleibt der Pechvogel Charlie Brown am Ende immer der sympathische Verlierer, der nur einen kurzen Moment des Ruhms an der Schule genießen durfte. An seiner Seite, sowie in guten wie auch in schlechten Zeiten, ist Snoopy, sein Hund, der im Garten auf dem Dach seiner Hundehütte vom Fliegen träumt. Auch Snoopys Herz schlägt höher, als ihm die Hundedame Fifi, ebenfalls leidenschaftliche Pilotin, begegnet. In seinen Träumen verfolgt er den Roten Baron im Kampf-Doppeldecker, der seine Herzensdame entführt hat und ihn herausfordert - meine liebste Szene im Film.

Ob bei Snoopys Fliegerträumen im ersten Weltkrieg oder bei den Pechsträhnen und kurzen Momenten des Erfolgs eines Charlie Browns, bleibt die Geschichte sehr liebevoll und recht harmlos. Die Werte eines guten Amerikas mit seinen Familiengrundsätzen wie Ehrlichkeit, Freundschaft und Gemeinsinn, spielen bei den Peanuts die tragende Rolle. Vielleicht ist der Film deshalb ein bisschen langweilig und vorhersehbar. Auch bei den Comics fand ich die Geschichten von Snoopy immer spannender als die der amerikanischen Vorstadtkugelköpfe. In 3D werden aus den animierten, runden Köpfen zwar richtige Kugeln, zuträglich für die Geschichte ist die 3D-Animation jedoch wohl kaum.

Charles M. Schulz' einfache, stilistisch zurückhaltende Kurzgeschichten seiner Peanuts-Zeitungscomics leben von deren Inhalt. Viel Farbe, Bildtiefe und Detaillierung lenken eher ab. Wenn Snoopy in weiß und sein Freund, der Vogel, quietschtgelb gezeichnet sind, reicht das als Projektionsfläche für eine sehr merkwürdige und intensive Freundschaft zwischen einem Hund und einem Vogel völlig aus. Für Peanuts-Fans wird das alles keine Rolle spielen. Im Film bleiben sich die Charaktere treu, daran ändert die 3D-Animation wenig - ein zeitloses, nettes und vielleicht zu harmloses Familienkinovergnügen. ■ bh

Komödie/Animation/Kinderfilm
USA 2015
89 min
3D


mit den Stimen von
Bill Melendez (Archivton: Snoopy/Woodstock)
Noah Schnapp (Charlie Brown)
Hadley Belle Miller (Lucy)
Mariel Sheets (Sally)
Alex Garfin (Linus)
Francesca Capaldi (das kleine rothaarige Mädchen)
Venus Omega Schultheis (Peppermint Patty)
Rebecca Bloom (Marcie)
Marleik „Mar Mar“ Walker (Franklin)
Noah Johnston (Schroeder)
u.a.

drehbuch
Bryan Schulz
Craig Schulz
Cornelius Uliano
nach den Comic-Vorlagen von Charles M. Schulz

musik
Christophe Beck

regie
Steve Martino

produktion
Blue Sky Studios

verleih
20th Century Fox

kinostart
23. Dezember 2015