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03 | 10 | 17 | 24 | 31
Im Herzen der See
In the Heart of the Sea
1820 bricht das Walfangschiff Essex zu einer neuen Jagd auf. Doch dieses Mal wird alles anders. Ein gigantischer Pottwal dreht den Spieß kurzerhand um, und aus den Jägern werden Gejagte. Für die erfahrene Crew beginnt ein erbarmungsloser Kampf ums Überleben, wobei Kapitän Owen Chase versucht, im Chaos nicht den Überblick zu verlieren. Doch die Kräfteverhältnisse sind ungleich verteilt, und die letzten Überlebenden der Schiffbesatzung müssen sich in Rettungsboote flüchten...
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Es war einmal...vor etwa 200 Jahren, als die Insel Nantucket im US-Bundesstaat Massachusetts Hauptstadt des amerikanischen Walfangs war. Der ortsansässige Historiker Nathaniel Philbrick war fasziniert von dieser Industrie und ganz besonders von einer ganz bestimmten Schiffsreise, dessen Chronologie er in dem Buch „In the Heart of the Sea: The Tragedy of the Whaleship Essex“ festhielt.

Regisseur Ron Howard kannte diese Geschichte nicht, als Hauptdarsteller Chris Hemsworth ihm diese näher brachte: »Ich wusste überhaupt nichts über die „Essex“ und ich wusste nicht, dass das Drehbuch auf tatsächlichen Begebenheiten beruhte. Als ich dann jedoch erfuhr, dass das wirklich passierte, fand ich es überwältigend. Sofort fing ich an, mir einen Film vorzustellen, der sehr rau und heftig sein würde...einen Film, den ich mir ansehen würde, was für mich der entscheidende Litmus-Test ist.«

In dem Drehbuch von Charles Leavitt, der das Ganze zusammen mit Rick Jaffa und Amanda Silver verzapft hat, ist es kein Geringerer als der „mittelmäßige“ Schriftsteller Herman Melville, der die Geschichte der „Essex“ aus dem Mund von einem der wenigen Übelebenden, einem damals noch jungen Maat, niederschreibt. Dies ist die Rahmenhandlung, die uns dann weiter in die Vergangenheit katapultiert und die dramatischen Ereignisse audiovisuell aufbereitet serviert.

Die Tragödie der „Essex“ ist die Geschichte zweier Männer - der eine, Owen Chase, ein erfahrener Kommandant, der auf seinen ersten Kapitänsjob wartet, der andere, George Pollard, ein unerfahrener junger Kapitän aus reichem Hause. Es ist die klassische Geschichte eines inkompetenten Kapitäns und seinem ersten Offizier, deren Kompetenzgerangel zwar berechtigt ist, aber auch nur ein widriger Umstand dessen ist, was letztlich geschah.

Eindrucksvoll, ohne jedoch Walfang zu glorifizieren, inszenierte Oscar®-Preisträger Ron Howard diese Geschichte einer Ära, die schon bald zu Ende gehen sollte, denn irgendwer kam schließlich auf die Idee, im Boden nach Öl zu suchen. Es war eine Zeit, in der nicht nur Walöl für Lampen benutzt wurde, sondern auch andere Walteile für Möbel, Korsetts und zahlreiche andere Produkte verwendet wurden, während die Walfänger, die ihr Leben dafür riskierten, entbehrlich waren. Sie waren das, was heute die Jet-Piloten sind - „aus dem richtigen Zeug geschnitzt.“

Viele Kritiker vergleichen den Film mit der fiktiven Geschichte über „Moby Dick“. Und in dem Film ist es auch Melville, der von dieser sagenhaft unglaublichen Abenteuer- und Horrorgeschichte über einen riesigen Pottwal, der die Walfänger angreift, fasziniert ist, um daraus später seinen Klassiker zu fertigen. Doch eigentlich erzählt der Film die Geschichte der letzten Walfang-Fahrt der „Essex“ und wie es die Seemänner geschafft haben, wochenlang auf hoher See zu überleben.

Und das, so muss ich zugeben, ist Howard wirklich gut gelungen, abgesehen von den teilweise grottig schlechten visuellen Effekten, wo man sich schon fragt, ob der Film vor 50 Jahren gedreht wurde. Dramaturgisch ist er jedoch spannend, was ein Überlebensfilm auf hoher See selten ist, und er ist, was die Geschichte betrifft, vermutlich als historisch wertvoll anzusehen. Dass man sich dabei an einer Art „Making of Moby Dick“ orientiert hat, stört eigentlich nur und tut überhaupt nichts zur Sache. Gut gespielt ist er allemal, was eigentlich schade ist, denn mit ein wenig mehr Connaissance hätte daraus der Kassenschlager werden können, der er hätte sein sollen. ■ mz

Drama/Abenteuer
USA 2015
122 min
3D


mit
Chris Hemsworth (Owen Chase) Tommy Morgenstern
Benjamin Walker (George Pollard) Marius Clarén
Cillian Murphy (Matthew Joy) Norman Matt
Brendan Gleeson (Thomas Nickerson) Axel Lutter
Ben Whishaw (Herman Melville) Tobias Nath
Michelle Fairley (Mrs. Nickerson) Elisabeth Günther
Tom Holland (junger Tom Nickerson) Patrick Baehr
Frank Dillane (Owen Coffin) Ricardo Richter
Paul Anderson (Caleb Chappel)
Joseph Mawle (Benjamin Lawrence)
Charlotte Riley (Peggy Chase)
Donald Sumpter (Paul Mason) Friedrich Georg Beckhaus
Jordi Mollà (spanischer Kapitän) Abelardo Decamilli
u.a.

drehbuch
Charles Leavitt
Rick Jaffa
Amanda Silver
nach der Buchvorlage von Nathaniel Philbrick

musik
Roque Baños

kamera
Anthony Dod Mantle

regie
Ron Howard

produktion
Warner Brothers
Imagine Entertainment
Cott Productions
Roth Films
Spring Creek Prod
Enelmar Productions, A.I.E.
K. JAM Media
Sur-Film
Village Roadshow Pictures

verleih
Warner Brothers