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Alle Jahre wieder
Weihnachten mit den Coopers
Love the Coopers
In der Ehe des seit 40 Jahren verheirateten Paares Charlotte und Sam kriselt es gewaltig. Doch natürlich wollen die beiden zumindest zu Weihnachten für ihre Familie das glückliche Paar als Gastgeber vorgaukeln. Ihr Sohn Hank, Vater dreier Kinder, ist längst geschieden und hat nun auch seinen Job verloren, was er nicht verraten will. Seine Schwester Eleanor überredet einen Wildfremden, sich als ihr Freund auszugeben, damit sie nicht wegen ihres Singledaseins gelöchert wird. Und der alte Bucky hat überhaupt keine Lust, den Weihnachtsabend mit der Familie zu verbringen.
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Ausnahmeregisseurin (und -Drehbuchautorin) Jessie Nelson inszenierte diese turbulente wie besinnliche Familienkomödie um ein chaotisches Weihnachten nach klassischem Strickmuster. Natürlich gibt es keinen besseren Ausgangspunkt für Komödie und zwischenmenschliche Spannungen, als eine Geschichte in einem sehr komprimierten Zeitraum zu erzählen. »Diese hier ist besonders kompliziert und chaotisch«, meint Nelson.

»Deswegen spielt sie an diesem einen einzigen Tag, an dem alles anders ist: Heiligabend. Jedes Mitglied der Familie Cooper steht an diesem Tag an einem Wendepunkt in ihrem oder seinem Leben. Das erschien mir ausgesprochen lebensnah und alles andere als auf Hochglanz poliert, denn jede dieser Figuren präsentiert nach außen eine Version von sich, die eigentlich gar nichts damit zu tun hat, was in ihrem Inneren vorgeht.«

»Das ist die Zeit für Trost und Freude und die ganze Weit bricht in Panik aus. So als könne man Glück zeitlich planen.« - Bucky

Das Thema Zeit ist für den Film von entscheidender Bedeutung, erzählt Drehbuchautor Steven Rogers: »Die Menschen verbringen einfach viel Zeit damit, sich den Kopf über die Vergangenheit zu zerbrechen, oder sich Sorgen um die Zukunft zu machen. Dabei verpassen sie nicht selten die Gegenwart. Wobei das natürlich auch eine Generationsfrage ist. Wenn man jung ist, versucht man mit aller Kraft, etwas aus sich zu machen. Je älter man wird, desto mehr realisiert man, wie wichtig es ist, im Hier und Jetzt zu leben.«

Kein Wunder, dass es ausgerechnet Bucky ist, der im Film unser aller Absurdität im Angesicht von Weihnachten auf den Punkt bringt. Alan Arkin selbst fand Gefallen an dem Drehbuch, weil es ihm »so belesen und die Figuren so ergiebig« erschien. In Nelson, so sagt er, fand er eine Freundin fürs Leben, die für ihn und alle anderen ohne Frage die Mutter dieses Familienprojekts war. Der Schauspieler beschreibt Bucky als ehemaligen Lehrer, der seine Arbeit, seine Schüler und das Unterrichten liebte. Er ist verrückt nach Ruby und freut sich, für sie ein Mentor zu sein.

»Er sieht sich gerne als der pater familias«, sagt er. »Und ich denke, dass Ruby ihn in gewisser Weise an seine verstorbene Frau erinnert. Letztlich ist sie eine Art wunderschöner Stachel in seinem Fleisch. Sie macht ihn traurig und glücklich zugleich. Doch dann erfährt er, dass sie wegziehen will, und damit kann er nicht umgehen.«

Derweil berichtet Amanda Seyfried über Ruby, dass diese es im Leben nie leicht hatte. Sie freundet sich mit Bucky an, der zweimal am Tag in das Diner kommt, in dem sie als Kellnerin arbeitet. »Die beiden verstehen sich blendend, denn beide sind sie im Grunde verlorene Seelen«, sagt die Schauspielerin, die auch berichtet, dass sie und Arkin sich auch im wahren Leben schnell anfreundeten. »Beide sind auf der Suche nach etwas, das ihnen fehlt oder verloren gegangen ist.«

Bucky ist der Vater der von Diane Keaton gespielten Charlotte Cooper und ihrer Schwester Emma. Laut Produzent Michael London war Keaton schon sehr früh in die Produktion involviert, sowohl als Schauspielerin als auch als ausführende Produzentin. »Diane ist das Herzstück der Familie Cooper genauso, wie unseres Ensembles«, gibt er zu Protokoll. »Wenn man eine Schauspielerin von Dianes Kaliber verpflichtet hat, ist es sehr viel einfacher, eine tolle Besetzung zusammenzustellen. John Goodman war das nächste Teil in unserem Puzzle. Er verleiht Sam Cooper eine wunderbare Bodenständigkeit und viel Witz, was eine tolle Ergänzung zu Diane war. Außerdem hat er dieses gewisse väterliche Etwas. Wer würde John Goodman nicht gerne als Vater haben?

Auch in Alan Arkin, Marisa Tomei, Olivia Wilde und Ed Helms fanden wir großartige Schauspieler, die sich nicht nur bestens auf Komödien verstehen, sondern auch wahrhaftige Menschen auf die Leinwand bringen können. Dazu kommen Amanda Seyfried und Anthony Mackie, die als Außenseiter in das Weihnachtsabenteuer des Cooper-Clans hineingezogen werden. Beide haben ihren Figuren unglaublich viel Herz verliehen. Und Jake Lacy stiehlt als Eleanors Zufallsbekanntschaft Joe, der sich als ihr Freund ausgeben soll, beinahe den kompletten Film!«

»Ich weiß, dass du mich eigentlich gar nicht kennst, und dir nicht einmal sicher bist, ob du mich magst. Aber sei mein Freund, nur für diesen einen Abend.« - Eleanor

Am Flughafen lernt Eleanor Joe kennen und bittet ihn, sie zu ihren Eitern zu begleiten und sich einen Abend lang als ihren Freund auszugeben. »Ich mag Joe, denn er hat diese nicht ganz einfache Vergangenheit, die er versucht hinter sich zu lassen. Er bemüht sich, so gut es geht, der aufrechte Kerl zu sein, der er eigentlich sein möchte, aber nicht unbedingt immer war«, sagt Jake Lacy über seine Rolle. »Joe und Eleanor verstehen sich auf Anhieb blendend, wozu auch gehört, dass sie sich die ganze Zeit zanken und kabbeln. Sie passen bestens zusammen, auch wenn sie in vielen Fällen unterschiedliche Ansichten haben. Ihr Hin und Her macht verdammt viel Spaß!«

In der Beziehung der Schwestern Emma und Charlotte spielen humorvolle Sticheleien eine deutlich kleinere Rolle. Marisa Tomei, die Emma spielt, sieht ihre Figur als jemanden, der sehr viel emotionalen Ballast mit an den Weihnachtstisch bringt: »Sie ist verärgert, verbittert, trotzig, konfliktfreudig und einsam. Gerade zu dieser Jahreszeit wird ihr das besonders bewusst. Und natürlich ist sie auf die familiäre Situation ihrer Schwester eifersüchtig. Also sieht sie sich selbst in der Position, diejenige zu sein, die kein Blatt vor den Mund nimmt.«

»Ich habe oft das Gefühl, dass man an den Feiertagen Fremden begegnet, die mit nur einer Geste oder einem Wort dein Leben ein bisschen verändern können«, sagt die Regisseurin. Hier kommt es zu einer solchen Begegnung, als Emma versucht, eine als Geschenk für Charlotte gedachte Brosche zu klauen, und von Officer Williams verhaftet wird.

»Ich bin in gewisser Weise der Engel der gegenwärtigen Weihnacht«, sagt Anthony Mackie über seinen Officer Williams. »Ich trete in das Leben dieser Person, gebe ihr ein paar Weisheiten mit auf den Weg und lasse sie dann wieder ziehen.« Jessie Nelson legt allerdings Wert darauf, dass diese Begegnung nicht einseitig verläuft, sondern Emma und Officer Williams jeweils bleibenden Eindruck beim anderen hinterlassen: »Die Begegnung verändert sie, aber genauso verändert sie auch ihn.«

In der Entwicklung des Drehbuchs war es für Nelson besonders wichtig, dass zwar all die Spannungen in den Familienbeziehungen spürbar werden, aber man als Zuschauer trotzdem für jede der Figuren Verständnis und Sympathie aufbringen kann: »Keiner von ihnen liegt falsch. Eleanor hat Recht: Ihre Mutter macht sich zu viele Sorgen. Aber auch Charlotte hat Recht, denn, was ihre Tochter durchmacht, würde jede Mutter beunruhigen. Es stimmt, was Sam sagt: In ihre Ehe ist Stillstand eingezogen und sie müssen wieder Schwung in die Sache bringen und sich mehr auf sich selbst konzentrieren. Aber auch Charlotte hat nicht Unrecht: Ihre Kinder haben es gerade nicht unbedingt leicht und könnten ein bisschen Hilfe und Unterstützung gebrauchen.«

The most wonderful Time of the Year...

Weihnachten - ein Familienfest, das man am liebsten mit jeder Menge Schnee und leckerem Gänsebraten in Verbindung bringt. »Wir drehten im Februar in Pittsburgh, und dort ist es wunderschön, wenn der Schnee fällt«, berichtet die Regisseurin. »Die Stadt ist so prachtvoll, mit ihren Flüssen und Brücken. Wir wollten das unbedingt zu unserem Vorteil nutzen, deswegen haben wir all die Momente im Drehbuch, etwa wenn die Coopers Rodeln gehen oder jemand im Zug sitzt. Womit wir aber nicht gerechnet hatten, waren die Blizzards, die bei minus 20 Grad über die Stadt hinwegzogen. Einmal fror der Kameratruck ein, und an einem anderen Tag kam er drei Stunden zu spät, weil das Benzin im Tank gefroren war.«

Der Schnee hatte auch zur Folge, dass die Figuren immer wieder an bestimmten Orten miteinander feststecken und nicht wegkönnen, was die Konflikte und Emotionen nur noch intensivierte, wie Nelson erklärt: »Der unerbittliche Schneefall hält zum Beispiel den von Jake Lacy gespielten Joe am Flughafen fest. In einer solchen Umgebung eingeschneit zu sein, kann einen schon dazu bringen, sich Fremden gegenüber zu öffnen.«

Enge, geschlossene Räume drinnen und Schnee draußen waren allerdings nicht nur im Falle des Flughafens oder des Cooperschen Hauses angesagt: »Emma und Officer Williams etwa stecken im Polizeiauto fest, das nur langsam vorankommt. Der Schnee hält schließlich auch den Verkehr auf. Und wenn Bucky und Ruby sich im Restaurant unterhalten, dann sieht man vor dem Fenster die ganze Zeit, wie stark es schneit. Der Schnee ist in unserem Film wirklich omnipräsent.«

Aber nicht nur der Schnee ist allgegenwärtig, auch das Essen und dessen Zubereitung. Zu behaupten, die Vorbereitung des Weihnachtsessens wäre bei den Coopers eine Herkulesaufgabe, wäre eine absolute Untertreibung. Niemand wüsste das besser als die Filmemacher und vor allem Melissa McSorley, die Food-Stylistin des Films. Diese hatte ihre Expertise bereits beim Film ►Kiss the Cook unter Beweis gestellt und dabei so appetitanregende Arbeit geleistet, dass Regisseurin Jessie Nelson sie unbedingt mit an Bord haben wollte.

»Wir haben mit Melissa schwer daran gearbeitet, dass das Essen bei uns im Film nicht aussieht wie irgendetwas, das man in jedem beliebigen Restaurant bekommen könnte. Es sollte wie ein Festtagsmahl wirken, in das jemand wirklich viel Mühe gesteckt hat: wunderbare Gerichte und Rezepte, die in dieser Familie seit Generationen weitergegeben und auf Geschirr serviert werden, das seit vielen, vielen Jahren bei solchen Gelegenheiten zum Einsatz kommt«, erklärt Nelson.

»Die arme Melissa! Wir drehten Einstellung nach Einstellung. Und jedes Mal musste sie ein neues Weihnachtsessen und neu gefüllte Teller heranschaffen. Manchmal guckte ich auf den Tisch und realisierte, dass die Schauspieler die ganze Bratenfüllung aufgegessen hatten. Nach der 12. Einstellung am Esstisch musste ich mich da natürlich nicht wundern, wenn die Energie nachließ. Die waren alle im Kohlehydrate-Koma! Denn tatsächlich liebte jeder Melissas Füllung! Melissa hat es ganz wunderbar geschafft, die Schönheit eines familiären Weihnachtsfestes zuhause einzufangen. Sie hat wirklich ganze Arbeit geleistet, nicht zuletzt mit Charlotte Coopers prächtig gedecktem Tisch.«

Eines der Gerichte auf diesem Tisch war ein ganz besonderes mit dem Namen „Dump Salad“, das mehr oder weniger zum Markenzeichen des Film wurde. »Dianes Figur ist besessen davon, das Dump-Salad­Rezept ihrer Großtante zu machen«, lacht Nelson. Doch weder die Regisseurin noch McSorley [oder der Zuschauer] hatten je davon gehört, bevor sie das Drehbuch lasen. Für Autor Steven Rogers allerdings hat dieser Nachtisch eine ganz besondere Bedeutung, auch wenn sein Name nicht unbedingt verlockend ist und das Rezept erst einmal so klingt, als würde man ganz gerne darauf verzichten. Selbst Nelson musste jedoch schließlich zugeben, dass die seltsame Mischung aus Limonen-Götterspeise, zerdrückter Ananas, Hüttenkäse und künstlicher Schlagsahne »tatsächlich ziemlich gut schmeckt.«

Nicht jeder gibt ihr dabei Recht, denn zumindest Produzentin Janice Williams fand das Rezept aus ganz anderen Gründen „besonders“: »Ich habe es einmal probiert, und es schmeckte nicht besser als es aussah.« Sie lacht: »Mir blieb diese knallgrüne, käsige Angelegenheit ein Rätsel! Wahrscheinlich kommt daher der Name, denn „dump“ heißt ja unter anderem Müllkippe. Besonders oft wurde nicht daran genascht, wenn ich das richtig beobachtet habe.«

Weihnachten - ein Hundeparadies

Aber vielleicht hatte der „stress-fressende“ Hund Rags da mehr Interesse. Familienhund Rags, der von der Promenadenmischung Bolt gespielt wird, ist quasi der Rahmen des Films, denn er ist es, der dem Zuschauer erzählerisch die Pforten der Coopers öffnet, im Original übrigens gesprochen von Steve Martin.

Trainer Gary Mui berichtet, dass Bolt gerne mal Essen klaut: »Wir arrangierten die Szenen so, dass er das Gefühl hatte, er sei damit durchgekommen. Jeder erfahrene Filmhund lernt, vor allem wenn er von mir trainiert wurde, dass es eigentlich keine ernsthaften Konsequenzen für schlechtes Benehmen am Set gibt. Ich mag vielleicht ein strenges „Nein“ aussprechen, aber das ist dann auch schon alles. Sie lernen den Unterschied zwischen dem „Nein“, das heißt, dass sie am Set etwas nicht richtig gemacht haben, und dem „Nein“, dass sie sich wirklich falsch verhalten haben.

Bolt ist ein wirklich braver Hund, und zu 99,9% freut er sich, das zu machen, was ich von ihm will. Aber ab und zu hat er gerne das Gefühl, dass er mir eins auswischt, vor allem wenn Essen mit im Spiel ist. In diesem Fall haben wir seine Schwäche für unsere Zwecke genutzt. Er hätte sogar noch doppelt so viele Szenen gedreht, wenn es nötig gewesen wäre.«

Muis Lieblingsszene mit Bolt ist die, in der er durch das Wohnzimmer rennt und nach Essen sucht. Es war das Ende eines Drehtages, und Jessie hatte sich vorgenommen, die Szene mit der Steadicam zu drehen. Wir hatten sie nicht geprobt, und ich konnte mich nirgends positionieren, um ihn anzuleiten, denn die Kamera folgte ihm die ganze Zeit ohne Unterbrechung. Also haben wir die Szene in ihre Einzelteile zerlegt und ihm gezeigt, was wir von ihm wollten. Dann haben wir zehn Minuten lang geprobt und einfach drauflosgedreht. An diesem Tag war ich besonders beeindruckt von ihm, denn er hat das super gemacht. Und das nicht nur einmal.«

Alle Ensemble- und Crewmitglieder schlossen Bolt sofort in ihr Herz. »Diane Keaton und Amanda Seyfried haben ihm jedes Mal volle Aufmerksamkeit gewidmet wenn er am Set war. Aber wenn er einen Favoriten hatte, dann sicherlich June Squibb. Zwischen den beiden stimmte einfach die Chemie. Wobei es natürlich nicht geschadet hat, dass sie ihn in allen gemeinsamen Szenen entweder gefüttert oder geknuddelt hat«, berichtet Mui.

»Eine Sache, auf die man bei Bolt immer achten muss, ist, dass nichts sein Blickfeld stört. Während der Szene, in der die ganze Familie zusammen singt (was unser erster Tag am Set war), starrte er ständig nach rechts, obwohl ich zu seiner Linken stand. Irgendwann stellte ich fest, dass es Alan Arkin war, den er die ganze Zeit ins Auge fasste. Scheinbar hatte er einfach eine enorme Zuneigung zu Alan Arkin. John Goodman fand das vollkommen nachvollziehbar. Der meinte, dass das allen so gehen würde.«

Have yourself a merry little Christmas...

»Ich würde fast sagen, die Coopers sind die von Trapps von Weihnachten«, lacht Regisseurin Nelson mit Verweis auf den allseits bekannten Kinoklassiker. »Sie sind die von Coopers!« Natürlich sind sie nicht wirklich die Nachkommen der singenden Trapp-Familie aus The Sound of Music. Aber für Nelson war es auf jeden Fall eine Überraschung, wie viel musikalisches Talent ihre Filmfamilie mitbrachte. Es übertraf ihre wildesten Vorstellungen.

Alan Arkin, seines Zeichens ehemaliger Folk-Musiker, konnte auf der Ukulele eigentlich alles spielen. Ed Helms gab seiner Regisseurin gleich drei Optionen: Klavier, Gitarre oder Banjo? John Goodman ist ein wunderbarer Musiker und Sänger und beherrscht schon seit langem die Mundharmonika. Diane Keaton hat bereits in vielen ihrer Filme gesungen und freute sich über die Gelegenheit, einige ihrer liebsten Weihnachtslieder zu singen. Auch June Squibb ist eine talentierte Sängerin und harmonisierte bestens mit Keaton. Und Alex Borstein nutze die Chance, sich als Anfänger-Cellistin mit den Besten zu messen.

»Musik ist ein wichtiger Bestandteil der Feiertage und war für die Stimmung und den emotionalen Kern dieser Geschichte ganz entscheidend«, sagt Produzent Michael London. »Jessie wollte einen Film voller Feiertagsfreude drehen, aber Weihnachten auf eine Art und Weise zeigen, die man nicht oft zu sehen bekommt - mal feierlich, mal bittersüß oder melancholisch. Die Musik, die sie auswählte, deckt genau dieses Spektrum ob und verleiht dem Film ein wunderbar gefühlvolles Gerüst. Die Zusammenarbeit mit T-Bone Burnett erweckte den Soundtrack wirklich zum Leben.«

»Die richtigen Emotionen zu transportieren, war bei diesem Film die wichtigste Aufgabe, denn die Geschichte steckt voller unterschiedlicher Gefühle und Tonfälle«, gesteht Cutterin Nancy Richardson. »Musik war dabei ein entscheidender Faktor - und eine große Hilfe, von einer Szene voller Gelächter in einen richtig traurigen Moment überzuleiten.« Bestes Beispiel dafür ist im Film „Have yourself a merry little Christmas“, von Charlotte und Sam als berührendes Duett gesungen. Lustigerweise bot sich dabei sowohl für Keaton als auch für Goodman die Chance, ihr liebstes Weihnachtslied zu singen.

»Ich liebe „Have yourself a merry little Christmas“ einfach«, gesteht Keaton. »Das Lied mal in einem Film singen zu können, war einzigartig!« Für Jessie Nelson bringt der Song genau auf den Punkt, was die beiden Figuren durchmachen: »Sam und Charlotte singen das Lied zusammen, doch sie können es nicht zu Ende bringen. Es ist herzzerreißend. Ein wunderschöner, gefühlvoller, berührender und wahrhaftiger Moment.«

»Du bist'n Trottel!« - Bo

Der Film hat eigentlich alles, was zum Familienweihnachtsfilm gehört - Verkehrschaos, unbeschreibliche Komik und Melancholie. Und doch fehlt dem Film das gewisse Etwas. Sicher, die einzelnen Handlungsstränge der Familienmitglieder, die zum Finale im Cooper-Haus zusammenkommen, sind recht unterhaltsam und jede für sich nachvollziehbar und gut gespielt, doch oft fehlt ein passend-stimmiger Szenenübergang oder eine galante Überleitung. Aber vielleicht ist es auch das, was das wahre Weihnachten mit der Familie ausmacht - alles läuft asynchron und arhythmisch, und man pfercht sich zum Fest zusammen, komme was wolle, und jeder bringt seinen Ballast mit an den Gabentisch.

So geht es im Film nicht zuletzt darum, dass in einer Familie alle Mitglieder ihre Unterschiede tolerieren müssen. Diane Keaton unterschreibt das sofort: »Es geht auf jeden Fall um Toleranz, genauso wie um jede Menge Freude und Gelächter, und nicht zu vergessen darum, dass man seine Familie nicht umtauschen oder weiterverschenken kann!« In diesem Sinne: Frohes Fest und möge der Braten mit euch sein! ■ mz

Drama/Komödie
USA 2015
107 min


mit
Diane Keaton (Charlotte) Traudel Haas
John Goodman (Sam) Klaus Sonnenschein
Marisa Tomei (Emma) Maud Ackermann
Olivia Wilde (Eleanor) Anja Stadlober
Jake Lacy (Joe)
Ed Helms (Hank)
Alex Borstein (Angie)
Amanda Seyfried (Ruby)
Alan Arkin (Bucky)
Timothée Chalamet (Charlie)
Maxwell Simkins (Bo)
Blake Baumgartner (Madison)
Anthony Mackie (Officer Williams)
June Squibb (Tante Fishy)
u.a.

drehbuch
Steven Rogers

musik
Nick Urata

kamera
Elliot Davis

regie
Jessie Nelson

produktion
CBS Films
Groundswell Productions
Imagine Entertainment

verleih
StudioCanal