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Die Tribute von Panem - Mockingjay
The Hunger Games: Mockingjay
Katniss fürchtet um das Leben ihres geliebten Freundes Peeta, der mit anderen Tributen gefangen genommen wurde. So lässt sie sich nur schweren Herzens darauf ein, sich von der Präsidentin von Distrikt 13 zu einem Symbol der Rebellion aufbauen zu lassen. Mit Gale und einem mutigen Filmteam an ihrer Seite nimmt sie Clips in Kriegsgebieten auf, die den Menschen von Panem den Mut zu eigenen Aktionen gegen das Regime geben. Doch Snow antwortet mit noch grausameren Angriffen und instrumentalisiert Peeta für seine Zwecke.
Katniss Everdeen wird immer mehr zum wichtigsten Symbol der Revolution. Dennoch will sie sich nicht mit ihrer Rolle als Maskottchen abfinden, sondern vielmehr selber in der entscheidenden Schlacht ums Kapitol dabei sein, um Präsident Snow endlich persönlich den Todesstoß zu versetzen. Mitglied der kleinen Eliteeinheit hinter den Linien ist neben Gale unter anderem auch Peeta, der immer noch unter der Gehirnwäsche durch das Kapitol leidet und ein Sicherheitsrisiko ist. Doch die wahre Gefahr für die Revolution droht von ganz unerwarteter Seite...
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Mit den beiden Teilen von Mockingjay endet die furiose Trilogie nach den Romanen von Suzanne Collins. Und auch wenn man sich mit dem dritten Band mehr Zeit auf der Leinwand genommen hat, was besonders im ersten Teil von Mockingjay zu spüren ist, so können die Filme doch nicht 100%ig die Atmosphäre der Bücher einfangen und alle Figuren auf die Leinwand transportieren. Es musste auch hier wieder gekürzt werden, was den Lesern zwar aufallen wird, doch den Nichtlesern nicht unbedingt.

Im Internet liest man immer wieder von 10 Punkten, die im Film anders sind als in den Romanen. Doch wenn man ehrlich sein will: Das passt schon! Sicher, hätte man den zweiten Teil, Catching Fire, gekürzt, um die Handlung aus Mockingjay weiter auszudehnen [Seien wir mal ehrlich: Catching Fire war doch nun wirklich nur eine Wiederholung des ersten Teils], hätte man auch auf einen Zweiteiler verzichten können.

Abgesehen davon war die Entscheidung, den zweiten Teil von Mockingjay ein ganzes Jahr später zu zeigen, schon irgendwie zu offensichtlich marktpolitisch, damit der erste Teil schon einmal eine Auswertung auf dem Heimvideomarkt bekommt. Da hätte man auch die Fortsetzung einen Monat oder zwei Monate nach der Verwertung des ersten Teils ins Kino bringen können. Auf jeden Fall sollte man sich vorher nochmal den ersten Teil angesehen haben, denn wie beim Ende von Catching Fire fängt Mockingjay Teil 2 genau dort an, wo der erste Teil aufgehört hat - ohne kurze Zusammenfassung von Ereignissen, wie man sie aus TV-Serien gewöhnt ist.

Im ersten Teil, Die Tribute von Panem, lernte das Publikum Katniss kennen, eine anonyme Sechzehnjährige mit eigenem Kopf, die im Distrikt 12 lebt, einem der versklavten Distrikte von Panem, wo sie kaum von einer besonderen Zukunft träumen kann. Ihr Leben verändert sich mit einem Schlag, als sie sich freiwillig meldet, den Platz ihrer auserwählten jüngeren Schwester Primrose bei den jährlichen Hungerspielen zu übernehmen - ein intensiv ausgefochtener Überlebenskampf zwischen 24 jugendlichen Kriegern, die man als „Tribute“ bezeichnet - live übertragen im nationalen Fernsehen.

Katniss und der männliche Tribut von Distrikt 12, Peeta Mellark, werden zum Kapitol gebracht, dem Zentrum der tyrannischen Macht, dessen überkandidelt kunterbunt gekleidete Bevölkerung auf solche sensationslüsterne Spektakel abfährt. Getrennt von ihrer Familie und ihrem besten Freund Gale, wird sie einmal völlig neu gestylt und muss eine beinharte Ausbildung bestehen, bevor sie als krasse Außenseiterin in die 74. Jährlichen Hungerspiele geschickt wird. Dort ist sie gezwungen, tiefschneidende Entscheidungen bezüglich Leben, Tod, Freundschaft und Liebe zu treffen. Katniss entdeckt in sich Kraftreserven und eine Willenskraft, die ihr bislang völlig fremd waren. Und sie erlangt erschütternden Ruhm als „Mädchen in Flammen“... Aber der Preis, den sie zahlen muss, ist hoch.

Im zweiten Teil, Catching Fire, erleben wir Katniss als Siegerin der Hungerspiele. Sie hat allerdings keine Gelegenheit, die ihr versprochenen Belohnungen zu genießen oder sich von den körperlichen und mentalen Strapazen des Überlebenskampfes in der Arena zu erholen. Stattdessen wird sie von ihren Erinnerungen verfolgt und sehnt sich nach ihrer Unabhängigkeit. Sie wird in eine trügerische „Tour der Sieger“ und eine öffentliche Verlobung mit Peeta gedrängt.

Dann sagt man ihr, dass sie das Undenkbare vollbringen muss: Sie muss für das dritte Jubiläum der Unterdrückung der Revolution, das in der deutschen Übersetzung peinlicherweise als „Jubel-Jubiläum“ [engl.: Quarter Quell] bezeichnet wird, in die Arena der Hungerspiele zurückkehren - anlässlich der 75. Veranstaltung, die Präsident Snow als ultimative Schlacht zwischen den bisherigen Siegern ausruft - ein Schritt, der unmissverständlich gegen Katniss gerichtet ist. Der Einsatz ist noch höher als zuvor, weil Katniss jetzt genauso um das Leben ihrer Freunde und Familie kämpft wie auch um ihr eigenes Überleben. In der diesmal in einem Dschungel-Thema gestalteten Arena schmiedet Katniss viele wichtige neue Allianzen, auch als sie unfreiwillig zum Idol einer sich schnell ausbreitenden Rebellion gegen das Kapitol wird.

Der dritte Teil, Mockingjay, beginnt damit, dass Katniss im noch nicht gesehenen Distrikt 13 aufwacht, wohin sie völlig erschöpft nach ihrem vernichtenden Schlag gegen die Hungerspiele gebracht wurde. In diesem düsteren, reglementierten Reich im Untergrund wird ein Plan geschmiedet, wie man das Kapitol einnehmen kann. Dort ist sie eine Legende. Und doch fühlt sich Katniss mehr denn je allein und unsicher. Sie weiß nicht, wem sie trauen kann. Distrikt 12 ist dem Erdboden gleich gemacht worden. Peeta wird von Präsident Snow gefangen gehalten, der ihm eine Gehirnwäsche unterzieht.

Unter Druck gesetzt von der eisernen Anführerin von Distrikt 13, Präsidentin Coin, muss Katniss sich mit einer Rolle anfreunden, die sie niemals spielen wollte: Sie soll das Symbol des Mockingjay verkörpern, das Sinnbild der Hoffnung. Selbst als sie ihre Flügel auszubreiten beginnt, ist ihr Weg immer noch unklar. Erst als sie mit dem Propaganda-Drehteam am See pausiert und die dortigen Spotttölpel [wie die Mockingjays auf Deutsch heißen, aber ausnahmsweise mal glücklicherweise im Film unter dem Originalnamen genannt werden] den Dreiklang des Panem-Widerstands widerhallen lassen und Katniss ihr Todeslied „The Hanging Tree“ singt, beginnt sie, ihre Rolle zu begreifen, und erkennt, dass sie den unbezwingbaren Geist des Mockingjays voll und ganz akzeptieren muss, damit sich in einem letzten Gefecht alles zum Guten wenden kann. Peeta wird Präsident Snow entrissen, befindet sich aber in einer hasserfüllten Trance. Die Menschen der Distrikte verzweifeln zunehmend. Und Snow regiert als Despot über Panem weiterhin mit eiserner Faust.

„The Arena has been moved underground.“ - Präsident Snow

Wenn man Mockingjay als Ganzes betrachtet, wie der Film auch konzipiert wurde, erkennt man auch die Dramaturgie mit der ansteigenden Spannungskurve, die ihren Höhepunkt in der dramatischen Eroberung des Kapitols findet. Trennt man beide Teile, hat man den eher langatmigen ersten Teil und den mit zahlreichen neuen Figuren gespickten, überladen wirkenden zweiten Teil, in welchem quasi die Hungerspiele durch die Hauptstadt geführt werden und schließlich unter der zum Großteil zerstörten Stadt fortgeführt werden.

Diesmal geht es jedoch ums Eingemachte. Für das Kapitol sind dies keine Spiele mehr, dafür steht zu viel auf dem Spiel. Der sterbenskranke Präsident Snow setzt demzufolge alle Macht gegen die Widerständigen ein, ahnt jedoch im Innersten, dass Katniss auch die Hürden dieser letzten Arena meistern wird. Katniss, die sich wider dem Willen von Präsidentin Coin der Spezialeinheit 451 angeschlossen hat, um höchstpersönlich ihre Nemesis zu bezwingen, muss sich im Laufe ihrer Bewährungsprobe nicht nur zwischen zwei Männern entscheiden, die an ihrer Seite kämpfen, sondern auch eine Entscheidung über Leben und Tod revidieren, die sie eigentlich schon getroffen hatte...

Für Julianne Moore markierten die neuen Kulissen des Kapitols eine Veränderung, die ihr die Augen öffnete: »Nachdem wir uns so lange im Distrikt 13 mit seinen dunklen, düsteren und klaustrophebischen Kulissen im Untergrund aufgehalten hatten, machte es richtig Spaß, die unermessliche Weite des Kapitols an der Oberfläche zu erleben.«

Um dem Kapitol neue Seiten abgewinnen zu können, war es Francis Lawrence und seinem Szenenbildner Phil Messina bewusst, dass sie außerhalb des eigentlichen Drehorts Atlanta nach geeigneten Motiven suchen mussten. Fündig wurden sie in Frankreich und Deutschland, wo man spürbar realistische Drehorte mit dem gewünschten historischen bzw. futuristischen Look fand.

»Wir wollten das Gefühl einfangen, dass man sich wirklich im Kapitol befindet. Und wir benötigten Kulissen, die sich für ziemlich epische Actionszenen anbieten«, erklärt der Regisseur. »Phil und ich wollten der Idee der brutalistischen/klassischen Architektur treu bleiben, die das Kapitol so beeindruckend und bedrohlich wirken lässt. Das Filmen an real existierenden Drehorten erlaubte es uns, diesen Eindruck auf noch nachhaltigere Weise zu verstärken. Phil entdeckte in Paris und Berlin ein paar Plätze, die sich phänomenal gut in unsere Geschichte fügten.«

Außerhalb von Paris, in der Nähe von Versailles, schlug die Produktion ihr Lager im Chateau de Voisins auf, ein beeindruckend aristokratisches Anwesen aus dem Jahr 1903, das in Teilen als Villa von Präsident Snow zum Einsatz kam. Das Chateau war der Schauplatz einiger der lebhaftesten Szenen. Dazu zählt ein Treffen vormaliger Gewinner der Hungerspiele, das sich als einer der entscheidenden Wendepunkte erweist.

Eine der beeindruckendsten Kulissen in Frankreich entstand in den gnadenlos postmodernen Wohngebäuden in Noisy-Le-Grand, die man als „Les Espaces d'Abraxas“ kennt. Errichtet in den 50er-70er Jahren, verweisen diese gewaltigen und kantigen Steinstrukturen, die von Säulen, Plätzen und Triumphbögen umgeben sind, auf das Alte Griechenland, gleichzeitig blicken sie auch entschieden in die Zukunft perfekt geplanter Städte. Hier werden Katniss, Gale, Peeta und die Spezialeinheit 451 von einer tödlichen und riesigen Flutwelle aus klebrigem Zeug überflutet - ein weiterer verrückter Versuch von Präsident Snow, sie aufzuhalten.

Für die Außenaufnahmen vor dem Laden von Tigris wurde Szenenbildner Phil Messina in einem anderen französischen Wohngebiet fündig: Jean Renoudies und Renee Gailhoustets Reihe von acht dreieckigen Gebäuden aus Beton in Ivry-sur-Seine [übrigens Partnerstadt von Brandenburg]. Nach dem Umzug nach Deutschland nahm die Produktion eine verlassene Fabrik in Rüdersdorf in Beschlag, die als Kulisse für einen Angriff von Katniss und Gale auf ein Luftkissenboot des Kapitols dient. Zu den Drehorten in Berlin zählte die Rückkehr zum ehemaligen Flughafen Tempelhof, der für das Rebellenlager, das Kontrollzentrum von Kommandant Lyme und den Bahnhof in Distrikt 2 diente.

Für die Besetzung war Tempelhof ein echter Trip. »Berlin ist architektonisch eine der spannendsten Städte der Welt«, sagt Jeffrey Wright. »In diesen Gebäuden drücken sich ziemlich mächtige und schwierige Aspekte der Weltgeschichte aus. Ich empfand es als ungemein inspirierend, diese historischen Stätten für unsere Zwecke umzugestalten. Den Bahnhof könnte man sich auch in einem Film von Cecil B. de Mille vorstellen. Er hat etwas Opernhaftes und ist auf wilde Weise aufregend und beeindruckend.«

Von Tempelhof zog die Produktion weiter zu einer russischen Militäreinrichtung in Potsdam-Krampnitz. Diese wurde umgearbeitet in das ausgebombte Gebäude im Kapitol, wo Katniss und ihrer „Star Squad“ aufgelauert wird. Messina erinnert sich daran, als er bei der Suche nach Drehorten auf die Location stieß, die mit Grünzeug überwachsen war: »Als wir erstmals Bilder davon sahen, stand die Einrichtung bereits seit ein paar Jahrzehnten leer. Es sah so aus, als wüchsen diese Gebäude direkt aus dem Wald heraus. Francis und ich fuhren hin, skizzierten die Einstellungen und fügten sie dann so zusammen, als würden wir eine Szene auf einer Straße in der Stadt drehen. Es war eine unglaubliche Verwandlung.«

Aber Messinas größte Herausforderung war der Bau des kompliziertesten Sets: das dunkle, durchnässte Tunnelnetzwerk, in denen die Spezialeinheit 451 mit einer Armee von genetisch manipulierten Riesenechsen konfrontiert wird, die ihre Gegner mit einem einzigen Biss niederstrecken können. Im Buch werden sie beschrieben als „Mischung aus Echse und Mensch und wer weiß was noch“, im Film werden sie mit Hilfe von Schauspielern und CGI zum Leben erweckt.

»Die Echsen-Sequenz entwickelte sich im Zusammenspiel von Francis mit den visuellen Effekten, dem Stuntteam und mir - wir planten die genau Abfolge«, erinnert sich Phil Messina. »Wir begannen mit etwas Weitläufigeren Abwasserkanälen, aber Francis bestand darauf: „Ich will, dass sie klein und eng sind. Sie sollen kompakt sein.“ Also sorgten wir dafür, dass die Decken nicht höher als ein Meter fünfzig waren. Es sah toll aus, aber ich will einen offenen Brief an die Crew schreiben und mich für die angestoßenen Köpfe entschuldigen.«

Die wahrscheinlich ambitionierteste Actionszene des gesamten Franchise ist die grauenvolle Schlacht gegen die knirschenden Zähne und Krallen der übernatürlich schnellen Eidechsenmischlinge in den klaustrophobisch engen Abwassertunnels. »Die Abwasserkanäle waren für alle eine harte Nuss, weil wir tagelang in Kälte und Nässe durchhalten mussten«, erinnert sich Josh Hutcherson. »Aber die Ergebnisse sieht man in einer der tollsten Szenen der gesamten Hunger-Games-Geschichte.«

Obwohl der gesamte Film vor Adrenalin und Spannung strotzt, seien es die Gefühle, die von den aufwühlenden, hart erkämpften finalen Momenten der Geschichte hervorgerufen werden, die am längsten im Gedächtnis bleiben, findet der Regisseur. »Die Schlussszene des Films war für mich eine der aufregendsten«, sagt Francis Lawrence. »Man konnte am Set ein unglaublich heftiges Gefühl ausmachen, als wir uns dem Ende näherten - ein Gefühl, als würde sich die gesamte Geschichte sämtlicher Figuren über alle vier Teile auf diesen einzigen Moment zuspitzen. Ich hoffe sehr, dass das Publikum diese Historie ebenfalls spürt und zudem ein Gespür für die Zukunft bekommt. Alles, was Katniss widerfahren ist, wie auch alle Themen unserer Story fügen sich zusammen zu diesem letzten Blick auf ihre Weit. Deshalb war es ausschlaggebend, dass wir das alles von innen heraus nochvollziehen können.«

Der Schluss bleibt Suzanne Collins' Büchern ebenso treu wie der Anfang. Für Produzentin Nina Jacobson ist es mit Blick auf das nahende Ende extrem zufriedenstellend, dass die Franchise nie abgewichen ist von ihrem eingangs gegebenen Versprechen, der Vision von Suzanne Collins zu folgen. Es gibt jedoch ein paar Kleinigkeiten, die im Film auffallen. Z.B.: Katniss und Johanna sind zu Beginn recht oft zusammen zu sehen und dann nicht mehr. Im Buch müssen Johanna und Katniss knallhart trainieren, um sich für den Kriegseinsatz zu qualifizieren. Johanna schafft dies nicht, dafür Katniss. Im Film umgeht man die ganze Szenerie, indem sich Katniss nach Distrikt 2 schmuggelt.

Auch das Auftauchen von Stanley Tucci und Philip Seymour Hoffman im zweiten Teil des Finales ist lediglich vertragstechnisch zu betrachten, da Mockingjay zweigeteilt wurde und die Schauspieler erwähnt werden. Und letzterer starb schließlich während der Dreharbeiten, weshalb der Abschiedsbrief von Plutarch gleichzeitig auch nochmal eine Art Nachruf auf den großartigen Schauspieler gesehen werden kann. Besser hätte man das nicht inszenieren können.

Dass Präsident Snow so oft zu sehen war, liegt womöglich an der Drehbuchadaption, die die Ich-Perspektive nach außen beförderte. Was aber ist mit Katniss' Mutter? Zuletzt in Distrikt 13 gesehen, tauchte sie nicht mal zum Finale noch einmal auf. Dafür sieht man noch einmal kurz Primrose, die noch einmal für ausreichend Trag(ik)weite dient. Auch Haymitch, Effie und Beetee sind zu kurzzeitigen Stichwortgebern degradiert worden - kein Wunder, denn mit all den neuen Figuren blieb auch nicht viel Zeit, sich mit diesen „Relikten“ der Hunger-Games-Geschichte näher zu beschäftigen.

Neben Natalie Dormer als Cressida ist übrigens auch kurz Gwendoline Christie zu sehen, die beide durch die Fantasy-Kultserie Game of Thrones bekannt wurden. Aber sie sind nicht die Einzigen, die ihre Bekanntheit dem Genre verdanken - mit dabei sind auch Michelle Forbes aus Star Trek: The next Generation als Lieutenant Jackson, die die Spezialeinheit 451 [vermutlich in Anlehnung an Truffauts Film Fahrenheit 451, in dem es um Bücherverbrennung in der Zukunft geht] anführt, und der Mann mit dem unaussprechlichen Namen, den er zwischenzeitlich gekürzt hat, Mahershalalhashbaz Ali, den man in der Serie The 4400 kennengelernt hat bzw. kennenlernen konnte.

Lässt man jedoch die Krümelkackereien weg, bekommt man einen durchaus spannenden, wenn auch etwas zu langen Gesamtfilm serviert. Es geschieht aber auch so viel! Vielleicht hätte man auch den ersten Teil straffen sollen, damit das Ganze nicht so unausgewogen wirkt. Und wie auch schon beim Herr der Ringe klingt die Geschichte um Katniss Everdeen und die Hungerspiele nach dem Finale noch langsam aus. Am Ende sieht man Katniss und Peeta mit ihren Kindern auf der Wiese in der Abendsonne - auch eine kleine Änderung zum Roman, denn man wollte wohl nicht noch Kleinkinder für „das tanzende Mädchen mit dunklem Haar und blauen Augen“ und den „Jungen mit den blonden Locken und den grauen Augen“ casten. Stattdessen nahm man Verwandte, nämlich Jennifer Lawrences Neffen Bear und Theodore. Da der eine noch ein Baby ist/war, kann dieser auch als Mädchen durchgehen!?

Fazit: Was von der Trilogie hängen bleibt, sind letztlich die Figuren und die aufwändig inszenierte Welt Panems [ausgesprochen wie die ehemalige Fluggesellschaft Pan Am], der Kampf gegen die Unterdrückung und Kastifizierung [wenn es das Wort überhaupt geben sollte] des Kapitols. Die Filmmusik von James Newton Howard ist zwar entsprechend episch angelegt, hat jedoch kaum nennenswerte Themen, die im Ohr hängenbleiben. Was jedoch im letzten Abspann auffällt, ist die Überleitungssequenz vom Schlusslied in das Hauptthema, die irgendwie ein wenig nach Game of Thrones klingt... ■ mz

The Hunger Games: Mockingjay - Part 1
Drama/Abenteuer/SciFi/Action
123 min
3D

The Hunger Games: Mockingjay - Part 2
Drama/Abenteuer/SciFi/Action
137 min
3D


mit
Jennifer Lawrence (Katniss Everdeen) Maria Koschny
Josh Hutcherson (Peeta Mellark) Ricardo Richter
Liam Hemsworth (Gale Hawthorne) Leonhard Mahlich
Woody Harrelson (Haymitch Abernathy) Thomas Nero Wolff
Donald Sutherland (Präsident Snow) Jürgen Kluckert
Philip Seymour Hoffman (Plutarch Heavensbee) Oliver Stritzel
Julianne Moore (Präsidentin Alma Coin) Petra Barthel
Willow Shields (Primrose Everdeen) Valentina Bonalana
Sam Claflin (Finnick Odair) Patrick Roche
Elizabeth Banks (Effie Trinket) Cathlen Gawlich
Mahershala Ali (Boggs) Matti Klemm
Jena Malone (Johanna Mason) Janin Stenzel
Jeffrey Wright (Beetee) Olaf Reichmann
Paula Malcomson (Katniss' Mutter) Silke Matthias
Stanley Tucci (Caesar Flickerman) Lutz Mackensy
Natalie Dormer (Cressida) Marieke Oeffinger
Evan Ross (Messalla) Jesco Wirthgen
Elden Henson (Pollux) [stumm]
Wes Chatham (Castor) Nicolai Tegeler
Michelle Forbes (Lieutenant Jackson)
Stef Dawson (Annie Cresta) Verena Mehnert
Patina Miller (Commander Paylor)
Eugenie Bondurant (Tigris)
Sarita Choudhury (Egeria) Dana Friedrich
Meta Golding (Enobaria)
Gwendoline Christie (Commander Lyme)
Robert Knepper (Antonius) Bernd Vollbrecht
Omid Abtahi (Homes)
Joe Chrest (Mitchell)
April Grace (Dr. Aurelius)
u.a.

drehbuch
Danny Strong
Peter Craig
nach der Romanvorlage von Suzanne Collins

musik
James Newton Howard

kamera
Jo Willems

regie
Francis Lawrence

produktion
Color Force
Lionsgate
Studio Babelsberg

verleih
StudioCanal