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It follows
Die 19jährige Jay schläft erstmals mit ihrem neuen Freund Hugh. Hugh erklärt ihr später, dass er ihr eine mörderische Wesenheit angehängt hat. Das Unwesen ändere stets seine Gestalt, trete als Mann, Frau oder Kind auf und sei langsam, aber nicht dumm. Es werde ihr überall hin folgen und sofern es Jay anfasst, werde sie sterben. Nach anfänglicher Skepsis wird Jay im College von einer grausigen alten Frau verfolgt, die nur sie sehen kann. Ihre engen Freunde stehen ihr bei, auch als die Situation zunehmend eskaliert.
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»Der Film basiert auf einem Alptraum, den ich als Kind hatte«, erzählt Regisseur David Robert Mitchell. »Als ich ungefähr 10 Jahre alt war, hatte ich ständig diesen Traum (von dem ich übrigens glaube, dass ihn viele haben), in dem ich von etwas verfolgt werde. Dieses Etwas war langsam, aber beharrlich. Ich träumte, ich sei auf dem Schulhof, und da war dieses Kind, das auf mich zu lief. Und irgendwie wusste ich, dass es ein Monster war. Ich rannte davon, den ganzen Block entlang. Dann blieb ich stehen und wartete. Nach einer Weile sah ich es in der Ferne um die Ecke kommen: Es folgte mir weiter. Dieses Monster sah jedes Mal anders aus, es konnte jedes Aussehen annehmen. Später, als ich den Alptraum nicht mehr hatte, dachte ich, es wäre interessant, daraus einen Film zu machen.«

Gleich zu Beginn bekommt man einen Häh?-Moment, als ein halbnacktes Mädchen aus dem Haus rennt, die Straße hinunter und in einem Bogen wieder zurück, ins Auto steigt und davonrast. Als sie dann am Strand aufgibt und auf etwas Unsichtbares wartet, kommt der Moment, in dem man sich fragt: Was soll das? Und dann wird das Mädchen verwurschtelt - anders kann man das nicht nennen, wenn Gliedmaßen scheinbar aus dem Nichts in eine unnatürliche Richtung geknickt werden.

Als dann die Geschichte in Gang kommt, merkt man schon bald, was das Mädchen erfahren hat, und dass es keinen Ausweg gibt. Was auch immer es ist, es folgt dir solange, bis du Geschlechtsverkehr hattest und es dann der anderen Person folgt. Stirbt diese Person jedoch, kommt es zu dir zurück! Unsere Teenager-Hauptfiguren leben in den Vororten von Mitchells Heimatstadt Detroit. In den Fernsehern laufen irgendwelche alten SciFi-oder Horror-Trashfilme in Schwarzweiß, die Autos stammen noch aus der Hochzeit der Autostadt, aber es gibt Social Media! Ein ganz besonderer Gimmick ist ein Smart-Gerät in einer muschelförmigen Puderdose!

Alles wirkt irgendwie zeitlos, die Kamera bleibt auf Distanz, damit man sich ein wenig neben den Figuren in der Gegend umschauen kann. »Wir hofften, dass, wenn wir den Zuschauer nicht ständig auf alles hinweisen, er die Dinge selbst entdeckt und so ein generelles Unbehagen entsteht, bei dem man niemals genau weiß, ob da draußen nun etwas ist oder nicht«, sagt der Regisseur.

Und so wirkt der Film als eine merkwürdige Mischung aus Realität und Fantasie, ist stets düster und der Synthesizer-Score mit Anleihen aus ►Drive wirkt mal nervig und mal schaurig wummernd wie bei David Lynch. Alles in Allem ist It follows ein interessantes Genrestück (allein die Freigabe ab 12 zeigt schon, dass hier nicht viel Wert auf Blutgespritze gelegt wird), das mit einer Gruppe begabter, aber noch relativ unbekannter Jungdarsteller/innen aufwartet.

Allerdings hätten ein paar Schnitte mehr gut getan. So wirkt er ein wenig zu langatmig. Und die Idee mit den Elektrogeräten und dem Swimmingpool, um ES zu besiegen, zeugt nicht gerade von Intelligenz, wo man doch einerseits weiß, dass es für solche Fälle eine Sicherheitserdung gibt und andererseits die Stromkabel niemals so weit reichen! Doch David Robert Mitchell ist zuversichtlich und wartet den Erfolg seines Streifens ab. Er arbeitet derzeit an mehreren Spielfilmprojekten und wird demnächst als Regisseur und Produzent der Krimiserie Mr. Postman fungieren, ist jedoch für ein „It still follows“ offen. ■ mz

Horror
USA 2014
100 min


mit
Maika Monroe (Jay)
Keir Gilchrist (Paul)
Daniel Zovatto (Greg)
Jake Weary (Hugh)
Olivia Luccardi (Yara)
Lili Sepe (Kelly)
u.a.

drehbuch
David Robert Mitchell

musik
Disasterpeace

kamera
Mike Gioulakis

regie
David Robert Mitchell

verleih
Weltkino