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The Railway Man - Die Todeseisenbahn


Burma/Thailand: Eric Lomax (Colin Firth) begibt sich nach vielen Jahren wieder an den Ort des Schreckens seiner Kriegsgefangenschaft.
© Koch Films/Jaap Buitendijk
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Die Liebe seines Lebens - The Railway Man

Winston Churchill nannte den Fall von Singapur am 15. Februar 1942 »das größte Desaster, das dem Britischen Reich je passiert ist.« In Unterzahl, mit zu wenig Waffen, kaum Luftunterstützung und keinerlei Kenntnis über geeignete Manöver im Urwald hatten die Alliierten letztlich keine Chance gegen einen gut organisierten Gegner, der entgegen der Erwartungen nicht übers Meer, sondern durch den malaysischen Dschungel angriff. Unter den über 200.000 Männern, die von den Japanern gefangen genommen wurden, befanden sich 25.800 britische und 18.000 australische Soldaten.

Die Niederlage ihrer Marine in der Schlacht von Midway im Juni 1942 schnitt für die Japaner praktisch vollkommen den Seeweg in den Indischen Ozean ab. So wurde die Entscheidung getroffen, die Bahnverbindung von China nach Indien zu vervollständigen, über die der japanische Stützpunkt in Burma versorgt werden sollte. Das fehlende Stück dieser Strecke war der 415 Kilometer lange Teil von Thailand nach Burma, der bald unter dem Namen „Todeseisenbahn“ unrühmliche Bekanntheit erlangen sollte.

Schon 40 Jahre zuvor hatten die Briten erwogen, diese Bahnstrecke zu bauen, dann aber aufgrund des schwierigen Terrains mit seinen Bergen und Urwäldern, des Klimas, der damit einhergehenden Gesundheitsschwierigkeiten und der allgemeinen Logistik davon abgesehen. Weil die japanische Regierung nicht die Genfer Konvention unterzeichnet hatte, entschied sie, dass jeder Gefangene seine Rechte verwirkt und letztlich die Seiten gewechselt habe. So wurde der Entschluss gefasst, die alliierten Gefangenen an der Bahnstrecke arbeiten zu lassen.

Die Bedingungen für die Männer waren fürchterlich. Von 6.648 britischen und 2.710 australischen Soldaten weiß man, dass sie damals ums Leben kamen. Viele weitere wurden durch ihre Erfahrungen schwer traumatisiert. Gleichzeitig betonen viele der überlebenden Alliierten, dass die örtlichen asiatischen Arbeiter am schlimmsten behandelt wurden. Mutmaßlich kamen 80.000 von ihnen, also rund die Hälfte aller Arbeiter, zu Tode.

Zum Missfallen vieler der Kriegsveteranen beziehen die meisten Menschen ihr ohnehin kaum vorhandenes Wissen über die Todeseisenbahn größtenteils aus David Leans Film Die Brücke am Kwai - ohne Frage ein großartiger Film, aber eben auch ein Werk reinster Fiktion, das Eric Lomax selbst mit den Worten kommentierte, er habe »noch nie so wohlgenährte Kriegsgefangene gesehen.«

In Wirklichkeit gab es keine Brücke über den Kwai, denn ein Fluss dieses Namens existierte gar nicht. Der Film selbst wurde damals in Ceylon, dem heutigen Sri Lanka gedreht. Erst viel später nannten die thailändischen Behörden einen Fluss, über den die letzte verbleibende, von Kriegsgefangenen gebaute Brücke führte, in Kwai um, um die Bedürfnisse der Touristen zu befriedigen. Dort, in der Region Kanchanaburi, wurden nun auch Teile von Die Liebe seines Lebens - The Railway Man gedreht. ■ Quelle: Koch Media

Drama/Krieg
GB/AUS 2013
108 min


mit
Colin Firth (Eric Lomax)
Nicole Kidman (Patricia)
Jeremy Irvine (junger Eric Lomax)
Stellan Skarsgård (Finlay)
Sam Reid (junger Finlay)
Hiroyuki Sanada (Takashi Nagase)
Tanroh Ishida (junger Nagase)
u.a.

drehbuch
Frank Cottrell Boyce
Andy Paterson
nach der Autobiografie von Eric Lomax

musik
David Hirschfelder

kamera
Garry Phillips

regie
Jonathan Teplitzky

verleih
Koch Media/StudioCanal