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Miss Bodyguard
Hot Pursuit
Eine perfektionistische, verklemmte Polizistin soll die lebenslustige und offenherzige Frau eines Drogenbosses beschützen, die als Zeugin im Prozess gegen Kartellmitglieder aussagen soll. Die Frauen, die gegensätzlicher nicht sein könnten und sich nicht leiden können, müssen lernen, zusammenzuarbeiten, denn sie sind im Kampf gegen Gangster, korrupte Cops oder den Straßenverkehr ganz auf sich allein gestellt. Dennoch bleibt Zeit, um gemeinsam shoppen zu gehen und neue Bekanntschaften zu schließen.
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1994 begann Anne Fletcher ihre Karriere als Tänzerin bei der Familie Feuerstein und stieg in ihrem Metier allmählich auf - von der assistierenden Choreografin bei Boogie Nights oder Lebe lieber ungewöhnlich bis hin zur Hauptchoreografin bei Girls United, Down with Love - Zum Teufel mit der Liebe!, dem Remake von Hairspray, Real Steel - Stahlharte Gegner wie auch bei ihrem Regiedebüt Step up. Sie choreografierte auch für Joss Whedon bei der Buffy-Episode „Once more, with Feeling“ wie auch in dessen Serie Firefly, sowie in Serien wie Six Feet under oder zuletzt bei den Alien-Neighbors.

Nach dem Tanzfilm Step up saß sie bei den Hochzeitsfilmen 27 Dresses mit Katherine Heigl und James Marsden sowie Selbst ist die Braut mit Sandra Bullock und Ryan Reynolds auf dem Regiestuhl. 2012 inszenierte sie die liebevolle Mutter-Sohn-Komödie ►Unterwegs mit Mum mit Barbra Streisand und Seth Rogen, die nicht allzu großen Anklang fand. Jetzt hat sie sich in einem Buddy-Road-Movie versucht.

In Miss Bodyguard, der einfach ein grauenhafter deutscher Titel ist, der offensichtlich das Publikum von Sandra Bullocks Erfolgen mit den Miss Undercover-Filmen ansprechen soll, damit jedoch nicht im Geringsten in irgendeiner Weise zu tun hat, schickt sie Reese Witherspoon und Sofía Vergara auf einen wilden Trip durch Texas.

»Es ist so interessant, Sofía zuzusehen, sie hat ein großartiges Gespür für komödiantisches Timing und Einfühlvermögen«, sagt Reese Witherspoon über ihre Filmpartnerin. »Physisch passen wir überhaupt nicht zusammen. Sobald wir uns gesehen haben, war mir klar, dass wir ein gutes Paar abgeben würden, nicht nur, weil wir ein tolles Verhältnis zueinander hatten, sondern auch, weil sie so groß und stark gebaut ist. Neben ihr fühlte ich mich klein und drollig. Ich wusste wir könnten damit arbeiten.«

Offensichtlich hatte der Dreh den beiden sehr viel Spaß bereitet, wie die Blooper im Abspann aufzeigen. Immerhin haben beide den Film mitproduziert und konnten so tun und lassen, was ihnen Spaß machte. Es ist jedoch Eines, bei der Arbeit Spaß zu haben, etwas Anderes jedoch, mit dem Endprodukt die Zuschauer zu graulen. Wenn die Blooper witziger sind als der Film, kann das kein gutes Omen sein. Während der kleine „Jose Bieber“ Reese Witherspoon mit ihrer kleinwüchsigen Stimme Polizeicodes und andere Sachen roboterhaft herausplappert, quängelt Sofía Vergara mit ihrer langgezogenen Latino-Stimme ständig herum.

Klar, das gehört zur Geschichte und ihren Filmfiguren, sie hätten es aber auch etwas zurückhaltender präsentieren können. Das Gezeter zwischen den beiden ist schließlich auch das große Manko des Films - gleich neben dem Humor der beiden TV-Comedy-Serien-Autoren und -Produzenten David Feeney und John Quaintance. Ja, es gibt einige Gags, die ordentlich zünden, bei den meisten fragt man sich jedoch, wie so etwas komisch sein soll bzw. wer so etwas komisch findet. Es fehlte auch oft an Timing oder an einem Machtwort wie „Jetzt ist aber genug!“

Es ist ein zumeist nerviger Film. Sicher, die Paarung an sich ist mal etwas Neues, doch das Drehbuch und das komödiantische Timing machen bei solchen Filmen einen wichtigen Teil aus, weshalb Autoren von Comedyserien auch ein anderes Gefühl für solche Dinge besitzen. Vielleicht ist der Film auch deshalb unter 90 Minuten Lauflänge geblieben. Auch Sofía Vergara ist durch eine Comedyserie berühmt geworden, weshalb dieses Klischee der quängelnden Latinobraut auch nicht in dem Maße auf die Leinwand gehört. Bei ihrem letzten Einsatz in John Turturros ►Plötzlich Gigolo hat sie jedenfalls weitaus weniger genervt! Und Reese Witherspoon ist gewöhnlich auch besser als, wie in diesem Fall, Withoutherspoon. ■ mz

Komödie/Krimi/Action
USA 2015
88 min

mit
Reese Witherspoon (Rose Cooper)
Sofía Vergara (Daniella Riva)
Michael Mosley (Det. Dixon)
Matthew del Negro (Det. Hauser)
John Carroll Lynch (Captain Emmett)
Robert Kazinsky (Randy)
Richard T. Jones (Det. Jackson)
Benny Nieves (Jesus)
Michael Ray Escamilla (Angel)
Mike Birbiglia (Steve)
Jim Gaffigan (Red)
Joaquín Cosio (Vicente Cortez)
Vincent Laresca (Felipe Riva)
u.a.

drehbuch
David Feeney
John Quaintance

musik
Christophe Beck

kamera
Oliver Stapleton

regie
Anne Fletcher

produktion
MGM
New Line Cinema
Pacific Standard
Warner Brothers

verleih
Warner Brothers