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Zu Ende ist alles erst am Schluss
Les Souvenirs
Romain Esnard ist jung und hat das ganze Leben noch vor sich. Sein Vater Michel ist Postbeamter alter Schule und geht gerade in Rente. Seine geliebte Großmutter Madeleine musste jüngst ins Seniorenheim und sein Opa ist gerade gestorben. Eigentlich interessiert sich Romain für Literatur und vielleicht möchte er auch ein Buch schreiben, doch die ganz normalen Familiengeschichten halten ihn in Atem. Das Seniorenheim findet Oma Madeleine so scheußlich, dass sie urplötzlich Reißaus nimmt und spurlos verschwindet...
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Familie Esnard, beziehungsweise das, was von ihr übrig ist, gerät in noch größeren Aufruhr. Vater Michel, ohnehin konsterniert über den eigenen Ausstieg aus dem Leben, kriegt einen Wutanfall nach dem nächsten. Und Romains Mutter erklärt, dass sie die Scheidung will. Eines Tages findet Romain in seinem Briefkasten eine Postkarte. Und am nächsten Tag eine weitere, kleine Hinweise, an welchem Ort nach Madeleine zu suchen ist. Romain macht sich auf den Weg an die Nordküste Frankreichs und begegnet nicht nur einem unverhofften Tankstellenorakel, das Auskunft über die große Liebe gibt, sondern auch Erinnerungen an erste und späte Dinge des Lebens.

Frei nach dem Roman „Les Souvenirs“ von David Foenkinos erzählt der Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Jean-Paul Rouve eine Geschichte von Lebensträumen, Enttäuschungen und Erinnerungen dreier Generationen. Mit einer gewissen Melancholie steht der Mittzwanziger Romain am Anfang seines Berufswunsches. Eigentlich weiß er noch nicht wie die Zukunft als Schriftsteller für ihn aussehen wird, denn die Suche nach einer Freundin scheint ihm momentan fast wichtiger zu sein, als die Berufskarriere anzuleiern. Die Eltern in der Ehekrise, der Vater unausstehlich, weil frisch pensioniert, und die Oma unauffindbar, weil man sie gegen ihren Willen ins Altersheim abgeschoben hat.

Zu Ende ist alles erst am Schluss ist eine typisch französische Familienkomödie. Den Regisseur habe ich im Interview gleich gefragt ob in Frankreich denn alle Familien so eng miteinander verbandet sind wie in seinem Film. Im Gespräch betonte er mehrmals, dass ihm die Abbildung der Realität in seinem Film besonders wichtig gewesen sei. Für mich sind Familienbande zunehmend Relikte aus vergangener Zeit. Jean-Paul Rouve hat sich auf meine Nachfrage zu diesem Thema dann doch zurückhaltender geäußert und eher mühsam herausgeredet. So würde ich das Abbilden der Realität diesem Film nicht zuordnen wollen.

In Frankreich hat der Film in den ersten Wochen nach seinem Kinostart gleich 1 Million Zuschauer ins Kino locken können. Vielleicht haben wir es mit einem zweiten Monsieur Claude und seine Töchter-Blockbuster zu tun. Für mich ist der Film nette Unterhaltung und auf gar keinen Fall dem Autorenkino zuzuordnen, wie es in der Pressenotiz des Verleihs zu lesen steht. Zu Ende ist alles erst am Schluss passt nach einem harten Arbeitstag mit einer Tüte Popcorn in der Hand und auf jeden Fall bei einem alkoholhaltigen Getränk im Open-Air Kino, das sicher bald wieder seine Tore öffnen wird. ■ bh

Komödie/Drama
F 2014
94 min


mit
Michel Blanc (Michel Esnard) Lutz Schnell
Annie Cordy (Großmutter) Luise Lunow
Mathieu Spinosi (Romain Esnard) Tobias Nath
Chantal Lauby (Nathalie Esnard) Marina Krogull
William Lebghil (Karim) Jan Makino
Flore Bonaventura (Louise) Manja Doering
Audrey Lamy (Direktorin) Sabine Arnhold
Jean-Paul Rouve (Philippe) Viktor Neumann
Jacques Boudet (Maler) Uli Krohm
Alexandre Martins (Priester) Timmo Niesner
Philippe Dusseau (Nachbar) Klaus-Peter Grap
Blanche Gardin (Annabella) Anne Düe
Yvan Garouel (Patrick) Helmut Gauß
u.a.

drehbuch
Jean-Paul Rouve
David Foenkinos nach seinem Roman

musik
Alexis Rault

kamera
Christophe Offenstein

regie
Jean-Paul Rouve

produktion
Nolita Cinema
TF1 Droits Audiovisuels
Union Générale Cinématographique (UGC)
Les Films du Monsieur
Exodus
Nolita Invest
Procirep
Centre National de la Cinématographie et de l'Image Animée (CNC)
Orange Cinéma Séries
Nexus Factory
uFund
Belgacom
Le Tax Shelter du Gouvernement Fédéral de Belgique
Umedia

verleih
Neue Visionen