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Interview mit Éric Tolédano und Olivier Nakache


Die Regisseure Éric Tolédano & Olivier Nakache am Set
© Senator Film/Jean-Luc Perreard
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Heute bin ich Samba

Der aus einer jüdischen Familie stammende Olivier Nakache (geb. 14. April 1973 in Surèsnes) und Éric Tolédano (geb. 3. Juli 1971 in Paris) begannen 1995 ihre Zusammenarbeit mit dem Kurzfilm Le Jour et la Nuit über einen liebevollen Mediziner der Nacht. Der Kurzfilm Les petits Souliers, in dem damals weitgehend unbekannte Darsteller wie Gad Elmaleh und Jamel Debbouze mitspielten, wurde auf Festivals in Clermont-Ferrand und Paris gezeigt, wo er 1999 mit dem Großen Publikumspreis ausgezeichnet wurde.

Nach weiteren Kurzfilmen und diversen Fernseharbeiten drehten sie 2005 ihren ersten abendfüllenden Spielfilm, Die Draufgänger, für den die beiden Regisseure auch erstmals Omar Sy engagierten, der zu ihrem Lieblingsschauspieler werden sollte. Für ihren esten Spielfilm konnten sie auch namhafte Schauspieler wie Gérard Depardieu und Jean-Paul Rouve gewinnen. Mit der Komödie Hilfe, Ferien!, in der sie eigene Erfahrungen als Jugendbetreuer in einem Ferienlager verarbeiten, landeten sie ein Jahr später einen großen Kritiker- und Publikumserfolg.

Mit ►Ziemlich beste Freunde, ihrem vierten gemeinsamen Spielfilm, landeten Éric Tolédano und Olivier Nakache 2011 einen phänomenalen Erfolg, der Hauptdarsteller Omar Sy zum Weltstar machte. Heute bin ich Samba, der fünfte gemeinsame Film des Regie-Duos, ist der erste, dessen Drehbuch sie zusammen mit zwei weiteren Autoren geschrieben haben.

Wie kamen Sie auf die Idee, einen Film über einen illegalen Einwanderer und eine Frau mit Burn-Out zu drehen?

ET: Samba ist über mehrere Etappen entstanden. Olivier und ich hatten schon lange das Bild jener Gastarbeiter vor Augen (Afrikaner, Asiaten, Menschen aus Sri Lanka), die man häufig am Hinterausgang von Restaurants stehen sieht, wo sie sich eine kurze Pause gönnen, in Schürze und mit einer Zigarette in der Hand. Vor dem Dreh von Intouchables haben wir ein zehnseitiges Treatment über das Thema geschrieben. Meistens sind es konkrete Bilder, die uns inspirieren – sie erzählen Leben und Schicksale.

ON: Und dann kam das Abenteuer Intouchables, das uns klar gemacht hat, wie sich ein Burn-Out anfühlen kann. Obwohl wir nicht unter dem Stress gelitten haben (ganz im Gegenteil!), hatten wir plötzlich keine geregelten Arbeitszeiten oder Wochenenden mehr. Wir fingen an, uns über dieses gesellschaftliche Phänomen zu informieren und darüber, was jene Frauen und Männer durchmachen, die zerbrechen, weil sie immer am Limit sind und nur noch für die Arbeit leben.

Diese beiden Themen zusammenzuführen...

ET: ...fühlte sich ganz natürlich an, denn im Grunde handelt es sich sowieso um das gleiche Thema: unser Verhältnis zur Arbeit, die einen immer größeren Platz in unserem Leben einnimmt. Auf der einen Seite haben wir Samba, einen Einwanderer, der nicht ganz legal nach Frankreich gekommen ist und unbedingt eine Aufenthaltserlaubnis haben möchte, weil ihm eine unbefristete Arbeitsstelle winkt und auf der anderen Seite Alice, eine Karrierefrau, die im Grunde alles hat, um glücklich zu sein, aber an Überlastung leidet und eines Tages zusammenbricht. Beide halten Arbeit für das höchste Gut überhaupt. Doch ihre Begegnung hilft ihnen, ihren Horizont zu erweitern. Sie versuchen, auf andere Weise glücklich zu werden, als diejenigen, die von der Arbeitswelt und dem gesellschaftlichen Erfolg diktiert werden. Ist Arbeit wirklich der ultimative Sinn und Zweck unseres Lebens? Die Vorstellung, diese Frage ganz offensiv zu stellen, gefiel uns sehr.

Sie haben sich auch von dem Buch „Samba pour la France“ von Delphine Coulin inspirieren lassen.

ON: Ja, das Buch bildet genau genommen das Fundament unseres Films. Aber wir haben es stark bearbeitet. Die Figur der Alice zum Beispiel kommt so im Roman nicht vor, wir haben sie erfunden. In „Samba pour la France“ ist es eine Erzählerin, Delphine Coulin, die Sambas Geschichte erzählt und die Erfahrungen beschreibt, die sie in einer Hilfsorganisation macht, wo sie Einwanderern hilft und sie unterstützt. Diese Figur wollten wir unbedingt ausbauen, denn unser Wunsch war, diesmal ein echtes Filmpaar in Szene zu setzen – für uns ein absolutes Novum.

Sie beschreiben Sambas tiefen Absturz und greifen damit ein heikles gesellschaftliches Thema auf.

ET: Nun ja, wir haben den Statistiken ein Gesicht gegeben. Wir sehen unsere Aufgabe nicht unbedingt darin, die politischen Aspekte eines Themas zu beleuchten, wir haben auch keine Botschaft, die wir loswerden wollen. Trotzdem eignen sich die Figuren eines Films und ihr Alltag natürlich in hohem Maße, um dem Zuschauer den Zugang zu Welten zu eröffnen, die er vielleicht nur aus der öffentlichen Diskussion oder aus den Medien kennt. Und das regt ihn möglicherweise zum Nachdenken an.

ON: Diese Geschichte bot uns die Chance, einen Kosmos zu zeigen, für den sich das französische Kino bislang nicht sonderlich interessiert hat: Baustellen, Mülltrennanlagen, Restaurantküchen, Männer, die um fünf Uhr morgens auf dem Bahnsteig von Aubervilliers darauf warten, dass irgendein Bauleiter sie für acht Stunden Arbeit engagiert. Wir wollten die unsichtbaren Lohnsklaven unserer Zeit in ihrem Milieu filmen.

Für Samba haben Sie sich gründlich informiert...

ET: Ja, wir haben Praktika in Hilfsorganisationen gemacht, Dokumentarfilme gesichtet und ganz viel gelesen. Jede unserer Figuren entspricht einem Menschen, den wir kennengelernt haben, oder ist ein Mix aus mehreren Personen.

Die Szene, in der Samba die Abschiebehaft verlassen darf und gebeten wird, Frankreich innerhalb von 72 Stunden zu verlassen, ist besonders amüsant.

ET: Sie gibt die Realität hundertprozentig wieder und fasst die Verlogenheit eines Systems zusammen, das gleichwohl auf diese Arbeitskräfte angewiesen ist. Ein illegaler Einwanderer, der zwei Jahre gebraucht hat, um sich nach Frankreich durchzuschlagen, wird den Teufel tun und das Land spontan verlassen, indem er sich eine Rückfahrkarte kauft. Wir erzählen das mit Hilfe einer witzigen Szene, denn so wirkt das, was wir dem Zuschauer vermitteln wollen, weniger didaktisch und deutlich unbeschwerter. Egal, um was für eine Situation es sich handelt – wir schließen niemals von vornherein aus, sie auf amüsante Weise zu erzählen. Wenn eine Szene an sich schon sehr düster ist, hellen wir sie häufig mit etwas Humor auf. Für uns ist das die ideale Waffe, denn, um es noch einmal zu betonen, wir wollen keine Botschaft loswerden.

Samba ist gezwungen, die Identitäten zu wechseln und sich zu verkleiden – bis er irgendwann nicht mehr weiß, wer er eigentlich ist.

ON: Ja, um nicht verhaftet zu werden, denkt er sich eine Reihe von Finten aus: Wo es nur geht, meidet er Bahnhöfe, er taucht in der Masse unter, indem er sich wie ein Büroangestellter anzieht und ein Lederköfferchen trägt – auch, wenn es leer ist. Er verkleidet sich, wechselt die Namen und sein Aussehen, und dabei radiert er sich zusehend selbst aus. Wie soll man auch wissen, wer man ist, wenn man im Untergrund leben muss?

ET: Er verhält sich wie ein Schauspieler auf der Bühne des Lebens: Sein Anwalt streift zum Beispiel eine schwarze Robe über, um ihn zu verteidigen, Samba setzt sich eine Mütze auf, um seinem Onkel zu ähneln, dessen Papiere er sich einmal borgt. Unser Film ist keineswegs eine Farce oder eine Konzeptkomödie. Wir befinden uns mitten in der Realität, und das Kino ist prädestiniert dafür, sie abzubilden.

Der Film macht den abrupten Stimmungswechsel zum Prinzip, Sie wechseln ständig zwischen heiß und kalt hin und her.

ET: Ja, ganz wie im Leben. Solche Filme sehen wir im Kino am liebsten, und mit unseren wollen wir Ähnliches erreichen: nämlich das Leben zwischen Lachen und Weinen abzubilden, zwischen Augenblicken intensiven Glücks und größter Tragik, zwischen Komödie und Drama. Wenn man die Genres vermischt, ist die Chance, zu überraschen, viel größer – was uns nicht nur als Zuschauer sehr wichtig ist, sondern als Regisseure natürlich noch viel mehr.

Ihre früheren Filme sind eindeutig von den italienischen Komödien der 1960er und 1970er Jahre geprägt.

ET: Stimmt, aber auf Samba trifft es vielleicht noch mehr zu. Ettore Scola, Dino Risi und Mario Monicelli hatten den Dreh raus, mit ihren Filmen ernsthafte Themen anzupacken und trotzdem sehr emotional, voller Mitgefühl und einzigartigem Humor zu erzählen, und dabei wurden sie natürlich von großartigen Schauspielern unterstützt. Für uns haben die Komödien, die danach kamen, an Gewicht verloren, und die Filme, in denen es heute wirklich um etwas geht, sind eindeutig viel seriöser. Man könnte fast meinen, dass Drama und Komödie endgültig getrennte Wege gehen. Aber wir versuchen uns weiter in diesem Genre, orientieren uns auch an den britischen Sozialkomödien. Wir lassen uns von der Realität inspirieren, und dann gestalten wir sie um.

In Intouchables lernen sich ein kleiner Vorstadtganove und ein körperbehinderter reicher Geschäftsmann kennen, in Samba begegnen sich ein illegaler Einwanderer und eine labile Karrierefrau. Woher kommt diese Lust, Extreme miteinander versöhnen zu wollen?

ET: Versöhnen vielleicht nicht, aber sie zusammenführen und abwarten, was dann passiert – ja, unbedingt! Vielleicht machen wir irgendwann eine Psychoanalyse, um herauszufinden, woher dieses Bedürfnis rührt. Hat es vielleicht etwas damit zu tun, dass wir finden, dass die Gesellschaft sich immer mehr aufspaltet und dabei versteinert, dass wir uns zunehmend in Parallelgesellschaften abschotten? Egal, solche überraschenden Begegnungen bieten natürlich immer einen reichen Grundstock an Humor und Emotionen, und davon lebt das Kino nun mal. Hinzu kommt, dass uns beim letzten Mal, als wir die versöhnliche Begegnung zweier grundverschiedener Menschen zeigten, klar wurde, wie sehr die Leute das offenbar brauchen und sich darin wieder erkennen.

Die illegalen Einwanderer, die in Ihrem Film vorkommen, sind nicht gerade Unschuldslämmer: Samba beispielsweise hintergeht seinen Freund Jonas, den er in Abschiebehaft kennen gelernt hat, indem er mit dessen Verlobter schläft.

ON: Warum sollten sie Unschuldslämmer sein? Natürlich darf man sie nicht als Bedrohung zeigen, aber genauso wenig sollte man sie idealisieren. Samba ist in erster Linie ein Mensch mit Schwächen, Brüchen und Versuchungen. Ihn als Heiligen zu schildern, hätte bedeutet, ihn auf das Klischee eines typischen Einwanderers zu reduzieren, der sein hart verdientes Geld an die Familie daheim schickt. Nein, Samba hat auch noch ein Leben, und er hat ja Recht. Wie er Jonas in Abschiebehaft kennenlernt, ist ziemlich verrückt – diese Passage gab es schon in Delphine Coulins Buch, das sich nicht nur durch seinen Stil auszeichnet, sondern auch durch seinen Realismus: Irgendwann gewinnt das Leben die Oberhand, dann macht Samba eine Dummheit – und wird teuer dafür bezahlen.

Erstaunlich, dass der Film zwei Enden hat!

ET: Wir wollten bis zum Schluss die für ihn typische Mischung aus Komödie und Drama beibehalten. Wir konnten die Geschichte nicht einseitig enden lassen, dann wäre es nicht mehr unser Film gewesen. Deshalb gibt es einen dramatischen Schluss und einen zweiten, der etwas optimistischer ausfällt.

Wussten Sie von vornherein, dass Omar Sy auch bei diesem Film wieder mit von der Partie sein würde, oder hatten Sie im Gegenteil Befürchtungen, dass man Ihnen vorwirft, erneut mit dem Star aus Intouchables zu drehen?

ON: Abgesehen davon, dass wir mit Omar befreundet sind und es ganz besondere Bande sind, die uns verbinden, wollten wir unbedingt wieder mit ihm arbeiten.

ET: Zumal er uns an dem Abend, als er den César® gewann, fest ins Visier nahm und vor laufenden Kameras erklärte, er hoffe sehr, dass wir unsere Zusammenarbeit fortsetzen werden. Ein paar Tage später trafen wir uns in einem Café und sagten zu ihm: „Wenn du bereit bist für einen neuen Film, sind wir es auch!“ Die spannende Frage war anschließend, wen wir ihm diesmal zur Seite stellen würden. Omar ist ein reaktiver Schauspieler, und Samba ist eine Figur, die sich von Driss aus Intouchables stark unterscheidet – er ist viel sensibler, schüchterner, zerbrechlicher. Sein Filmpartner musste also jemand sein, der Delikatesse und Feingefühl besitzt. Und wer könnte diese beiden Eigenschaften wohl besser verkörpern als Charlotte Gainsbourg?

Tahar Rahim ist hier zum ersten Mal in einer Komödienrolle zu sehen. Wie kamen Sie darauf, ihn für die Rolle des Wilson zu engagieren, einen Algerier, der sich als Brasilianer ausgibt?

ET: Wir kannten ihn privat und wussten, dass er ganz anders ist als diese dunklen Gestalten, die er bislang gespielt hat. Tahar hat ein sonniges Gemüt, er ist witzig und lebhaft, er kann tanzen. Wie alle großen Schauspieler überzeugt er in jedem Rollenfach.

Wie stets bei Ihren Filmen legen Sie auch diesmal wieder großes Augenmerk auf die Nebenrollen.

ON: Es macht uns Spaß, immer wieder neue Filmfamilien zusammenzustellen. Obwohl auch in Samba erneut zwei Hauptfiguren im Mittelpunkt stehen, planen wir unsere Filme stets als Ensemblestücke. Es war einfach toll, Izïa Higelin mit Omar, Charlotte und Tahar zusammen zu bringen. Sie strahlt die Energie junger Leute aus, die sich der Gewalt auf der Welt erstmals so richtig bewusst werden und nur einen Wunsch haben: etwas daran zu ändern. Ihre Figur erinnert uns daran, dass viele von uns früher genauso idealistisch waren. Aber leider neigt der Mensch ja zur Resignation, und dann gewöhnt man sich mit der Zeit an Unrecht und Ungleichheit. Froh waren wir auch, als Hélène Vincent sich bereit erklärte, eine der ehrenamtlichen Helferinnen zu spielen. Gleich bei ihrem ersten Auftritt drückt sie dem Film mit ihrer Natürlichkeit, ihrem Einfallsreichtum und ihrer Ungeniertheit ihren Stempel auf.

ET: Als es um die Besetzung der Rolle von Sambas Onkel ging, sahen wir uns viele Schauspieler an. Letztlich machte Youngar Fall das Rennen, ein Laie. 30 Jahre lang hatte er in der Küche des Pubs „Renault“ auf den Champs-Elysées gearbeitet, und er war gerade in Rente gegangen. Für uns war das wie ein Wink des Schicksals. Er hat seine Filmfigur ungeheuer intensiv gespielt. Und seine Präsenz war ein Garant dafür, dass auf unserem Set die Realität Einzug hielt.

Delphine Coulin und ihre Schwester Muriel sind die Co-Autorinnen von Samba. Damit haben Sie zum ersten Mal das Buch einer Ihrer Filme mit anderen Partnern verfasst...

ON: Ihre und unsere Welt haben kaum Berührungspunkte, und ihr Werdegang ist einzigartig. Deshalb war es für uns ausgesprochen spannend, die beiden kennenzulernen.

ET: Bislang haben Olivier und ich unsere Neurosen beim Schreiben immer auf männliche Figuren übertragen. Delphine und Muriel haben ihre weibliche Sichtweise eingebracht, weshalb wir beim Schreiben der von Charlotte gespielten Figur sehr viel entspannter ans Werk gehen konnten.

Bei Intouchables arbeiteten Sie mit Mathieu Vadepied, dem Kameramann von Jacques Audiard, zusammen. Diesmal haben Sie Stéphane Fontaine engagiert, der für die meisten Filme von Arnaud Desplechin verantwortlich zeichnet.

ET: Nach Intouchables haben wir eine Bestandsaufnahme gemacht und erkannt, dass wir uns in Sachen Regie, Kamera und Szenenbild definitiv noch verbessern können. Aber damit einem das gelingt, braucht man wahre Virtuosen an der Seite wie Stéphane Fontaine, der vom selben Kaliber ist wie Mathieu Vadepied. Olivier und ich beobachten genau, was die Kameramänner in Frankreich so machen, und das notieren wir auf kleine Kärtchen. Um sie zu überzeugen, mit uns zu arbeiten, investieren wir fast so viel Zeit wie bei den Schauspielern. Was uns dabei leitet, ist die Liebe zum Kino und der Wunsch, einen auch in ästhetischer Hinsicht schönen Film zu machen.

Gab es angesichts des Erfolgs von Intouchables, der weltweit 51 Millionen Zuschauer hatte und mittlerweile Theaterstücke und Remakes inspiriert hat, bei diesem Film ab und zu Momente, in denen Sie zweifelten?

ET: Wir stehen noch am Anfang unserer Karriere, und wir sehen uns nicht als Sportler, die irgendwelche Rekorde brechen müssen. Nein, wir wollen uns in dem, was wir künstlerisch machen, einfach nur verbessern. Uns war klar, dass wir den Vergleich mit Intouchables nicht verhindern können, aber wir wussten auch, dass wir uns davon nicht beeinflussen lassen dürfen. Es kam uns einzig und allein darauf an, auch diesmal wieder zu überraschen.

ON: Okay, wenn sich die 51 Millionen Intouchables-Zuschauer auch Samba anschauen wollen, haben wir natürlich nichts dagegen!

Intouchables hat für Diskussionen gesorgt, als er ins Kino kam, und wurde von vielen Hilfsorganisationen, die sich um Körperbehinderte kümmern, regelrecht vereinnahmt. Glauben Sie, dass etwas Ähnliches auch mit Samba passieren wird?

ET: Das ist zwar nicht unsere Absicht, aber sollte es so kommen, hätten wir bestimmt nichts dagegen. Richtig glücklich wären wir allerdings, wenn der Film die Zuschauer nicht nur unterhält, sondern wenn manche hinterher auch das Gefühl haben, dass sie ein bisschen mehr über das Leben jener Fremden wissen, denen sie täglich in der Metro oder auf der Straße begegnen. Wie Samba aufgenommen wird, können wir nicht voraussehen. Aber was wir mit dem Film erreichen wollen, wissen wir: dass er niemanden gleichgültig lässt. ■ mz | Quelle: Senator Film

Komödie/Drama
F 2014
119 min


mit
Omar Sy (Samba Cissé) Sascha Rotermund
Charlotte Gainsbourg (Alice)
Tahar Rahim (Walid/Wilson)
Izïa Higelin (Manu)
Issaka Sawadogo (Jonas Karanoto)
Hélène Vincent (Marcelle)
Youngar Fall (Onkel Lamouna)
Christiane Millet (Madeleine)
Jacqueline Jehanneuf (Maggy)
Liya Kebede (Magali/Gracieuse)
u.a.

drehbuch
Olivier Nakache
Éric Tolédano
nach dem Roman „Samba pour la France“ von Delphine und Muriel Coulin

musik
Ludovico Einaudi

kamera
Stéphane Fontaine

regie
Olivier Nakache
Éric Tolédano

produktion
Quad Productions
Ten Films
Gaumont
TF1 Films Production
Korokoro
Canal+
Ciné+
TF1
Cinémage 8 Développement
Indéfilms Initiative
Procirep
Angoa

verleih
Senator