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Unbroken
Unbroken ist die unglaubliche Geschichte des Olympioniken und Kriegshelden Louis „Louie“ Zamperini, der, zusammen mit zwei anderen Besatzungsmitgliedern, nach einem Flugzeugabsturz im zweiten Weltkrieg 47 Tage auf einem Schlauchboot überlebte, nur um von der japanischen Marine gefangen genommen zu werden. Oscar®-Gewinnerin Angelina Jolie führte bei diesem epischen Drama Regie und fungierte ebenfalls als Produzentin.
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Basierend auf dem populären Roman „Unbeugsam: Eine wahre Geschichte von Widerstandskraft und Überlebenskampf“ von Laura Hillenbrand („Seabiscuit: Mit dem Willen zum Erfolg“) bringt Angelina Jolie mit ihrer dritten Regiearbeit Zamperinis unglaubliche aber wahre Geschichte von der Unverwüstlichkeit des menschlichen Geistes ins Kino.

Louie Zamperini starb am 2. Juli 2014 im Alter von 97 Jahren. Aber die Menschen trauerten nicht um ihn. Sie feierten ihn als amerikanischen Helden. Das lange, unglaubliche und inspirierende Leben des ehemaligen Olympia-Läufers war eine der großartigsten Triumphgeschichten des 20. Jahrhunderts. Dieser Mann durchlebte, was sich die meisten von uns kaum vorstellen können. Seinen Zustand völliger Verzweiflung bekämpfte er mit seinem starken Willen und wurde schließlich erlöst. Zamperinis Erlebnisse dienen auch weiterhin als Hoffnungsbotschaft für Millionen von Menschen.

Angelina Jolie hat sich nun dazu erbarmt, seine Geschichte auf die Leinwand zu bringen, nachdem die Rechte bei Universal fast 50 Jahre im Schrank gelegen haben. Das Unternehmen erwarb 1957 die Rechte an Louies Buch „Devil at my Heels“ („Dem Teufel auf den Fersen“). Damals war geplant, die Karriere von Tony Curtis damit zu beschleunigen, aber Curtis entschied sich dann, in Stanley Kubricks Spartacus zu spielen. Das Projekt wurde zurückgestellt, bevor überhaupt ein Drehbuch geschrieben war.

Als 1998 eine CBS-Sportdokumentation über Louies Leben im Fernsehen gezeigt wurde, kehrte das Projekt wieder ins allgemeine Bewusstsein zurück. Produzent Matthew Baer sah die Dokumentation und war sehr gerührt. Baer legte los, natürlich nicht ahnend, dass der Film erst nach 16 Jahren fertig sein würde. Laura Hillenbrands Buch über Zamperini wurde zwischenzeitlich nach der Veröffentlichung in den USA 2010 zum Bestseller, der über 185 Wochen auf der Hardcover-Bestsellerliste der New York Times stand, 15 Wochen davon auf Platz 1.

Es gab verschiedene Drehbuchfassungen, die Baer zusammenkittete und mehreren Regisseuren zuschickte - u.a. auch an Zamperinis Nachbarin in Hollywood: Angelina Jolie: »Ich las den Entwurf und war fasziniert. Aber erst nachdem ich Lauras Buch gelesen hatte, wusste ich, dass ich bei dem Film Regie führen will. Mir ging es genau wie Millionen von anderen Lesern: Auch ich musste das Buch in einem Rutsch lesen, ich konnte es nicht weglegen.«

Vielleicht sollte man doch eher das Buch lesen, denn der Film ist recht zäh und lang. Das mag wohl an den verschiedenen Drehbüchern liegen. Für ein wenig skurrilen Aberwitz stießen noch die Coen-Brüder hinzu, doch ihre Handschrift ist kaum zu erkennen. Ewig treiben die Soldaten im Meer, ewig dauert die Gefangenschaft. Zamperini musste es zwar noch länger aushalten als wir im Kino, doch dies waren seine Erlebnisse. Und Frau Jolie hat diese mit den eindrucksvollen Kameraeinstellungen von Roger Deakins auf die Leinwand gebracht, untermahlt von Alexandre Desplats klassischem Geklimper.

„Halte durch, dann kommst du durch.“ - Das war Louie Zamperinis Lebensmotto, oder vielmehr das der deutschen Fassung, denn im Original sagte er: „If I can take it, I can make it.“ („Wenn ich es aushalten kann, kann ich es schaffen.“) „Halte durch, dann kommst du durch.“ - Das ist wohl auch das Motto des Zuschauers, die 137 Minuten, die doppelt so lang erscheinen, durchzustehen.

Louie Zamperini schien es jedoch zu gefallen, dass „Jolly“, wie er Angelina Jolie nannte, die Regie übernommen hatte: »Ich hatte sie bis dato nur in den Nachrichten gesehen, weil ich nicht mehr ins Kino gehe. Ich wusste, dass sie als schönste Frau der Welt bezeichnet wurde. Dann kam sie zu uns nach Hause. Was für ein Schatz! Was für ein Sweetheart! Ich merkte sofort, dass sie nicht nur schön war, sondern auch sehr schlau. Sie ist sehr rücksichtsvoll, und sie hat ein wohltätiges Herz. Ich dachte: Was brauchst du mehr?«

Auf jeden Fall ein vernünftiges Drehbuch! Und ein vernünftiges Konzept! Gut, Biografien sind in der Regel eh langweilig, weil man sich an die Vorgaben halten muss. Wenn man sich jedoch andere Dramaturgien ansieht, die mit längeren Lebensabschnitten Zeitsprünge machen, damit eben ein wenig Tempo hinein kommt, muss man feststellen, dass Unbroken in seiner Linearität zu langatmig erzählt wurde. Und der Coldplay-Song zum Abspann passt ebenso zu einem Kriegsdrama wie eine CD ins Tape Deck. Vermutlich sollte das als Sportlerfilm geplant worden sein, doch im Endeffekt ist daraus ein überlanges Kriegs(gefangenen)drama geworden, das sich rein zufällig um einen Sportler dreht. ■ mz

Drama/Krieg/Sport
USA 2014
137 min


mit

Jack O’Connell (Louie Zamperini) Jacob Weigert
Domnhall Gleeson (Phil) Nico Sablik
Takamasa Ishihara (Watanabe) Yusuke Yamasaki
Finn Wittrock (Mac) Leonhard Mahlich
Garrett Hedlund (Fitzgerald) Tommy Morgenstern
Jai Courtney (Cup) Milton Welsh
C.J. Valleroy (junger Louis) Daniel Damian
Alex Russell (Pete) Nicolas Böll
John d’Leo (junger Pete) Carlo Degen
Ken Watanabe (Omori-Wache) Chiaki Ikuta
u.a.

drehbuch
Joel Coen
Ethan Coen
Richard LaGravenese
William Nicholson
basierend auf dem Buch von Laura Hillenbrand

musik
Alexandre Desplat

kamera
Roger Deakins

regie
Angelina Jolie

verleih
Universal