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St. Vincent
Drama/Komödie | USA 2014 | 103 min | FSK 12
mit Bill Murray, Jaeden Lieberher, Melissa McCarthy u.a.
Maggie, eine alleinerziehende Mutter, zieht mit ihrem 12-jährigen Sohn Oliver in ein neues Haus nach Brooklyn. Weil sie gezwungen ist, Überstunden zu machen, muss sie Oliver in die Obhut ihres Nachbarn Vincent geben, ein griesgrämiger Rentner mit Hang zu Alkohol und Glücksspiel. Zwischen ihm und dem Jungen entwickelt sich bald eine ganz besondere Freundschaft. Die schwangere Stripperin Daka im Schlepptau, nimmt Vincent seinen Schützling mit auf alle Stationen seiner täglichen Routine: die Rennbahn, den Stripclub und die Kneipe nebenan. Während Vincent Oliver dabei hilft, ein Mann zu werden, beginnt Oliver in Vincent etwas zu sehen, was kein anderer sehen kann: einen missverstandenen Mann mit einem großen Herzen.
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Die Idee zu diesem Film nahm Autor/Produzent/Regisseur Ted Melfi aus seinem eigenen Leben mit: Als sein älterer Bruder vor 7 Jahren im Alter von 38 Jahren starb, erkannte er während der Beerdigung, dass seine 11-jährige Nichte sonst niemanden mehr hatte. Also entschieden sich er und seine Frau rasch, sie zu adoptieren und nahmen sie mit nach Kalifornien.

An der dortigen Notre Dame High School bekam sie folgende Hausaufgabe: „Finde den katholischen Heiligen, der dich inspiriert, und finde jemanden im wahren Leben, der die Eigenschaften dieses Heiligen besitzt!“ Sie entschied sich für St. William von Rochester, den Schutzpatron adoptierter Kinder, und ihren Adoptivvater Ted Melfi als Äquivalent.

Dies, so fand der innerlich gerührte Melfi, sei eine gute Idee für einen Film. Und so sponn er sich eine Geschichte um einen Jungen, der mit seiner Mutter-in-Trennung (mal gegen den Strich in einer ernsten Rolle: Melissa McCarthy) in die Nachbarschaft eines kauzigen Alten zieht, der mit seiner Rassekatze zusammen lebt und in einer losen sexuellen Beziehung zu einer russischen Prostituierten steht (Naomi Watts mal herrlich anders).

Der Junge freundet sich mit seinem Zufall-Babysitter von nebenan an. Dieser wird zu einer Art Opa, der ihn überall dorthin mitnimmt, wo Kinder nichts zu suchen haben - auf die Rennbahn, in die Kneipe, ins Striplokal... Dass er nicht der ideale Babysitter ist, wird der Mutter, wie auch der russischen Begleiterin, bald klar.

Nach und nach „raufen“ sie sich alle zusammen und mischen sich immer mehr in das Leben des alten Mannes ein. Als dieser im Krankenhaus landet, erfahren sie ein paar Einzelheiten über dessen Vergangenheit - auch warum er sich in einem Altersheim immer wieder als Arzt verkleidet und dort eine Frau besucht, dessen Wäsche er wäscht, obwohl das Heim dafür normalerweise sorgt.

Und dann ist da natürlich noch der Ausgangspunkt des Films: Der kleine Oliver bekommt in der neuen Schule (eine katholische mit Chris O'Dowd als Lehrer, der die Sache mit den verschiedenen Glaubensrichtungen/Religionen ganz entspannt sieht) eben diese Hausaufgabe, die den Kreis schließt und den alten Kauz Vincent zum Heiligen werden lässt. Da gibt es dann am Ende noch einen ordentlichen Druck auf die Tränendüse. Doch trotz des schokoladigen Endes macht es Spaß, Bill Murray bei seinen dargestellten Marotten zuzusehen. Es ist ein liebenswürdiger Film mit ebensolchen Figuren - nichts wirklich Neues, aber dennoch nett anzusehen. ■ mz