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Sieben verdammt lange Tage


Hilary Altman blickt auf ihre Familie zurück.
© Warner Brothers/Jessica Miglio

Wenn Nachts im Museum die Lichter ausgehen, kommt Regisseur Shawn Levy normalerweise auf seine Touren. Diesmal hat er sich einem etwas seriöseren Stoff gewidmet. »Ich amüsierte mich königlich, war aber auch tief bewegt. Ich spürte, wie wahrhaftig diese Mischung aus Menschlichkeit, Wärme und Humor ist, und deshalb wollte ich diesen Film machen, ich wollte diese Story mit anderen teilen«, erinnert er sich an seine erste Lektüre des sehr unterhaltsamen Romanbestsellers von Jonathan Tropper.

Da ich den Roman nicht gelesen habe, kann ich auch nicht beurteilen, inwiefern Tropper seine Geschichte auf die Leinwand adaptierte. Serienfans wird der Name Jonathan Tropper allerdings bekannt vorkommen. Seine wilde Gauner-Familien-Krimi-Serie Banshee wird dem Einen oder Anderen sicher ein Begriff sein. Seine Geschichten um die Kleinstadt im Nirgendwo und den Pseudo-Sheriff Lucas Hood sind eine wahre Pracht verglichen mit diesem Familientreffen-Film.

Vier erwachsene Geschwister treffen sich in ihrem Elternhaus wieder, um ihren Vater zu beerdigen. Jedes ist im eigenen Leben mehr oder minder gescheitert, und jetzt müssen sie zusammen eine ganze Woche unter einem Dach verbringen – in Gesellschaft ihrer gluckenhaften Mutter, etlicher Ehe-, Ex- und Wunschpartner. Niemand kann sich hier verstecken – im Gegenteil: Es ist Zeit, die Vergangenheit und die problematischen Verwandtschaftsbeziehungen aufzuarbeiten.

In diesem ebenso irrwitzigen, wie emotional ergreifenden Chaos kommt endlich wieder zusammen, was zusammengehört: Solche zu Herzen gehenden, komischen und versöhnlichen Situationen können nur im Familienkreis entstehen – was letztlich selbst uns Zuschauer an den Rand des Wahnsinns treibt. Denn in der Wahrhaftigkeit all dieser Schwächen und Stärken erkennen wir auch uns selbst wieder.

Allerdings geht es in diesem Film nicht ganz so taubenschlagartig zu wie Im August in Orange County es uns zeigen konnte. Irgendwie scheint die Chemie hier nicht zu funktionieren. Ein Grund hierfür mag vermutlich an Film-Langweiler Jason Bateman zu liegen, der hier eine angenehm seichte Affäre mit der quirlig-coolen Rose Byrne angeht und schauspielerisch nicht wirklich was zu bieten hat, was er schon in zahlreichen Filmen bewiesen hat.

Die Besetzung ist zwar hervorragend, doch es scheint, als würde jeder nur seine Rolle über- oder unterspielen. Richtig funken tut es nur bei wenigen Zuschauern. Ich glaube, das einzige, das dem Zuschauer im Gedächtnis bleiben wird, sind Jane Fondas „bionische Brüste“, die hier als „Running Gag“ fungieren und zu ihrer Rückkehr ins Kino sicherlich beitragen. Sie spielte zuletzt in der Serie The Newsroom und war als Nancy Reagan in Lee Daniel's The Butler zu sehen. Ihre letzte erwähnenswerte Rolle spielte sie 2011 in der französischen Komödie Und wenn wir alle zusammenziehen? an der Seite von Geraldine Chaplin, Pierre Richard und Daniel Brühl.

Aber nicht nur das schauspielerische Gesamtgefüge passt nicht zusammen, auch die Geschichte an sich wirkt nicht gerade glaubwürdig. Da fühlt man sich genau wie die zusammengewürfelten Familienmitglieder irgendwie veräppelt. Vielleicht ist das Buch etwas schöngeistiger, der Film jedoch bleibt trotz der Starpower im kritischen Mittelfeld und kann getrost daheim im TV verköstigt werden. ■ mz

28. September 2014
OT: This is where I leave you
Drama/Komödie
USA 2014
103 min


mit

Jason Bateman (Judd Altman) Tobias Kluckert
Tina Fey (Wendy Altman) Sabine Arnhold
Jane Fonda (Hillary Altman) Judy Winter
Adam Driver (Phillip Altman)
Rose Byrne (Penny Moore) Ranja Bonalana
Corey Stoll (Paul Altman) Peter Flechtner
Kathryn Hahn (Alice Altman) Tanja Geke
Connie Britton (Tracy Sullivan)
Timothy Olyphant (Horry Callen)
Dax Shepard (Wade Beaufort) Simon Jäger
Debra Monk (Linda Callen)
Abigail Spencer (Quinn Altman)
Ben Schwartz (Rabbi Charles Grodner „Boner“)
u.a.

drehbuch
Jonathan Tropper nach seinem Roman

musik
Michael Giacchino

kamera
Terry Stacey

regie
Shawn Levy

produktion
21 Laps Entertainment
Spring Creek Productions
Warner Brothers

verleih
Warner Brothers

Kinostart: 25. September 2014