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About last Night


Danny und Debbie sind verliebt.
© Sony Pictures

Autor und Regisseur David Mamet (Glengarry Glen Ross) brachte das Stück „Sexual Perversity in Chicago“ über den Werdegang zweier Pärchen zur Paarungszeit 1974 auf die New Yorker Off-Broadway-Theaterbühnen. Es handelt von den Hochs und Tiefs in der Beziehung zwischen Danny und Deborah, die sich treffen, sich verlieben, zueinander ziehen und sich ebenso schnell wieder trennen, wie sie sich gefunden haben.

1986 premierte Regisseur Edward Zwick (Legenden der Leidenschaft, Blood Diamond) mit der Verfilmung dieses Stücks auf der Leinwand. Damals spielten Rob Lowe (Danny), Demi Moore (Debbie), James Belushi (Bernie) und Elizabeth Perkins (Joan) in dem Film mit dem Titel About last Night die Hauptrollen, der in Deutschland unter Nochmal so wie letzte Nacht bekannt ist.

Nun hat sich Schauspieler und Regisseur Steve Pink, der u.a. die Drehbücher zu Grosse Point Blank (Ein Mann, ein Mord) und High Fidelity geschrieben und mit John Cusack zuletzt Hot Tub Time Machine (Teil 2 startet kommenden Januar) inszeniert hat, mit dem Stoff befasst, ihn mit farbigen Darstellern besetzt und durch Nachwuchsautorin Leslye Headland in die Neuzeit adaptiert. Viel brauchte da nicht verändert werden, denn der Stoff ist relativ zeitlos.

Danny und Bernie bereichern ihre banalen Bürojobs mit Geplänkel über ihre sexuellen Erfahrungen und Vorlieben. Bernies Vokabular ist geprägt von regionalem Jargon und vulgären Ausdrücken, während Danny da eher der vernünftige, zurückhaltende Typ ist. Bernie schwärmt von seiner neuen Flamme Joan und lässt dabei kein Detail aus. Zusammen mit ihr planen sie, Danny mit Joans Mitbewohnerin Debbie bei einem vergnüglichen Zusammentreffen zu verkuppeln.

Der Plan geht auf: Zwischen Danny und Debbie funkt es, und schon bald finden sich die beiden in einer festen Beziehung wieder. Während sich die Männer (hauptsächlich Bernie) weiterhin über ihre sexuellen Erfahrungen und Vorlieben austauschen, diskutieren die Frauen über die Unzulänglichkeiten der Männer, mit denen sie sich die Zeit vertreiben. Als dann plötzlich Debbie zu Danny zieht, fühlt sich Joan allein gelassen.

Auch von Bernie, der im Grunde ein unsicherer und ängstlicher Mann ist, der sich hinter einer Maske von Vulgariät und aggressivem Sexismus versteckt, hatte die kritiksüchtige Joan mehr erhofft. Beim anderen Pärchen kommt es nach dem Zusammenziehen immer öfter zu kleinen und größeren Reibereien. Als dann plötzlich Dannys verrückte Ex Alison plötzlich ins Spiel kommt, ist der Ofen dann erstmal ganz aus.

Damit der Reigen dann doch noch zu einem neuen Happy Beginning führt, muss Danny Nägel mit Köpfen machen und sein bisheriges Leben umkrempeln. Er schmeißt seinen Job hin und versucht, seinem Traum vom eigenen Restaurant ein Stück näher zu kommen. Und schließlich, nach einer längeren Pause voneinander, beschließen Danny und Debbie, nochmal von vorn anzufangen, denn trotz der Reibereien hegen sie immernoch Gefühle für einander...

Die Neuauflage unterscheidet sich gegenüber der Erstverfilmung neben der Hautfarbe der Protagonisten auch im Ton: War der Film von 1986 noch relativ ernst gehalten, dreht man nun ordentlich beim komödiantischen Teil auf. Während Danny und Debbie das seriöse Pärchen darstellen, geht es bei Bernie und Joan schon recht hart zur Sache! Dafür engagierte man das neue Plappermaul Kevin Hart (Ride along, Zwei vom alten Schlag) und Scary Movie-Queen Regina Hall, die ordentlich Stimmung hereinbringen.

David Mamet distanzierte sich damals von der weichgespülten Erstverfilmung, die er für 12 Dollar und einen Sack Kartoffeln verkaufte. Der Film setzte viel auf die damaligen Jungstars Rob Lowe und Demi Moore und musikalisch auf R&B-Sounds von Sheena Easton, Jermaine Jackson oder John Oates, war deutlich freizügiger (Nippelalarm!) und ließ eine Beziehung zwischen Joan und Bernie nicht zu.

Von Mamets Stück ist lediglich die Grundhandlung samt der Figuren geblieben. Steve Pinks Neuverfilmung verlagert sogar den Ort des Geschehens von Chicago nach Downtown Los Angeles. About last Night ist ein unterhaltsamer Date-Film für Sie und Ihn über das, was beide erwartet, was von beiden erwartet werden könnte und was man vielleicht doch lieber unterlassen sollte.

Unterlassen sollte man eigentlich Kevin Hart, der mit seinem Plappermaul ordentlich nervt, dem aber auch Regina Hall dem entsprechend kontert, was wiederum bei diesem Film stimmig ist. Der perfekte Ruhepol dagegen sind Joy Bryant und der Neuzeit-Rob-Lowe-in-Farbe Michael Ealy, denen man auch ansieht, dass die Chemie zwischen den Schauspielern stimmt. Von der Nak-nak-nak-Freundin bis hin zur Lieber-mit-dir-im-Bett-bleiben-Stimmung ist alles vorhanden, was eine flotte Beziehungskomödie ausmacht. Wer es etwas ernster, ruhiger und freizügiger haben will, kann sich ja die Erstverfilmung von 1986 ansehen, die ist genauso sehenswert. ■ mz

24. Juni 2014
OT: About last Night
Komödie
USA 2014
100 min


mit

Kevin Hart (Bernie)
Michael Ealy (Danny)
Regina Hall (Joan) Bianca Krahl
Joy Bryant (Debbie) Mareile Moeller
Christopher McDonald (Casey McNeil)
Adam Rodriguez (Steven Thaler)
Joe lo Truglio (Ryan Keller)
Paula Patton (Alison)
u.a.

drehbuch
Leslye Headland
basierend auf dem Drehbuch zum Film „Nochmal so wie letzte Nacht“ von Tim Kazurinsky und Denise DeClue
basierend auf dem Theaterstück „Sexual Perversity in Chicago“ von David Mamet

musik
Marcus Miller

kamera
Michael Barrett

regie
Steve Pink

produktion
Screen Gems
Olive Bridge Entertainment
Rainforest Films

verleih
Sony

Kinostart: 19. Juni 2014