Samstag, 16. Dezember 2017

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X-Men: Zukunft ist Vergangenheit


Charles Xavier im Gespräch mit sich selbst
© 20th Century Fox

Der letzte X-Men-Film hat die Euphorie wieder hochsteigen lassen, nachdem X-Men III: Der letzte Widerstand bei einem Großteil der Fans versagte. Jetzt hat Bryan Singer wieder das Wort bzw. die Regie übernommen, denn dieser hatte schließlich die erfolgreichen ersten beiden Filme auf die Leinwand gebracht. In dem neuen Abenteuer um Charles Xavier, Erik Lehnsherr, Logan & Co. mischt er, ähnlich wie es J.J. Abrams mit Star Trek getan hat, die Karten neu.

Die Geschichte beginnt in der nicht allzu fernen Zukunft, denn Professor X und Magneto leben noch und führen die X-Men an, die sich in einem unerbittlichen Kampf um ihre Existenz befinden. Sie werden bedroht von einer Armee sogenannter Sentinels (Wächter), die Dr. Bolivar Trask entwickelt hat, der bereits im 3. Film aufgetreten ist. In der 2. Inkarnation der Figur spielt diesmal Peter Dinklage (Game of Thrones) den eifrigen Wissenschaftler, der zuvor von Bill Duke gespielt wurde, welcher also das komplette Gegenteil (in Hautfarbe und Körpergröße!) von Dinklage ist.

Diese Sentinels können Mutanten orten, isolieren und anschließend vernichten - eine ungeheuer effektive Waffe also, die die Mutanten binnen kürzester Zeit ordentlich dezimiert hat. Die einzige Hoffnung der X-Men, diesen Krieg und vor allem ihre Vernichtung zu unterbinden, ist eine Zeitreise in die 70er Jahre. Dort entwickelte Trask die Riesenroboter und konnte sie nach langjähriger Modifizierung den Fähigkeiten der Mutanten anpassen.

Ursache hierfür war das missglückte Attentat, das Raven/Mystique verpatzte und daraufhin gefangengenommen wurde. Durch zahlreiche Tests konnte Trask schließlich Ravens Fähigkeiten auf seine Sentinels übertragen und so die Oberhand im Krieg mit den Mutanten gewinnen. Also müssen die X-Men einen Überlebenden in der Zeit zurückschicken, der damals auch bereits aktiv im Geschehen mitwirkte.

Da Charles und Erik nicht mehr in der körperlichen Verfassung sind, diese Prozedur zu überleben, meldet sich der Allerälteste der Mutanten freiwillig und mit guten Argumenten - Wolverine. Es gab jedoch ein klitzekleines Problem: Er muss dem jüngeren Charles Xavier klarmachen können, was abläuft. Ein größeres Problem kommt diesem noch hinzu: Damals hatte Charles keine Fähigkeiten, denn durch die Medikation (Wir erinnern uns an die Verletzung zum Ende des letzten Films...) kann er zwar wieder gehen, dafür werden jedoch seine telepathischen Fähigkeiten unterdrückt. Um das noch zu toppen, müssen sie auch noch Magneto auf ihre Seite ziehen, damit die Mission auch ein Erfolg wird...

Also wird Wolverine in die Vergangenheit geschickt - aber nicht mittels einer Zeitmaschine, sondern durch Mutantin Kitty Pryde, die bereits im 3. Teil auftauchte, und erneut von Ellen Page verkörpert wird. Sie besitzt die Fähigkeit, das Bewusstsein einer Person in die Vergangenheit zu schicken. Wolverine in die Vergangenheit zu schicken, ist für sie ihre bis dato schwierigste Aufgabe, denn Zeit ist einerseits nicht auf der Seite der Mutanten, denn die Sentinels nähern sich ihrem Standort, und die Zeit läuft auf beiden Zeitebenen parallel ab. Also muss sich Wolverine beeilen, seine Mission erfolgreich zu erfüllen. Und sie kann nur einen möglichen Ausgang haben...

Im Verlauf ihrer gemeinsamen Geschichte hat Charles Xavier stets versucht, Logan seine X-Men-Philosophie zu vermitteln und ihn zu beruhigen. In diesem Film kehren sich nun ihre Rollen um. Logan ist es jetzt, der den jüngeren Charles davon überzeugen muss, seinen Glauben zu bewahren. »Es ist ein sehr spannendes, fast poetisches Wechselspiel, das sich da zwischen den beiden entspinnt«, weiß Bryan Singer. »In X-Men hilft Xavier Logan, seinen Platz in der X-Men-Welt zu finden, in Zukunft ist Vergangenheit reist Wolverine in die Vergangenheit, um Xavier zu helfen und sein Leben auf die Reihe zu bekommen, damit er dann die Zukunft retten kann.«

Das dürfte eine der schwierigsten Missionen sein, die Wolverine bislang zu bewältigen hatte, denn wie wir wissen ist Geduld nicht gerade seine herausragende Eigenschaft. Hugh Jackman freute sich, beim neuen X-Men-Abenteuer wieder an Bord sein zu dürfen, obwohl er erst wenige Monate zuvor die Dreharbeiten zu Wolverine – Wege des Kriegers abgeschlossen hatte. Das hieß für ihn, dass er sich für die Dreharbeiten in Montreal nicht extra wieder in Form bringen musste – er musste „nur” seine Form bewahren. Und das allein war schon schwierig genug.

Jackman freute sich über die Möglichkeit, wieder mit Halle Berry, Ian McKellen und Patrick Stewart zusammenzuarbeiten, nachdem man sich beim ersten X-Men-Dreh angefreundet hatte. Ebenso genoss er die erneute Kooperation mit Singer, dem er seiner Meinung nach seinen Durchbruch in Hollywood verdankt. Zudem gefiel es ihm, an der Seite der jungen Schauspieler zu agieren.

Ein weiterer Veteran am Set nach Jackman war Ian McKellen. Seine Zusammenarbeit mit Singer begann bei Der Musterschüler, den dieser produziert und inszeniert hat. Seit jenen Tagen ist McKellen davon begeistert, wie viel Herzblut Singer in seine Projekte steckt und wie sehr er sich dem Publikum verpflichtet fühlt. Als klassisch ausgebildeter Bühnenschauspieler zieht Ian seine Kraft aus der Hingabe und Begeisterungsfähigkeit seiner Zuschauer.

Patrick Stewart, der Charles Xavier/Professor X nun auch schon für über 14 Jahre gespielt hat, wunderte sich nicht, dass seine Figur in Zukunft ist Vergangenheit wieder auftauchte. Der Erfolg der Franchise war gewaltig, und Stewart konnte sich gut vorstellen, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickelt. »Und außerdem«, witzelt er, »wird James McAvoy noch ein, zwei Jahre brauchen, ehe er so aussieht wie ich.«

Stewart freute sich über die erneute Zusammenarbeit mit Singer, dessen Visionen und Ambitionen maßgeblich zum Erfolg der Reihe beitrugen. Besonders ist Stewart ins Auge gestochen, wie sich im Lauf der Jahre die Herangehensweise an Filme dieser Größenordnung verändert hat. Noch nie hatte er in einen 3D-Film mitgespielt, noch nie hatte er im Vorfeld animierte Szenen seiner Auftritte gesehen. Der Drehprozess ist immer komplexer geworden, aber auch immer präziser, ein Umstand, der Stewart fast ebenso begeisterte wie die Tatsache, dass er diesmal endlich den X-Jet fliegen darf. Richtiggehend begeistert war er jedoch von dem Rollstuhl, den er als Xavier benutzt: »Er schwebt wie ein Luftkissenfahrzeug!«

Der schottische Schauspieler James McAvoy schlüpft erneut in die Rolle des jungen Charles, der in dieser Geschichte seinen Glauben vollkommen verloren hat und verletzlicher ist denn je. Durch das Fehlen seiner Fähigkeiten hat Charles beschlossen, sich zurückzuziehen. Er ist auch innerlich zutiefst verletzt, weil er seine nahe Freundin Raven verloren hat.

Eine der Schlüsselszenen für McAvoy war die, in der er auf sein älteres Ich in Person von Patrick Stewart trifft. Es war McAvoys erster Tag am Set und Stewarts letzter. Der junge Schauspieler war ein wenig nervös. »Dies ist einer der wichtigsten Momente im Leben des jungen Charles«, führt er aus. »Und diese Szene mit jemandem zu spielen, der den Part schon über 14 Jahre inne hatte, machte mich doch ein wenig unruhig.«

Die beiden Schauspieler hatten sich noch nie getroffen und kaum Zeit, um zu proben. McAvoy schlug vor, dass man die Szene doch Gesicht an Gesicht drehen sollte. Das gefiel Stewart, denn so würde die Intimität der Szene unterstrichen werden. »James kam einfach rein und zog sein Ding durch«, erinnert sich Bryan Singer. »Es war einfach unglaublich, wie zwei Schauspieler aus verschiedenen Generationen so perfekt miteinander harmonierten. Das war für alle ein unvergesslicher Moment.«

Michael Fassbender übernimmt wieder den Part des jungen Erik Lehnsherr/Magneto. Wie die meisten seiner Kollegen zieht es auch Fassbender vor, auf einem richtigen Set und nicht vor einer Green Screen zu agieren. Er war überwältigt, wie sorgfältig und detailreich die Produktionsabteilung die Sets entworfen hatte. Sein Lieblingsset war die Gefängniszelle im Pentagon, in die er in den ersten Szenen des Films eingesperrt ist. Sie half ihm, seinen Charakter zu finden.

»Diese Zelle gab mir die Idee, wie mein früheres Leben ausgesehen haben muss«, sagt Fassbender. »Diese zehn Jahre Einzelhaft hat Magneto nur mit Hilfe der „Lotus“-Technik überstanden. Sie ist eine Meditationsübung, Eriks Form von Zen, in der er stundenlang schwebend und mit gekreuzten Beinen seine Kräfte sammelt.«

Ein weiterer Quell des Konflikts zwischen Fassbenders Magneto und McAvoys Xavier ist Raven/Mystique. Erneut ist die Oscar®-Gewinnerin Jennifer Lawrence in dieser Rolle zu sehen. »Raven war in den zehn Jahren, die seit Erste Entscheidung vergangen sind, auf sich alleine gestellt«, führt Singer aus. »Sie ist jetzt weder das Mädchen, das mit Charles aufwuchs, noch eine Jüngerin von Erik. Sie hat ihren eigenen Weg gefunden. Sie ist auf Rachefeldzug, jagt all die Menschen, die für die Entführung und Tötung von Mutanten verantwortlich sind, bzw. mit ihnen experimentieren. Gleichzeitig will sie sich an Trask rächen. Das bricht Charles das Herz, denn er weiß, dass diese Tat böse Folgen haben und zum Untergang der Mutanten führen wird. Der Kampf um die Zukunft ist also auch einer um Ravens Seele.«

Oscar®-Preisträgerin Halle Berry ist inzwischen zum vierten Mal als Storm zu sehen. Sie fühlt sich ihrem Mutanten verwandt und sieht die Rolle wie eine Rückkehr zu einem alten Freund. Berry definiert ihren Part als Lehrerin – ganz so wie Singer die Rolle erstmals in X-Men angelegt hat. Und doch, so weiß Berry, ist Storm mehr als nur Bücher und Bleistifte. Storm ist eine der mächtigeren Mutanten, sie spielt eine wichtige Rolle bei der Verteidigung ihrer Spezies vor den Sentinels. »Storm beherrscht das Wetter und wenn Kampf angesagt ist, ist sie die Erste, die aufs Feld geschickt wird«, erklärt sie.

Ellen Page kehrt ebenfalls wieder als Kitty Pryde ins „X-Men“-Universum zurück. Page sieht Kitty als starke, »krasse« weibliche Heldin, und ist sich sicher, dass die X-Men-Fans vom neuen Abenteuer, das sie als »episch« bezeichnet, nicht enttäuscht sein werden. Page genoss jeden Drehtag, die Arbeit mit den »unglaublichen Kollegen, tollen Kostümen und sensationellen Sets« war einfach umwerfend. Sie bewundert Singer dafür, dass er ein solches Monsterprojekt so meisterlich zu stemmen versteht. Simon Kinberg lobt sie für dessen kluges, präzise ausformuliertes Skript. Und über die Besetzung gefragt, sieht Page in ihren Kollegen »Legenden. Es war einfach toll, dazusitzen und ihnen beim Spielen zuzusehen.«

Auch Nicholas Hoult nimmt seinen Part als Hank McCoy/Beast wieder auf. Diesmal hat man den Fokus stärker auf die emotionale Zerrissenheit seiner Figur gerichtet. Hank fühlt sich in seiner blauen Haut nicht wohl, er ist unsicher und geniert sich, ein Mutant zu sein. Während der zehn Jahre, die seit der Handlung von Erste Entscheidung vergangen sind, hat er mit Charles auf dem X-Men-Anwesen gelebt und ein Serum entwickelt, das seine und Charles’ Mutation unterdrückt. Charles benutzt es, um wieder gehen zu können, doch das Medikament hat Nebenwirkungen: Es schränkt die mentalen Kapazitäten ein. Zudem wird im neuen Film Hanks Verbindung zu Raven genauer untersucht. Obwohl er ihre blaue Haut akzeptieren kann, fühlt er sich in seiner nicht wohl.

Quicksilver ist ein weiterer wichtiger Mutant in den Szenen der 70er Jahre, gespielt von Evan Peters, bekannt aus der Serie American Horror Story. Der junge Charles, Logan und Hank bitten ihn um Hilfe, damit sie Magneto aus seinem Gefängnis im Pentagon befreien können. Quicksilvers Superkraft, der Name verrät es schon, besteht in seiner Geschwindigkeit. Diese hat er, bis er die X-Men trifft, für kleinere Diebstähle und Teenager-Unsinn genutzt. »Wolverine kennt Quicksilver in der Zukunft«, erläutert Singer.

»In der Vergangenheit ist dieser ein kleptomanisch veranlagter Jugendlicher, der sich gerne in Szene setzt. Um ihn und seine Fähigkeit für seine Zwecke einspannen zu können, muss er sich Quicksilvers Freude am Unruhestiften zunutze machen. Also bittet er ihn, ihm dabei zu helfen, jemanden aus dem Pentagon zu befreien.«

Singer und Chefkameramann Newton Thomas Sigel benutzten Phantom-Hochgeschwindigkeitskameras und foto-akustische Technologie, um die Ein- und Ausbruchsszenen zu filmen. Dies sind sicherlich die technisch kompliziertesten und optisch verblüffendsten Szenen des gesamten Films. Die Sequenz wurde mit 3.000 Bildern pro Sekunde aufgenommen, man sieht Quicksilver wie er die Wände des Pentagons parallel zum Boden entlang läuft.

Diese Technologie bedingt enorm viel Licht. Also brachte man über dem Set Lampen mit einer Strahlkraft von 40.000 Watt an. »Das Set war so hell, dass wir während des Drehs Sonnenbrillen tragen mussten«, berichtet Singer. »Die Schauspieler schlossen ihre Augen und machten diese erst auf, als die Kameras liefen.«

Shawn Ashmore kehrt als Bobby/Iceman ins X-Men-Universum zurück. Diesmal tut er sich mit Kitty, Bishop und Colossus zusammen, die sich alle in der dunklen Zukunft auf der Flucht befinden. Ashmore weiß, dass die Umstände die Figuren allesamt hart gemacht haben. »Tag für Tag sind sie in Lebensgefahr«, sagt Ashmore, »und nur dank Kittys Fähigkeit, in die Vergangenheit zu reisen, überleben sie.« Ashmore war absolut davon begeistert, dass er diesmal seine Fähigkeiten in einer einzigartigen Actionsequenz unter Beweis stellen durfte. Eine Eisrutsche war Teil der Szene, und er erinnert sich, dass dies für ihn der »ultimative Superheldenmoment« war.

Der kanadische Schauspieler Daniel Cudmore war auch sehr froh darüber, ins X-Men-Universum zurückkehren zu dürfen. Seine Figur ist dazu in der Lage, seine Haut in organischen Stahl umzuwandeln, was ihn gleichermaßen stark und fast unverwundbar macht. Der Franzose Omar Sy (Ziemlich beste Freunde) spielt Bishop, einen der neuen Mutanten in der X-Men-Welt. Bishop, der in der Zukunft auftaucht, ist wild und furchteinflößend. Er kann strahlende und leitfähige Energie aufzunehmen und nutzt diese, um seine Plasmawaffe zu befeuern. Und mit Kittys Unterstützung vermag er auch, in der Zeit zu reisen.

Die Figur Sunspot, die Adan Canto spielt, kann Solarblitze abschießen. Um sich in seinen Part hineinzufinden, beschäftigte sich Canto mit Sunspots Geschichte. Er erklärt: »Er ist loyal und leidenschaftlich, aber seit dem Tod seiner großen Liebe neigt er zu Wut und Rebellion.« Ein weiterer neuer Mutant der X-Men-Franchise ist Warpath, in dessen Part Booboo Stewart schlüpft. Warpath, den man auch als James Proudstar kennt, besitzt überaus feine Sinne – er riecht, sieht und hört übernatürlich gut. Warpath ist einer der Mutanten aus der Zukunft, der den X-Men hilft, als sie von den Sentinels angegriffen werden.

Der dritte neue Mutant in den X-Men-Reihen heißt Blink und wird von Bingbing Fan gespielt. Blink beherrscht die Kunst der Teleportation und kann sich, andere und auch große Gegenstände durch Raum und Zeit bewegen. Sie nutzt ihre Fähigkeiten, Sachen zu „verlegen“, speziell ihre Feinde oder riesige Projektile. Das SFX-Team war dafür zuständig, dass Blinks Fähigkeiten auf der Leinwand richtig zur Geltung kamen.

Der australische Schauspieler Josh Helman ist bereits die vierte Inkarnation der Figur namens Bill Stryker, die auch in X-Men 2, X-Men Origins: Wolverine und Erste Entscheidung aufgetreten ist und jedes Mal von einem anderen Schauspieler verkörpert wurde. Helman empfand, dass mit der Rolle eine große Verantwortung einher ging, obwohl sie nicht unbedingt groß ist. »Bill Stryker ist deswegen ein so komplexer Charakter, weil er, obwohl er keine Superkräfte besitzt, so furchteinflößend ist«, weiß er.

Lucas Till kehrt ebenfalls als Alex Summers zurück. Sein Mutantenego Havok kann aus seinem Körper kosmische Energie schießen. Diesmal wird Havok, der in einer speziellen Mutanten-Einheit in Vietnam dient, von Mystique, mit der ihn eine verspielte Kameradschaft verbindet, gerettet.

Zukunft ist Vergangenheit ist der bislang aufwändigste X-Men-Film, der Beweis für den Erfolg der Franchise. Viel wichtiger ist aber, dass man hier die gebündelte kreative Energie von Schauspielern und Filmemachern erkennt – in einer grenzüberschreitenden Geschichte, die alle Zuschauerschichten anspricht.

Auf der vergangenen Comic-Con stellte sich fast die gesamte Besetzung unter tosendem Applaus ihren Fans vor. Die den Schauspielern entgegengebrachten Emotionen waren überwältigend. Bryan Singer kennt diese Art von Gefühlsausbrüchen. »Wäre ich vor 25 Jahren auf der Comic-Con gewesen und Han Solo, Luke Skywalker und Prinzessin Leia hätten vor mir auf der Bühne gestanden, wäre ich auch ausgeflippt«, gesteht der Regisseur. Für Singer sind die X-Men-Geschichten moderne Mythologien. »Ich fühle mich in diesem Universum richtig zu Hause. Ich liebe es, mich darin zu bewegen, es zu erforschen und Spaß damit zu haben.« Seine Fähigkeiten, diese Storys als Filmemacher aufzubereiten, sind unerreicht. Und das heißt, dass es für die X-Men eine hoffnungsvolle Zukunft gibt.

Mit Zukunft ist Vergangenheit schafft Singer den Spagat zwischen anspruchsvoller Geschichte und fantastischer Action, zwischen Ernst und Spaß, zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Gut, die Kampfszenen in der Zukunft sind ein wenig zu uninteressant, da man die Hälfte der Figuren (noch) nicht kennt bzw. im Film nicht wirklich kennenlernen wird. Das wirklich Tolle am Film ist natürlich die Zeitreise in die 70er. Da hat man sich so richtig ins Zeug gelegt, die Periode so authentisch wie möglich aussehen zu lassen.

Die Idee, durch eine Mutantenfähigkeit ein Bewusstsein ins vergangene Selbst zu befördern, ist schon genial - könnte auch von der Serie Zurück in die Vergangenheit (Quantum Leap) inspiriert worden sein. Während Bryan Singer die Logik und Physik der Zeitreise erforschte, beschäftigte sich Simon Kinberg, als er am Skript arbeitete, mit Zeitreiseliteratur und -filmen. »Ein großer Teil des Reizes von Zukunft ist Vergangenheit sind die Schnittstellen sowie die Wechselwirkung von Vergangenheit und Zukunft«, weiß Kinberg.

»Die größten Herausforderungen des Projekts bestanden darin, die Logik und die emotionale Ausrichtung der Figuren aufrecht zu erhalten. Die junge Version einer Figur mit dessen älteren Ichs zu synchronisieren, stellte uns vor neue Aufgaben. Die Figuren mussten sich emotional und rational entsprechen, das war fast ebenso schwierig wie die Umsetzung der Physik und Psychologie der Zeitreise.«

Zukunft ist Vergangenheit ist meiner Ansicht nach der bislang beste Film der Reihe, ist spannend und spektakulär, macht Spaß und wartet am Ende noch mit einer Schnüffeltuchszene auf, die viele Fans aufleuchten lässt. Und nach dem Abspann gibt es noch einen kurzen Ausschnitt aus dem kommenden Abenteuer Apocalypse zu sehen, das 2016 in die Kinos kommen wird. ■ mz

21. Mai 2014
OT: X-Men: Days of future Past
Action/Fantasy/SciFi | USA/GB 2014
130 min
3D

mit

Hugh Jackman (Logan/Wolverine) Thomas Nero Wolff
James McAvoy (Charles Xavier) Johannes Raspe
Michael Fassbender (Erik Lehnsherr/Magneto) Norman Matt
Jennifer Lawrence (Raven/Mystique) Maria Koschny
Nicholas Hoult (Dr. Hank McCoy/Beast) Ozan Ünal
Halle Berry (Ororo Munroe/Storm) Melanie Pukaß
Anna Paquin (Marie d'Ancanto/Rogue) Berenice Weichert
Ellen Page (Kitty Pryde/Shadowcat) Anja Stadlober
Shawn Ashmore (Bobby Drake/Iceman) Gerrit Schmidt-Foß
Omar Sy (Bishop) Kevin Kraus
Bingbing Fan (Blink) Verena Mehnert
Peter Dinklage (Bolivar Trask) Claus-Peter Damitz
Josh Helman (Major Bill Stryker) Leonhard Mahlich
Evan Peters (Peter/Quicksilver)
Ian McKellen (Erik Lehnsherr/Magneto) Jürgen Thormann
Patrick Stewart (Charles Xavier) Kaspar Eichel
Lucas Till (Havok)
Evan Jonigkeit (Kröte)
Mark Camacho (Präsident Nixon)
Michael Lerner (Senator Brickman)
James Marsden (Scott Summers/Cyclops) Matthias Hinze
Famke Janssen (Dr. Jean Grey/Phoenix) Christin Marquitan
u.a.

drehbuch
Simon Kinberg
Jane Goldman
Matthew Vaughn

musik
John Ottman

kamera
Newton Thomas Sigel

regie
Bryan Singer

produktion
20th Century Fox
Marvel Entertainment
Dune Entertainment
Bad Hat Harry Productions
Donners' Company
Marv Films
Ingenious Media
Big Screen Productions
Ingenious Film Partners
Dune Entertainment III LLC

verleih
20th Century Fox

Kinostart: 22. Mai 2014