Samstag, 16. Dezember 2017

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Sabotage


Caroline ermittelt mit „Breacher“.
© Sony Pictures

Arnie ist wieder zurück auf der Leinwand. Nach seinem vollen Wiedereinstieg ins Filmgeschäft mit The last Stand spielt Arnold Schwarzenegger nun unter der Regie von David Ayer (Harsh Times - Leben am Limit, Street Kings, End of Watch) erstmals eine Figur, die nicht von Grund auf auf „gut“ ausgelegt ist. Man könnte sogar sagen, dass er erstmals den Bösen mimen darf, wenn man den „Terminator“ nicht mitrechnet.

»Man könnte behaupten, dass „Breacher“ und sein Team nicht gerade moralisch geerdet sind«, erläutert der Regisseur und Drehbuchmitautor David Ayer. »Es ist eine komplexe Geschichte, denn es gibt hier gute Leute, schlechte Leute, Antagonisten und Protagonisten, wobei zu keinem Zeitpunkt so recht klar ist, wer wer und was was ist.«

Nachdem die eingeschworene Truppe um Teamchef Wharton, Anführer einer Elite-Einsatztruppe der Anti-Drogen-Behörde DEA, die den gefährlichsten Kartellen der Welt den Kampf angesagt hat, einen riskanten Angriff auf das Geheimversteck eines Kartells ausgeführt hat, erscheint die Mission zunächst erfolgreich beendet. Der Übergriff, der so präzise und abgestimmt ablief, dass man denken könnte, ein SEAL-Team wäre in Afghanistan im Einsatz, endet zwar für ein Mitglied tödlich, doch sie konnten sich 10 Millionen Dollar vom „Schatz“ abzweigen, indem sie es durch den Toilettenabfluss in den Abwasserkanal abseilten, um es dann auf dem Weg in den Ruhestand einzukassieren.

Doch während ihrer Flucht durch die Gülle müssen sie feststellen, dass jemand die Leine gekappt und das Geld einkassiert hat, woraufhin das Team suspendiert wird und gegen das von der inneren Abteilung ermittelt wird. Sechs Monate später, nachdem man ihnen nichts nachweisen konnte und sie gegeneinander dicht gehalten hatten, wird die Einheit wieder reaktiviert. Im Freudenrausch müssen sie feststellen, dass sie nicht nur ein wenig eingerostet sind, sondern auch, dass sie plötzlich unter Beschuss stehen, denn nach und nach wird ein Teammitglied nach dem anderen eliminiert.

Das ruft Detective Caroline Brentwood von der lokalen Polizei auf den Plan, die in dem Fall ermittelt, was Breacher so gar nicht gefällt. Doch während ihrer nach und nach gemeinsamen Nachforschungen kommen sich die beiden nicht nur näher, sondern auch dem Täter auf die Spur. Doch bis zuletzt, wo kaum noch jemand übrig bleibt, tappen beide im Dunkeln darüber, wer der wahre Täter ist...

Regisseur David Ayer kennt sich inzwischen aus, was Gangster, Polizei und Spezialeinheiten betrifft. In diesem recht brutalen Actionkrimi führt er die Erfahrungen, die er mit seinen bisherigen Filmen gemacht hat, zusammen und präsentiert uns einen recht unkonventionellen Streifen, der jedoch auf Grund seiner Brutalität und daraus resultierenden FSK-Einstufung eher langläufig mit der Heimvideoauswertung Erfolge feiern kann.

Mit Sabotage verbindet Ayer die verrückte Realität von End of Watch mit dem Unterhaltungswert eines Hollywood-Films. Die Parole beim Dreh war Echtheit, was den Schauspielern im Vorfeld viel Arbeit machte. »David gibt dir eine Menge Stoff zu lesen und Dokumentationen zu sehen und lässt dich dann in eine Welt intensivem Trainings versinken«, berichtet Sam Worthington, den man hier kaum wiedererkennt, »nicht nur als Zweckmäßigkeit oder was es bedeutet, sich in der Welt dier Typen zu befinden, sondern auch, um die Hintergründe zu verstehen, wie sie denken, und was sie tun. Daraus resultiert eine Diskussion, wie man auszusehen hat, was man trägt und wie man in gewisse Szenen hineingeht.«

»Ich liebe Actionfilme«, sagt Mireille Enos, »doch was hierbei anders ist, ist die Tatsache, dass David in Wirklichkeit ein Charakterregisseur ist. Ihn interessiert das Erzählen der Geschichte um wirklich komplizierte Menschen, die zufällig diese Fähigkeiten besitzen und in einer Welt arbeiten, in der es von ihnen gefordert wird, stark zu sein, was jedoch nicht der springende Punkt ist.«

Sabotage ist nicht nur ein Actionfilm, in dem viel geballert wird und Gedärme herumsplattern, sondern auch ein Charakterdrama, das Arnold Schwarzenegger in einem neuen Licht zeigt. »In jedem Film, den ich mache, möchte ich wie die Figur aussehen, wie sie geschrieben wurde«, berichtet der Schauspieler. »Oftmals, finde ich, schreiben sie die Rolle natürlich auf meine Figur zu. Doch hier wollte David Ayer einen anderen Look kreieren, und er wollte ein etwas anderes Schauspiel haben. Er wollte diesen Look benutzen, um tiefer in die Charaktere gehen zu können, und nicht einfach nur einen typischen Actionfilm machen. Es war ihm sehr wichtig, einen bestimmten Charakter und eine Persönlichkeit zu schaffen, die die Leute noch nie gesehen haben. Wir brauchten eine gewisse Intensität.«

»Ich glaube nicht, dass wir Anold jemals in einem anderen Film mit Tätowierungen gesehen haben«, fügt Ayer hinzu. »Er sieht aus wie ein altes vernarbtes Kriegsschiff mit Kriegsbemalung. Wir haben ihm diese Tätowierungen gegeben, um die Geschichte und die Schichten seiner Figur zu reflektieren. Zum Beispiel hat er ein authentisches Vietnamkriegsbanner am Hals, zeitgemäße Navy-Tätowierungen als auch seine „1%“-Motorradgang-Tätowierung. Mit seinem Haarschnitt und seiner Garderobe verpassten wir ihm eine vielschichtige Optik. Sobald man ihn sieht, ist er ein anderer Typ. Das ist ein ganz anderer Stil, den er da als Schauspieler einschlägt.«

Ebenfalls schwer wiederzuerkennen, ist die britische Charakterschauspielerin Olivia Williams, die hier ihren Action-Einstand gibt. »Olivia spielt gegen Arnold«, schwärmt Ayer. »Die Herangehensweise und die Hintergründe der beiden Schauspieler sind so verschieden, doch ihre Szenen miteinander sind so toll. Da herrscht eine unglaubliche Chemie. Das ist magisch.«

»Olivia ist eine tolle Schauspielerin«, fügt Schwarzenegger hinzu. »Die Balance, die wir finden mussten, bestand daraus, die Figur verführerisch und gleichzeitig als taffe Ermittlerin wirken zu lassen. Wie bringt man diese beiden Dinge glaubhaft herüber? Olivia vermittelt beide dieser Qualitäten. Wir sehen sie sehr direkt und kraftvoll, und gleichzeitig hatte sie diese zusätzliche Attitüde an sich, dass man zweimal hinsehen musste.

Meine Figur besitzt dieses Dilemma: Einerseits ermittelt sie gegen mich, doch gleichzeitig will meine Figur sie anmachen. Das veranschaulicht die großartige Besetzung, denn Olivia spielte diese taffe Frau und besaß gleichzeitig die Geschicklichkeit, diese Figur auf eine verführerische, sexy Art und Weise zu spielen.«

Sabotage ist ein ungewöhnlich tief gehender Actionkrimi, der zum Nachdenken anregt, indem man miträtselt, wer denn nun die Teamkollegen umbringt und warum, und wenn das Geheimnis gelüftet ist, man sich am Ende fragt, wie die Dinge so zusammenpassen. Wie ist das Eine möglich? Kommt das so hin? Man kann sich dann höchstens bei einer Zweitsichtung vergewissern, ob da doch ein paar logische Fehler enthalten sind, um die Zuschauer auf falsche Fährten zu locken, oder ob man einfach nicht so genau observiert hat, da man einen gewöhnlichen Actionreißer vermutet hatte.

Der Film beginnt mit einem Knall, hat dann eine kleine Durststrecke, während das suspendierte Team unter Beobachtung steht, bevor er dann das Tempo bis zum Showdown allmählich wieder ansteigen lässt. Wie schon bei End of Watch zählt David Ayer auf die besonders ausgeklügelten, differenzierten Kameraeinstellungen, ähnlich wie bei seinem Vorgängerfilm, nur mit dem Unterschied, dass sich die Figuren hier nicht selbst filmen. Für die Musik ist der actionerprobte Komponist David Sardy (End of Watch, Premium Rush, Zombieland) erneut zuständig, der den relativ klassisch angehauchten Action-Score passend zu den Bildern komponierte.

Für die passende Actiondramatik kooperierte Ayers beim Drehbuch mit Spezialist Skip Woods, der bereits bei Filmen wie Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben, Das A-Team - Der Film, X-Men Origins: Wolverine oder Hitman - Jeder stirbt alleine am Drehbuch mitgewirkt oder selbst geschrieben hatte. So konnte Ayers schließlich seine Charakterzeichnungen in ein passendes Actiongewand stecken.

Für Serienfans gibt es übrigens ein Wiedersehen mit Josh Holloway und Harold Perrineau, die zuletzt bei Lost zusammen gespielt hatten. Allerdings haben sie in diesem Film keine gemeinsamen Szenen. Ob sie überhaupt wussten, dass sie beide im selben Film mitgespielt hatten? Wer weiß.

Auf jeden Fall wirft der Film mal ein anderes Licht auf Action-Arnie. Auch wenn sein Steiermark-Akzent immernoch zum Schmunzeln einlädt, so kann er trotzdem als Charakterdarsteller überzeugen. Olivia Williams an seiner Seite war da mit Sicherheit eine Hilfe... ■ mz

12. April 2014
OT: Sabotage
Thriller/Action
USA 2014
109 min


mit

Arnold Schwarzenegger (John „Breacher“ Wharton) Thomas Danneberg
Sam Worthington (James „Monster“ Murray) Alexander Doering
Terrence Howard (Julius „Sugar“ Edmonds) Simon Jäger
Mireille Enos (Lizzy Murray) Marie Bierstedt
Olivia Williams (Caroline Brentwood) Melanie Pukaß
Harold Perrineau (Jackson)
Joe Manganiello (Joe „Grinder“ Phillips) Torben Liebrecht
Josh Holloway (Eddie „Neck“ Jordan) Johannes Berenz
Max Martini (Tom „Pyro“ Roberts) Thomas Nero Wolff
Kevin Vance (Bryce „Tripod“ McNeely)
Mark Schlegel („Smoke“ Jennings) Johannes Berenz
Martin Donovan (Floyd Morgan) Matti Klemm
Catherine Dyer (Karen Wharton)
u.a.

drehbuch
Skip Woods
David Ayer

musik
David Sardy

kamera
Bruce McCleery

regie
David Ayer

produktion
Albert S. Ruddy Productions
5150 Action
Crave Films
DEA Productions
Open Road Films
QED International
Roth Films

verleih
Sony

Kinostart: 10. April 2014