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Divergent - Die Bestimmung


Tris muss sich bei den Ferox beweisen.
© Concorde

Die „Panem“-Trilogie hat mit den ersten beiden Filmen bereits Erfolge gefeiert und Jennifer Lawrence zur Ikone ihrer Generation werden lassen. Jetzt kommt eine neue Jugendbuch-Endzeit-Abenteuer-Geschichte auf die große Leinwand. Basierend auf dem gleichnamigen Weltbestseller von Veronica Roth inszenierte Neil Burger (Ohne Limit) das Adrenalin fördernde Actionspektakel, eine Utopie einer in fünf Fraktionen unterteilten Gesellschaft, angesiedelt im Chicago der Zukunft.

»Ich hatte die Vorstellung von einer Subkultur im Kopf, in der sämtliche Ängste und Phobien systematisch ausgemerzt werden, um Menschen ohne Angst zu schaffen«, erklärt Veronica Roth, die nicht nur während der Dreharbeiten beratend zur Seite stand, sondern den Film auch mitproduzierte und eine kleine Rolle übernahm. »Veronica war noch sehr jung, als sie den Roman geschrieben hat. Aber „Die Bestimmung“ ist weit mehr als ein Jugendbuch«, betont Neil Burger. »Die Themen sprechen jeden an: Teenager, Twens, aber auch 30- und 40-Jährige. Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Und neben den persönlichen stehen die großen Fragen: Wie funktioniert eine Gesellschaft? Wie können wir friedlich zusammenleben?«


Altruan – die Selbstlosen
Candor – die Freimütigen
Ken – die Wissenden
Amite – die Friedfertigen
Ferox – die Furchtlosen

In einer Welt, in der Menschen auf Basis ihrer Tugenden in fünf verschiedene Fraktionen aufgeteilt werden, erhält Beatrice Prior nach ihrem Eignungstest kein eindeutiges Ergebnis. Sie trägt mehrere widerstreitende Begabungen in sich und weicht von der Masse ab, ist somit eine Unbestimmte. Aus Angst ausgestoßen zu werden, verschweigt sie ihr Testergebnis und schließt sich den wagemutigen Ferox an. Doch schnell kommt sie hinter eine Verschwörung gegen die Unbestimmten, die von Jeanine Matthews, der Anführerin der Ken, angefacht wird. Tris muss lernen, dem geheimnisvollen Four zu vertrauen, um herauszufinden, was die Unbestimmten für das System so gefährlich macht, bevor es für alle zu spät ist...

»Der Mensch hat versagt. Wenn wir uns selbst überlassen bleiben, bringen wir uns gegenseitig um. Das ist der Ausgangspunkt«, erläutert Produzentin Lucy Fisher. »Der psychologische Schachzug in „Die Bestimmung“ ist, dass sich jeder für eine Gruppierung entscheiden darf, die ihm am meisten entspricht. Diese verschiedenen Fraktionen kooperieren miteinander und bilden gemeinsam die Gesellschaft. Aber unsere Geschichte zeigt, dass es eben doch nicht so einfach läuft.«

Divergenz bedeutet Abweichung - wenn man in dieser Geschichte durch den Test nicht eindeutig einer Fraktion zugeordnet werden kann, wird man also als „abweichend“ bezeichnet. Dass sich in der deutschen Übersetzung alles um „die Bestimmung“ dreht, klingt schon viel epischer, hat aber nur bedingt mit der Geschichte zu tun, denn die Bestimmung durch den Test ist lediglich ein Vorschlag, um bei der eigenen Entscheidung zu helfen, in welche Fraktion man sich zum 16. Geburtstag begibt. Diese Entscheidung ist freiwillig, zwar endgültig, aber freiwillig. Man kann sich nach dem Test immernoch umentscheiden, wie es Tris in der Geschichte tut. Die einzige Bestimmung hier ist, dass man sich für eine Fraktion entscheiden muss - äquivalent zur heutigen Gesellschaft also die Berufswahl. Wer die anschließende Berufsausbildung versemmelt, landet schließlich beim Arbeitsamt - oder wie hier auf der Straße, denn ein Zurück gibt es nicht.

Es gibt aber, wie auch in unserer Gesellschaft, immer wieder Querulanten, die in kein Schema passen. In dieser Geschichte sind es somit die Divergenten - die Abweichenden, bei denen der Eignungstest keine eindeutige Zugehörigkeit zu einer Fraktion feststellt. Und wie man weiß, sind Abweichungen von der Norm eher unerwünscht, was Jeanine Matthews in dieser Geschichte zu drastischen Maßnahmen greifen lässt. Daher wird jetzt auch wieder von der „Bestimmung“ gesprochen, damit man im Folgenden nicht durcheinander kommt...

In „Die Bestimmung“, dem ersten Teil der Trilogie, stehen die Welt der Ferox und die der Altruan im Vordergrund. »Tris ist eine geborene Altruan«, erklärt Regisseur Neil Burger. »Diese Fraktion verurteilt jede Form von Eitelkeit, wie auffällige Kleidung und alles, was den Einzelnen von der Gruppe abhebt. Sie sind selbstlose Menschen, das Allgemeinwohl zählt mehr als das eigene. Aber Tris fühlt sich nicht richtig dazugehörig, denn sie denkt auch an sich selbst und nicht nur an die anderen. Deshalb bewundert sie ihre Mitschüler von den Ferox, der Punk-Fraktion, wenn Sie so wollen. Das sind Draufgänger, wild und ein bisschen durchgeknallt. Sie sind frei. Und genau das ist es, wonach Tris sich sehnt: Freiheit. Aber die Wahl fällt ihr schwer, weil sie damit ihre geliebte Familie enttäuschen muss.«

»Der einfachste Weg für Tris wäre, bei den Altruan und somit bei ihren Eltern zu bleiben«, erklärt Produzentin Pouya Shahbazian. »Die Fraktion zu wechseln, ist eine Riesensache, besonders, wenn man sich für die Ferox entscheidet. Die springen aus fahrenden Zügen, um zur Schule zu kommen, tragen Punkfrisuren, Piercings und Tattoos – alles individuelle Attribute, die Tris verboten sind. Der Wechsel von den Altruan ausgerechnet zu den Ferox ist der krasseste, den es in dieser Gesellschaft geben kann.«

»Normalerweise stimmt die Entscheidung bei der Zeremonie (also bei welcher Fraktion man den Rest seines Lebens verbringt) mit dem Ergebnis des Bestimmungstests überein«, fährt Neil Burger fort. »Aber Tris' Test ist nicht eindeutig. Er sagt lediglich aus, dass sie in kein Persönlichkeitsmuster passt. Also muss sie ihre Entscheidung allein treffen, und das ist riskant. Denn im Grunde passt sie zu keiner der fünf Fraktionen. Tris wählt zwar die Ferox, bleibt aber eine Unbestimmte.

Diese Tatsache muss sie unbedingt geheim halten, auch wenn sie anfangs noch nicht versteht, warum. Tris gehört nirgends richtig dazu. Sie hat ihren eigenen Kopf und hinterfragt, anstatt sich bedingungslos an die Richtlinien der Fraktion zu halten. Das macht jeden Unbestimmten zu einer Gefahr für diese Gesellschaft, die auf Konformismus und Schubladendenken basiert.«

»Die Zeremonie der Bestimmung symbolisiert, dramatisch überhöht, den Moment des Erwachsenwerdens«, erläutert Autorin Veronica Roth. »Jeder muss sich irgendwann entscheiden, ob er das Leben weiterführen will, das er von zu Hause kennt, und tut, was seine Eltern von ihm erwarten – oder ob er ausbricht und eigene Entscheidungen trifft. Für Tris hat diese Entscheidung große Tragweite: Bleiben und innerlich ersticken oder gehen und die Familie niemals wiedersehen. Damit kann sich jeder identifizieren, auch wenn er nicht im Chicago der Zukunft lebt.«

»Es gibt einen wunderbaren Augenblick, als Tris ihre Wahl trifft«, sagt Lucy Fisher. »Die Angst spiegelt sich in ihrem Gesicht, als ihr klar wird, was sie ihrer Familie damit antut. Aber dann geht sie zu den Ferox hinüber, die ihr zujubeln. Da sieht sie glücklich aus, aber auch wehmütig. Das ist eine großartige Metapher. Tris entscheidet, wer sie sein will. Das tun wir alle, nur nicht so bewusst und schlagartig. Wenn man das Buch liest, fragt man sich unwillkürlich: Zu welcher Fraktion gehöre ich? Wie würde ich mich entscheiden? Natürlich behauptet jeder gern von sich, er sei ein Unbestimmter. Aber das kann man sich eben nicht aussuchen.«

Zu welcher Fraktion gehörst du?

Das schlimmste Szenario ist, gar keiner Fraktion anzugehören. »Fraktionslos zu sein ist zehn Mal schlimmer als Obdachlosigkeit«, erklärt Neil Burger. »Man ist von allem abgeschnitten. Falls Tris bei den Ferox nicht besteht, kann sie nicht einfach nach Hause zurückkehren. Dieses System funktioniert nicht, wenn man einfach die Fraktionen wechseln darf. Falls sie nach der Initiationsphase von den Ferox ausgeschlossen wird, wäre Tris fraktionslos.

Wie alle Initianten muss sie ein hartes Training absolvieren, ein richtiges Boot-Camp. Sämtliche Leistungen werden bewertet, und Tris steht auf der Punkteskala ganz unten. Sie ist von Anfang an eine Wackelkandidatin. Zwar wird sie mit der Zeit besser, aber das Training bleibt frustrierend und beängstigend. Denn sie weiß, was ihr blüht, wenn sie versagt.«

»„Die Bestimmung“ zeichnet zwar eine Schreckensutopie, aber es besteht Hoffnung. Das gefiel uns besonders daran«, sagt Produzent Douglas Wick. »Die Menschen haben zumindest versucht, einen Weg für ein besseres Zusammenleben zu finden. Ihre hehren Ziele drohen zwar zu scheitern, aber der Traum bleibt. Tris muss unglaubliche Hindernisse überwinden. Wir zeigen, wie sie die Kraft dazu aufbringt. Und das ist ganz großes Kino.«

Und Shailene Woodley schafft es auch, den Film ganz groß zu tragen, was gewiss nicht einfach war, denn es gibt kaum eine Einstellung im Film ohne sie. »Ich war in The Descendants völlig hingerissen von Shailene«, schwärmt Neil Burger. »Da war sie zugleich verletzlich, rebellisch und arrogant – die perfekte Kombination für Tris also. In Natur ist Shailene unglaublich liebenswürdig. Sie ist authentisch, offen und herzlich. Sie umarmt die Leute gern. Sie wirkt sehr lieb und jung, das passte perfekt zu der Altruan-Beatrice. Aber konnte sie auch kämpfen? Würde man ihr auch die Kriegerin abnehmen?«

»Wir waren restlos begeistert von Shai«, schließt sich Lucy Fisher an. »Sie kam zu uns ins Büro und erzählte uns, was sie fürs Wochenende geplant hatte: ein Überlebenstraining, bei dem sie von einem „Terroristen“ gekidnappt wird. Sie verbringt schon mal zwei Wochen in Maine, nur mit einem Gewehr und einer Axt. Wir konnten unser Glück kaum fassen: Wir hatten eine Ferox vor uns!«

»Solche Überlebenstrainings sind Shais Hobby. Sie hat tagelang allein ohne Proviant im Wald gelebt, ist auf die Jagd gegangen, kann mit Waffen umgehen. Ich war schwer beeindruckt«, gesteht Neil Burger. »Aber sie ist eben auch der Typ Mädchen von nebenan, der auf den ersten Blick nicht weiter auffällt – genau wie Tris, als sie noch Beatrice heißt.«

»Was mich an diesem Film vor allem gereizt hat, sind die aktuellen Bezüge zu dem, was heute in der Welt vor sich geht«, sagt Shailene Woodley. »Tris entscheidet sich für die Unabhängigkeit, anstatt bei ihrer Familie zu bleiben. Jeder Teenager kann das nachvollziehen. Wir müssen alle irgendwann das Nest verlassen, aber vielen fällt das schwer. Mit 16 über den Rest seines Lebens entscheiden zu müssen, macht Angst. Erst recht, da es in der Welt von Divergent kein Zurück gibt.«

Direkt nach der Zeremonie der Bestimmung werden Tris und die anderen Ferox-Initianten dem ersten Test unterzogen: Sie müssen auf den fahrenden El Train (Züge der Hochbahn - Chicago Elevated, kurz: El) auf- und wieder abspringen. »Tris entscheidet sich letztlich für die Ferox, weil sie Abenteuer versprechen«, merkt Shailene Woodley an. »Plötzlich muss sie Dinge tun, die sie noch nie gemacht hat – wie auf diesen Zug aufzuspringen. Diese Freiheit war in ihrem bisherigen Leben unvorstellbar. Bei den Ferox ist für Tris alles aufregend neu, und das stärkt ihr Selbstbewusstsein.«

...so wie die nächste Mutprobe: Die Ferox „betreten“ ihr Hauptquartier, indem sie von einem Dach sieben Stockwerke in die Tiefe springen, buchstäblich in ein schwarzes Loch. Beim ersten Mal weiß keiner, was ihn dort unten erwartet. »Der erste Tag bei den Ferox ist gefährlich und unglaublich anstrengend«, sagt Regisseur Neil Burger. »Trotzdem hat Tris das Gefühl, endlich ihren Platz gefunden zu haben. Sie ist zum ersten Mal im Leben glücklich.«

Doch diese anfängliche Selbstüberzeugung wird schon schnell zum Überlebenskampf. Mit Schießen, Messer werfen und Nahkampf hat Tris einfach keine Erfahrung und muss sich fortan reinknien, um nicht auf der Straße zu landen. »Zunächst glaubt Tris, bei den Ferox ihr Zuhause gefunden zu haben«, führt Burger aus. »Aber dann wird schnell klar, dass es auch in dieser Fraktion um Anpassung und Gehorsam geht – nur in anderer Form. Noch schlimmer: Für eine Unbestimmte wie Tris ist das Ferox-Quartier der gefährlichste Ort überhaupt, weil Ferox aktiv nach Unbestimmten fahndet, um sie zu auszuschalten.«

Und so nimmt das Drama seinen Lauf, bekommt die Action die nötige Spannung. »Das Schöne an dem Buch ist, dass inmitten dieses großen Abenteuers eine zarte Liebesgeschichte steckt«, findet Douglas Wick. »Tris' Ausbilder bei den Ferox ist ein mysteriöser Kämpfer namens Four. Die Beziehung, die sich zwischen den beiden entwickelt, ist das Herz der Geschichte.« Das ist dann sozusagen der Aufhänger für die weiblichen Zuschauer, während die männliche Jugend bei der Action in den hautengen Anzügen der Protagonistinnen mitfiebert.

Theo James, laut People Magazine 2013 „The sexiest Man alive“, kennen vorrangig weibliche Zuschauer aus der TV-Serie Downton Abbey (als türkischer Botschafter Kemal Pamuk). »Theo ist sowas von sexy – da verzeiht man Lady Mary gern, dass sie mit ihm ins Bett geht«, sagt Douglas Wick. Wer James jedoch noch nicht kennt, den erinnert er vom Aussehen eher an Moritz Bleibtreu - nur attraktiver.

»Ich schätze an Four, dass er nachdenkt, bevor er redet«, sagt Theo James. »Er ist aufmerksam, beobachtet und hört genau zu, aber er mischt sich nicht unbedingt ein und spielt sich nicht auf. Er ist sehr tüchtig und stark, aber er gibt nicht damit an. Auf mich wirkt Four ein wenig wie ein Filmheld von früher, vom Typ eines Steve McQueen oder Paul Newman, die cool sind, ohne dick aufzutragen. Auch das gefiel mir an der Figur.«

»Four ist eine spannende Figur: Er kann einem Angst machen, hat aber auch eine weiche Seite«, schwärmt Veronica Roth. »Theo hat das genau auf den Punkt getroffen. Nachdem ich seinen Screentest gesehen hatte, sagte ich: „Bitte nehmt ihn, bitte! Der ist umwerfend.“ Die Schauspieler haben so viel mehr aus meinen Figuren gemacht, als ich mir erhofft hatte. Manches interpretieren sie vielleicht etwas anders als ich, aber es ist jedes Mal eine Offenbarung. Ich erlebe diese Figuren, die ich geschaffen habe, noch mal ganz neu.«

»Ein Film ist nur so gut wie sein Bösewicht.«
Alfred Hitchcock

»Jeanine ist eine brillante Wissenschaftlerin und Intrigantin. Ihr Ziel ist es, dass die Ken die Macht übernehmen. Sie ist ein echtes Mastermind – und ein Miststück. Für mich war es spannend, eine Frau zu spielen, die so unverschämt durchtrieben ist. Denn das liegt so gar nicht in meiner Natur«, sagt Kate Winslet schmunzelnd über ihre Rolle.

»Ich hatte noch nie einen abgrundtief bösen Menschen gespielt. Genau genommen erinnert Jeanine an einen Nazi. Die Fraktionen sollen „rein“ bleiben. Also stellt sie sicher, dass diese Jugendlichen auch wirklich die richtige Wahl treffen, die ihrem wahren Ich entspricht. Dabei hat sie herausgefunden, dass es Unbestimmte gibt.«

»Jeanine Matthews ist die Anführerin der Ken-Fraktion, und die Frau ist ein Genie«, erläutert Regisseur Neil Burger. »Sie ist der Steve Jobs dieser Welt. Sie hat das Serum (das die Testperson in eine Art Trance versetzt und Halluzinationen hervorruft) und die Technologie für die Bestimmungstests entwickelt. Und sie ist sich der Bedrohung durch Unbestimmte, die sich ihrer Kontrolle entziehen und damit ihre Machtposition gefährden, voll bewusst. Jeanine plant, die regierende Fraktion zu stürzen und will sichergehen, dass die Unbestimmten ihr nicht in die Quere kommen. Also lässt sie Jagd auf sie machen.«

»In Jeanines Augen sind Unbestimmte unrein, denn sie untergraben das System«, fährt Winslet fort. »Ergo müssen die Unbestimmten ausgerottet werden, wenn das System bestehen bleiben soll. Mir war nicht ganz wohl dabei, jemanden zu spielen, der solche schrecklichen Gedanken verfolgt. Jeanine verfügt über gute Menschenkenntnis und eine starke Intuition. Tris fällt ihr sofort auf, denn ihr Auftreten passt nicht zu einer Altruan. Sie bewundert Tris geradezu für ihre Willensstärke und Selbstbeherrschung.«

Zu den weiteren Ferox-Initianten gehören u.a. der momentan in allen möglichen Filmen auftauchende John-Cusack-Klon Miles Teller und Zoë Kravitz, dessen Vater Lenny Kravitz bei der „Panem“-Trilogie mitspielt. Nachdem Shailene Woodley und Miles Teller in The Spectacular Now erst kürzlich ein Liebespaar gespielt hatten, mussten sie nun beim Ferox-Training gegeneinander antreten. »Peter ist extrem ehrgeizig und hat einen sadistischen Zug. Er will unbedingt der Beste sein und schreckt vor nichts zurück«, erklärt Neil Burger. »Er terrorisiert die anderen Initianten – physisch und seelisch.«

Tris freundet sich schnell mit Christina an, die von Candor zu Ferox gewechselt ist. »Shai und ich sind gute Freundinnen, genau wie Christina und Tris«, sagt Zoë Kravitz. »Es ist wie am ersten Schultag. Du triffst dieses Mädchen und weißt sofort: Das wird meine beste Freundin! Beide sind sehr tapfer, haben aber auch Schiss. Sie sind ehrlich miteinander und stehen sich gegenseitig bei. Shai ist phänomenal, als Schauspielerin und als Mensch. Sie ist einer der Hauptgründe, warum ich diesen Film machen wollte. Und ich finde es großartig, was sie aus der Rolle macht. Tris ist keine Superheldin, sondern eine ganz normale junge Frau, die über sich hinauswächst. Schön, dass junge Frauen so ein Vorbild im Kino zu sehen bekommen.«

Drei Ferox werden auch in Teil 2 und 3 der Saga weiterhin wichtige Rollen spielen: Eric, Tris’ strenger Ausbilder, Tori, die Tris' Bestimmungstest durchführt (und sie als Unbestimmte entlarvt), sowie Max, der Fraktionsführer der Ferox. »Eric gibt den harten Drill Sergeant, aber seine Motive reichen viel weiter: Er will den Laden übernehmen«, sagt Jai „McClane junior“ Courtney über seine Rolle. Er erkennt Tris' Stärke, ihr Selbstbewusstsein und ihren Mut. Sie könnte ihm gefährlich werden, also versucht er, sie zu brechen. Also führt er neue, verschärfte Regeln ein. Das Training wird noch härter und brutaler. »Eric springt extrem hart mit den Initianten um. Nur die Besten und Stärksten sollen durchkommen. Spannend ist auch Erics Verhältnis zu Four, den er als Rivalen sieht. Four war der Beste ihres Jahrgangs, aber Eric hält sich für den härteren Kerl und den besseren Ferox.«

Tori ist diejenige, die Tris verrät, dass sie eine Unbestimmte ist und das besser für sich behalten sollte. Als sich die Ferox-Initianten später ihre Tattoos stechen lassen (ein weiteres Aufnahmeritual), trifft Tris Tori im Tätowierstudio wieder. »Tori wird zu Tris' Mentorin. Jetzt bin ich also alt genug, die Mentorin zu spielen. Na super«, kommentiert Maggie Q lachend. »Tori hilft Tris allerdings eher widerwillig. Sie will ihr Wissen nicht unbedingt teilen. Ich wollte Tori auch deshalb spielen, weil es drei Bücher gibt und ich die Rolle in den Fortsetzungen ausbauen kann.«

Dass es weitergeht reizte auch Mekhi Phifer (8 Mile, ER), der den Ferox-General Max verkörpert: »Hier laufen viele Geschichten zusammen, und die Charaktere entwickeln sich weiter. Außerdem ist mein 13-jähriger Sohn hin und weg, dass sein Dad in Divergent mitmacht. Der Roman hat viele Fans, und unser Regisseur Neil Burger hat die hohen Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern noch übertroffen. Beeindruckend, wie er diese Welt optisch umsetzt. Allein schon die Ferox-Grube – Neil ist wirklich ein Visionär.«

»Eine besondere Herausforderung bei diesem Film war, dass er den ersten Akt einer Trilogie markiert«, sagt Regisseur Neil Burger. »Einiges, was wir in Divergent anreißen, wird erst im nächsten Teil aufgelöst. Das war nicht ganz leicht. Einerseits muss man den Zuschauern genug Informationen geben, damit sie der Handlung folgen können, aber ohne zu früh zu viel zu verraten. Zudem hatte Veronica ihren dritten Roman „Letzte Entscheidung“ zum Zeitpunkt unserer Dreharbeiten noch gar nicht fertig. Also hielt ich ständig mit ihr Rücksprache, was im dritten Teil noch alles passiert, damit wir auf jeden Fall in die richtige Richtung gehen.«

»In „Die Bestimmung“ stehen die Entdeckung einer neuen Welt und aufregende neue Erfahrungen im Vordergrund«, erklärt Autorin Veronica Roth. »„Tödliche Wahrheit“ setzt sich mit den Folgen auseinander. Tris muss einen sehr schweren Weg beschreiten.« Roths „Die Bestimmung“-Trilogie hat sich bislang elf Millionen Mal verkauft und hielt sich insgesamt 183 Wochen auf der New York Times Bestsellerliste. Im Januar 2014 gelang der Autorin ein besonderer Coup, als „Die Bestimmung“, „Tödliche Wahrheit“ und „Letzte Entscheidung“ gleichzeitig Platz 1, 2 und 3 der USA Today Bestselling Books Liste belegten.

Regisseur Robert Schwentke (R.E.D., Flightplan) bereitet derzeit die Verfilmung der Fortsetzung „Insurgent“ („Tödliche Wahrheit“) vor. Die Dreharbeiten beginnen im Mai 2014, der Kinostart ist für Frühjahr 2015 geplant. Das Finale der Romantrilogie, „Allegiant“ („Letzte Entscheidung“), wurde im Oktober 2013 veröffentlicht. Die Verfilmung soll im Frühjahr 2016 in die Kinos kommen.

Für die Musik sind Tom Holkenborg, eher bekannt unter dem Pseudonym Junkie XL, und Scoreveteran Hans Zimmer zuständig. »Der Score ist gefühlvoll und dynamisch zugleich«, sagt Neil Burger dazu. »Tris' Dilemma spiegelt sich auch in der Musik wider. Unser Music Supervisor Randall Poster (Grand Budapest Hotel, The Wolf of Wall Street) hat passende Songs ausgewählt und ist mit der wunderbaren Sängerin Ellie Goulding ins Studio gegangen, die unserer Heldin Tris eine musikalische Stimme verleiht.«

Diesen Stimmungswechsel, der die jeweilige Szene musikalisch unterstützt, merkt man auch im Film, wodurch der Zuschauer mit auf eine emotionelle Reise aufbricht und dadurch noch mehr mitfiebert. Besonders einprägsam ist auch Woodkins Song „Run Boy Run“ in den Score integriert, der mit seiner Aktualität nicht nur die Zielgruppe anspricht, sondern auch die Stimmung des Films unterstreicht.

Der Film mag sich zwar an manchen Stellen wiederholen und die Handlung ein wenig träge werden lassen, doch im Ganzen ist der Film stimmig und das Ende macht den Zuschauer gespannt auf die Fortsetzung, ohne wie bei Catching Fire als unerhörter Cliffhanger zu wirken. Atemberaubende Actionszenen (auch wenn sie noch so viel vor Green Screen gedreht wurden) und Bilder des zerstörten Chicagos machen den Film zu einem kleinen Erlebnis - erstaunlicherweise mal nicht in 3D! Bleibt nur noch offen: Was war nun wirklich mit der Welt geschehen? Was befindet sich hinter der großen Mauer? Und was passiert nun mit der Gesellschaft? - Fragen, auf die es hoffentlich in einem Jahr eine Antwort geben wird. Man kann allerdings auch cheaten und die Bücher lesen... ■ mz

8. April 2014
OT: Divergent
Drama/Abenteuer/SciFi
USA 2014
139 min


mit

Shailene Woodley (Beatrice „Tris“ Prior) Janin Stenzel
Theo James (Tobias „Four“ Eaton) Jan Makino
Ashley Judd (Natalie Prior) Sabine Arnhold
Tony Goldwyn (Andrew Prior) Peter Flechtner
Kate Winslet (Jeanine Matthews) Ulrike Stürzbecher
Jai Courtney (Eric)
Zoë Kravitz (Christina)
Ray Stevenson (Marcus Eaton)
Miles Teller (Peter)
Ansel Elgort (Caleb)
Maggie Q (Tori)
Mekhi Phifer (Max)
Ben Lloyd-Hughes (Will)
Christian Madsen (Al)
Amy Newbold (Molly)
Ben Lamb (Edward)

drehbuch
Evan Daugherty
Vanessa Taylor
basierend auf dem Roman von Veronica Roth

musik
Junkie XL
Hans Zimmer

kamera
Alwin H. Küchler

regie
Neil Burger

produktion
Summit Entertainment
Red Wagon Entertainment

verleih
Concorde

Kinostart: 10. April 2014