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A long Way down


Martin, Maureen, Jess und J.J. beschliessen einen Pakt.
© DCM/Nicola Dove

Eine Geschichte über die Tabuthemen Selbstmord und Depression, erzählt mit einer großen Portion schwarzem Humor? Es klingt riskant, was sich Bestsellerautor Nick Hornby mit seinem Roman „A long Way down“ 2005 vorgenommen hatte. Doch das gelungene Ergebnis war eine sehr sensibel erzählte, unglaublich witzige, traurige und vor allem menschliche Geschichte.

Hornby blickt darin in die Herzen und in die Psyche von vier verlorenen Seelen, deren Wege sich in einer Silvesternacht zufällig auf dem Dach eines Londoner Hochhauses kreuzen, als alle vier den Plan haben, sich das Leben zu nehmen und bei ihrem einsamen Versuch zu sterben nun durch die Anwesenheit der anderen gestört werden. Indem er zwischen den Stimmen der vier Protagonisten hin und her wechselt, erzählt Hornby von den Missgeschicken des Quartetts, als die vier ihre Vorhaben vorübergehend verschieben, nicht ganz freiwillig eine Art Wahlfamilie bilden und sich dafür entscheiden, dem Leben noch eine Chance zu geben.

Bei der Entwicklung und dem Schreiben der vier Protagonisten ging es Hornby darum, unterschiedliche Themen zu verarbeiten. Im Falle von Martin waren das die Nachwirkungen vergangenen Ruhmes und das Leben mit der Schande angesichts seiner kriminellen Taten und seines öffentlichen Absturzes. Ein Thema, das, wie der Autor betont, nach der Veröffentlichung des Romans wiederum für eine ganze Flut anzüglicher Schlagzeilen sorgte: »Martin ist aber kein Pädophiler. Er hat lediglich mit einer 15-Jährigen geschlafen, die älter aussah, als sie war. Aber natürlich hätte er das einfach nicht tun sollen, schließlich war er ein verheirateter Familienvater.«

Genau wie Maureen hat auch Hornby selbst einen behinderten Sohn, wobei ihre Figur weniger ein genaues Abbild seiner eigenen Erfahrungen als viel mehr von Menschen in ähnlichen Situationen inspiriert ist, deren Leben zusehends isolierter und schwieriger wurden. »Als mein Sohn zur Welt kam, gingen wir quasi durch eine Tür und betraten eine Welt, von der wir vorher gar nicht wussten, dass sie existiert«, fügt er hinzu.

Zu Jess inspirierten Hornby seine Erfahrungen als Lehrer und Begegnungen mit jungen Londonern, »die Unmengen von Energie hatten, die allerdings irgendwie fehlgeleitet scheinten. Jess zu schreiben, war eine fantastische Erfahrung, denn sie pfeift auf gesellschaftliche Konventionen. Sie würde auch noch in einem leeren Raum einen Streit anfangen.«

J.J. dagegen wollte der Schriftsteller als um seinen Lebensunterhalt kämpfenden Künstler zeigen, als jungen Mann, dessen Traum von der Musikerkarriere anders verlaufen ist, als erhofft: »Jeder Künstler kennt solche dunklen Momente, in denen man sich fragt, ob man sich nicht vollkommen lächerlich macht. Da fragt man sich dann, ob man nicht besser alles aufgeben sollte, weil man wirklich nicht weiß, wie lange man sich eigentlich noch abstrampeln soll.«

Obwohl er von ernsten Themen erzählt, entschied sich Hornby dafür, sich ihrer in „A long Way down“ mit schwarzem Humor anzunähern. Und zwar auf eine Art und Weise, die seine Leser auf besondere Weise ansprechen würde. Denn wie der vielleicht erfolgreichste britische Schriftsteller der Gegenwart betont, zieht der Roman einen nicht herunter. Das Gegenteil ist der Fall, schließlich sind die Protagonisten zu Beginn der Geschichte schon ganz unten angekommen – und alles, was danach kommt, sind kleine Schritte in Richtung des Lichts und der Erlösung.

»Die Leser lieben das Buch, wie es bei fast allen von Nicks Werken der Fall ist«, berichtet Pierce Brosnan, der im Film den Martin spielt. »Aber ich glaube, dass dieses hier besonderen Anklang findet, weil es von der Traurigkeit und Tragik des Lebens erzählt, vom Unglück unseres menschlichen Daseins. Nur eben auf humorvolle Art und Weise. Nick beschreibt das mit großer Lebendigkeit, Tempo und sehr nuancierten Charakteren.«

Die Silvesternacht gilt als eine der suizidförderndsten Nächte des Jahres, und manchmal gibt es auch Orte, die das unterstützen. Martin Sharp, ehemaliger TV-Moderator, saß gerade erst im Knast, weil er Sex mit einer Minderjährigen hatte - auch wenn er beteuert: „Sie sah aus wie 25!“ Karriere und Privatleben sind futsch, einen Job hat er auch nicht, geschweige denn Kontakt zur Ehefrau und seinen zwei Töchtern.

Als Martin in jener Silvesternacht beschließt, sich vom eher unauffälligen, bei Selbstmördern jedoch offenbar beliebten Londoner Bürohochhaus (Die zahlreichen aufgebrochenen Schlösser an der Dachtür allein zeugen davon!), dem Topper's Tower, zu stürzen, wird er von Gleichgesinnten davon abgehalten. Seine Dachparty der etwas anderen Art wird zunächst von der alleinerziehenden Mutter Maureen, dann auch von der 18-jährigen Schülerin Jess und dem Pizzalieferanten J.J. gesprengt.

Sie alle sind mit der gleichen Absicht wie Martin auf das Dach des Topper’s Tower gekommen, jeder aus seinen ganz eigenen Gründen. Doch Selbstmord vor Publikum kostet noch mehr Überwindung als ohnehin schon. Nach einer irren Nacht durch die regnerischen Straßen von London landen die Vier schließlich, im Licht der aufgehenden Sonne, in irgendeiner warmen Wartehalle, in der sie schriftlich beschließen, bis zum Valentinstag am Leben zu bleiben...

»Es ist ziemlich selten, dass man in einem Film im Verlauf der Geschichte immer noch mehr über eine Figur erfährt«, schwärmt Regisseur Pascal Chaumeil. »Meistens weiß man von Beginn an alles über alle Figuren und erzählt dann die Handlung. Aber in A long Way down tragen alle Protagonisten ein Geheimnis mit sich herum. Über Maureens Leben oder J.J.s Problem erfährt man erst recht spät im Film Genaueres. Diesen Ansatz finde ich hochinteressant.«

Nach Fever Pitch, High Fidelity und About a Boy ist A long Way down die vierte Verfilmung eines Romans von Nick Hornby, der zuletzt die Memoiren von Lynn Barber für den Film An Education (2009) adaptierte. Den Produzentinnen Amanda Posey, zugleich Mrs. Hornby, und ihrer neuseeländischen Produktionspartnerin Finola Dwyer war klar, dass sich Hornbys Tagebuchformat der Geschichte schlecht umsetzen ließ, bei dem alle vier Figuren aus der Ich-Perspektive über ihre Erfahrungen schreiben und die Handlung zwischen ihnen hin und her springt.

Jack Thorne konnte mit seiner Strategie für eine Adaption auf Anhieb punkten: Er schlug vor, Hornbys vielstimmige Erzählung zu entwirren und sie zu vier Kapiteln zusammenzusetzen, jeweils benannt nach einem der Charaktere. »Jacks Idee für das Drehbuch erlaubte uns, alle vier Stimmen zu behalten, aber nun eher als eine Art Staffelteam einzusetzen. Die Geschichte wird mehr oder weniger von einem zum Nächsten weitergereicht«, erklärt Posey. Hornby selbst geht sogar so weit, diese Lösung „genial“ zu nennen: »Wenn man den Film sieht, merkt man erst, wie unaufdringlich dieser erzählerische Kniff ist. Manche Zuschauer waren ganz überrascht, wenn man sie nach dem Film darauf hinwies, dass die Off-Erzählung wie ein Staffelstab weitergereicht wird. Währenddessen hatten sie es gar nicht wahrgenommen.«

»Wie Nick die erste Szene auf dem Dach geschrieben hat, ist einfach brillant. Alles, was ich tun musste, war, das eins zu eins ins Drehbuch zu übernehmen. Und genau das habe ich getan«, berichtet Thorne, der wie bei Romanadaptionen üblich zahlreiche Drehbuchfassungen schrieb und schließlich auch Chaumeils Ideen einfließen ließ, als der Franzose mit an Bord kam. »Er hatte ein paar tolle Vorschläge, wie man die Geschichte erzählen könnte und hat einige Schlüsselszenen noch mal ganz neu gestaltet.«

Während er Hornbys Vorlage natürlich stets Respekt zollte, war Thorne auch bewusst, dass er um Veränderungen nicht herumkommen würde. Und gerade den jüngeren Figuren musste er seinen eigenen Stempel aufdrücken: »J.J. hat sich, verglichen mit dem Buch, ganz schön verändert. Mir gefiel der Gedanke, dass er gar nicht genau weiß, warum er eigentlich da oben auf dem Dach war. Je mehr ich mich mit dem Thema Selbstmord beschäftigte, desto häufiger las ich, dass zwar viele Selbstmörder ganz klare Gründe für ihre Tat haben, andere dagegen gar nicht. Das erschien mir ein ebenso schöner wie tragischer Aspekt für J.J.s Geschichte zu sein.«

Das Ende richtig hinzubekommen, war eine andere Herausforderung. Weil am Schluss nicht nur Maureens Sohn ins Krankenhaus kommt, sondern auch alle vier Figuren auf dem Hochhausdach wiedervereint werden müssen, als einer von ihnen zum zweiten Mal des Lebens überdrüssig ist, musste Thorne wirklich sein ganzes Talent als Drehbuchautor aufbringen. Das Wichtigste dabei war es, wie überhaupt bei der gesamten Adaption, den richtigen Ton zu treffen.

»Es ist nun einmal eine dramatische Komödie oder auch ein humorvolles Drama über Selbstmord«, erklärt Thorne. »Man will nicht so wirken, also würde man respektlos mit dem Thema umgehen. Aber man muss trotzdem versuchen, einen Film zu kreieren, den die Leute gerne sehen wollen. Ich liebte das Buch genau aus dem Grund, weil ihm diese Gratwanderung so gut gelang. Meine Aufgabe war es, das ebenso gut hinzubekommen.«

Pascal Chaumeil, der mit seiner Romantikkomödie Der Auftragslover 2010 für Beifall sorgte, ist selbst anglophil und selbsterklärter Hornby-Fan: »Ich liebe Nicks Bücher. Eines, das in meinem Leben besonders wichtig war, ist „High Fidelity“ - nicht nur, weil es ein sehr gutes Buch ist, sondern auch, weil ich es zu einem Zeitpunkt las, als ich gerade mittendrin in einer schief gelaufenen Beziehung steckte. Mir ging es damals ziemlich mies, aber das Buch gab mir wirklich wieder Hoffnung.«

Kaum war er mit an Bord, verpasste Chaumeil dem Drehbuch von Thorne seinen eigenen Schliff. Vor allem die komödiantischen Elemente wollte er noch mehr betonen: »Um das Publikum wirklich mit ins Boot zu holen, musste der Film einfach lustig sein. Emotional und lustig.« Von den Geldgebern bis hin zum Produktionsdesigner und allen anderen Teamleitern am Set wurde dieser feine Balanceakt zwischen humorvollen, ironischen, makabren und melancholischen Elementen zum obersten Motto aller an A long Way down Beteiligten.

»Grundsätzlich bestand unsere Herangehensweise darin, so natürlich wie möglich zu sein. Wir wollten es nicht übertreiben, sondern die Sache eher schlicht halten«, fügt Chaumeil hinzu. »Im Vordergrund standen wahrhaftige Darstellungen der Schauspieler. Der Witz und die Emotionen sollten dann aus den Situationen heraus entstehen, ohne dass wir das zu sehr forcieren. Ich habe mir große Mühe gegeben, dass die Energie zwischen den unterschiedlichen Figuren stimmt, und wir hatten das Glück, wirklich fantastische Schauspieler zu haben.«

Der ehemalige James-Bond-Darsteller Pierce Brosnan hat sich in der Nach-„007“-Phase seiner Karriere einen Namen gemacht als jemand, der nach besonders abwechslungsreichen und herausfordernden Rollen sucht. Entsprechend beunruhigte es ihn keinen Moment lang, jemanden mit so vielen Fehlern und Charakterschwächen zu spielen wie Martin Sharp: »Dazu ist die Geschichte einfach viel zu menschlich und charmant. Sie ist ergreifend, sarkastisch, bitter und letztlich trotzdem federleicht.«

Auch die Zusammenstellung seiner Kollegen gefiel Brosnan sehr: »Toni Collette bewundere ich schon seit Jahren, denn sie ist wirklich ein Chamäleon. Auch die Arbeit von Imogen Poots kenne und mag ich sehr. Und Aaron Paul habe ich mir extra in Breaking Bad angeguckt – und war fasziniert. Die Kombination unseres Ensembles war absolut stimmig!«

Wie gut ein Schauspieler ist, zeigt sich im Kontrast zwischen Privatperson und Rolle. »Erstaunlicherweise ist Pierce ein ziemlich schüchterner Mann«, erzählt der Regisseur. »Zwar hat er eine starke Persönlichkeit und andere Qualitäten, die man als Anführer braucht. Aber ich glaube nicht, dass der das überhaupt sein will. Wenn überhaupt, dann war in unserem Ensemble Toni die Anführerin. Zumindest war sie es, die ihre gemeinsamen Restaurantbesuche und Ähnliches organisiert hat.«

In Sachen „depressive Hornby-Figuren“ kann die Australierin Toni Collette inzwischen ein Liedchen singen, denn vor der sozial „extrem“ unbeholfenen Maureen hatte sie bereits 2002 in About a Boy eine ähnliche Rolle spielen dürfen. Die Schauspielerin legt viel Wert darauf, dass das Publikum trotz der düsteren Themen, die mit einer Geschichte über Selbstmord einhergehen, dem frechen Witz des Films alle Aufmerksamkeit widmet.

»Die Geschichte ist mitunter zum Schreien komisch«, betont Collette. »Würde man sie auf ausschließlich ernste Weise erzählen, dann würde sie einen vermutlich richtig runterziehen. Aber in unserem Fall ist sie verdammt witzig, erstaunlich leicht und sehr wahrhaftig. Geschichten, die gleichzeitig traurig und humorvoll sind, reizen mich als Schauspielerin besonders, denn genau so ist schließlich das Leben selbst. Und A long Way down ist obendrein ein Buddy-Movie mit vier Buddies. Es geht um ungewöhnliche, aber lebensverändernde Freundschaften!«

Die beiden jüngeren Buddies im Film, Imogen Poots und Aaron Paul, hatten die letzten Jahre offensichtlich einen gemeinsamen Drehplan, denn das andere Filmprojekt der beiden läuft bereits seit einigen Wochen in den Kinos - Need for Speed. Und in Kürze ist „Pootsie“ auch an der Seite von Zac Efron in Für immer Single? auf der Leinwand zu bewundern. Die Chemie zwischen Poots und Paul scheint jedenfalls in beiden Filmen zu stimmen.

»Das ist ohne Frage eine Traumrolle«, schwärmt die Schauspielerin, die jetzt zur großen Bekanntheitsoffensive startet. »Sie hat so unglaublich viele Facetten und es macht sehr viel Spaß, sie zu spielen. Im Grunde ist sie es, die in jener Nacht dafür sorgt, dass alle ihre Selbstmordpläne verschieben. Obwohl sie die Widerspenstigste und (auf den ersten Blick) Unzugänglichste von allen ist, formt sich dank ihr diese ungewöhnliche Wahlfamilie. Meiner Meinung nach hat Jack Thorne wirklich ganze Arbeit geleistet, sie aus dem Roman auf die Leinwand zu übertragen.«

Mit ihren Kollegen verstand sich die Schauspielerin auf Anhieb prächtig und scherzt, dass das Quartett während der Dreharbeiten auf andere wie ein ziemlich seltsamer Haufen gewirkt haben müsse: »Wir waren nämlich eigentlich immer nur mit uns Vieren beschäftigt. Wenn man so eng zusammenarbeitet, dann entwickelt man schnell eine große Zuneigung zueinander und fühlt sich miteinander wohl. Und diese drei sind wirklich besonders tolle Menschen, die alle einen grandiosen und schmutzigen Sinn für Humor haben. Pierce bringt mich immer zum Lachen, so witzig ist er. Toni kannte ich schon von dem Film Fright Night, den wir zusammen gedreht hatten, und es war ganz wundervoll, wieder Zeit mit ihr zu verbringen. Ich liebe sie einfach! Und Aaron ist einer der nettesten, rücksichtsvollsten Menschen, die ich kenne. Es war einfach eine große Freude, mit den Dreien zu drehen.«

Besonderen Gefallen fand Poots an Jess’ Second-Hand-Look sowie ganz besonders an der Herausforderung, mit ihrer Figur so viele verschiedene hoch emotionale Szenen spielen zu müssen: »Sie ist jemand, der innerhalb kürzester Zeit von größter Wut in unbändige Freude verfallen kann. Vieles an Jess kann unglaublich irritierend wirken, aber mir war es ganz wichtig, dass diese Elemente die Zuschauer nicht vollkommen verschrecken, denn zwischen all der fieberhaften Energie und den sarkastischen Kommentaren steckt eine Person, die einfach nur geliebt und akzeptiert werden möchte.« [Große Umarmung von hier aus!]

Aaron Paul, der als Drogendealer Jesse Pinkman in der weltweit gefeierten Serie Breaking Bad berühmt wurde, konnte sowohl mit der emotionalen Situation als auch mit den Lebensumständen seiner Figur sofort etwas anfangen: »Es gab ohne Frage in meinem Leben Zeiten, in denen ich es kaum schaffte, mich finanziell über Wasser zu halten. Ich wusste zwar, was ich machen wollte, aber die Höhen und Tiefen waren ganz schön überwältigend und ich war mitunter ziemlich einsam.«

Als einzigem Amerikaner im Ensemble machte es Paul besonders viel Spaß, für die Dreharbeiten nach England zu kommen, wo er eines Abends sogar Pierce Brosnan mit zu einem Konzert seiner Lieblingsband Radiohead nahm. »Von einem Moment auf den nächsten wurde ich alter Sack hip«, lacht Brosnan. »Aaron ist ein begeisterter Twitterer und twitterte ein Bild von uns beiden bei dem Konzert. Innerhalb von fünf Minuten hatten das wohl schon mehr als 800 Leute angeklickt. Und ich mag Radiohead auch tatsächlich gerne. Nur vielleicht nicht ganz so sehr wie Springsteen oder Van Morrison. Aber das darf ich Aaron oder Toni nicht hören lassen, denn die beiden verehren Thom Yorke

Die „Topper House Four“, wie sie im Film genannt werden, beweisen auf jeden Fall, dass sie eine Menge Chemie besitzen, die sie auf das Publikum übertragen. Das kommt dann dementsprechend auch herüber - das wirkt skurril, (aber)witzig als auch melodramatisch, und zum Teil auch mitfühlend. Da haben die Produzentinnen die richtige Wahl getroffen.

Allerdings merkt man dem Film auch an, dass man nicht an Silvester gedreht hat, denn von Feuerwerk ist eigentlich gar nichts zu sehen, wenn man von dem der Schauspieler absieht. Ein wenig merkt man den Bildern auch an, dass tatsächlich im September gedreht wurde. Interessant war aber auch, dass man London mal von einer anderen Perspektive sehen konnte, da die sonstigen Hauptschauplätze noch zu sehr von den Olympischen Spielen beeinflusst waren, die für diese zeitlose Geschichte eher hinderlich gewesen wären.

Mit seiner erfrischenden Mischung reiht sich A long Way down jedenfalls in die Hornby-Romane ein, die bislang mit viel Geschick und Souveränität auf die Leinwand übertragen wurden. Um es mit Chaumeils Worten abzuschließen: »Letztlich ist A long Way down eben ein Film mit einer positiven Botschaft und ganz viel Hoffnung. Und er erzählt seine Geschichte auf unglaublich witzige, unvorhersehbare Weise mit komplexen Charakteren, denen man gerne folgt.« ■ mz

3. April 2014
OT: A long Way down
Drama/Komödie
GB/D 2014
96 min


mit

Pierce Brosnan (Martin Sharp) Frank Glaubrecht
Toni Collette (Maureen) Christin Marquitan
Imogen Poots (Jess Crichton) Anja Stadlober
Aaron Paul (J.J.) Marcel Collé
Sam Neill (Chris Crichton)
Rosamund Pike (Penny)
Joe Cole (Chas)
Tuppence Middleton (Kathy)
Diana Kent (Hope)
Joseph Altin (Matty)

drehbuch
Jack Thorne
nach dem Roman von Nick Hornby

musik
Dario Marianelli

kamera
Ben Davis

regie
Pascal Chaumeil

produktion
Wildgaze Films
BBC Films
DCM Productions
Film4

verleih
DCM

Kinostart: 3. April 2014