Samstag, 16. Dezember 2017

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The Return of the First Avenger


Sebastian Stan als Winter Soldier
© Disney/Marvel

Seit den Ereignissen von New York, in denen Steve Rogers alias Captain America gemeinsam mit den Avengers in einer gewaltigen Schlacht einen außerirdischen Angriff zurückgeschlagen hat, sind nur wenige Wochen vergangen. Zurück in Washington kämpft er im Auftrag von Nick Fury gemeinsam mit Natasha Romanoff alias Black Widow erfolgreich in neuen Geheimoperationen. Nebenbei macht auch Rogers ganz private Mission große Fortschritte: Er ist dabei, sich an die moderne Welt zu gewöhnen.

Er hat sich eine Liste von den Dingen aufgestellt, die er aufarbeiten muss, weil er so lange im Gefrierschlaf war - ob Musik von Marvin Gaye oder Filme von Star Wars bis Star Trek, oder diverse neue Kampftechniken wie Mixed Martial Arts, die in diesem Abenteuer verstärkt vorkommen. Gleich zu Beginn des Films trifft er auf eine neue Figur im neuen, filmischen Marvel-Universum: Sam Wilson, ein Kriegsveteran, mit dem er sich beim Joggen anfreundet („Komme von links!“). Dieser spielt in dieser Geschichte eine wichtige Rolle, denn als „Falcon“ muss dieser Captain America und Black Widow später im Film zu Hilfe kommen...

Als nach einer präzise geplanten Geiselbefreiung auf einem Frachter, bei der sich Rogers, Romanoff und ein SHIELD-Team beweisen können, Nick Fury unter Beschuss gerät, wird Rogers plötzlich in ein Netz von Intrigen hineingezogen, das zu einer Gefahr für die ganze Welt zu werden droht. Mit Natasha an seiner Seite versucht er verzweifelt, die sich immer weiter verdichtende Verschwörung aufzudecken.

Dabei muss er sich wieder und wieder gegen einen ebenso unerwarteten wie höchst gefährlichen Gegner behaupten, den Rogers aus seiner Vergangenheit kennt - jedoch nicht als Attentäter „Winter Soldier“, der schnell, stark und unsichtbar seine Ziele erfolgreich terminiert, bis dieser auf Fury und Rogers trifft. Für den Captain wird es immer undurchschaubarer, wem er noch trauen kann. Als sich schließlich die gesamte, perfide Tragweite des gegnerischen Plans offenbart, finden er und Black Widow in Falcon einen neuen Verbündeten. Doch trotz ihrer Bemühungen, oder eher gerade deswegen, steht am Ende die Zukunft der ganzen Organisation in Frage...

Anthony und Joe Russo, die sich als ausführende Produzenten und Regisseure der preisgekrönten, von der Kritik gelobten Sitcoms Arrested Development und Community auch im Fernsehen einen Namen gemacht haben, tauchten mit Begeisterung in die Welten des Marvel-Universums ein. »Das war schon ziemlich cool – und das aus zwei Gründen«, erinnert sich Anthony Russo.

»Zum einen fanden wir die kreativen Entscheidungen, die Marvel getroffen hat, schon in der Vergangenheit sehr spannend und inspirierend. Zum anderen gehörten wir zum Kandidatenkreis der Regisseure, ohne uns dafür engagiert oder in irgendeiner Weise beworben zu haben. All das war für uns der Beweis, dass Marvel bereit für kreative Entscheidungen ist, die ein bisschen unorthodox sein können.«

Während die Geschichte in der Gegenwart spielt, führt der Erzählton von Drehbuch und Handlung in die Vergangenheit zu einem guten Retro-Thriller zurück. »Wir wollten diesen Film in einer Art Cinéma-vérité-Stil inszenieren, damit man als Zuschauer das Gefühl haben konnte, immer direkt an der Seite von Captain America zu stehen«, erläutert Anthony Russo das kreative Konzept. »Stilistisch und inhaltlich sollte der Film sehr intim und realistisch verwurzelt wirken. Denn genau das war so typisch für die Politthriller der 1970er Jahre, die The Winter Soldier inspiriert haben.«

Chris Evans, der mit aller Bravour versucht, Captain America mehr Tiefe zu verleihen, ist der Ansicht, dass der etwas härtere, düsterere, in der Realität verwurzelte Erzählton des Drehbuchs die Stärken und Sensibilitäten der Figur noch besser zum Tragen bringt: »Captain America kann nicht fliegen, er schleudert keine Licht- und Energieblitze. Stattdessen schlägt und tritt er zu. Dieser Kampfstil ermöglicht es, den Film viel stärker in der Realität zu verwurzeln, was ich ausgesprochen cool finde. Beim Lesen des Drehbuchs wirkte dieses auf mich etwas voyeuristischer und härter als die meisten anderen Superheldenfilme, die in der Regel etwas polierter und glatter konzipiert sind.«

Nick Fury gehört zu den Menschen, an die sich Steve Rogers häufig wendet. Nach den Ereignissen, die in The Avengers zu sehen waren, sieht sich der Direktor von SHIELD, der Organisation, die den Frieden in der Welt sichert, mit großen Herausforderungen konfrontiert. »Nick Fury hat wieder Heimatboden unter den Füßen und kümmert sich um den Wiederaufbau«, erläutert Samuel L. Jackson. »Er bereitet alles dafür vor, die Welt etwas sicherer zu machen. Und dafür muss er Steve Rogers ins 21. Jahrhundert bringen. Fury ist stolz darauf, was er geleistet hat. Er konnte den Weltsicherheitsrat davon überzeugen, dass die Welt durch Superhelden sicherer gemacht werden kann.«

Ein weiteres vertrautes Gesicht, dem Steve Rogers bei seiner Arbeit für SHIELD immer wieder begegnet, ist Natasha Romanoff alias Black Widow. Weil Natasha ihm dabei geholfen hat, sich in seine neue Rolle einzufügen, hat sie sich damit zu seiner engsten Verbündeten in der Organisation entwickelt. Scarlett Johansson erklärt das näher:

»Als wir Natasha und Steve zum ersten Mal begegnen, läuft das alles irgendwie in Echtzeit ab. Ein paar Jahre sind vergangen, in denen die beiden auf vielen unterschiedlichen Missionen gemeinsam eingesetzt wurden. So konnten sie sich viel besser kennenlernen und gehen viel lockerer miteinander um, wenn sie sich unterhalten und gegenseitig aufziehen. Mir gefällt diese Dynamik wirklich, ich finde ihre Freundschaft viel interessanter als eine romantische Beziehung, die sie vielleicht haben könnten.«

Viele preisgekrönte Schauspieler konnten sich bisher im filmischen Marvel-Universum zusätzlich profilieren. Diese Tradition wird hier fortgeführt – mit Oscar®-Preisträger Robert Redford, der Alexander Pierce, eine SHIELD-Führungskraft mit besten Verbindungen zur Regierung, spielt. Für Redford schloss sich mit seinem Eintritt ins Marvel-Universum ein Kreis, dessen Anfänge weit in seine Kindheit zurückführen. »Als Junge las ich Comics und stellte mir vor, es mit Captain Marvel aufzunehmen«, erläutert der Star.

»Ich liebte das, aber meine Eltern waren strikt dagegen, dass ich Comics las und wollten, dass ich mich beim Lesen mit etwas „Gehaltvollerem“ beschäftigte. Aus diesem Grund zog ich mich mit einer Taschenlampe in meinen Schrank zurück und las die Comics eben dort. In meiner Kindheit waren sie sehr wichtig für mich. Ich kann total verstehen, warum diese Bildgeschichten mit ihrem verkürzten Erzählstil Kindern so viel bedeuten. Meiner Ansicht nach hat meine Liebe zu Comics dafür gesorgt, dass ich Literatur in viel größerem Maße wertzuschätzen lernte.«

»Ursprünglich war die Rolle von Alexander Pierce im Drehbuch viel kleiner angelegt«, gibt Regisseur Joe Russo zu. »Als sie im Laufe der Drehbuchentwicklung an Bedeutung zunahm, stand für uns fest, dass wir für diese Rolle einen Schauspieler von Format und Gewicht brauchten. Mein Bruder und ich wuchsen mit den Thrillern der 70er Jahre auf. Wir spürten, dass sich unser Wunsch, einen Schauspieler wie Robert Redford für diese Rolle zu besetzen, sehr harmonisch in unser Gesamtkonzept einfügte. Schließlich hat sein Thriller Die drei Tage des Condor unseren Inszenierungsstil für diesen Film sehr inspiriert. In der Filmbranche gehört er zu den größten Ikonen, außerdem ist er einer der coolsten Typen, die ich kenne.«

Während Pierce und Fury versuchen, den Frieden in der Welt zu sichern, taucht eine neue, scheinbar unaufhaltsame Bedrohung auf: der „Winter Soldier“ – ein Supersoldat, der zum erfolgreichsten Attentäter weltweit wurde. »Der Winter Soldier ist wie ein Phantom, das geheime Operationen durchführt«, erklärt Joe Russo. »Diesen berüchtigten Attentäter hat niemand auf der Welt je wirklich gesehen – auch Agenten und Geheimdienste nicht. Seit über 60 Jahren ist er als Attentäter aktiv, doch mehr als ein paar verschwommene Fotos existieren nicht von ihm. Es ist ein großes Rätsel, wie er so lange aktiv sein konnte, ohne je identifiziert worden zu sein.«

Sebastian Stan, der Rogers' besten Freund Bucky Barnes im ersten Captain-America-Film dargestellt hatte, musste nun die Veränderung dieser Figur zum Winter Soldier glaubhaft vermitteln. Dass sich ihm diese Gelegenheit einmal bieten würde, hatte Stan gehofft, nachdem das Franchise so erfolgreich lanciert und die Geschichte, die es erzählte, so populär wurde:

»Die Russen entdeckten Bucky Barnes und mit ihm die großartige Möglichkeit, ihn als Waffe gegen Steve Rogers einzusetzen. Er sollte dessen Schwachstellen, seine Gefühle und seine Vergangenheit, attackieren. Mich hat die Figur des Winter Soldier schon immer fasziniert. Diesen komplexen Charakter jetzt auch spielen zu können, löste bei mir große Begeisterung aus.«

Während sich der Winter Soldier als geheimnisvolle und tödliche Bedrohung für Nick Fury und SHIELD erweist, bekommt Steve Rogers Hilfe bei der Bekämpfung des Attentäters und Killers. Hier hat der von Anthony Mackie (Tödliches Kommando - The Hurt Locker, Der Plan, Pain & Gain) dargestellte Sam Wilson alias Falcon seinen großen Auftritt, seinen ersten überhaupt auf der großen Leinwand. Um diese Figur angemessen für ihr Kinodebüt zu entwickeln, konnten sich die Filmemacher auf viele Jahre an Comicveröffentlichungen mit Falcon stützen.

»In der Marvel-Comicreihe „The Ultimates“ hatte Sam Wilson einen militärischen Hintergrund«, geht Anthony Russo ins Detail. »Das passte sehr gut zu unserem Film, schließlich wollten wir eine möglichst wirklichkeitsnahe Welt zeigen. Darüber hinaus ging es uns bei dieser Figur auch um eine schnelle Bindung zu Steve Rogers. Weil sie beide Armeeveteranen waren, konnten sie durch diese Erfahrung schnell Freundschaft schließen und Vertrauen und eine Kommunikationsform aufbauen, die nicht vieler Worte bedurfte.«

»Die Filmemacher haben Sam Wilson zu einer absolut eigenständigen Persönlichkeit gemacht. Sie haben hier wirklich gute Arbeit geleistet«, schwärmt Anthony Mackie. »Es gibt nichts Billiges oder Unerbittliches an diesem Mann. Er setzt sich für gewisse Dinge ein und lässt sich dabei von den richtigen moralischen Grundwerten leiten. Er begleitet Captain America auf dieser gefährlichen Mission, weil er an ihn und an den amerikanischen Traum glaubt.«

Ebenfalls neu im Film-Franchise ist SHIELD-Agent Brock Rumlow, der auf vielen Einsätzen für die Organisation körperliche Stärke und Durchschlagskraft einbringt. Es ist eine Figur von großer Intensität, die ihr Darsteller Frank Grillo (Prison Break, Disconnect, Homefront) folgendermaßen beschreibt: »Im Kern ist Brock Rumlow ein Navy SEAL. Er ist ein Elitesoldat, der im Auftrag von SHIELD verdeckte Spezialeinsätze übernimmt, die Dinge in die Hand nimmt und Probleme aus der Welt schafft. Wann immer Captain America eine Mission zu erfüllen hat, steht er ihm als Unterstützung zur Seite.«

Auch Agent 13, die von Emily VanCamp (Brothers & Sisters, Revenge) gespielt wird, feiert hier ihre SHIELD-Premiere. Dieser Eintritt ins filmische Marvel-Universum war für die Schauspielerin eine komplett neue Erfahrung. »Ich muss ganz ehrlich sein und zugeben, dass ich als Kind nicht gerade eine große Comic-Leserin gewesen bin«, blickt VanCamp zurück. »Deshalb gab es für mich, was die Abenteuer von Captain America betrifft, eine Menge nachzuholen. Tatsächlich war es aber ein großer Spaß für mich, all diese Comics zu lesen. Erst dann wurde mir richtig bewusst, dass es draußen in der Welt ein komplett anderes, wirklich aufregendes Universum zu entdecken gab.«

Der Film ist vollgepackt mit Actionsequenzen, die Trent Opaloch (District 9, Elysium) gekonnt in Szene setzte. Dabei nervt zwar, besonders bei den Verfolgungsjagden in den Straßen, die Wackelkameraoptik, die jedoch nicht ganz so exzessiv benutzt wurde wie z.B. in den Jason-Bourne-Filmen. Vielleicht hätten sich die Regisseure auch in dieser Hinsicht mehr auf die 70er Jahre konzentrieren sollen, wo solche Verfolgungsjagden noch mit Schnitttechnik, besonderen Einstellungen und rasanten Kamerafahrten inszeniert wurden.

Auch verlieren die Russo-Brüder ein wenig den zu Beginn des Films erfrischenden Humor, der das Ganze auflockert. Desweiteren konzentriert sich der Film am Ende auf den Zweikampf zwischen Captain America und dem Winter Soldier. Da wär es eine nette Idee gewesen, zu zeigen, was die anderen Superhelden gerade machen. Das wäre dann aber angesichts der laufenden Produktionskosten vermutlich zu teuer geworden.

Die Geschichte löst sich schließlich ein wenig uninspiriert auf, auch wenn das Ende einige Fragen aufwirft: Was passiert nun mit SHIELD? Immerhin wird die Entscheidungsfähigkeit der Führungskräfte bis dato bereits in der Serie Agents of SHIELD in Frage gestellt. Wie geht es dann dort nächste Woche weiter, wenn die Serie nach der Filmstartpause auf den Bildschirm zurückkehrt? Wie wird das Filmende dort eingefügt? Es bleibt auf jeden Fall spannend im Marvel-Universum.

Bis die Avengers 2015 mit Age of Ultron auf die Leinwand zurückkehren, kann man sich jedenfalls mit der Serie die Zeit vertreiben, als sich auch die am anderen Ende des Marvel-Universums angelegte Komödie Guardians of the Galaxy ansehen, die James Gunn (Slither, Super) inszenierte und am 28. August in die Kinos kommt. Captain America: The Winter Soldier, der (aus welchen Gründen auch immer) als deutschen Titel The Return of the First Avenger besitzt, ist ein Popcorn-Abenteuer, das zwar ein paar Längen aufweist, jedoch solide unterhält. Wer übrigens mehr Anspruch mag, kann sich derzeit auch Scarlett Johanssons Stimme in Spike Jonzes Her anhören oder eine Woche später Chris Evans mit Bart in dem koreanischen Endzeitabenteuer Snowpiercer ansehen. ■ mz

29. März 2014
OT: Captain America: The Winter Soldier
Action/Abenteuer/Fantasy/Drama
USA 2014 | 128 min
3D


mit

Chris Evans (Steve Rogers/Captain America) Dennis Schmidt-Foß
Scarlett Johansson (Natasha Romanoff/Black Widow) Luise Helm
Anthony Mackie (Sam Wilson/The Falcon) Stefan Günther
Robert Redford (Alexander Pierce) Kaspar Eichel
Samuel L. Jackson (Nick Fury) Engelbert von Nordhausen
Sebastian Stan (Bucky Barnes/Winter Soldier) Björn Schalla
Cobie Smulders (Maria Hill) Christine Stichler
Frank Grillo (Brock Rumlow/Crossbones) Johannes Berenz
Emily VanCamp (Sharon Carter/Agent 13) Magdalena Turba
Callan Mulvey (Jack Rollins)
Toby Jones (Arnim Zola) Lutz Schnell
Jenny Agutter (Weltsicherheitsratmitglied) Karin Buchholz
Alan Dale (Weltsicherheitsratmitglied)
Chin Han (Weltsicherheitsratmitglied Yen) Axel Malzacher
Bernard White (Weltsicherheitsratmitglied Nagendra Singh)
Georges St-Pierre (Georges Batroc/Batroc the Leaper)
Steven Culp (General Scudder)
Garry Shandling (Senator Stern)
Dominic Cooper (Howard Stark) Timmo Niesner
Hayley Atwell (Peggy Carter) Berenice Weichert
Stan Lee (Museumsangestellter) Peter Groeger
Thomas Kretschmann (Baron von Strucker) Thomas Kretschmann
u.a.

drehbuch
Christopher Markus
Stephen McFeely
Ed Brubaker (Konzept und Story)
basierend auf den Comicbuchfiguren von Joe Simon und Jack Kirby

musik
Henry Jackman

kamera
Trent Opaloch

regie
Anthony Russo
Joe Russo
Joss Whedon (Vorschauszene)

produktion
Marvel Entertainment
Marvel Studios
Perception
Sony Pictures Imageworks

verleih
Disney

Kinostart: 27. März 2014