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Die Eiskönigin - Völlig unverfroren


Elsa
© 2013 Disney. All Rights Reserved.
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Pünktlich zur Weihnachtssaison startet mal wieder ein Disney-Animationsfilm im Kino. Nach der neu verföhnten „Rapunzel“ von den Gebrüdern Grimm haben die Verantwortlichen beim Studio mit der Maus nun Hans Christian Andersens „Schneekönigin“ völlig unverfroren für ihre Bedürfnisse adaptiert.

Jennifer Lee verfasste nach Ralph reicht's ihr zweites Drehbuch zusammen mit Chris Buck, der nach Tarzan und Könige der Wellen seine dritte Regiearbeit vorlegt, mit Lee als Regiepartnerin. »Die Eiskönigin ist von Andersens klassischem Märchen „Die Schneekönigin“ inspiriert, die Story des Films kommt aber eindeutig von uns – durch sie weht ein frischer und neuer Wind. Sie ist wunderbar gefühlvoll, bietet unglaublich viel Action und Abenteuer, Magie und unvergessliche Figuren«, erzählt Buck.

Anna und ihre drei Jahre ältere Schwester Elsa, die Töchter des Königs und der Königin von Arendelle, sind ein Herz und eine Seele. Elsa, die seit ihrer Geburt über magische Kräfte verfügt und alles, was sie berührt, in Eis und Schnee verwandeln kann, lässt zum großen Vergnügen ihrer Schwester im Königspalast die schönsten Winterlandschaften entstehen, und tobt mit Anna wild herum - bis zu jenem verhängnisvollen Tag, an dem Anna beim Herumtollen verletzt wird.

Zwar gelingt es den Trollen, die der verzweifelte König um Hilfe bittet, Anna zu heilen. Doch das Unglück verändert alles: Aus Angst, ihre Schwester noch einmal zu verletzen, zieht sich Elsa völlig zurück. Und ihre Eltern isolieren das Schloss von der Außenwelt, damit niemand von Elsas eisigem Geheimnis erfährt.

Anna, der nach dem Heilungsritual jegliche Erinnerungen an Elsas Zauberkräfte fehlen, kann nicht verstehen, warum sie von ihrer geliebten Schwester plötzlich zurückgewiesen und gemieden wird. Selbst als ihre Eltern einige Jahre später bei einem Unglück ums Leben kommen, ändert sich an dem Verhältnis der Schwestern nichts.

Da gibt es auch schon das erste musikalische Highlight, wenn Anna versucht, Elsa aus ihrem Zimmer zu locken. Wenn sie „Do you wanna build a Snowman?“ singt, das ist (zumindest im Original) eine schöne, herzergreifende Stelle, bei der die Augen zu tauen beginnen. Dass das nicht genauso im Deutschen funktioniert, liegt vor allem an der wörtlichen Übersetzung des Titels. Doch statt des unklingenden „Willst du einen Schneemann bauen?“, was zwar geht, aber den Melodiefluss stört, klänge ein „Baust du mit mir einen Schneemann?“ einfach besser und macht genauso Sinn.

Was sonst noch am deutschen Gesang stört, ist die „deutsche“ Gesangsstimme von Elsa. Während im Original Idina Menzel (Rachels Mutter in glee) spricht und singt, ist in der deutschen Fassung die niederländische Sängerin und Schauspielerin Willemijn Verkaik zu hören. Sie bringt zwar genauso viel Musicalerfahrung wie Menzel mit, doch hört man irgendwie noch ihren holländischen Akzent heraus, was die Frage aufbringt, warum man keine einheimische (ebenfalls gute) Sängerin finden konnte. Klar ist jedenfalls: Wer Englisch versteht, sollte sich den Film lieber im Original ansehen - oder zumindest anhören!

Doch zurück zur Geschichte: Am Tag von Elsas Krönung lernt Anna bei ihrem ersten Ausflug außerhalb des Schlosses den charmanten Prinzen Hans kennen. Sie ist sofort hingerissen und die beiden beschließen noch am selben Abend, dass sie heiraten möchten.

Anna wendet sich an ihre Schwester um sie um Erlaubnis zu bitten, doch Elsa findet die Entscheidung ihrer Schwester voreilig und gibt ihre Zustimmung nicht. Zwischen Anna und Elsa kommt es zum Streit, der auf schreckliche Weise eskaliert: Elsa verliert die Kontrolle über ihre Zauberkräfte und verwandelt ganz Arendelle in Eis und Schnee woraufhin sie vor der entsetzten Menge flieht und verschwindet.

Der Konflikt ist ausgebaut, somit kann das wahre Abenteuer nun beginnen. Zusammen mit dem schroffen Naturburschen Kristoff und seinem treuen Rentier Sven begibt sich Anna auf eine abenteuerliche Reise, um ihre Schwester Elsa zu finden. In einem spannenden Rennen um die Rettung des Königreichs ringen Anna und Kristoff nicht nur mit den Naturelementen, sie begegnen auch mystischen Trollen und dem urkomischen Schneemann Olaf, der zu einem unverzichtbaren Begleiter wird.

Mit dem Königreich Arendelle schuf das Disney-Team umwerfende Schauplätze, die durch Norwegens spektakuläre Landschaften inspiriert sind – von den schneebedeckten Bergen bis zu den malerischen Fjorden. »Bei der Gestaltung von Schnee und Eis hat unser Team die Messlatte mal wieder kräftig nach oben verschoben«, schwärmt Chris Buck. »Es ist verdammt schwer, Eis so zu animieren, dass es echt aussieht. Unsere Mitarbeiter haben sehr viel recherchiert und wegweisende Technologien entwickelt, um den perfekten Look zu erreichen. Ihnen ist ein wunderschöner Film gelungen, der anders ist als alles, was ich bisher gesehen habe.«

Wie immer bei Disney sollte auch Die Eiskönigin die einzigartige Stimmung des Originals erfassen und trotzdem eine ganz eigenständige, moderne Geschichte erzählen, im Stil eines Disney-Meisterwerks wie Arielle, die Meerjungfrau, das ebenfalls auf einem Märchen von Andersen basiert.

„Die Schneekönigin“ ist die Geschichte des Kampfes zwischen Gut und Böse, erzählt anhand eines zersplitterten Spiegels, der dafür sorgt, dass ein kleiner Junge namens Kai nur das Schlechte in der Welt sieht. »Von diesem Kampf und seiner allgemeingültigen Botschaft ließen wir uns inspirieren«, sagt Buck. »Außerdem waren wir von dem Mädchen Gerda ganz angetan, die in dem Märchen alles unternimmt, um Kai zu retten. Ihre wichtigsten Eigenschaften (Optimismus, Liebe, Stärke und Entschlusskraft) zeichnen auch unsere Hauptfigur Anna aus.«

Was die Schneekönigin selbst betrifft, war das Disney-Team anfangs ziemlich ratlos. Laut Jennifer Lee, die als Autorin zu dem Projekt kam und schließlich gemeinsam mit Buck auch die Regie übernahm, war die Figur in Andersens Märchen äußerst mysteriös. »Sie taucht darin eher symbolisch auf«, sagt Lee, »und uns war bewusst, dass sie für Die Eiskönigin eine eigenständige Figur sein musste, um das heutige Publikum anzusprechen.

Der Film sollte sowohl zeitgemäß als auch zeitlos sein. Wir suchten nach etwas Zeitgenössischem, das jeder versteht. Und Angst ist etwas, was uns heute, genau wie früher, zu schaffen macht. Sie lässt uns alles negativ sehen, verdunkelt unseren Blick auf die Welt und gefährdet so unsere Beziehungen. Jede einzelne Szene des Films unterstreicht auf ihre Art die übergeordneten Themen des Films, nämlich Familie, Liebe, und den inneren Konflikt zwischen wahrer Liebe und großer Furcht. Elsa wird ausschließlich von der Angst getrieben.«

Die Songtexter Kristen Anderson-Lopez und ihr Ehemann Robert Lopez arbeiteten mit den Regisseuren und dem Story-Team eng zusammen und waren von Anna, die von ihrer Schwester ausgeschlossen wird, sehr gerührt. »Was könnte einen mehr für dieses Mädchen einnehmen als mitansehen zu müssen, wie ihr die ganze Kindheit hindurch die Tür vor der Nase zugeschlagen wird?«, fragt Anderson-Lopez.

»Wir mussten uns in sie hineinversetzen«, erzählt sie weiter, »Anna verstehen und zeigen, was der Welt an diesem jungen, optimistischen und erfrischend albernen Mädchen verloren geht. Der Augenblick, in dem sich die beiden Schwestern vor verschlossener Tür gegenüberstehen gehört zu den aufschlussreichsten Momenten des ganzen Films.«

Den Filmemachern war bewusst, dass der Tag, an dem Elsa gekrönt wird, auch für Anna einen Neuanfang bedeutet und das Story-Team wollte die nun erwachsene Anna mit einem Song einführen, was sich jedoch als ziemlich schwierig erwies. »Dieser spezielle Song war eine harte Nuss zu knacken, weil er vieles transportieren musste«, sagt Anderson-Lopez. »Anna sollte als optimistisch und lebhaft charakterisiert werden und gleichzeitig als jemand, die unter ihren unerfüllten Bedürfnissen leidet.«

Die Lösung, und damit auch der Songtitel „For the first Time in Forever“ („Zum ersten Mal“), ergab sich während einer Diskussion über die Geschichte, als jemand den Handlungspunkt mit eben diesen Worten umschrieb. Der Song unterstreicht Annas starkes Bedürfnis nach Nähe zu ihrer großen Schwester und zeigt gleichzeitig, wie weit sich die beiden voneinander entfernt haben.

Als Anna ihre Schwester Elsa mit ihrem zerrütteten Verhältnis konfrontiert, setzt sie unabsichtlich Elsas unterdrückte Emotionen frei, wodurch sie das Königreich in einem unkontrollierbaren Gefühlsausbruch in eine ewige Winterlandschaft verwandelt. Jetzt kennen alle Elsas gut gehütetes Geheimnis! Sie flieht aus Arendelle – und findet ihre ersehnte Freiheit.

Diese Freiheit sei zur entscheidenden Triebfeder für die Musik des Films geworden, so Songwriter Robert Lopez. „Let it go“ („Lass jetzt los“) war der erste Song, für den sich die Filmemacher begeisterten. »Das Lied war unser Dreh- und Angelpunkt«, sagt Lopez. »Wir wollten die bombastischste Diva-Nummer überhaupt schreiben, um zu unterstreichen, dass in Elsa gerade etwas Bahnbrechendes vor sich geht.«

Der Song gefiel den Filmemachern sogar so gut, dass er sie dazu brachte, die Szenen, die zu diesem entscheidenden Moment führen, neu zu überdenken. »„Let it go“ war der erste Song, der unbedingt in den Film musste, da er Elsas Persönlichkeit zu charakterisieren half«, sagt Lee. »Er zeigt auf so ergreifende und kraftvolle Weise, wie sie sich fühlt, dass wir die Vorgeschichte noch einmal kräftig überarbeiteten, um den Weg zu diesem besonderen Augenblick zu zeigen.«

Anna hingegen wünscht sich nichts sehnlicher, als alles wieder gerade zu biegen. Auf ihrer Suche nach Elsa lernt sie Kristoff kennen, einen schroffen Naturburschen, der in Annas Abenteuer aber lieber nicht mit hineingezogen werden möchte. Gemeinsam ringen Kristoff und Anna mit den unwirtlichen Naturelementen, Wölfen und anderen Gefahren – und treffen auf ihrer Reise auf einen seltsam vertrauten Schneemann namens Olaf, der sie (und das Publikum) immer wieder überrascht.

»Als Elsa aus Arendelle flieht, lässt sie ihren magischen Kräften, die sie so lange unterdrückt hat, freien Lauf«, sagt Lee weiter. »Der Schneemann, der dabei entsteht, ist das Ergebnis ihrer Erinnerungen an glückliche Kindheitstage, als sie und Anna ein Herz und eine Seele waren. Olaf repräsentiert die reine Unschuld und pure Kindheitsfreude. Als uns das richtig klar wurde, entwickelte sich die Figur wie von selbst. Er ist auf kindliche Art lustig und von der Welt noch völlig unverdorben und unbedarft. Olaf ist die einzige Figur, die keinen inneren Kampf zwischen Angst und Liebe auszufechten hat, denn er ist die bedingungslose Liebe.«

Bereits in einem frühen Stadium des Films stand für die Filmemacher fest, dass Elsa, sobald ihre geheimen Zauberkräfte enthüllt werden, diese magischen Fähigkeiten nutzt, um einen majestätischen Eispalast zu schaffen. »Deshalb fuhren einige Mitglieder unseres Produktionsteams nach Quebec City in ein Eishotel. Sie sollten ein Gefühl dafür bekommen, wie Licht von Schnee und Eis reflektiert und gebrochen wird«, sagt Produzent Peter del Vecho.

Das Hotel, das jedes Jahr neu gebaut wird und nur für vier Monate existiert, entsteht aus 15.000 Tonnen Schnee und 500.000 Tonnen Eis. Einige der Wände sind bis zu vier Meter dick. »Es ist dort sehr kalt«, sagt Buck, der das Hotel während der Produktion besuchte. »Es war sagenhaft zu beobachten, wie das Sonnenlicht durch das Eis brach. In dem Moment wussten wir, dass Elsas Eispalast einfach spektakulär aussehen würde.«

Aber der Weg dorthin war alles andere als einfach: »Für eine einzige Einstellung, in der Elsa ihren Palast baut, brauchten wir 50 Mitarbeiter gleichzeitig und eine neue Technologie«, sagt Lee. »Dabei ist die Einstellung so komplex, dass es dreißig Stunden dauert, um ein Einzelbild zu rendern. Das ist ein großartiges Beispiel dafür, wie viel Arbeit unser Team in den Film gesteckt hat. Aber der Aufwand hat sich wirklich gelohnt. Die Eiskönigin ist ein wunderschöner Film.«

Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Zum Schluss sei noch der bei Disney übliche Vorfilm erwähnt, der diesmal die Hausmaus Mickey zusammen mit Minnie auf einem musikalischen Heuwagen zeigt, der vom Brutalo-Kater Peg-Leg Pete überfallen wird. Der Original-Schwarz-Weiß-Zeichentrickfilm mit Walt Disney als Mickeys Originalstimme feiert nun seine Erstaufführung.

Um die Mäuse für das heutige Publikum schmackhaft zu machen, ließ man die Originalfiguren los und durch die Leinwand schlüpfen. So sind Mickey & Co. erstmals in Farbe und 3D-computeranimiert zu bewundern! Der kurzweilige Spaß, der für Erwachsene schon ein wenig brutal und Russ-Meyer-sexlüstern wirkt, zeigt, dass Anfang des letzten Jahrhunderts schon recht freizügig (wenn nicht noch freizügiger als heute) mit dem Thema umgegangen wurde. Auf jeden Fall ist er als „Vorheizer“ zur Eiskönigin mehr als passend. ■ mz

29. November 2013
OT: Frozen
Drama/Animation/Musical/Komödie
USA 2013
98 min


mit den Stimmen von

Kristen Bell (Anna) Pia Allgaier (Gesang)
Idina Menzel (Elsa) Willemijn Verkaik (Gesang)
Josh Gad (Olaf) Hape Kerkeling
Jonathan Groff (Kristoff) Leonhard Mahlich
Santino Fontana (Hans) Manuel Straube (Gesang)
Alan Tudyk (Duke of Weselton/Herzog von Pitzbühl) Robert Palfrader
u.a.

drehbuch
Jennifer Lee
Chris Buck
Shane Morris
inspiriert von Hans Christian Andersens „Die Schneekönigin“

musik
Christophe Beck

regie
Jennifer Lee
Chris Buck

produktion
Walt Disney Animation Studios
Walt Disney Pictures

verleih
Disney

Kinostart: 28. November 2013