Freitag, 15. Dezember 2017

Kindsköpfe 2


Nick, Marcus Higgins, Kurt McKenzie, Eric Lamonsoff und Lenny Feder beim Shopping
© Sony Pictures
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Produzent, Drehbuchautor und Hauptdarsteller Adam Sandler versucht, sich von seinen letzten Misserfolgen zu erholen, und machte etwas, was er noch nie getan hatte - ein Sequel drehen. Das Team des ersten Films von 2010 kehrt nun also mit einigen wunderbaren Neuzugängen zurück auf die Kinoleinwand und bringt uns genau das Passende zum derzeitigen Wetter - eine spaßige Sommerkomödie mit Partyfaktor!

Lenny ist gemeinsam mit seiner Familie in die Kleinstadt zurückgezogen, wo er und seine Freunde aufgewachsen sind. Dieses Mal sind es die Erwachsenen, die von ihren Kindern einige Lektionen über das Leben lernen, an einem Tag, der bekannt dafür ist, voller Überraschungen zu stecken – dem letzten Schultag.

»All die Figuren und deren Beziehungen waren so angereichert und witzig, dass wir wussten, dass da noch mehr Geschichten erzählt werden können«, sagt Regisseur und Schauspieler Dennis Dugan, der mit Kindsköpfe 2 seine achte Regiearbeit für Adam Sandler liefert.

Natürlich sind auch hier die Komödianten des ersten Teils wieder mit am Start. Einige dieser kollegialen Freundschaften gehen zurück auf die Zeit, in der sie Bestandteil der Comedyshow Saturday Night Live waren. Neben Sandler, Spade und Rock aus dem Hauptfigurenfeld spielen in den Nebenrollen auch Tim Meadows, Cheri Oteri, Maya Rudolph, Colin Quinn und Jon Lovitz als auch aus der neuzeitlichen Besetzung Andy Samberg, Bobby Moynihan, Taran Killam, Paul Brittain und Will Forte mit.

»Es ist ein neckischer Konkurrenzkampf«, erzählt Chris Rock. »Ich wollte lustiger sein als Spade, Spade wollte lustiger sein als Kevin, und Kevin wollte lustiger sein als Adam. Du kannst einfach nicht anders, wenn du ein Komiker bist. Doch das Positive an der Sache ist, denke ich, dass wir uns alle gegenseitig lustiger machen.«

Ja, sie pushen sich in der Tat zur Höchstform auf, was dazu führt, dass der Film auch wirklich lustig ist - ich möchte sogar meinen: lustiger als sein Vorgänger. Das mag daran liegen, dass wir die Figuren bereits kennen (und Rob Schneider nicht mit dabei ist). Sie müssen nicht extra noch einmal vorgestellt werden. Aber selbst wenn man den ersten Film nicht gesehen haben sollte - man bekommt trotzdem gute Laune.

Es ist natürlich hauptsächlich ein Jungs-Film - die Zusammengehörigkeit als Freunde und das gegenseitige Hochschaukeln als Männerrudel. Dass allerdings viele der Jugendlichen heutzutage nicht mehr viel für den „Alte-Männer-Humor“ von Sandler & Co. anfangen können, brachte Sandler auf die Idee, für die heutige Jugend deren Star zu engagieren: Taylor Lautner, der bei diesem Film zwar eine größere Rolle spielt, dafür aber unentgeltlich aus Spaß an der Freud' mitgemacht hat.

Lautner spielt an der Seite von einem ungewohnt blonden Milo Ventimiglia (Heroes) den Leitwolf seiner Studentenverbindung, zu der auch Hollywood-Nachwuchs Patrick Schwarzenegger gehört. In Anlehnung an Lautners Twilight-Rolle spielt er den Anführer seines Studentenrudels, das gegen die Alte-Knacker-Riege angeht, die ihren Party-Tümpel stört. Alt gegen Jung ist also die Devise, und so wollen es ihnen Sandler & Co. zeigen, dass sie ein „Hausrecht“ haben, denn sie haben lange vor ihnen dort ihren Spaß gehabt.

»Meine Figur und dessen Freunde sind nicht gerade die freundlichsten Typen. Aber das ist ja ein Teil des Spaßes an dem Film«, sagt Taylor Lautner. »Ich kann mir nichts Besseres vorstellen, als den Sommer über mit Adam Sandler und seiner Crew rumzuhängen. Ich bin mit seinen Filmen aufgewachsen und ein großer Fan von ihm.«

Ebenfalls mit dabei ist Alexander Ludwig (Die Tribute von Panem), der Marcus' 18-jährigen Sohn Braden spielt, der erstmals auf seinen Vater trifft: »Braden ist der Sohn, von dessen Existenz Marcus nichts wusste, doch Braden weiß das nicht. Er geht davon aus, dass Marcus von Anfang an von ihm wusste, ihn jedoch die ganze Zeit ignorierte. Demzufolge ist deren Beziehung an ihrem ersten Treffen äußerst angespannt, denn Braden hatte Jahre über Jahre Zeit, seinen Groll seinem Vater gegenüber aufzubauen. Es hat jede Menge Spaß gemacht, eine solch verrückte, einschüchternde Rolle zu spielen.«

Doch nach und nach kommen sich die beiden näher und erkennen einander. »Er ist eine riesige Version von Marcus«, erzählt Ludwig weiter. »Er hat die langen, verrückten blonden Haare, den Spitzbart, doch er überschattet seinen Vater vollständig.« Die Racheakte Bradens ufern natürlich in spaßigen Actioneinlagen seines Filmvaters aus, wie zum Beispiel in der Reifenszene...

2nd Unit Regisseur und Stuntkoordinator Scott Rogers berichtet darüber: »Das war eine Herausforderung. Wenn man den Schauspieler in dem Reifen vergräbt, sieht man ihn nicht. Wir hatten daher einen Prop-Reifen gebaut, damit David nicht komplett im Reifen verschwand. Es musste jedoch trotzdem wie ein echter Reifen aussehen. Wir mussten außerdem in der Lage sein, eine Kamera darin einzubauen. Also rollten wir ihn tatsächlich in dem Reifen die Straße hinunter. Bei solchen Szenen ist es wirklich lustiger, wenn man sieht, dass wirklich der Schauspieler darin steckt. Das macht die Szene komplett. Wenn David darin war, hatten wir totale Kontrolle über den Reifen. Wir fuhren ein Wägelchen, das den Reifen gezogen hatte. Mit dem Stuntdouble jedoch kam der Reifen auf fast 30 km/h. Das war recht lustig.«

Dennis Dugan sagt, dass Spade nicht von Anfang an davon überzeugt war: »Ich musste es ihm vormachen! Erst als er sah, dass ein alter Mann das gemacht hat, war er blamiert genug, es zu tun. Ich bin froh, dass er das gemacht hat, denn es war witzig und echt cool.«

Aber auch das Party-Kampfszenario am Ende stellte eine große Herausforderung dar. »Die Schauspieler waren in Höchstleistung«, erklärt Rogers, »das war ziemlich unglaublich mit anzusehen. Mit den Schauspielern, den Stuntleuten und den Statisten mussten wir 300 Leute vor die Kamera bekommen. Wir haben etwa eine Woche für all die separaten Kämpfe der Sequenz gebraucht.«

Die Party, die dann auch den Höhepunkt des Films darstellt, war aber auch kostümtechnisch recht aufwändig. Kostümdesignerin Ellen Lutter, die zum 12. Mal bei einem Sandler-Film dabei ist, bekam ihre bis dato größte Aufgabe: eine 80er-Jahre Theme Party! Zusammen mit Dugan und Sandler diskutierte sie, welche Figur in welche Persönlichkeit schlüpfen sollte. Hier sind einige Beispiele der wirklich gelungenen Outfits:

- Adam Sandler als Bruce Springsteen
- Kevin James als Meat Loaf
- Chris Rock und Tim Meadows als Prince
- Alexander Ludwig und David Spade als Hall & Oates
- Maria Bello als Madonna
- Maya Rudolph als Tina Turner
- Nick Swardson als Boy George
- Oliver Hudson als Indiana Jones
- Peter Dante und Shaquille O’Neal als Crockett & Tubbs
- Kevin Grady als Magnum
- Dan Patrick als Larry Bird
- Steve Buscemi als Flavor Flav

Man sieht auf jeden Fall, dass die Schauspieler ihren Spaß bei den Dreharbeiten hatten. Dass die Gags oft schon recht aufgebraucht wirken, tut nicht wirklich weh. Auch sonst wirkt der Film gegenüber seinem Vorgänger weniger angestrengt und macht sich zu einem echten Feel-Good-Sommer-Spaß-Film, den man gemütlich im Freiluftkino oder daheim zur (Garten-)Party laufen lassen kann. Die Frage, die sich hier lediglich stellt, ist, ob man den Film auch dann gut finden kann, wenn man nicht in den 80ern aufgewachsen ist... ■ mz

21. Juli 2013
OT: Grown Ups 2
Komödie
USA 2013
101 min
FSK 6


mit

Adam Sandler (Lenny Feder) Dietmar Wunder
Salma Hayek (Roxanne Chase-Feder) Christin Marquitan
Kevin James (Eric Lamonsoff) Thomas Karallus
Chris Rock (Kurt McKenzie) Oliver Rohrbeck
David Spade (Marcus Higgins) Florian Halm
Alexander Ludwig (Braden) Adrian Kilian
Maya Rudolph (Deanne McKenzie) Daniela Hoffmann
Taylor Lautner (Frat Boy Andy)
Milo Ventimiglia (Frat Boy Milo)
Patrick Schwarzenegger (Frat Boy Cooper)
Maria Bello (Sally Lamonsoff) Gundi Eberhard
Nick Swardson (Nick)
Steve Buscemi (Wiley) Santiago Ziesmer
Colin Quinn (Dickie Bailey) Thomas Nero Wolff
Shaquille O'Neal (Officer Fluzoo)
Tim Meadows (Malcolm) Andreas Hosang
Jon Lovitz (Squats Fitness Hausmeister)
Georgia Engel (Mrs. Lamonsoff)
Peter Dante (Officer Dante)
Cheri Oteri (Penny)
Dennis Dugan (Dr. Larry)
Oliver Hudson (Kyle)
u.a.

drehbuch
Fred Wolf
Adam Sandler
Tim Herlihy

musik
Rupert Gregson-Williams

kamera
Theo van de Sande

regie
Dennis Dugan

produktion
Columbia Pictures
Happy Madison Productions
Sony Pictures Entertainment

verleih
Sony

Kinostart: 18. Juli 2013