Freitag, 15. Dezember 2017

The Sapphires


Dave Lovelace freut sich, die Sapphires zu managen.
© Senator/The Weinstein Company
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The Sapphires ist ein Musikfilm nach dem gleichnamigen Theaterstück von 2004, und auf wahren Begebenheiten beruhend. Der australische Regisseur Wayne Blair erzählt in seinem Filmdebüt den Aufstieg der Girl-Soul-Band The Sapphires.

Im australischen Outback der 60er Jahre treten die Schwestern Julie, Gail und Cythia mit einer Freundin bei einem drittklassigen Gesangswettbewerb an. Der bestellte, versoffene Moderator und Talentscout Dave Lovelace wird hellhörig, als die Mädels ihre Stimmgewalt präsentieren. Trotz herausragender Leistung, muss der Wettbewerb anders entschieden werden. Aborigines gewinnen nicht gegen Weiße.

Lovelace möchte trotzdem die Girl-Soul-Band ganz groß rausbringen. Ihm schwebt die australische Antwort auf die Supremes vor. Als per Zeitungsannonce Showtalente gesucht werden, die im Vietnamkrieg amerikanische GIs unterhalten, kann er mit dem ersten Auftrag aufwarten. Mit stimmgewaltigen Soulnummern machen die Sapphires Schlagzeilen. Der Vietnamkrieg ist allerdings kein Kuschelrock, auch wen der wie eine austauschbare Kulisse für den Aufstieg der Band eingesetzt wird.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten. Tony Briggs hat das Drehbuch nach den Erfahrungen seiner eigenen Mutter und deren Schwester als Sängerinnen im Vietnamkrieg geschrieben. Vor diesem ernsten und wahren politischen Hintergrund überrascht der Film mit seinem eher seichten Gesangs- und Liebesspektakel. Mit einer merkwürdigen Leichtigkeit wird da im Krieg gesungen und geflirtet. Ernste Themen werden zwar angesprochen, aber nicht wirklich vertieft.

So setzt die Handlung ein, mit einem in dieser Zeit üblichen Überfall auf ein Aborigines-Dorf, wo Kinder entführt werden. Jahrzehntelang wurden in Australien Aborigine-Mischlingskinder verschleppt und zwangsweise zur Adoption freigegeben. Der akzeptierte Rassismus in den 60er Jahren wird gestreift mit Fernsehbildern des ermordeten Martin Luther King. Auch der steinige Weg zum Ruhm der Sapphires beginnt schließlich mit dem offen ausgetragenen Rassismus gegenüber den Aborigines in Australien.

Regisseur Wayne Blair bietet dem Publikum eine seichte Mischung aus Musical, Komik, Liebesgeschichte und wahren, historischen Begebenheiten, frei nach dem Motto: „Dort wo gesungen wird, lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“ Diesen Film kann man sich gut bei einem Glas Wein oder einem kühlen Bier im Freiluftkino anschauen. Wer nicht mehr erwartet, wird auch nicht enttäuscht. ■ bh

19. Juni 2013
OT: The Sapphires
Drama/Musik/Biografie
AUS 2012
99 min
FSK 6


mit

Chris O'Dowd (Dave Lovelace)
Deborah Mailman (Gail)
Jessica Mauboy (Julie)
Shari Sebbens (Kay)
Miranda Tapsell (Cynthia)
Tory Kittles (Robby)
Eka Darville (Hendo)
Lynette Narkle (Nanny Theresa)
Kylie Belling (Geraldine)
Georgina Haig (Glynis)
Rhys Muldoon (Onkel Ed)
Cleave Williams (Duggie)
u.a.

drehbuch
Tony Briggs
Keith Thompson

musik
Cezary Skubiszewski

kamera
Warwick Thornton

regie
Wayne Blair

produktion
Goalpost Pictures

verleih
Senator

Kinostart: 20. Juni 2013