Freitag, 15. Dezember 2017

Evil Dead


Lou Taylor Pucci
© Sony Pictures
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Mit dem Original Tanz der Teufel etablierte sich Sam Raimi 1981 als Regisseur und Horror-Fachmann. Der Film avancierte zum Kultklassiker seines Genres. Zusammen mit dem damaligen Produzenten Rob Tapert und Hauptdarsteller Bruce Campbell produzierte Raimi nun das Remake, mit dem Fede Alvarez sein Spielfilm-Regiedebüt abliefert.

1987 folgte ein weiterer Film und 1992 der dritte, Armee der Finsternis. Die Fangemeinde wuchs stetig an. Der erste Film wurde noch auf 16mm-Film in mono gedreht und wurde nur in wenigen Kinos gezeigt, da der Film von der MPAA nicht bewertet wurde. Die meisten Fans entstanden also erst nach Erscheinen des Films auf Video und später auf DVD. Das Remake kommt jetzt also in digitaler Qualität und in 5.1-Surround-Ton in die Kinos. Das Original ist ein wenig in die heutige Zeit adaptiert und mit jungen, unverbrauchten Schauspielern besetzt worden.

Mia soll endlich von den Drogen wegkommen. Fernab der Zivilisation, in einer entlegenen Waldhütte, wollen ihr Bruder David und die gemeinsamen Freunde Olivia, Eric und Natalie Mia beim Entzug helfen. Doch was dann geschieht, hat mit kaltem Entzug nichts mehr zu tun.

Entsetzlicher Gestank lockt die Fünf in den Keller der Hütte, wo sie auf „Das Buch des Todes“ stoßen - und damit nichtsahnend düstere Dämonen wecken. Nach und nach werden sie besessen und versuchen, dagegen anzukämpfen. Doch nur einer von ihnen bleibt von den Untoten verschont und muss fortan einen erbitterten Kampf um sein Seelenheil führen...

Man darf hier natürlich keine Logik erwarten. Wer die Warnhinweise im Buch liest, gewisse Sachen unausgesprochen zu lassen, und dann diese Worte auch noch ausspricht, darf eigentlich nicht verschont werden, wenn die Hölle losbricht. Die Fans des Originals werden mit Sicherheit die eine oder andere Überraschung erleben, denn „das böse Tote“ ist zwar von der Grundidee gleich, doch die Figuren und Bild- und Toneffekte wurden an die heutige Zeit angepasst, damit die Franchise mit wachsender Fangemeinde seit über 30 Jahren auch neuem Publikum zugeführt werden kann.

Freunde des Splatterhorrors kommen hier auf ihre Kosten, denn der Blutregen ist enorm! Dabei ist der Film kein billiger Abklatsch der satistischen Saw-Folterfilme, sondern hält sich im Grunde an die klassischen Horrorfilmregeln. Allerdings fehlt dem Film eine Prise Humor. Weder eingebaute noch unfreiwillige Komik kommen groß zur Geltung. Man bewundert eigentlich nur die Masken, digitalen Effekte sowie natürlich die gorigen Blutspritzszenen, die allerdings ein wenig „lustlos“ inszeniert wurden.

Einer der bekannteren Schauspieler in diesem Remake ist mit Sicherheit Lou Taylor Pucci (Glück in kleinen Dosen, Horsemen, Carriers), der das Original wohl 15 Mal gesehen hat. Er hofft, dass man die Sorgfalt und Kreativität schätzt, die in die Neuerzählung der Geschichte eingeflossen sind: »Dieser Film ist sogar noch gruseliger. Ich denke das kommt daher, dass Fede dich um die Figuren bangen lässt. Sie können nicht weg, selbst die Natur ist gegen sie. Für Leute, die das zum ersten Mal sehen, wird das richtig cool, sich hineinzuversetzen und dann schockiert werden. Die Fans werden all die ekligen Dinge erwarten, doch sie werden immer wieder von den Figuren angezogen.«

Der Uruguayaner Fede Alvarez, der mit seinem Kurzfilm Ataque de pánico! (Panic Attack), in dem seine Heimatstadt Montevideo von gigantischen Robotern angegriffen wird, über 7 Millionen Hits auf YouTube und damit die Aufmerksamkeit der Filmindustrie erreichte, inszenierte das mit gemischten Gefühlen erwartete Remake mit nur wenigen CGI-Effekten in einer Hütte in der Nähe von Auckland (Neuseeland). Er wollte nur wenige Szenen auf der Soundstage inszenieren und setzte auf jede Menge Makeup-Kunst.

Für FX-Supervisor Jason Durey ist Evil Dead der blutigste Film aller Zeiten: »In 30 Days of Night, der ja schon ein recht großer, blutiger Vampirfilm war, verbrauchten wir etwa 4.500 Liter Blut. Bei diesem Film sind es etwa 25.000 Liter. Mensch, wir haben bei Proben und beim Dreh vermutlich über 300 Liter Kotze verbraucht! Die Menge an Körperflüssigkeiten hier übertrifft alles, was ich bisher getan habe. Es ist ziemlich eklig und vollkommen Furchteinflößend.«

Bruce Campbell, der übrigens nach dem Abspann noch einen kleinen Auftritt hat, betet das Remake völlig enthusiastisch an: »Es ist nicht nur das Schauspiel in diesem Film besser, auch die Spezialeffekte und die Kameraarbeit. Man sieht nicht mehr den grünen Gartenschlauch, aus dem das Blut spritzt. Diesmal nahmen wir moderne Technik und ein ordentliches Budget und machten es nochmal. Ich hoffe, dass es eines Tages coole Doppelvorstellungen beider Evil Deads geben wird.« ■ mz

12. Mai 2013
OT: Evil Dead
Horror
USA 2013
91 min
FSK keine Jugendfreigabe


mit

Jane Levy (Mia) Julia Meynen
Shiloh Fernandez (David)
Lou Taylor Pucci (Eric) Björn Schalla
Jessica Lucas (Olivia)
Elizabeth Blackmore (Natalie)
Jim McLarty (Harold)
Inca (Grandpa)
Lorenzo Lamas
Bruce Campbell
u.a.

drehbuch
Fede Alvarez
Rodo Sayagues
nach dem gleichnamigen Kinofilm (dt. „Tanz der Teufel“) von Sam Raimi

musik
Roque Baños

kamera
Aaron Morton

regie
Fede Alvarez

produktion
FilmDistrict
Ghost House Pictures
TriStar Pictures

verleih
Sony

Kinostart: 16. Mai 2013