Samstag, 16. Dezember 2017

Unterwegs mit Mum


Besonders peinlich: Abholservice Mama am Flughafen
© Paramount Pictures

zur IMDb | Trailer | Filmseite | Beitrag teilen

Andy Brewster ist Erfinder eines organischen Putzmittels. Jahrelang hat er an diesem bahnbrechenden Produkt geforscht und sein gesamtes Erbe in die Entwicklung dieser Idee investiert. Die einzige Person, die er bisher von diesem für die Umwelt und den Menschen unschädlichen Reinigungsmittel überzeugen konnte: seine Mutter Joyce.

Doch so leicht gibt er nicht auf und begibt sich auf eine Geschäftsreise quer durchs ganze Land, um seine geniale Erfindung endlich an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Und wer wäre eine bessere Begleitung für die 3000 Meilen lange Fahrt als seine überfürsorgliche Mutter? Nicht ganz uneigennützig ist diese Idee, schließlich möchte er die lebensfrohe aber alleinstehende Witwe auf andere Gedanken bringen. Um sie zu überraschen, plant er einen Zwischenstopp in San Francisco ein, denn dort lebt ihre große Jugendliebe.

Bis sie dort ankommen, erwarten sie allerdings so einige Hindernisse und spannende Begegnungen. Was für Andy als Business Trip beginnt, wird zum Road Trip seines Lebens und zu einem unvergesslichen Abenteuer, bei dem Mutter und Sohn merken, dass sie vielleicht doch mehr Gemeinsamkeiten haben als sie es je für möglich hielten.

Was auf den ersten Blick wie eine stinknormale Road-Trip-Komödie aussieht, ist in Wirklichkeit eine wahrhaftig liebevolle Anekdote aus dem wahren Leben. Die komische und auch bewegende Reise, von der der Film erzählt, begann mit einer echten Reise. Drehbuchautor Dan Fogelman ging mit seiner Mutter auf eine zweiwöchige Tour kreuz und quer durch die USA, und diese Reise brachte, wie im richtigen Familienleben, Enthüllungen und Überraschungen, viel Streit und auch viel Liebe mit sich.

Fogelman hatte sich für alle Eventualitäten gerüstet – außer dafür, dass ihm die Fahrt am Ende viel mehr Spaß gemacht hatte, als er für möglich gehalten hätte. »Ich hörte von ein paar meiner Freunde: „Was soll das werden – du kannst doch nicht ernsthaft mit deiner Mutter losfahren?“ Natürlich gab es auch mal Stress zwischen uns, aber wir hatten auf der Fahrt vor allem viel Spaß miteinander und eine ziemlich coole Beziehung«, erzählt er.

»Von Beginn an habe ich aufgeschrieben, was uns unterwegs passiert, ohne etwas zu verändern: wie wir in Arkansas in einem Schneesturm stecken blieben, wie meine Mutter versuchte, in Texas in einem Restaurant ein zwei Kilo schweres Steak aufzuessen.«

Diese wahren Begebenheiten standen Pate für das fiktive Mutter-Sohn-Paar Joyce und Andy Brewster, die beide, als sie die Reise antreten, an einem Punkt in ihrem Leben angekommen sind, an dem sie eine Entscheidung treffen müssen, wie es weitergehen soll. Andy verzettelt sich mit all seinen Plänen, und Joyce langweilt sich, weil sie nicht genug zu tun hat. Beide aber vereint das Suchen nach neuen Horizonten. Nur dass sie diese Horizonte ausgerechnet in ihrem Zusammensein finden würden, hätten sich beide nicht träumen lassen – bis sie eines besseren belehrt werden.

Es war genau diese Mischung aus Komik und großen Emotionen, die die Regisseurin Anne Fletcher an dieser Geschichte über die wahre Bedeutung von Familienbanden gefielen. Zusammen mit Produzentenlegende Lorne Michaels, dem Schöpfer von Saturday Night Live, dessen Partner John Goldwyn und Seth Rogens langjährigem Geschäftspartner Evan Goldberg setzte sich Fletcher daran, das Unmögliche wahr werden zu lassen.

Michaels war von Fogelmans Drehbuch sofort angetan: »Man ist sofort mit den beiden Hauptpersonen vertraut. Ich fand es großartig, wie die Geschichte aufgreift, wie Mütter ihre Söhne auf die Palme bringen – und umgekehrt, wie man gleichzeitig aber die starke Verbindung, die die beiden füreinander empfinden, spürt.«

Je mehr er darüber nachdachte, desto stärker empfand Rogen Unterwegs mit Mum als ein Buddy-Movie, das sich nur noch niemand zu machen getraut hatte – über die sehr spezielle und sehr komplizierte Beziehung zwischen einem erwachsenen Mann und seiner überbehütenden Mutter, die ihn oft missversteht und dennoch immer zu ihm hält.

»Ich mag Filme, die sich mit Beziehungen beschäftigen, und als ich das hier las, wurde mir erst klar, dass ich noch nie ein Buddy-Movie über einen Mann und seine Mutter gesehen hatte, und genau das macht Unterwegs mit Mum so komisch«, merkt Rogen an. »Im Grunde ist es so wie Superbad und Pineapple Express, aber statt zwei Typen haben wir hier Andy und Joyce, und das machte es für mich so interessant.«

Der Dreh von Unterwegs mit Mum machte nicht nur Spaß, er gab auch vielen der Beteiligten den Anlass, wieder einmal zu Hause anzurufen, denn sowohl die Darsteller als auch die Crew konnten gar nicht anders, als dabei auch an ihre eigenen Mütter zu denken. Produzent Evan Goldberg unternahm gegen Ende des Drehs selbst eine fünftägige Autoreise mit seiner Mutter.

Barbra Streisand hofft, dass der Film auf die Zuschauer eine ähnliche Wirkung haben wird: »Es wäre doch toll, wenn Mütter und Söhne Unterwegs mit Mum zusammen anschauen und sich am Ende enger verbunden fühlen.« Und der Kinostart hätte auch nicht besser platziert werden können, denn am 12. Mai ist Muttertag! Unterwegs mit Mum ist kein Roadmovie der Komödie wegen, sondern orientiert sich eher an das klassische Sprichwort: „Der Weg ist das Ziel.“ Und jeder, der schon mal einen längeren Road-Trip hinter sich hat, wird einige Sachen wiedererkennen. Der Film ist, wie seine Figuren, einfach liebenswert und sehr authentisch. ■ mz

17. April 2013
OT: The Guilt Trip
Komödie
USA 2012
95 min
FSK 0

mit

Seth Rogen (Andrew Brewster)
Barbra Streisand (Joyce Brewster)
Kathy Najimy (Gayle)
Miriam Margolyes (Anita)
Rose Abdoo (Diana)
Michael Beach (Tony Jansen)
Casey Wilson (Amanda)
Dale Dickey (Tammy)
Analeis Lorig (Moonlight)
Yvonne Strahovski (Jessica)
Colin Hanks (Rob)
Brett Cullen (Ben Graw)
Nora Dunn (Amy)
Ari Graynor (Joyce Margolis)
u.a.

drehbuch
Dan Fogelman

musik
Christophe Beck

kamera
Oliver Stapleton

regie
Anne Fletcher

produktion
Paramount Pictures
Skydance Productions
Michaels-Goldwyn

verleih
Paramount

Kinostart: 18. April 2013