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Che - Guerilla
Che: Part Two - Guerrilla
Die Reibungen zwischen Fidel Castro und Ernesto „Che“ Guevara werden nach Bewältigung der Kubakrise so groß, dass Guevara zur Durchsetzung seines Traums von „zwei, drei, vielen Vietnams“ loszieht, um in weiteren Ländern seine Vorstellung von Guerillakrieg durchzusetzen. Nach ignorierten Reden vor der UNO in New York landet er im April 1965 im Kongo, um dort den Befreiungskampf zu steuern, stellt aber schnell fest, dass er in Afrika zum Scheitern verdammt ist. 1966 geht Guevara mit der in Kuba verehrten Tamara Bunke und anderen Gleichgesinnten nach Bolivien, um gegen die vom CIA unterstützten Regierungstruppen vorzugehen.
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Teil 1: Revolutión

Nach dem erfolgreichen Umsturz in Kuba verschwindet Che scheinbar spurlos. Ein Jahr später reist er unerkannt nach Bolivien ein, wo er die Revolution weiterführen möchte. Mit der Unterstützung ausländischer Sympathisanten wie Tanja und dem Schriftsteller Regis Debray nimmt er mit einer kleinen bewaffneten Einheit den Kampf gegen Präsident Barrientos und seine Truppen auf. Doch in der Bevölkerung ist der Rückhalt gering, auch auf die Hilfe der Kommunistischen Partei unter Mario Monje kann Che nicht zählen. Während die Moral immer weiter sinkt, geraten die Guerillas in einen Hinterhalt.

Der zweite Teil verlässt den Kriegsschauplatz und erzählt vom Überlebenskampf von Ches Guerillatruppe in Bolivien. Stilistisch bleibt der Film im Dokumentationsstil mit blassen Farben, als wenn der Film in den 60er Jahren gedreht worden wäre. Das Bild ändert sich ebenso von CinemaScope zum 16:9 Bildformat. Im Gegensatz zum ersten Teil wird hier die Geschichte linear ohne die zwischenzeitlichen Zeitsprünge erzählt.

Was geblieben ist: Das Tempo. Am Anfang gibt es erneut einen geografischen Atlas, der die Länder Südamerikas aufleuchten lässt. Das ist zwar sehr nett, dass Herr Soderbergh einen kleinen Geografiekurs mit uns macht, doch bringt das den Film nicht in Schwung, zumal der sowieso nur in Bolivien spielt. Hauptsächlich geht es in dem Film um das Überleben im Dschungel, dass sich die Guerillas ihre Verpflegung von den wenigen ansässigen Bauern erschnorren mussten. Sie hatten mit sich selbst zu tun, Hungersnöte und die bolivianische Armee im Nacken.

Und die Geschichte wird immer langatmiger. Selbst die Grillen scheinen immer langsamer zu zirpen, als wenn die Batterien vom Kassettenspieler ihren Geist aufgeben. Was auch geblieben ist, ist die außenstehende Erzählweise. Es wird erst gar nicht versucht, die Personen näher an sich heran kommen zu lassen. So bleibt Che von vorn bis hinten ein unpersönliches Stück Kaugummi, das am Schuh klebt. Auch können die namhaften Schauspieler nicht viel retten. Es ist zwar schön, dass Franka Potente so gut spanisch sprechen kann, und auch witzig, dass Matt Damon einen deutschen Priester spielt, doch wirklich helfen tut es dem Film nicht.

Che ist ein Epos von besonderem Ausmaß. Es ist lang, -weilig und hätte auf zwei Stunden gekürzt werden können. Es ist sicher etwas für Che Guevaras Hardcorefans, einmal zusammen mit ihm im bolivianischen Dschungel abhängen oder in den kubanischen Wäldern einen dicken Stumpen rauchen und Parolen kloppen. Mehr ist der Film nicht, die Spannung hält sich unterm Sitz, und selbst dort ist tote Hose. Wer also unbedingt viereinhalb Stunden dafür verschenken will, bitteschön! Aber hinterher bitte nicht beschweren! ■ mz

Biopic/Kriegsfilm
USA/E/F 2008
133 min


mit
Benicio del Toro (Ernesto „Che“ Guevara de la Serna) Wolfgang Wagner
Demián Bichir (Fidel Castro) Uwe Büschken
Rodrigo Santoro (Raúl Castro) Gerrit Schmidt-Foß
Franka Potente (Tamara Bunke) Tanja Geke
Catalina Sandino Moreno (Aleida March) Manja Doering
Yul Vázquez (Alejandro Ramírez)
Joaquim de Almeida (Präsident Barrientos)
Lou Diamond Phillips (Mario Monje) Bernd Vollbrecht
Marc-André Grondin (Regis Debray) Sebastian Christoph Jacob
Jordi Mollà (Captain Vargas)
Carlos Bardem (Moises Guevara)
Matt Damon (Fr. Schwartz) Simon Jäger
u.a.

drehbuch
Peter Buchman
Benjamin A. van der Veen
basierend auf „Kubanisches Tagebuch“ von Ernesto „Che“ Guevara

musik
Alberto Iglesias

kamera
Peter Andrews (Stephen Soderbergh)

regie
Stephen Soderbergh

produktion
Estudios Picasso
Laura Bickford Productions
Morena Films
Section Eight
Telecinco
Wild Bunch

verleih
Senator/Wild Bunch