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Duplicity
Gemeinsame Geheimsache
Die ehemalige CIA-Agentin Claire Stenwick und der Ex-MI6-Spion Ray Koval haben sich beruflich neu orientiert. Statt für die Regierung zu arbeiten, steht ihnen der Sinn jetzt nach dem Gegenteil: Als Sicherheitsberater zweier Konzernriesen planen sie gemeinsam, die Wirtschaftsbosse gegeneinander aufzubringen, um schließlich selbst eine dicke Beute zu kassieren. Doch das frühere Liebespaar ist nicht auf alles gefasst, denn außer gegenseitigem Misstrauen sind auch noch Gefühle im Spiel, die den perfekten Plan durcheinanderzubringen drohen.
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Oscar®-Preisträgerin Julia Roberts und Clive Owen stehen nun nach Hautnah erneut zusammen vor der Kamera. Diesmal stehen sie bei Regisseur und Autor Tony Gilroy auf der Matte, der mit seinem Regieerstlingswerk Michael Clayton zahlreiche Erfolge feierte. Ebenfalls mit dabei ist Tom Wilkinson, mit dem Gilroy bereits in seinem letzten Film gearbeitet hatte.

Die CIA-Beamtin Claire Stenwick und der MI6-Agent Ray Koval haben den Geheimdienst zugunsten eines lukrativen Geschäfts quittiert: Beide wollen an einem äußerst profitablen Kalten Krieg zwischen zwei rivalisierenden Unternehmen mitverdienen. Ihre Mission ist es, die Rezeptur für ein neues Produkt sicherzustellen, denn das Patent würde der Firma ein Vermögen bescheren.

Für ihre Arbeitgeber, Titan Howard Tully und Chefetagen-Freibeuter Dick Garsik, steht in diesem Wettbewerb alles auf dem Spiel – und alles ist erlaubt. Bald weiß niemand mehr, wer eigentlich auf wessen Seite steht. Für Claire und Ray ist dabei das schwierigste Unterfangen, sich gegenseitig auszutricksen. Und während sie versuchen, dem anderen immer einen Schritt voraus zu sein, steht den beiden Einzelkämpfern nur eine Hürde im Weg, die sie nicht überlisten können: die Liebe.

Den Grundstein zu Duplicity – Gemeinsame Geheimsache legte Gilroys Faszination für die Feinheiten der Industriespionage. Bei den jahrelangen Recherchen für seine Drehbücher zur „Bourne“-Reihe kam er mit vielen Geheimdienstlern in Kontakt und stellte fest, dass viele von ihnen kürzlich aus dem Staatsdienst in den Privatsektor gewechselt waren. Das war der Ausgangspunkt für Gilroys leichtfüßiges Skript, das Elemente der Screwballkomödie mit den Plotwendungen eines klassischen Krimis kombiniert.

Dass das Script leichtfüßig ist, kann ich nur unterschreiben. Zwar sind die Dialoge treffsicher, was man auch von hochprofilierten Geheimdienstlern erwarten kann, doch irgendwie will kein Schwung in die Geschichte kommen. Das Wort Screwball hat das Wort Ball in sich. Man erwartet von einem Ball, dass er sich schnell bewegt, ob in der Luft oder auf dem Boden ist dabei vollig nebensächlich.

Die genialen Dialoge retten den Film zwar, machen ihn jedoch nicht flotter. Immer wieder wird seit Hautnah die Chemie der beiden Hauptdarsteller angesprochen. Sie mag zwar stimmen, doch irgendwie wird sie nicht aufs Publikum übertragen. Tom Wilkinson und Paul Giamatti scheinen viel heller als die Hauptdarsteller, als wären sie zwei Sterne, die jeden Moment explodieren könnten, während Julia Roberts und Clive Owen so unromantisch wie Nord- und Südpol wirken.

Und von Komödie ganz zu schweigen. Gut, hier und dort ein paar Schmunzelattacken, aber bis auf ein paar Zeilen wirklich herrlichem Dialog ist der Film einfach nur öde. Hätte man nicht die komplizierte Handlung, könnte man glatt versucht sein, einzunicken. Tony Gilroys adaptierte Drehbücher sind jedenfalls besser als die seiner eigenen Werke. Bleibt abzuwarten, wie sich sein nächstes Werk macht. Demnächst startet State of Play - Stand der Dinge, die Adaption einer britischen TV-Serie, mit Russell Crowe in der Hauptrolle. Mal sehen, das könnte spannend werden... ■ mz

Krimi/Drama/Komödie
USA 2009
125 min


mit
Clive Owen (Ray Koval) Tom Vogt
Julia Roberts (Claire Stenwick) Daniela Hoffmann
Tom Wilkinson (Howard Tully) Lutz Riedel
Paul Giamatti (Richard Garsik) Lutz Schnell
Tom McCarthy (Jeff Bauer) Tobias Kluckert
Wayne Duvall (Ned Guston) Uli Krohm
Carrie Preston (Barbara Bofferd) Christin Marquitan
Denis O’Hare (Duke Monahan) Lutz Mackensy
Oleg Shtefanko (Boris Fetjow) Peter Reinhardt
Rick Worthy (Dale Raimes) Oliver Stritzel
Kathleen Chalfant (Pam Frailes) Kerstin Sanders-Dornseif
Ulrich Thomsen (Schweizer CE) Georg Scharegg
u.a.

drehbuch
Tony Gilroy

musik
James Newton Howard

kamera
Robert Elswit

regie
Tony Gilroy

produktion
Laura Bickford Productions
Medienproduktion Poseidon Filmgesellschaft
Relativity Media
Universal Pictures

verleih
UPI