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Crank 2: High Voltage
Crank: High Voltage
Zwar ist Chev Chelios am Ende von Crank aus einem fliegenden Hubschrauber gesprungen und ungebremst auf dem Dach eines Autos gelandet, doch was ein echter harter Kerl ist, lässt sich von so etwas nicht unterkriegen. So wird er gleich zu Beginn der Fortsetzung sprichwörtlich von der Straße gekratzt und landet auf dem OP-Tisch der chinesischen Mafia. Dort bekommt er sein gedopetes Herz ex- und ein neues künstliches implantiert. Dieses hat nur einen Haken: Die Lebensdauer seiner Batterie ist nicht besonders lang.
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Der coole Gangster und Profikiller Chev Chelios ist zurück auf der Leinwand. Crank 2: High Voltage macht genau dort weiter, wo der erste Teil aufgehört hat. Und genau das ist das Ende aller Plausibilität, die in Crank noch herrschte. Wie wir wissen, endete der erste Film damit, dass Chev aus einem Hubschrauber hoch über der Stadt stürzte. Doch anstatt zu zerbersten, bleibt Chevs Körper intakt und endet auf dem Operationstisch des Triadenganoven Johnny Vang.

Allein diese Tatsache ist hirnverbrannter Blödsinn und macht aus dem Actionkracher eine Fantasy-Jump-and-Run-Gewalt-und-Sex-Orgie, die sich gewaschen hat. Wer seinen gesunden Menschenverstand am Eingang abgibt und akzeptiert, dass in Chevs Universum physikalische Gesetze außer Kraft treten, der wird seinen Heidenspaß bei diesem rasant-coolen Schwachsinn haben.

Was passiert also mit Chev? Nachdem er also an einer belebten Kreuzung in Los Angeles aufgeschlagen ist, verfrachtet ihn eine mysteriöse Bande asiatischer Gangster in einen Lieferwagen. Als Chev schließlich drei Monate später wieder aufwacht, liegt er auf einem Operationstisch. Chinesische Ärzte haben ihm das Herz herausgenommen und es durch ein batteriebetriebenes Kunstherz ersetzt. Chev erkennt sofort den Ernst der Lage, erledigt seine Kidnapper und flüchtet. Wieder einmal muss er um sein Leben rennen.

Als wäre das noch nicht genug, stellt Chev außerdem schnell fest, dass sein Kunstherz den Geist aufgibt, wenn er nicht regelmäßig die Batterie auflädt. Dummerweise hat er den Batteriegürtel verloren und ist einmal mehr auf die Hilfe seines Kumpels Doc Miles und auf sein eigenes cooles Köpfchen angewiesen. Will er am Leben bleiben, muss er jede mögliche Energiequelle anzapfen, von Elektroschocks bis zu körperlicher Reibung ist alles möglich.

An diesem Sommertag jagt Chev innerhalb von zwölf Stunden durch die ganze Stadt auf der Suche nach seinem gestohlenen Herzen. Dabei trifft er seine Freundin Eve wieder, schließt neue Freundschaften und schlägt sich mit brutalen Ganoven herum, wie dem charismatischen Gangsterboss El Huron, dem Loyalität über alles geht, Mitgliedern von dessen Gang Los Vatos und mit den chinesischen Triaden, angeführt von dem 100jährigen, rätselhaften Poon Dong. Ein irrwitziger, Adrenalin getränkter Gewaltmarsch durch die Stadt beginnt, bei dem sich Chev alles und jeden, der sich ihm in den Weg stellt, gnadenlos vornimmt.

Neben den bewährten Schauspielern aus dem ersten Teil sind diesmal ein paar bekannte Gesichter mehr zu sehen, wenn man sie denn auch erkennt. So spielt 1980er Teenieidol Corey Haim Eves schmierigen Vokuhila-Freund, David Carradine das Triadenoberhaupt Poon Dong, Ex-Spice-Girl Geri Halliwell Chevs Mutter vor 20 Jahren, Lauren Holly einen Psychiater, John de Lancie einen Nachrichtensprecher sowie Kultfilmlegende Lloyd Kaufman, Chef der Troma Studios, einen Arbeiter im Kraftwerk. Für eine höchst vergnügliche Szene, in der Chev zwischen dem Straßenverkehr und einem Streik von Pornoschauspielern feststeckt, konnten die Filmemacher das Who's Who derzeitiger und legendären Pornostars für Gastauftritte gewinnen, darunter Ron Jeremy, Ed Powers, Lexington Steele, Nick Manning und Jenna Haze.

Technisch gesehen ist Crank 2: High Voltage meilenweit grandioser als sein Inhalt. Drei Kameramänner - die Regisseure Mark Neveldine, Brian Taylor und Chefkameramann Brandon Trost - verwendeten HD-Camcorder um die berauschenden Bilder des Films einzufangen. Über 20 separate HD-Videokameras kamen zum Einsatz, in erster Linie 5 Canon XH-A1 Professional HDV Camcorder, die als Hauptkameras verwendet wurden, klassifiziert in A-, B- und C-Kamera. Rund 15 herkömmliche Canon VIXIA HF-10 High Definition Camcorder wurden zusätzlich für die rasanten Actionszenen und Stunts (Crash-Kameras) eingesetzt, und halbkreisförmig an einem Geschwindigkeitsmechanismus befestigt, um einen „Matrix“-artigen „Bullet Time“-Effekt zu erzielen.

»Wir verwendeten viel kleinere, benutzerfreundliche Kameras als beim ersten Mal. Diese Winzdinger, die man in einer Hand halten kann«, erläutert Mark Neveldine. »Mit den Kameras schufen wir einen speziellen Look, aber wir wollten natürlich nicht, dass der Film wie ein Home Video aussieht. Brian und ich haben in den fünf oder sechs Jahren eine coole Möglichkeit entwickelt, wie man digital arbeiten kann, und es trotzdem filmisch aussieht, und nicht wie ein YouTube-Clip.«

Neveldine, ein begeisterter Rollerblader, drehte viele der heftigen, superschnellen Actionszenen, indem er sich seine Blades unterschnallte und kreuz und quer ins Getümmel stürzte, um Fahrzeuge herum, ja, sich manchmal sogar an ihnen festhielt. Dazu Brian Taylor: »Die Kameras für den ersten Film kosteten etwa 250.000 Dollar pro Stück, was die Dreharbeiten noch aufregender gestaltete, denn bei uns gehen Kameras gern mal zu Bruch. Die Kameras dieses Films waren allesamt spottbillig. Ging eine kaputt, kauften wir bei Best Buy einfach eine neue. Insgesamt brauchten wir rund dreißig Kameras. Die ganzen Dreharbeiten über versuchten wir, sie in so gefährliche Situationen wie möglich zu bringen... während wir sie hielten.«

»Wir tun gern so, als wären wir Rockstars«, sagt Neveldine. »Die zertrümmern ihre Gitarren, wir verschrotten Kameras.« - »Mit den kleinen herkömmlichen Kameras konnten wir außerdem sehr schnell drehen«, sagt Taylor. »In den 31 Drehtagen von Crank: High Voltage haben wir mehr Bildmaterial aufgenommen als James Cameron bei Titanic

»Es waren 285 Stunden, um genau zu sein. Wer ist jetzt der „König der Welt“?!«, ergänzt Neveldine. - »Fans von Crank werden hingerissen sein, denn alles, was sie an dem ersten Film so begeisterte, haben wir ins völlig Absurde gesteigert«, sagt Brian Taylor. Und damit hat er Recht. Auch wenn der Realitätsbezug des Films weit ins Negative reicht, so ist der Film doch zumindest für Fans des Genres ein Muss. Und Kaffee braucht man bei diesem Film nun wirklich nicht. ■ mz

Action/Fantasy
USA 2009
104 min


mit
Jason Statham (Chev Chelios) Leon Boden
Amy Smart (Eve Lydon) Stephanie Kellner
Dwight Yoakam (Doc Miles) Walter von Hauff
Efren Ramirez (Venus) Johannes Raspe
Reno Wilson (Orlando)
Keone Young (Don Kim) Reinhard Brock
Bai Ling (Ria) Shandra Schadt
Clifton Collins jr. (El Huron) Kai Taschner
David Carradine (Poon Dong) Gudo Hoegel
Corey Haim (Randy) Oliver Mink
Geri Halliwell (Karen Chelios) Michaela Amler
John de Lancie (Fish Halman) Christian Mey
Lauren Holly (Psychiaterin) Manuela Renard
Jose Pablo Cantillo (Ricky Verona) Benedikt Weberl
Art Hsu (Johnny Vang) Dominik Auer
Glenn Howerton (Dr. Ankleson) Philipp Brammer
u.a.

drehbuch
Mark Neveldine
Brian Taylor

musik
Mike Patton

kamera
Brandon Trost

regie
Mark Neveldine
Brian Taylor

produktion
Lakeshore Entertainment
Lionsgate

verleih
Universum Film